Liebe meines Lebens - Ich will mich trotzdem trennen (sehr lang)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von abcd123.- 12.12.09 - 23:12 Uhr

Hallo,

mein problem ist etwas kompliziert, ich war schon immer ein komplizierter Mensch.
Ich bin 23 Jahre, mein Freund 30. Wir sind seit 6 Jahren zusammen. Ich wohne noch bei meinen Eltern, studiere, er hat eine eigene Wohnung und arbeitet. Zusammenziehen ist nicht möglich, da zu wenig Geld und zu kleine Wohnung von ihm.
Als wir zusammenkamen, waren wir die ersten 2 Jahre nur glücklich, haben uns nie gestritten. Dann wurde es immer schlimmer. Wir haben uns beide etwas verändert. Unsere Beziehung wurde mehr zur Gewohnheit, war nichts besonderes mehr. Wir fühlen uns auch immer vertrauter, teilweise wie Bruder und Schwester oder gute Freunde. Das ist jedoch nicht schlimm.
Richtig schlimm wurde es, als ich letztes Jahr ungeplant schwanger wurde. Wir beide freuten uns trotzdem sehr und planten sofort Hochzeit, Umzug, rechneten Geld aus, ect...
Leider hatte ich jedoch eine Fehlgeburt, während meine jüngere Schwester gleichzeitig schwanger war, eine tolle Hochzeit feierte, von zuhause auszog und ein gesundes Kind bekam.
Wir verschoben unsere Hochzeit auf unbestimmte Zeit (so in ca. 4-5 Jahren meinte mein Freund) und ich sollte auch keinem erzählen, dass wir verlobt sind. Verlobungsringe kommen für ihn sowieso nie in Frage.
Seinen Heiratsantrag würde er anscheinend auch am liebsten rückgängig machen und er ist froh dass er sich noch nicht fest an mich binden muss, weil ich schon sehr anstrengend und launisch sein kann. Er liebt mich aber sehr doll, dass weiß ich und zeigt er auch. Trotzdem hat mich dieses Verhalten sehr verletzt. Obwohl ich es im Prinzip auch besser finde, nicht wegen einer SS zu heiraten, und erst fertig studieren sollte.

Dann kam in letzter Zeit noch so viel Stress bei mir dazu (Studium und Nebenjobs, psychischer Stress durch Fehlgeburt, ect) , dass ich immer total fertig mit den Nerven bin. Ich bin jetzt auch in Psychotherapie und habe eine Depression. Deswegen heule ich fast jeden Tag und auch bei kleineren Sachen. Ich mache das aber nciht extra, um meinen Freund zu erpressen oder so.
Trotzdem ist es natürlich nervig für ihn.
Vor allem ist vor drei Monaten seine Mutter an Krebs gestorben. Das war ein riesiger Schock und sehr traurig, denn sie war eine wundervolle Frau und meine allerliebste Schwiegermutter in spe.
Allerdings redet er mit mir fast nie über seine Probleme, Sorgen oder auch darüber, was er in der Arbeit erlebt, obwohl ich ihn oft frage findet er nichts interessant genug zum erzählen.

Jetzt ist es letzten Sonntag wieder eskaliert. Er war unfreundlich und grob zu mir und verlangte, dass ich mich endlich in den nächsten zwei Wochen entscheiden soll, was wir für Urlaub machen. Ich war jedoch nervlich am Ende und hab etwas geheult - als ob ich noch nicht genug anderen Stress hätte!! Daraufhin hat er mich stundenlang ignoriert und links liegengelassen, obwohl er genau weiß, dass er mich damit so verletzt, weil ich eh immer das Gefühl habe, allein zu sein, bzw. keiner mag mich (wg. Depression). (Es war noch dazu in einem Restaurant - ich habe keinen bissen mehr essen können und nur geheult, aber mögl. unauffällig.)

Dannach hat er auch noch meiner Schwester beim Umzug geholfen und kam zu spät wieder, das wir nicht auf einen lang geplanten Ball gehen konnten, wofür die Karten je 40€ kosten!!!
Von mir erwartete er jedoch ernsthaft LOB dafür, dass er so toll meiner Schwester hilft. Er sieht gar nciht ein, das es mich verletzt, wenn er unseren Ball dafür einfach ausfallen lässt. solche sitationen gab es schon öfter. Er braucht immer Selbstbestätigung. Ich lobe ihn schon oft, wenn er etwas für mich macht, aber warum soll ich ihn loben, wenn er etwas für andere macht, was unserer Beziehung schadet????
Zudem spiele ich eh nicht die Rolle in seinem Leben, die ich gerne hätte. Nur auf Bitten bekam ich nach Monaten einen Hausschlüssel von ihm, und meine Sachen hab ich in seiner Wohnung nur in der hintersten Ecke unauffällig deponiert! Dort aufräumen usw. macht er auch am liebsten ganz alleine. Ich denke, er möchte nur zum Teil sein Leben mit mir teilen.
Er freut sich auch hämisch, wenn er mir nach Monaten dann ein "Geheimnis" auf die Nase binden kann, wie dass er jede Woche abends noch mit einer Kollegin essen geht. (An sich nicht schlimm, aber wieso lügt er mich dafür so oft an?) Das verletzt mich. Vor allem wirft er mir vor, mit Freunden könne er besser über seine Probleme reden als mit mir (ich hätte schon so viele eigene). Das stimmt, aber er ist selbst schuld, weil ich biete es ihm oft genug an!
Zudem hat er auch viele Eigenschaften verloren, die ich an ihm so gerne gemocht habe. Anfangs hat er immer mitgemacht, ist schwimmen, eislaufen, inlineskaten, Volleyball spielen, zu Spieleabenden mit Freunden und in Urlaube mitgekommen. Diese Offenheit habe ich bewundert udn mich sehr gefreut, dass er auch bei meinen Freunden so beliebt war und wir viele Dinge zusammen machen konnten.
Jetzt lehnt er jeden Sport ab (kann er auch nicht so gut, ich bin immer besser) und Spieleabende oder Urlaube mit meiner Freunden oder meiner Familie stehen auf der Prioritätenliste ganz weit unten, falls das Geld knapp wird, oder etwas anderes dazwischen kommt, wird das eben spontan abgesagt. Ich kann auch fast gar nichts mehr mit ihm und Freunden zusammen unternehmen.
Das verletzt mich auch, weil ich freu mich drauf und mir macht das Spaß und ist es sehr wichtig.

Insgesamt bin ich einfach unglücklich, weil er sich nicht (mehr) bemüht, nur Selbstmitleid hat (er könne mir nie was recht machen) und vor allem hat er sich seit Sonntag (wo der STreit war) die ganze Woche nicht gemeldet und mich auch in letzter Zeit zu oft ignoriert.
Dafür hasse ich ihn. Wie kann er mich so verletzen? Das macht mich richtig aggressiv.
Darum will ich mich von ihm trennen. Ich bin einfach so sauer auf ihn, dass ich keine Versöhnung sehe. Ich weiß nicht, ob ich ihm verzeihen kann, was er mir angetan hat (für andere ist es nichts aber für mich ist es die Hölle, wenn er mich links liegen lässt und das weiß er auch).
Andrerseits ist er eigentlich meine einzige Liebe und war mein Halt, wenn ich andere Probleme hatte.
Und 6 jahre Beziehung sind mit 23 Jahren eine lange Zeit. Andrerseits ist mein Vertrauen schon so gestört in ihn, er hat mich so verletzt. Ob dass noch Sinn macht?
Er sagt, ich denke immer zu schlecht von ihm. Wenn er mal nicht kommt, denke ich immer, er mag mich nicht, dabei hat er z.B. Bauchweh.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich denke, dass vieles auch durch meine kranke Psyche bedingt ist. Aber daran arbeite ich ja und mache Therapie. Aber er arbeitet nicht an sich und unserer Beziehung! Das macht mich traurig und dafür hasse ich ihn. Wenn er sich morgen immer noch nicht meldet (dann hat er sich eine Woche nicht gemeldet und wir haben uns nicht gesehen, gehört, ect) dann mach ich mit ihm schluss, weil ich halte das nicht mehr so aus.
Bitte helft mir!

Beitrag von bruchetta 12.12.09 - 23:37 Uhr

Vielleicht solltet Ihr, unabhängig ob er sich morgen meldet oder nicht, mal eine längere Pause einlegen.
Es läuft ja, bedingt auch durch viele Probleme, allerhand schief zwischen Euch.
Dadurch, daß Ihr nicht zusammen lebt, könnte man einfach ausmachen, sich 4-6 Wochen mal nicht zu sehen, zu sprechen, zu simsen.
Dann hättet Ihr ein bißchen Abstand und könnt einige Dinge für Euch klären.
Ich denke, das ist momentan angebracht.
Vielleicht findet Ihr dann auf einer anderen, schöneren Ebene nochmal zusammen, wer weiß...

Beitrag von efgh456 12.12.09 - 23:43 Uhr

Du lässt kein gutes Haar an deinem Freund.
Zweimal schreibst du, dass du ihn hasst.
Liebe deines Lebens ?
Wo ist denn da Liebe?
Du kennst, seidem du 17 bist, nichts anderes, er ist Gewohnheit für dich, mehr nicht.Es ist von beiden Seiten nicht mehr viel da.

Beitrag von schwarzesetwas 13.12.09 - 00:01 Uhr

Ich finde, Du nimmst Dich selbst immer zu wichtig.

Dein Partner ist immer nebenan.

Dazu reitest Du immer auf Deinen Psychosen rum. Ok, wenn es welche gibt, ist nicht schön.
Aber Du bist in Behandlung, also lern doch mal, in Rücksicht auf Deinen Partner, damit zu leben.

Ein guter Rat: Wenn Dir Dein Freund mehr als 50% Ärger macht, verlass ihn.
Alles andere ist einfach keine gute Rechnung.
Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt.

Du bist noch so jung, so formbar - vergeude nicht einfach Deine Zeit, wenn etwas einfach nicht passend gemacht werden kann.

Lg,
Sandra

Beitrag von loewenbaby85 13.12.09 - 00:19 Uhr

Hallo!

Um gleich mal vorweg zu sagen bzw. klarzustellen: du möchtest von den UserInnen hier eine Antwort/Hilfe für dein Problem haben und die wirst du von mir auch bekommen. Also zumindst wie ich darüber denke und zwar ziemlich direkt. Ich will dich damit nicht angreifen, etc. und ich denke dessen musst du dir bewusst sein dass du hier nicht nur Antworten bekommen wirst die dir gefallen.

6 Jahre Beziehung sind eine lange Zeit. Aber es gehören immer zwei dazu.
Abgesehen von deiner "kranken Psyche" (wie du selbst schreibst), denke ich das euer Problem schon sehr viel früher entstanden ist. Glaubst du nicht dass deine Erwartungen an ihn viel zu hoch sind? Du schreibst immer nur wie du gerne gehabt hättest dass er sich dir gegenüber verhält. Wieso sollte er immer alles tun wie du es gerne wolltest? Und seit er es nicht mehr tut, fühlst du dich gleich verletzt?! Was hast du denn für ihn getan? Glaubst du, du hast dich immer so verhalten wie er es sich gewünscht hätte?

Was erwartest du eig von ihm? Mag ja sein dass sein Verhalten nicht immer ganz korrekt ist, aber wir alle sind nicht fehlerfrei. Du beschwerst dich dass er nichts mehr zusammen mit dir unternimmt (Spieleabende bei Freunden, URLAUBE, etc.) und gleichzeitig schreibst du dass er dich, bei einem gemeinsamen Essen im Restaurant, gefragt hat ob du dir schon Gedanken über`n Urlaub gemacht hast. Und was machst du? Du heulst rum. Was soll das? Behaupte also nicht dass er sich keine Mühe gibt wenn du anhand der psychischen Situation gleich überfordert bist.
Dein Problem ist nämlich, dass du nicht die Aufmerksamkeit bekommst die du gerne hättest, dass er nicht so reagiert wie du es willst. Und alles andere scheinst du nicht zu sehen und schaffst somit eine immer größer werdende "Drucksituation" aus der er versucht sich zurückzuziehen.

Siehst du nicht dass er davonläuft? Dass er es sogar freiwillig tut weil ihm alles andere lieber ist als mit dir zusammen zu sein?
Lieber hilft er deiner Schwester beim Umzug als mit dir auf´n Ball zu gehen (pfeiff drauf was die Karten gekostet haben, man(n) hat sich eben seine Priorität gesetzt), es könnte ja wegen ´ner Lapalie so enden wie im Restaurant.

Nicht er ist derjenige der unbedingt die Selbstbestätiung braucht sondern eher du. Du willst die Aufmerksamkeit und immer im Mittelpunkt stehen. Du schreibst selbst >>Zudem spiele ich eh nicht die Rolle in seinem Leben, die ich gerne hätte<<. Merkst du was? >>....die ICH gerne HÄTTE<<. Was möchtest du denn für eine Rolle in seinem Leben spielen? Und woher weißt du dass du nicht doch eine Rolle in seinem Lebens spielst die nicht so klein sein kann, denn sonst hätte er dich schon längst verlassen (oder aber er ist nur aus Mitleid mit dir noch zusammen und veranstaltet das ganze nur, um dich damit natürlich zu verletzen. Sei doch ehrlich, das passt nicht damit zusammen dass er sich dir und deiner Gegenwart immer mehr entzieht)? Schließlich hätte er ein "Problem" weniger wenn er sich von dir trennen würde.

Und denk mal drüber nach wieso er sich dir nicht anvertaut und mit dir über seine Sorgen, Ängste, Gedanken oder auch ganz alltägliche Dinge wie beispielsweise über seine Arbeit spricht?! Weil du zu sehr mit dir selbst beschäftigt und auf dich fixiert bist. Wie willst du "seine Probleme" überhaupt verwerten wenn du deine eigenen nichtmal bewältigst? Da muss ich ihm vollkommen recht geben und verstehe ihn auch noch. Er tut es nicht um dich damit zu verletzen sondern um dich nicht noch mehr zu überfordern als du es schon mit dir selbst machst. Du schreibst an einer Stelle auch dass er dein Halt war, wenn du andere Probleme hattest. D.h. so viel wie er war immer für dich da, aber warst du es auch für ihn???

Du weißt doch gar nicht was für ihn wichtig wäre, was er sich von dir "wünscht" und welche Erwartungen er an eure Beziehung hat.

Eine Frage noch zum Schluß: wieso soll er sich eig melden nur weil ihr letztes Wochenende gestritten habt und du dich gleich wieder verletzt gefühlt hast? Kannst du nicht auchmal den ersten Schritt auf ihn zugehen? Und wenn du meinst es ist besser Schluß zu machen nur weil er sich nicht bei dir gemeldet hat, als dass du auf ihn zugehst, dann wird dich auch niemand davon abhalten diesen Weg zu gehen wenn es für dich der richtige zu sein scheint.

Um jetzt nicht endlos noch weiterzumachen (wovon mir noch so eineiges ein-/auffallen würde wenn je mehr ich deinen Tread durchlese) meine persönliche Meinung als Fazit:
Diese Beziehung hat keine Möglichkeit zum Fortbestand. Und die Antwort hast du dir doch schon selbst gegeben. Du willst ja ohnehin morgen Schlluß machen (wenn er sich nicht meldet), hast mindestens zwei mal geschrieben dass du ihn hasst und ihm nicht verzeihen kannst für das was er dir angetan hat, dass dein Vertrauen in ihn gestört ist, dass du unglücklich und verletzt bist, dass du keine Versöhnung siehst und dass du es so nicht mehr aushältst. Was also willst du noch für einen Rat und Hilfe? Das sind alles Gründe die du selbst geschrieben hast und die sprechen alle eine ziemlich deutliche Sprache. Es ist das Beste, denn nicht wirklich er müsste sich ändern, sondern du. Du selbst bist din Problem. Mach`deine Therapie und vlt könnt ihr ja auf einer normalen freundschaftlichen Ebene befreundet bleiben.

Alles Gute für die Zukunft für jeden von euch.

Beitrag von sorry, in schwarz 13.12.09 - 01:33 Uhr

Was für ein toller Beitrag!

Beitrag von sniksnak 13.12.09 - 13:33 Uhr

Also ich denke (und das mag hart klingen), dass du nur auf dich und deine Bedürfnisse fixiert bist. Außerdem scheinst du dich auf der Diagnose "Depression" auszuruhen...!
Was für eine Art Therapie machst du? Gespräch? Verhalten??

Gleichzeitig beschwerst du dich, dass er in Selbstmitleid versinkt... Harte Worte!! Seine Mutter ist gerade gestorben. Hast du ihn irgendwie unterstützt? Selber kommst du aus deinem Selbstmitleid gar nicht raus - weil du ja Depressionen hast!
Du hasst ihn? Glückwunsch... Dann trenn dich. Das ist definitiv besser für ihn. Wieso sollte er sich bemühen, wenn du es nicht tust?

Trenn dich, das ist ja eh dein Vorhaben, und dann ist die Sache vom Tisch. Dann kannst du dich voll auf dich und deine Depression (oder Wahlweise auf die Therapie!!!) konzentrieren und sehen, dass du wieder auf die Füße kommst. Am besten bevor du wieder eine Beziehung eingehst.

Keine Ahnung ob das das ist, was du gerne lesen wolltest, aber das ist meine Meinung dazu... Bekomm deinen Hintern hoch. Es ist dein Leben!

sniksnak

Beitrag von abcd123.- 14.12.09 - 00:06 Uhr

Vielen lieben Dank für eure vielen Antworten.
Ich muss sagen, es ist doch ganz ratsam, mal eine Meinung von Außenstehenden zu hören. Nachdem ihr ja alle ziehmlich ähnlich wie mein Freund argumentiert habt, bin ich zu dem schluss gekommen, das er doch nicht so unrecht hat. (Ich habe schon überlegt, ob mein Freund sich einfach eingeloggt hat und unter einem anderen Nick geantwortet hat... weil es so treffend war!)
Im Übrigen scheint es mir wieder einmal so, dass alle das Problem erkannt haben, nur ich wieder mal nicht.
Ihr habt euch auch wirklich Mühe bei euren Antworten gegeben und überhaupt verdient es Respekt, dass ihr so einen langen Text euch angetan habt!!

Ich bin tatsächlich oft etwas auf mich bezogen, und kann mich generell schlecht in andere einfühlen oder deute Signale grundsätzlich gegen mich, obwohl derjenige z.B. nur müde ist.

Trotzdem hat mich das Verhalten meines Freundes doch so verletzt, das ich trotz euren vielen Antworten schon einen Brief zum Schluss machen geschrieben hatte.

Naja, eigentlich auch dafür, damit er gezwungen ist, sich zu melden. Darum bin ich eigentlich auch so agressiv und male mir aus, ihm z.B. ein Bein zu stellen, o.ä. wenn er mich ignoriert, weil er dann reagieren muss und mich nicht mehr übersehen kann. Ehrlich gesagt, ich hätte auch kein Problem damit, wenn er mich anschreit oder schlagen würde (tut er aber nie und würde er auch nie tun) weil ich mich dann wehren könnte. Gegen seine Nichtbeachtung kann ich mich aber nicht wehren, außer eben ich schreibe einen Brief und mache Schluss. Die Weihnachtsgeschenke und andere Sachen von ihm wollte ich mit diesem Brief vor seine Tür stellen.

Naja, also zum Glück kam dann doch noch heute Mittag meine Schwester vorbei und fragte mich, was mit mir los sei (weil ich ja immer so schlecht drauf bin und was letzten Sonntag war) und sie legte mir auch Nahe, meinen Freund zu verstehen und es aus seiner Sicht zu sehen und riet mir dringend davon ab, mit ihm Schluss zu machen, sondern mich stattdessen endlich mal bei ihm zu melden.
Das habe ich dann schweren Herzens getan und er hat auch gleich zurückgesmst dass er mich sehr gerne sehen will und sich freut mich wieder zu sehen.
Ich hab den Schlussmach brief dann versteckt.
Vorhin haben wir uns dann getroffen und nochmal über alles geredet. Er hat sich auch gleich entschuldigt und ihm tut alles sehr leid und er liebt mich und kann sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen.
Ich fand auch sehr schön dass er wieder für mich da war und mir seine Liebe zeigte aber trotzdem habe ich den Eindruck dass meine Gefühle für ihn schonmal stärker waren. Das kann aber auch an Medikamenten liegen oder im Vergleich mit der ersten Verliebtheit.
Er sagt es verletzt ihn sehr, dass ich ihn nicht lieben/akzeptieren kann, so wie er ist und ich immer versuche ihn umzustimmen oder zu ändern. Das stimmt auch. Er dagegen unterstützt mich bei allem was ich mache, und äußert eher selten Kritik an mir (obwohl ich ihm so auch nie einen Gefallen machen kann oder etwas ihm zuliebe tun kann, weil ihm ist es immer egal, ob ich zu ihm komme oder daheim bleibe, denn ich soll es so machen, wie es für mich einfacher ist. Er will mir nichts vorschreiben. Oft hätte ich aber lieber etwas mehr "Druck" und "Macho".)

Fazit: Wir haben uns vorgenommen, dass ich wenn er sauer ist und mich ignoriert auf ihn einen Schritt zumache und umarme o.ä., damit er sich erinnert, wie sehr es mich verletzt, wenn er mich nicht beachtet.
Er versucht mir zu sagen, wenn er sauer ist und nicht sich beleidigt wegzudrehen, weil ich das sonst so leicht falsch auffasse. Und ich will versuchen, nicht immer so negativ von ihm zu denken. (Ich denke, er will extra von mir weg - hat keine Lust mit mir zu reden- findet mich generell blöd - liebt mich nicht mehr dabei ist er meist nur kurzzeitig genervt von mir.)

Im Übrigen denke ich schon, dass unsere Beziehung noch Hoffnung hat. Meine Aggressivität gegen ihn (oder hauptsächlich gegen sein Verhalten) ist schon so gut wie verpufft und irgendwie hängen wir auch sehr stark aneinander, dass wir beide unter einer Trennung leiden würden. Außerdem liebt er mich sehr und ich ihn ja eigentlich auch. Er ist auch mein erster Freund und eigentlich haben wir ja auch eine gemeinsame Zukunft geplant und auch schon eine relativ lange schwierige Vergangenheit gemeinsam bewältigt.
Aber vielen Dank für eure guten Ratschläge und ich werde euch auf dem laufenden halten, falls es wieder Probleme gibt! (die bleiben leider wohl nicht aus...)






Beitrag von luka22 14.12.09 - 19:21 Uhr

Liebe Schreiberin,

du bist noch sehr jung und ich finde es absolut richtig, dass du noch nicht mit deinem Freund zusammen ziehst. Ich hatte auch lange depressive Phasen und Panikattacken. Immer habe ich gehofft, verlangt, dass mein Partner für mich da ist, mir Halt gibt, mich stützt. Das hat er auch am Anfang gemacht. Aber irgendwann war es ihm einfach nur egal, wie es mir geht. Er hat keine Rücksicht auf meine Gefühle genommen. Damals war er für mich ein charakterloses Schwein und ich hätte mich am liebsten scheiden lassen, wenn wir nicht schon Kinder gehabt hätten. Heute (nach 10 Jahren) weiß ich, wie wichtig das für mich war. Ich musste erwachsen werden, ich musste lernen, mir selber Halt zu geben, denn mein Mann hatte das nicht mehr für mich übernommen. Ich musste auf meinen seelischen Krückstock verzichten. Es war ein langer Prozess, der mich unglaublich stark gemacht hat. Seit dieser Zwangstherapie durch meinen Göttergatten hatte ich auch komischerweise keine depressive Phasen oder Angsattacken, denn ich habe gelernt, dass nur ICH für meine Psyche verantwortlich bin - nicht mein Mann. Ich habe gelernt, selber damit klarzukommen, wenn es mir gerade mal nicht so gut geht. Ich bin sensibel, wenn sich wieder so ein "Schub" ankündigt und ich gebe mich nun nicht mehr leidenschaftlich diesem selbstzerstörerischem Gefühl hin, sondern ersticke es im Keim.
So einen Weg hast du noch vor dir und dein Freund merkt wahrscheinlich, dass du das erst einmal alleine hinkriegen musst.

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von abcd123.- 21.12.09 - 21:53 Uhr

Hallo Luka,
vielen dank für deine offene Antwort. Ja, was du schreibst kommt mir schon irgendwie bekannt vor. Ich mache wirklich meist andere Umstände für meine Gefühle verantwortlich, dabei sollte ich ja eigentlich ganz alleine mein Psyche im Griff haben, und eigentlich muss ja Ich über mein Leben entscheiden und das kann ja auch kein anderer für mich machen, dass ich mich besser fühle.
Ich habe mir fest vorgenommen, an mir zu arbeiten und nicht immer alles auf meinem Freund abzuladen.
Viele liebe grüße und danke für die guten Hinweise.