Schwanger und Probezeit???

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von tahiti 11.12.09 - 20:22 Uhr

Hallo ihr,

mal angenommen ich würde demnächst schwanger werden, wie verhält sich das dann mit meiner Probezeit? Ich meine, ich hab ja 1/2 Jahr Probezeit, und da kann mir jederzeit gekündigt werden. Geht das auch wenn ich schwanger werde, oder bin ich da irgendwie geschützt?

Wär über Antworten dankbar

Tahiti

Beitrag von jacqueline81 11.12.09 - 20:27 Uhr

Hi,

in der Probzeit hast du wohl ein Problem. Denn Kündigungsschutz hast du nur bei einem unbefristeten Vertrag. In der Probezeit muss kein Kündigungsgrund angeben werden und wenn würden sie die Schwangerschaft sicherlich nicht als Grund angeben.

Ganz ehrlich? Ich würde zumindest die Probezeit abwarten. Ist der Vertrag dann unbefristet? Dann erst recht, denn wenn du dann in Erziehungsurlaub gehst müssen sie dir deinen Job zudem noch 3 Jahre frei halten. Problem ist aber, dass sie dich wahrscheinlich dann schmeißen wenn du später wieder anfängst. So war es bei meiner Freundin nach 6 Jahren.

LG
Jacqueline

Beitrag von tatzi 11.12.09 - 20:39 Uhr

Also, zumindest die Aussage, sie müssen dir DEINEN Job frei halten, ist definitiv falsch.

Sie müssen dich wieder/weiter beschäftigen, aber du hast null Anspruch darauf, deinen Job weiterzumachen.

In der Probezeit schwanger = gelitten.
Die Probezeit wirst du dann wohl nicht überstehen, es sei denn, du verschweigst dem AG deine Schwangerschaft und kannst es geheim halten.

Es gab mal eine gesetzliche Pflicht, dem AG umgehend mitzuteilen, wenn man ss ist - und zwar sofort, wenn man Kenntnis davon erlangt.
Allein schon, weil dann andere Arbeitszeiten und bestimmte schützende Dinge gelten.

Dies ist aber mittlerweile nicht mehr Pflicht.
Wenn du das dem AG nicht mitteilst, hast du allerdings auch kein Recht auf diese "Vergünstigungen" (zB nur noch max. 8,5h/Tag arbeiten, keine angeordneten Überstunden usw.).

Beitrag von jacqueline81 12.12.09 - 19:47 Uhr

Na so ganz stimmt das auch nicht. Sie können dich nicht nach Weiterbeschäftigung als Putze beschäftigen obwohl du vorher eine Bürokraft warst!

Habe mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt, aber du hast einen Arbeitsvertrag und die Weiterbeschäftung muss so erfolgen wie du vorher eingestellt wurdest!

Beitrag von cosy-80 11.12.09 - 20:42 Uhr

Das ist egal, auch während der Probezeit....

Der Arbeitgeber hat zwar das Recht, dich rauszuschmeißen, aber wenn du schwanger bist und du nachweisen kannst, dass er das wusste, begibt er sich auf ganz ganz dünnes Eis damit...

Du brauchst ihn nur zu verklagen und kriegst deine Wiedereinstellung oder ne fette Abfindung....

Schwangere sind vor dem deutschen Gesetz, sowas von geschützt....

Gruß C

Beitrag von jacqueline81 12.12.09 - 19:45 Uhr

ja, aber in der Probezeit muss man keinen Grund angeben und dieser würde einen Teufel tun zu sagen es hängt mit der Schwangerschaft zusammen.

LG

Beitrag von schildi23 11.12.09 - 20:28 Uhr

sobald du schwanger bist, wird die probezeit unterbochen, d.h. solange du im mutterschutz bist, bist du unkündbar. danach geht die probezeit weiter. wenn du z.b. 3 monate arbeitest, wirst schwanger, bist im mutterschutz und kommst dann wieder, hast du nochmal 3 monate probezeit, in der du wieder ohne jeden grund gekündigt werden kannst.

Beitrag von jacqueline81 11.12.09 - 20:31 Uhr

im Mutterschutz vielleicht, aber im Mutterschutz bist du erst 6 Wochen vor und 8 Wochen nach Niederkunft!#aha

Beitrag von schildi23 11.12.09 - 20:34 Uhr

gemäß § 9 MuSchG:
Der Kündigungsschutz für eine schwangere Arbeitnehmerin beginnt mit dem Beginn der Schwangerschaft. Solange die Arbeitnehmerin die Schwangerschaft dem Arbeitgeber aber nicht angezeigt hat, kann sie sich nicht auf den Kündigungsschutz berufen. Der Arbeitgeber ist also nur dann an das Kündigungsverbot gebunden, wenn er von der Schwangerschaft weiß.

Der Kündigungsschutz besteht während der gesamten Schwangerschaft. Er dauert darüber hinaus bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt des Kindes an. Dieser Kündigungsschutz nach der Geburt besteht unabhängig davon, ob die Arbeitnehmerin nach Ablauf der Mutterschutzfristen wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren oder Elternzeit in Anspruch nehmen will.

Beitrag von jacqueline81 12.12.09 - 19:43 Uhr

das bezieht sich aber gewiss nicht auf die Probezeit und das wurde hier gefragt. Aber jemand hat schon einen nützlichen Link zur Verfügung gestellt!;-)

Beitrag von bella87 11.12.09 - 20:29 Uhr

hallo

guck malk habe ich gerade gefunden

Die Probezeit an sich ist ein befristeter Vertrag, der eine Laufzeit zwischen drei und sechs Monaten hat und nicht extra gekündigt werden muss.
Falls der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin keinen Anschlussvertrag aushändigt, ist das Arbeitsverhältnis mit dem Ende der Probezeit beendet.
Daran ändert auch eine Schwangerschaft nichts. Deshalb sollten Arbeitnehmerinnen, die schwanger sind, ihren Arbeitsvertrag genau prüfen, bevor sie sich auf Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber einlassen...

http://www.kinder-aktuell.de/recht-sicherheit/schwangerschaft-probezeit-kuendigung-1213/

glg bella