Ernst oder doch nicht???

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von !"hilfe 13.12.09 - 14:55 Uhr

Meine Geschichte ist etwas kompliziert..Ich hoffe ihr versteht es ...
Also ich habe mich vor längerem von meinem Partner getrennt. Ich habe jemand anderen kennengelernt. Er sagte mir von Anfang an das er verheiratet ist. Also ehrlichkeit steht ganz oben. Nun verhält es sich so das seine Frau krank ist und sterben wird,. Er wird bis zum Schluss bei ihr sein, will mich aber haben. Also danach dann. Ich weiss das es keine Lügengeschichte ist, kenne mittlerweile einige Familienmitglieder von ihm und auch Freunde und alle sagen das. Er stellt mich bei seinen Geschwistern auch als seine Freundin vor.
Verurteilt mich nicht, ich fühle mich nicht gut wegen der Frau aber ich weiss es zu schäzuen das er so zu ihr steht.
ER ruft immer an bei mir, ER schreibt mir SMS usw, ich renne ihm nicht nach.
Hat das eine Zukunft?Ich bin so durcheinander. Ich will diesen Mann, unbedingt...
Danke fürs lesen

Beitrag von !"hilfe 13.12.09 - 14:57 Uhr

ach ja und er sagt immer wie sehr er sich verschossen hat. Er würde alles für mich tun usw. (Fand ich noch wichtig zu schreiben)

Beitrag von siomi 13.12.09 - 16:31 Uhr


Vorrausgesetzt die Story mit der sterbenden Frau stimmt wirklich... Wie fändest du es, wenn du in ihrer Situation wärst, dein Mann sich dir gegenüber so verhält und überall deine Nachfolgerin vorstellt?

Nee, von sowas würde ich die Finger lassen

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 17:14 Uhr

Absolut geschmacklos, was dein Freund da abzieht.

Beitrag von sniksnak 13.12.09 - 17:35 Uhr

Seh ich auch so... Die arme Frau. Doppelt und dreifach gekniffen. Alle wissen's, nur sie nicht... :-(

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 18:51 Uhr

Selbst wenn er seine Frau nicht mehr lieben sollte, hätte er soviel Anstand haben sollen, mit dem Vorstellen der Nachfolgerin zu warten.
Würde mich mal interessieren wie die Familie der Frau das aufgenommen hat.

Beitrag von deineantwort 13.12.09 - 18:27 Uhr

also ganz ehrlich. dein "freund" ist in mein augen ein riesen arschloch und du auch.

wie kann man einer totkranken frau so etwas hinterfotziges antun'?

versetzt dich mal in die lage seiner frau. so verlogen und krass muss man erst mal drauf sein! vielleicht zieht er ja mit dir das selbe ab, wenn du im sterben liegst #schock

#Er sagte mir von Anfang an das er verheiratet ist. Also ehrlichkeit steht ganz oben.#

aha EHRLICHKEIT wird bei euch also ganz groß geschrieben#klatsch

#Hat das eine Zukunft?#

hoffentlich nicht!
wenn man euch hat braucht man keine feinde mehr:-[

mehr habe ich nicht zu sagen#cool

Beitrag von schontraurig 13.12.09 - 18:52 Uhr



Du willst ihn? Dann nimm ihn dir. Warte halt noch ein bisschen, bis sie tot ist, und dann ist doch alles gut. Die "Freunde" wissen ja auch schon Bescheid, und sogar die Familie.

Für die Frau scheint es ein Segen zu sein, zu sterben, bei so einem Mann, bei solchen Freunden und in so einer Familie.

Sicher hat es eine Zukunft. Vielleicht nicht, wenn du mal sehr krank wirst. Aber sonst.....

ich wünsche dir mehr Glück, als es die Frau hatte.

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 19:06 Uhr

>>>Für die Frau scheint es ein Segen zu sein, zu sterben, bei so einem Mann, bei solchen Freunden und in so einer Familie. <<<

Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank? #klatsch

Beitrag von schontraurig 13.12.09 - 19:19 Uhr

nein, das war Ironie.

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 19:21 Uhr

Ironie geht anders.

Ich hatte gefragt: Sag mal, hast du noch alle Tassen im Schrank?

Deine Antwort: nein, ....

Beitrag von schontraurig 13.12.09 - 19:27 Uhr

richtig. Ich hatte auch noch nie alle Tassen im Schrank. Will ich auch gar nicht haben.

Dennoch war es Ironie. Eigentlich verstehst du die sonst auch immer #kratz aber egal, ich wollte jetzt nicht mit dir diskutieren, wie Ironie "geht".

Beitrag von lalelulilili 13.12.09 - 21:33 Uhr

Hallo,

natürlich kann diese Beziehung eine Zukunft haben. Das wird sich aber erst klären, wenn er die Belastungen der Krankheit und die Trauer um seine Frau verarbeitet hat.

Vielleicht braucht er zur Zeit einfach nur jemanden, der ihm wirklich zur Seite steht. Jemanden, der ihn nicht alleine lässt. Gerade weil er mit dieser Situation der tödlichen Krankheit einfach überfordert ist. In solchen Lebensphasen sucht man gerne einen anderen Menschen, der diesen Weg mit einem geht. Der einen entlastet. Der einem wirklich nah ist. Der einen in den Arm nimmt - vorbehaltlos. Oder auch andere Nähe zulässt.

Wenn Du ihn wirklich möchtest, magst, vielleicht sogar liebst, dann würde ich ihm genau in dieser Zeit eine gute Freundin sein wollen.

Was später kommt, wird man dann sehen.

Liebe Grüße
laleluli

Beitrag von lalelulilili 13.12.09 - 21:47 Uhr

ach ja - nur mal so noch als Gedanke:

Vielleicht weiß, ahnt, die Ehefrau ja sogar etwas: Weil er nicht mehr mit aller Panik und aller Bedrückung zu ihr kommt. Dass dadurch die Zeit mit ihr doch noch zur "Qualitätszeit" werden kann.

Kann es vielleicht auch etwas Tröstendes sein, einen Menschen, den man liebt, nicht in Verzweiflung alleine zu lassen? Dass man diesen Menschen in anderen liebenden Händen weiß.

Ich selbst könnte dann "in Ruhe" sterben. Ich weiß, er wird bei mir bis zu meinem Tod sein. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass es irgendwo einen Menschen gibt, der ihn wieder auffangen wird. Der seine Zukunft wird, die ich ja nicht mehr sein kann.

Es ist nur mein Gedanke. Den nicht jeder teilen muss.

Liebe Grüße

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 21:50 Uhr

Ein Gedanke, den du in schwarz schreiben musst, also nicht dahinter stehst?

Blödsinn, wie würde es dir gehen, wenn du sehr, sehr krank wärst, aber noch nicht im Sterben lägst...und dein Mann stellt seine Neue schon überall vor...wartend, dass er endlich deinen Sarg aussuchen kann...

Beitrag von lalelulilili 13.12.09 - 21:57 Uhr

natürlich stehe ich hinter dieser Meinung.

Aber: Jeder Mensch ist anders und hat andere Lebenserfahrungen.

Ich selbst habe keinen Ausschließlichkeits-Anspruch an meinen Partner.

Ich bin in meiner langen Ehe durch einige Krisen gestolpert. Der Partner kann einen nicht immer auffangen. Es ist einfach meine eigene Erkenntnis, dass es manche Menschen einfach überfordert. Meinen Parter oder auch mich. Je nach Situation.

Ich selbst hatte ein todkrankes Kind. Mein Partner konnte mich nicht auffangen. Jeder hat eigene außenstehende Menschen gesucht, um dieses Geschehen zu verarbeiten. Das war gut so. Nur so konnten wir weiter zusammen leben. "Alleine zusammen" wären wir vollständig gescheitert.

Wo soll Deiner Meinung dieser Mann mit seinen Gefühlen, der Panik hin? Ich halte es für recht "normal" sich in solchen Situationen andere Menschen zu suchen, die stabiler sind. (weil nicht oder nur am Rand involviert)

Liebe Grüße


Beitrag von gh1954 13.12.09 - 22:05 Uhr

Wo soll er mit der Panik hin??

ER ist nicht derjenige, der todkrank ist.

Wenn er Trost braucht bei einer anderen Frau, soll er, aber die "Nachfolgerin" schon offiziell in die Familie einführen?

Das ist einfach nur geschmacklos ohne Ende.

Es tut mir leid, dass dein Kind so krank ist, dass man da jede Hilfe und Unterstüzung braucht, verstehe ich.

Aber hier geht es um einen Ehepartner, der schon voezeitig "usgetauscht" wird.

Verzeih mir die harten Worte, aber würdest du deinem Kind zumuten, zu erfahren, dass du dir, woher auch immer, schon ein "Ersatzkind" besorgt hast, wenn dein Kind "endlich" tot ist???

Beitrag von lalelulilili 13.12.09 - 22:17 Uhr

Doch auch er ist "krank", bedürftig.

Das ist leider immer das Problem: Man vergisst die Menschen, die pflegen, die den Kranken beistehen, die die Todkranken begleiten. Welche Belastungen haben diese? Wie gehen sie damit um? Wie dürfen sie damit umgehen? Wie "gesellschaftskonform" ist das?

Auch diese Menschen sind bedürftig und haben nicht endlos Kraft. Sollen, müssen, wollen weiterleben. Wie und was taktvoll ist, muss jeder für sich und seinen Partner entscheiden. Was bedeutet Loyalität in der ein oder anderen Situation?

...und: Wir der Ehepartner "einfach" vorzeitig "ausgetauscht"? Ich denke, dass man das nicht so sehr vereinfacht sehen kann.

Man kann keine Menschen ersetzen. Weder Ehepartner noch Kinder.

Man kann doch nur neue Zukunftsperspektiven entwickeln. Mit anderen Menschen.

Wird hier ein Ehepartner "ersetzt" oder wird "einfach" ein Mensch, der einem nahe steht, der einen begleitet, gesucht? Welchen Stellenwert dieser Mensch haben wird, wird doch erst die Zeit zeigen. Wenn alle anderen Belastungen weg sind, wenn neue Zukunftspläne entwickelt werden können.

Aber ich denke, dass das an der Fragestellung der Threaderstellerin nun vorbei geht.

Grundsätzlich denke ich, dass diese Beziehung eine Chance hat, wenn alle Trauer verarbeitet ist.

Liebe Grüße

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 22:33 Uhr

>>>wenn alle Trauer verarbeitet ist.<<<

Verdammt, diese Frau LEBT noch,... und er stellt die Nachfolgerin überall vor, raffst du das nicht???
Er hat überhaupt kein Interesse an einer Wunderheilung, er ist schon anderweitig gebunden, seine sterbende Frau ist ihm egal.

Es geht nicht darum, dass ER Verständnis und Hilfe braucht, er hat seine sterbende Frau schon ersetzt, ganz offiziell..

Warum bekommen Männer immer alles Mitgefühl der Welt.??

Wäre der Todkranke ein Mann und die Frau hätte sich anders orientiert und würde ihren neuen Stecher überall bekanntmachen, sähe die "Verständnissituation" sicher ganz anders aus.



Beitrag von lalelulilili 13.12.09 - 22:44 Uhr

ja - ich "raffe" das.

Aber ich denke, wir Zwei sprechen aus sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Perspektiven.

Ich für mich, als Frau, würde genau das selbe Verhalten wahrscheinlich in Anspruch nehmen. Wie weit ich mit der Vorstellung im Familienkreis gehen würde, müsste ich sehen. Ob ich Verständnis für mein Verhalten bekommen würde, wäre mir egal. Denn ich weiß, dass ich es nicht noch einmal schaffen würde, eine solche Extrem-Situation alleine zu überstehen, zu überleben.

Ich denke auch nicht, dass die sterbende Frau diesem Mann egal ist. Er steht m.E. loyal zu ihr. Vielleicht liebt er sie sogar noch? Wer mag das zu beurteilen? Ist Liebe ausschließlich?

Wann fängt für Dich Trauer an? Darf man um ein Abschiednehmen nicht trauern? Darf man um eine unabänderliche Lebenssituation nicht trauern?

Ich wünsche Dir immer viele wahre Freunde und genug innere Stärke zur rechten Zeit, um die Krisen in Deinem Leben gut zu überleben.

Alles Liebe.

Beitrag von gh1954 13.12.09 - 23:01 Uhr

Es ist spät, ich habe mir deinen Beitrg jetzt nicht mehr soo genau durchgelesen.

Ich habe meinen Mann begleitet, Krebs, mir wäre es im Leben nicht eingefallen, jemanden im Familienkreis vorzustellen als Nachfolger.

Nach dem Tod meines Mannes HABE ich jemanden vorgestellt in der Familie , das konnte auch der Bruder meines verstorben Mannes akzeptieren... verstehst du nicht, wie Panne dieser "Ehemann" handelt?

Beitrag von windsbraut69 14.12.09 - 06:50 Uhr

Merkwürdige Definition von Loyalität, die noch lebende Ehefrau zu hintergehen und zu belügen.

Ob Liebe ausschließlich ist oder nicht, es scheint in dieser Beziehung nicht vereinbart zu sein, sie offen zu gestalten, sonst könnte die TE ja jetzt schon einziehen...

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 14.12.09 - 06:46 Uhr

"Wird hier ein Ehepartner "ersetzt" oder wird "einfach" ein Mensch, der einem nahe steht, der einen begleitet, gesucht? Welchen Stellenwert dieser Mensch haben wird, wird doch erst die Zeit zeigen. Wenn alle anderen Belastungen weg sind, wenn neue Zukunftspläne entwickelt werden "

Das scheint er anders zu sehen, sonst würde er die TE ja nicht im kompletten Umfeld als seine neue Freundin vorstellen.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 14.12.09 - 06:48 Uhr

"Grundsätzlich denke ich, dass diese Beziehung eine Chance hat, wenn alle Trauer verarbeitet ist. "

Das ist nicht ganz korrekt - erst muß die Ehefrau noch sterben, um der neuen Partnerschaft den Weg zu ebnen.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 14.12.09 - 06:42 Uhr

Du weißt es zu schätzen, dass er zu ihr steht?

Er hat nicht mal den Anstand, ihr entwede reinen Wein einzuschenken oder sich die Geschichte nebenbei zu verkneifen.
Wie würdest Du Dich fühlen,wenn Dein Mann praktisch schon Deine Nachfolgerin parat hat, bevor Du überhaupt gestorben bist???

Ehrlichkeit ist was anderes und Charakter auch.

Gruß,

W

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