nur Krise oder Ehe am Ende?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nichtweiterweiß 13.12.09 - 19:49 Uhr

13 Jahre bin ich jetzt mit meinem Mann zusammen, davon 5 verheiratet. Wir haben zwei Kinder.
Vor 4 Jahren hatten wir schon mal eine schlimmer Krise. Unter anderem war auch ein anderer Mann im Spiel, der mir schon damals das gab, was mein Mann mir nie geben konnte (Zärtlichkeiten, Gefühl, Anerkennung etc..). Damals hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich meine Mann nicht wirklich mehr liebe. Aber wir haben uns wieder aufgerafft, hart für unsere Ehe gekämpft und das "alte" Gefühl war irgendwann wieder da. Ich hatte ihn wieder lieb gewonnen, schätzte ihn, liebte ihn. Wir haben sogar noch ein Kind zusammen bekommen. Alles schien fast wieder perfekt.
Seitdem nun unser Sohn (9 Monate) auf der Welt ist, verlier ich wieder den Boden unter den Füßen.
Zwei große Einschnitte in unserem beruflichen Leben, haben mich wieder aus der Bahn geworfen. Die Erziehung der Kinder und der Hauhalt wachsen mir über den Kopf. Mein Mann ist allmählich auch wieder seinen alten "Mustern" treu geworden: Gefühlskalt, Zärtlichkeiten gibt es nur wenn er Sex möchte (und das will er oft!), er hängt nur vor seinem PC (hat beruflich damit zu tun, aber er könnte auch einfach mal abschalten....), und ich verfalle allmählich wieder meinen Gedanken wie es wohl alles mit einem anderen Mann wäre, oder alleine. Ob ich dann nicht besser dran wäre. #schmoll
Er ist aus unserem Freundeskreis der zuverlässigste, treuste und bodenständigste Mann, und das versuche ich mir auch immer vor Augen zu halten, und mich glücklich zu schätzen, dass ich ihn habe. Aber dann denke ich wieder "dürfen nur die frauen unglücklich sein in ihrer ehe, die geschlagen oder gedemütigt werden?" Er ist ein liebevoller und toller Vater, aber als Ehemann hat er in meinen Augen - sorry, wenn das hart klingt - versagt.
Ich kann zur Zeit nicht mehr normal mit ihm reden. Ständig motze ich ihn an, alles stört mich an ihm. Ich habe keine Lust mit ihm intim zu werden. Stelle mir die ganze Zeit vor, wie es wäre mit anderen Männern zu schlafen, träume sogar davon. Frage mich, wie eine Beziehung zu einem anderen wäre. Und ein ganz krasser Gedanke kam mir vergangene Woche beim Grübeln: ich würde ihn zur Zeit gegen jeden andern Mann eintauschen, der nur eine Eigenschaft besser als er hätte #schmoll .

danke für´s zuhören

Beitrag von helpyou 13.12.09 - 20:04 Uhr

lass dich #liebdrueck

ich denke, dass du mit dir selbst eher unzufrieden bist.kann es sein, dass du dich als "nur" hausfrau und mutter nicht mehr wohl fühlst?

dafür brauch man sich nicht schämen. vielleicht geht es DIR besser, wenn du wieder halbtags arbeitest. du wieder was für DICH tust und nicht nur hausfrau und mutter bist.

nach 13 jahren kann schon mal die luft draußen sein aber ihr habt doch schon so viel zusammen erlebt und GEMEINSAM bewältigt.

möchtest du das alles beenden und wirklich lieber alleine sein?

ich wünsche dir alles gute

Beitrag von chris35 13.12.09 - 20:37 Uhr

Kannst Dich ja mal per VK bei mir melden ;-)

Beitrag von ichkenndas 13.12.09 - 22:12 Uhr

Hallo,

wenn ich ehrlich sein soll hört sich deine Story an wie meine....nur mit ein paar kleinen Unterschieden...

Erstens sind wir nur 2 Jahre verheiratet und 6 Jahre zusammen und zweitens hab ich noch keinen anderen Mann gehabt...


ABER diese ganzen Sachen die du beschrieben hast , könnten von mir sein!

Er ist jetzt grad in Kur seit fast 3 Wochen und jetzt fange ich an ihn zu vemrissen und mich auch wieder sehr auf ihn zu freuen auch auf den Sex usw...aber ich hab Angst das auch er wieder anfängt mit seiner "nicht anerkennung" seinem Trübsaal geblase und seinem Gezicke so das ich auch wieder zickig werde und mir meine Gedanken mache!


Liebe Grüße J.

Beitrag von ich bin du 13.12.09 - 23:30 Uhr

Liest sich fast wie meine "Geschichte", außer, das wir noch nicht ganz so lange verheiratet sind (8 Jahre) und auch noch kein andrer mit im Spiel war.

Ehrlich, wenn ich das so lese glaube ich, das es ganz normal ist, ab und zu so zu empfinden in einer Partnerschaft. Zumindest in einer die schon länger besteht!

Würde dir über kurz oder lang wohl mit jedem Mann ähnlich gehen.

Also, ICH bleibe bei meinem Mann. Und versuche mich zu bemühen mal wieder "Verliebtheit" herzustellen.

alles gute

Beitrag von Naja. 14.12.09 - 11:36 Uhr

Hallo,

naja, ich glaube leider, dass Deine Beschreibung auf sehr viele Ehen und längere Beziehungen zutrifft; vielleicht bringen die vielen Jahre des Zusammenseins und der ständige Alltag so eine traurige Entwicklung mit sich.

Es ist halt die Frage, wieviel man sich selbst von seinem Leben, seinem Partner und seinem Liebesleben erhofft. Es gibt sicher genug Frauen, die jahrelang durchhalten, eigentlich kreuzunglücklich sind und nur wegen der Kinder zusammenbleiben. Das Problem ist nur, dass man womöglich irgendwann die Augen aufschlägt, zum Beispiel, wenn die Kinder dann ausziehen, und erkennt, dass man seine besten Jahre sinnlos vergeudet hat und es für einen Neustart fast zu spät ist. Dazu kommt ja auch noch, dass man sich, solange die Kinder im Haus und man als Frau ausgelastet, einreden kann, es sei alles in bester Ordnung. Aber irgendwann geht es nicht mehr und dann kommt das bittere Erwachen.

Ob man bei Euch nun gerade von Liebe sprechen kann, ich weiß nicht. Für mich klingt Deine Beschreibung schon nach Gewohnheit, und weder Dein Mann noch Du scheinen allzu sehr verliebt zu sein. Aber gut, auch dass kann eine Basis für eine Ehe sein, wenn es auch nicht sehr romantisch ist. Ihr habt viel gemeinsam erlebt; das habe ich zwar auch mit meiner besten Freundin ;-), aber es schafft immerhin eine gewisse Bindung. Ein neuer Partner bringt immer erst einmal Action und Aufregung in´s Leben. Ob man das will? Einfach jahrelang weiterzumachen wie bisher ist sicher einfacher und bequemer.

Erschreckend finde ich, dass Du selbst schon eine Affäre mit einem anderen Mann hattest und das offenbar gerade ein Jahr nach Eurer Hochzeit. Von daher würde ich persönlich die Ehe als gescheitert betrachten, auch wenn Ihr Euch zwischendurch wieder versöhnt hattet. Auch mit Deiner Liebe ist es damit nämlich nicht so weit her, sorry; sonst wäre es dazu nicht gekommen und das solltest Du Dir wohl auch ehrlich eingestehen. Aber gut, soll ja auch vorkommen und man soll ja nie die Flinte in´s Korn werfen.

Es gibt ja genug Frauen, die heimlich Affären haben und darauf auch noch stolz sind. Da kommt es wieder darauf an, was für ein Typ Du selbst bist. Für mich wäre das nichts und ich würde mit meinem Mann an Deiner Stelle mal Tacheles reden. So geht es halt nicht weiter!

Aber schuld ist auch nicht nur er. Für mich klingst Du ziemlich unglücklich und gefrustet. Es wird die Situation sicher verbessern, wenn Du Dir den einen oder anderen Tag nur für Dich Zeit nimmst, die Kinder von mir aus zur Oma oder sonstwo hin bringst, und Dir über DICH Gedanken machst: was Du willst, wer Du bist, wie Du Dir Deine Zukunft vorstellst und wie Du dies auch umsetzen kannst! Denn wenn Du Deinen Mann nur anmotzt, wie Du selbst schreibst, glaube ich gerne, dass er irgendwann auch keine Lust mehr auf Dich hat und lieber am PC sitzt. Das ist dann aber schon Dein Verdienst...

Du machst auch ein bißchen den Fehler, andere Männer anzuhimmeln glaube ich. Hattest Du denn vor Deinem Mann schon andere längere Beziehungen? Der tollste Hengst kocht auch nur mit Wasser, das kannst Du mir glauben ;-)! Und wer weiß, was Dich in seinen Untiefen für Vorlieben oder Macken erwarten würden!? Oder, was er von Dir erwarten, oder wie er sich nach einem halben Jahr Dir gegenüber verhalten würde? Aus der Ferne betrachtet, oder in einer Affäre, sieht immer alles toll aus!

Sei ein wenig zufriedener mit dem, was Du hast und versuche etwas daraus zu machen! Und weniger die Schuld allen anderen zu geben... ;-)