Demenzkranke Schwiegermutter u. Schwiegervater sehr anstrengend

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von judith81 14.12.09 - 15:10 Uhr

Seit einer Woche bestätigte mir mein Verdacht nun ein Psychiater, Schwiegermutter ist dement.
Mir macht das schwer zu schaffen. Schwiegervater lebt noch, aber ist mit vielem Überfordert /Wäsche waschen, kochen. Mein Mann arbeitet, ist außer HAus tägl. von 7 - 17:30 Uhr. Wir haben zwei kleine Kinder, Johanna wird bald 2, Jonathan 4 Monate. Und jetzt ist Schwiegermutter dement. Tägl. kommt sie mit etwas, das sie nicht mehr kann. Heute kam sie mit ihrem Blutdruckmessgerät nicht zurecht, Schwiegervater machts ich nicht die Mühe es hinzubekommen - denn ich, bin ja Krankenschwester, also muss ich dies machen. Er hat so eine Anspruchshaltung mir gegenüber, ehrlich mich macht das fertig. Ich habe eigentl. mit meinen 2 Kleinen und meine Haushalt genug zu tun. Unterstützen würde ich ihn schon bei der Pflege von schwiegermutter, aber alles, seh ich nicht ein, dass ich mir aufhalse. Was soll ich tun?
Mich macht das so fertig. Wir wohnen im selben Haus, das steht noch auf dem Namen meiner Schwiegermutter. Wird das drauf gehen, wenn sie ins Heim müsste? Sicherlich, oder? Wer weiß das?
LG
Judith

Beitrag von huddelduddeldei 14.12.09 - 15:55 Uhr

Wir wohnen auch im Haus meiner Schwiegermutter... Ich habe bevor wir eingezogen sind ganz klipp und klar betont (auch bei SchwiMU selbst und bei seinen Brüdern), dass ich, wenn ich wegen der Kinderbetreuung daheim sein sollte nicht davor aufkomme, SchwiMu zu pflegen und das auch von Anfang an nicht von mir erwartet wird. In einem solchen Fall würde ein Pflegedienst eingeschaltet werde oder sie müsste in ein Heim.

Ich habe auch kein schlechtes Gewissen deswegen. Ich kann sowas einfach nicht und sehe das auch nicht ein, meine Schwägerinnen, die alle weiter weg wohnen machen sich ein schönes Leben und ich kann die SchwiMu pflegen, weil wir jetzt netterweise das Haus übernommen haben, weil sie es sonst hätte verkaufen müssen, weil es für sie alleine nicht mehr tragbar gewesen wäre... ne ne! Soweit lassen wir es gar nicht kommen!

Beitrag von judith81 15.12.09 - 08:20 Uhr

Gegen "Nur" pflegen hätte ich ja nichts, aber momentan mit 2 Kleinen Kindern (fast 4 Monate und fast 23 Monate) ist es nicht möglich, v.a. nicht noch Kochen und Putzen auch noch. Was mich vorallem ärgert ist Schwiegervaters Verhalten. Gestern kam Schwiegermutter zu mir "Das BLutdruckmessgerät geht nicht!", ich sah nach, funktionierte top - sie wusste also wieder mal nicht, wie man es bedient. Also holte ich Schwiegervater dazu - er kann das ja auch überwachen. Erklärte beiden wie es geht - um das Handgelenkt herum und auf Start drücken ...mehr ist es ja nicht. Da sagt mein Schwiegervater "wenn du einmal am Tag runter kommst (wir wohnen im 1. Stock, sie im EG), dann kannst du danach ja shcauen!" ....ich awr sooo sauer. Ich sagte dann "Klaus, ich komme nicht tägl. frühs runter. Ich habe 2 kleine Kinder, die müsste ich jedesmal mitnehmen, d.h. anziehen, da es im Treppenhaus saukalt ist, unten in ihrer Wohnung heiß, abgesehen davon, kann ich Jonathan nicht tragen und gleichzeitig Johanna an der Hand die Treppe runter führen (kann die Treppe noch nicht allein, weil das Geländer so scheiße innen angebracht ist, wo die Stufen sauschmal sin)!" er guckte mich nur blöd an, weil ich ihm meine Meinung sagte, dann fügte ich noch dazu "du wirst doch nach dem Frühstück beim Blutdruckmessen schauen können" und dann ging ich wieder hoch. Am Abend hatt er sich bei meinem Mann über mich beschwert, wie frech ich gewesen wäre. Mein Mann machte mir zum Glück keinen Vorwurf.
Um 22 Uhr schlief meine 2 Kids schon längst, dann kreischt Schwiegervater laut nach einer sch.. Katze "Fritz", das hörte man von vorn bis hinten und zack war unser Kleiner wach und schrie. Und ich war stinksauer, ständig wird der Kleine geweckt, wiel die scheiß Katzen wichtiger zu scheinen seinen!
LG
Judith

Beitrag von huddelduddeldei 15.12.09 - 11:42 Uhr

Ich sag´ ja: Klär das mit deinem Mann, sag´ ihm, dass du das nicht tun möchtest, weil du einfach keine Zeit dafür hast für jeden kleinen Pups nach unten zu rennen und du nicht dafür verantwortlich bist, dich um deine Schwiegereltern zu kümmern und lass ihn die Sache klären. Die Wohnsituation ist bei uns haargenau die gleiche...

Und wie gesagt: Ich würde das nicht einsehen. Unser Kind ist noch nicht auf der Welt und ich habe trotzdem keine Lust mich jeden Tag unten bei SchwiMu blicken zu lassen und mir ihre wehwehchen anzuhören. Hab selber genug um die Ohren und mit Kind wird das ja auch nicht weniger.

Für sowas hab ich echt kein Verständnis. Sollen doch froh sein, dass ihr mit im Haus seid, sie die Kinder regelmäßig sehen und ihr euch wahrscheinlich (so wie wir) um die "Großen" Sachen kümmert, wie Garten im Schuss halten, Haus streichen, Dachrinne neu machen, etc. kümmert und die Hütte nicht verfällt.

Ich muss dazu sagen, dass ich echt anfangs dagegen war, in das Haus einzuziehen und habe meinem Freund die Entscheidung überlassen mit dem Hinweis, dass ich auf jeden Fall hinter ihm stehe und "gucke", wie es klappt. Wenn ich, wenn ich daheim bin den ganzen Tag für seine Mutter verantwortlich bin (fahr mich mal da hin, kann ich mit dir frühstücken, bin doch morgens allein, helf mir mal hier, mach mir mal das) und mir das zu viel wird, dann kann ich nur hoffen, dass er dann auch hinter meiner Entscheidung steht, da wieder auszuziehen.... Mal sehen, was noch kommt! Aber ich habe von Anfang an Klartext gesprochen und gesagt, wie der Hase läuft... auch in Anwesenheit von SchwiMu.

Beitrag von windsbraut69 14.12.09 - 16:36 Uhr

Ja, wenn sie das Heim nicht von ihrer Rente zahlen kann, wird wohl über kurz oder lang auch das Haus dran glauben müssen.

Gruß,

W

Beitrag von judith81 15.12.09 - 08:21 Uhr

Das ist momentan meine größte Angst. Werde nun versuchen, dass das Haus dann langsam daoch mal auf meinen MAnn geschrieben wird ...schließlich will ich mit meiner Fam. nicht auf der STraße stehen.
LG

Beitrag von king.with.deckchair 15.12.09 - 12:01 Uhr

Schön. Schwiegermutter wird dement, ab ins Heim mit ihr (bis zu einem gewissen Punkt hast du da durchaus mein Verständnis) - aber für Heimkosten soll bitte der Staat herhalten oder wie?

Daraus wird nur "leider" nichts. Schenkungen kann man 10 Jahre lang rückgängig machen, wenn der Schenkende bedürftig wird - das geht auch von Amts wegen.

http://www.erbrecht-verstaendlich.de/schenkung/sozialamt.php

Beitrag von leiahenny 14.12.09 - 16:38 Uhr

Hol Dir bei der AWO oder Caritas Hilfe.
Alleine wirst Du das nicht lange schaffen.

Informiere dich dort über den erweiterten Betreuungsbedarf bei Demenz, welcher die Möglichkeit gibt, dass zum Beispiel ein Helfer einmal die Woche kommt und diese Kosten von der Krankenkasse getragen werden.

Alles gute

Beitrag von judith81 15.12.09 - 08:22 Uhr

Danke,
daran habe ich auch schon gedacht. Aber wäre es nicht eigentl. die Aufgabe von Schwiegervater? Es ist schließlch seine Frau! Aber ihn scheint das nicht so zu belasten, wie mich.
LG

Beitrag von leiahenny 15.12.09 - 12:02 Uhr

Hm - da es dich belastet , solltest Du auch dich darum kümmern.

Beitrag von petra1982 15.12.09 - 06:55 Uhr

Hallo meine oma wurde auch dement allerdings erst nach opas tod. Am Anfang haben sich alle abgewechselt um nach Oma zu sehen. Mittlerweile wohnt eine frau aus polen bei ihr die sie ganztagsbetreut. Kostet allerdings etwas aber nicht soviel wie wenn es eine deutsche pflegekraft macht. informiert euch mal falls es finanziell möglich ist