Er findet keine Freunde in seiner Klasse... weswegen?

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Beitrag von pittjes 14.12.09 - 11:48 Uhr

Hallo,

mein Sohn (8) ist im Jan. d. J. in die erste Klasse zurückgesetzt worden. Er ist also nun fast ein Jahr in seiner "neuen" Klasse. Leider findet er dort überhaupt keine Freunde. Er spielt in den Pausen lieber mit denen aus seiner "alten" Klasse, aber diese Kontakte sind auch nur auf die Pausen beschränkt, nachmittags verabredet er sich mit denen auch kaum noch. Ist ja wohl auch normal, der Lauf der Zeit, nehme ich an.

In seiner neuen Klasse sind so zwei, drei Kinder, mit denen hat er sich dann mal wechselseitig verabredet nachmittags, aber daraus ist nichts geworden. Er findet die nicht alle doof oder so, aber anscheinend findet niemanden so richtig nett, als dass er sich mit ihnen verabreden möchte - bis auf einen Jungen. Aber der "hat nie Zeit".

Nun ist die Situation so, dass mein Sohn seit Frühling d. J. doll erkrankt ist und wir sehr oft im Krankenhaus lagen, er hat also sowieso mal viel Schule verpasst, aber leider auch ausgerechnet alle Gemeinschaftsveranstaltungen der Klasse. Kein Ausflug, keine Feier, nichts. Leider. Und das schweißt ja auch zusammen. Er ist an Epilepsie erkrankt und ich habe irgendwie das Gefühl, als wenn das anderen Eltern auch nicht geheuer ist. Eine Mutter sagte z. B. mal: "Die beiden können gern zusammen spielen, aber nur bei euch. Sonst ist mir das zu gefährlich." Ich finds auch sehr schade, dass überhaupt keiner mal nachfragt, wenn er lange nicht in der Schule ist. Wir hatten es jetzt zum allerersten Mal, dass zwei Jungen aus der Klasse Briefe ins Krankenhaus "geschickt" haben.

Ich überrede ihn manchmal, einfach mal irgendein Kind einzuladen und dann mal zu gucken, ob das "nett" ist, aber das bringt es irgendwie auch nicht. Nun hat er bald Geburtstag und er weiß kaum, welche Kinder er einladen könnte. Ich will auch nicht, dass er Kinder einlädt, mit denen er vorher noch nie mal gespielt hat - oder ist das wiederum blöd von mir?

Ich find die ganze Situation sehr verzwickt und traurig für ihn. Er hat gern Freunde und ist auch gesellig und unternehmungslustig und wenn er "gute Zeiten" hat, dann ist er auch total uneingeschränkt und für allen Blödsinn bereit.

Hm, was sagt ihr zu diesem Dilemma?

Viele Grüße
Iris

Beitrag von sweety03 14.12.09 - 12:03 Uhr

Hallo,

ich kann mir schon vorstellen, dass die Krankheit Deines Sohnes Unsicherheit bei den Eltern und ggf. auch bei den Kindern erzeugt, auch wenn die Aussage der Mutter natürlich etwas hart ist, aber ich würde da ganz offen mit umgehen und die Mütter entsprechend aufklären und ihnen vielleicht auch die Unsicherheit nehmen. Ist die Klassenlehrerin involviert? Evtl. würde ich mit ihr das Gespräch mal suchen und sie bitten, ein Auge darauf zu haben, dass Dein Sohn mehr in die Klassengemeinschaft eingebunden wird.
Im übrigen finde ich diese Gratwanderung, wie weit man sich bei der Freundessuche als Mutter einbringen sollte, recht schwer. Meine Tochter (6 J., 1. Klasse) ist sehr ruhig und von Haus aus ein Eigenbrötler. Sie hat 2 Mädchen in der Klasse, mit denen sie recht regelmässig spielt, aber das würde ich jetzt nicht als dicke Freundschaft bezeichnen. Ich lasse sie da mittlerweile ganz in Ruhe und versuche nicht, sie ständig mit anderen Kindern zu verabreden. Ich habe das eine Zeit gemacht und bekam die Quittung von ihr: Sie fühlte sich unter Druck gesetzt und war sauer auf mich.
Macht er denn Sport im Verein? Eventuell lassen sich das weitere Kontakte knüpfen. Und warum sollte er keine Kinder zum Geburtstag einladen, mit denen er bislang nicht gespielt hat? Vielleicht ergibt sich dann ein neuer Kontakt?

Sweety

Beitrag von hippychick 14.12.09 - 13:16 Uhr

Hallo

ich wuerde mich auch mal mit der lehrerin kurzschliessen.
vielleicht kann sie eine aufklaerungsstunde machen (zb wenn dein sohn mal wieder krank ist, das als anlass nehmen ums zu erklaeren), sowohl mit den kindern als auch den eltern (bei einem elternabend, kurzen infobrief nachhause oder so)
oft waere es den kindern ja egal, aber dann wird zuhause was gesagt und schon trauen sie sich nicht mehr.

ich haette wahrscheinlich auch etwas angst, wenn einer der freunde meiner jungs epilepsie haette. ich hab zwar einen kinder-erste-hilfe-kurs gemacht und weiss grob was bei epilepsie zu tun waere, aber angst haette ich doch. (was nicht heisst, dass dein junge nicht zu uns kommen duerfte, aber ich haette glaub ich gern von dir infos, was zu tun ist, wie schlimm es ist etc)

so und generell zu freunden...die findet man irgendwann, da kann man nichts zwingen, irgendwann kommt wer, den mag er und dann klappt das alles. da wuerd ich mich raushalten (auch wenns schwer ist;-))

alles gute hippy