Meine Freundin hat einen Zwitter bekommen :-(

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Beitrag von julie1985 14.12.09 - 22:30 Uhr

Hallo..

Oh man meine arme Freundin tut mir so wahnsinnig leid :-(

Ihr wurde in der SS von ganz vielen Ärzten versichert, dass sie ein Mädchen bekommt.. sie hat alles sehr süß eingerichtet ..fast alles in rosa..
Naja jetzt ist ihre "Tochter" per Kaiserschnitt geholt worden, da sie auch noch ne SS-Vergiftung hatte und plötzlich sagt der Arzt : Herzlichen Glückwunsch zu ihrem Sohn!"#schock

Das wäre ja alles nicht so schlimm, die Sachen kann man ja umtauschen..aaaber..
der Kleine hat zwar Hoden, aber nur einen verkrümmten Penis, der nach "Innen gewachsen ist" und deshalb dachten die Ärzte 100% es sei ein Mädchen..dann hat er die Harnröhre viel zu weit hinten und das schlimmste: ER hat ne Gebärmutter #kratz
Oh man die arme ist total fertig und tut mir einfach nur wahnsinnig leid...

Beitrag von modest8 14.12.09 - 22:34 Uhr

hallo julie1985,

das ist sicher in erster linie ein schock für alle, aber sag dir immer es gibt schlimmeres. was haben dir ärzte gemeint bildet sich eins von beiden zurück oder wird alles so bleiben und der/die kleine muß selbst entscheiden wie es weitergeht wenn er/sie alt genug ist?

und welchen namen hat das kind? blöde frage ich weiß aber ich wäre glaube in der zwickmühle mädchen oder jungenname?? wie erziehen usw.

lg modest8

Beitrag von julie1985 14.12.09 - 22:42 Uhr

Also er heist Maximillian..

Naja sie meinte, der kleine muss beim schönheitschirurgen operiert werden und der penis muss "richtig gestellt" werden.. leider wird der kleine aber nie zeugungsfähig sein weil er auch irgendwie keine samenleiter hat.. naja sie muss jetzt bald zu nem spezialisten, der sich mit diesem chromosomendefekt auskennt..
schlimm sowas :-(

Beitrag von schullek 14.12.09 - 22:48 Uhr

sihe meine antwort weiter unten. deine freundin sollte bloß nicht, um normalität (eine falsche meiner meinung nach) zu erzeugen, das kind operieren lassen. vor allem nicht so vorschnell!
niemand kann 100%, nicht mal annähernd, sagen, dass sich das kind hormonell mit der pubertät zu einem jungen entwickeln wird. bzw. mann. was ist biotte, wenn sie k´jetzt nen jungen draus machen und am ende, will er eine frau sein! besser gesagt, fühlt sich absolut als frau.

Beitrag von mysterya 14.12.09 - 23:01 Uhr

ähm genau das würde ich auf keinen Fall machen. Ihr wisst nicht was für hormone in der pubertät freigesetzt werden.

Beitrag von modest8 14.12.09 - 23:04 Uhr

ich stimme euch da vollkommen zu! ich glaube ich würde es auch nicht machen lassen.

Beitrag von schullek 14.12.09 - 22:46 Uhr

hallo,

sowas kommt viel häufiger vor, als man denken würde. leider.
aber gaaaaanz wichtig für deine freundin ist jetzt:

ruhe bewahren. das kind ist ihr kind, egal, ob es jetzt junge oder mädel ist. sie braucht menschen, die zu ihr stehen udn das kind nromal behandeln. ein psychologe wird ihr hoffentlich bereits jetzt zur seite gestellt.

f+r die zukunft ist es entscheident, dass sich die familie gut beraten lässt und nicht nur einseitig. leider wurden diese kinder noch in der jüngeren vergangenheit, teils ohne wissen der eltern, operiert und zu einem jungen oder mädchen 'gemacht' gesetzlich ist da wneig zu befürchten, da in dl njach glaube 7 tagen ein geschlecht festehen sollte. ist gesetzlich so verankert.
das schlimme an diesen op's ist aber, dass nicht eindeutig gesagt werden kann, in welche richtung sich das kind mit beginn der pubertät entwickeln wird und dann am ende in einem mädelkörper als junge oder umgekehrt steckt.
deshalb würde ich an deren stelle keiner op, die geschlechtstypisierung vornimmt zuustimmen. ist aber nur meine meinung.

es kommen schwierige jahre auf die eltern zu. ich persönlich würde wie gesagt keine körperliche geschlechtstypisierung vornehmen lassen, sondern der natur ihren lauf lassen und dem menschen später die netscheidung überlassen. dazu bedarf es aber starker eltern und einem guten psychologen, der das kind und die familie in den nächsten jahren begleitet.

wichtig ist einfach im kopf zu behalten: nicht das geschlecht macht einen menschen aus!

lg,

schullek

Beitrag von muffin357 15.12.09 - 08:27 Uhr

genau.

einen ähnlichen Fall kenne ich auch. sofern es technisch beim urinieren keine probleme mit dem schiefen/eingezogenen Penis gibt, würd ich alles so lassen, wie es ist und sehen, in welche Richtung sich das Kind entwickelt -- meistens ist man in de ersten Zeit auch mit sowas überfordert, aber genau aus diesem Grunde würde ich auch so einem Kind einen Namen geben,der nicht ganz eindeutig ist, wie Kim z.B. oder da gibts noch einige mehr, die mir grad nicht einfallen...

lg
tanja

Beitrag von tykat 15.12.09 - 12:51 Uhr

Richtig!

Es entstehen nämlich bei den Kindern später evtl echt psychische Dramen, weil sie in das falsche Geschlecht "gezwungen" wurden, weil die Eltern dachten, sie müssen sich frühzeitig für eine Richtung entscheiden.:-(

LG

Beitrag von mysterya 14.12.09 - 22:52 Uhr

Oje! Sag deiner Freundin umbedingt (!), sie sollte auf gar keinen Fall was zu früh umoparieren lassen. Sehr häufig kommt es vor, dass solche Kinder zu einem Geschlecht umgebastelt werden, weil sie dort eher der äußeren Norm entsprechen, aber innerlich haben sie genau die andere Identität. Und das Kind hat beide Merkmale...da muss man auch von der psyche her schauen, wenn es so weit ist, was das Kind denn nun eigentlich ist oder ob es überhaupt das eine oder das andere ist. Solche Fälle sind soooo selten. Sie wird viel Kraft brauchen. Und psychologische Betreuung auch für das Kind. Es wird immer anders sein.


Hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t

Besonders wichtig der Abschnitt über missglückte medizinische Geschlechtsfestlegung. Vor einigen Jahrenw ar auch eine Dokumentation im Fernsehen die menschen im erwachsenenalter zeigten und wir furchtbar gefangen sie sich im eigenen Körper fühlten, weil man si männlich opariert hatte und sie eine weibliche identität hatten oder umgedreht.

LG Mysty!

Beitrag von wetterleuchten 15.12.09 - 07:05 Uhr

Ihr habt alle leicht zu sagen: bloß keine OP!! Aber wie ist es mit dem Kind?? Unsere Gesellschaft ist leider soo stark geschlechtlich geprägt, dass man hier ohne Geschlecht bzw. mit einem nicht identifizierten Geschlecht sofort zum Außenseiter wird. Das Kind hat KiTa und KiGA, dann Schule vor sich - die Kinder können aber so grausam sein zu denen, die anders sind. Und es ist normal, dass die Kinder im gewissen Alter das akute Interesse zur Geschlechtsidentität entwickeln - mit ca. 2-3 sind das die ersten "tastversuche" der eigenen Geschlechtsorgane, mit 4-5 ganz genaue Vorstellung, wodurch sind mädchen und jungs unterscheiden. Dann später in der Grundschule - Sportunterricht, ja Schwimmbad, ja mit Freunden aufs Klo zu gehen - es ist UNMÖGLICH so einen krassen Unterschied von der Umgebung zu verstecken. Und ihr fordert von der Familie Toleranz und Geduld, aber keiner kann erwarten, dass die ganze Gesellschaft inkl. Kinder plötzlich tolerant und verständisvoll wird. Für das Kind wäre das ein nie zu heilendes Trauma gewesen, es jetzt so zu lassen wie es ist - seine KIndheit und Jugend wären geprägt von dem Bewusstsein dass es Anders ist, ja ein Freak! Ich würde meinem Kind so was nie antun - wer kann mir sagen, mit welchen psyschischen Störungen da ein Mensch heranwächst??? Man sagt ja, die Kindheitstraumata sind die schlimmsten!!!

Also wäre es mein Baby gewesen, wäre ich so einer OP auf jeden Fall zustimmen. Es ist zwar antürlich ein Risiko, dass das Kind sich VIELLEICHT in der Pubertät in die andere Richtung entwickelt, da liegt die Wahrsheinlichkeit bei 50-50. Aber ohne Op bekommt das Kind 100% ein Trauma, weil es überall unerwünscht, ja befürchtet, geekelt wird - NEIN DANKE!!!

Lasst die Mutter mit dem Herzen entscheiden, was sie für ihr kleines wird, für mich stünde die Entscheidung fest.

LG wetterleuchten, mit vollem Verständnis für die Mutter

Beitrag von schullek 15.12.09 - 09:02 Uhr

sorry, aber mit dem herzen entscheiden tut man so was schon mal gar nicht! und auch nicht aus dem bauch heraus noch in den nachwehen des ersten schocks. du hast recht, unsere gesellschaft ist nicht bereit für solche besonderen menschen. aber das lässt sich nun einmal einfach nicht ändern. die eltern müssen stark sein und da sie das kind sicher lieben, werden sie das auch. neimand hat behauptet, das es einfach werden wird.

und welches trauma wann schlimmer ist, ist wohl kaum in deiner entscheidungsgewalt. entschuldige, wenn ich das so platt ausdrücke. aber wenn wir schon mal dabei sind: das kind hat ohne eine op die möglichkeit irgendwann ein normales leben zu führen. mit op nur eine halbe chance. mir wäre das als eltern zu wenig.

und wer botte weiss, was in 10 oder 20 jahren medizinisch möglich ist, wenn das kind soweit ist.

ich habe ein ganzes semin ar zu dieser thematik besucht und von leider so vielen traurigen fällen erfahren. herausgestochen hat immer, wie furchtbar es für die kinder war, wenn sie herausfanden, was eigentlich mit ihnen los ist und das ihre eltern eine bedeutende entscheidung trafen, welche sie nun ihr ganzes leben belastet.im falle der kinder, die das falsche geschlecht hatten, war die katastrophe perfekt.

lg,

schullek

Beitrag von mysterya 15.12.09 - 10:50 Uhr

So ein Blödsinn, denk doch mal nach. Wenn man es flasch opariert, ist es gefangen im falschen Körper!!! Keine Mutter der Welt sollte das Recht haben seinem Kind vorzuschreiben, was es ist und nicht ist. Das ist wie Zwangsterilisation von Behinderten... Man raubt ihnen das Recht auf den eigenen Körper, so wie sie ihn wahrnehmen und sehen wollen. Man kann das nicht vorher festlegen, es bildet sich heraus. Und unter welchen Qualen leidet ein Kind, wenn es die falsche Identität hat?

Mit einer Zwittrigkeit zu leben, ist sicher schwierig, aber das Kind wird auch mit OP nicht so wie die anderen sein. Es ist ein Teil seiner Identität! Das kann man nicht einfach wegbasteln.

Das ist nur der einfache weg, aber nicht der richtige. Es gibt auch Initiativen von so zwangsoparierten Menschen und glaub mir, wenn Du einmal so jemanden erzählen gehört hast, wie er sich damit fühlt, wärst du ganz klein.

Sicher wird es unangenehme Situationen geben, aber im Kiga muss das noch gar nicht so die große Rolle spielen. Als wenn die Kinder dort nix besseres zu tun hätten, als jedes kInd nach seinem Geschlechtsteil zu beobachten. Das kann man schon diskret lösen oder einfach entschräfen, wenn die Erzieher damit gut umgehen können. Und wenn das Kind selbst von Geburt an psychotherapeutisch begleitet wird, lernt es auch damit umzugehen ohne Trauma. Und das jemand anders ist, heißt nciht, dass es ihm schlecht gehen muss oder dass es automatisch von allen abgelehnt oder gehänselt wird.

Meine Tochter rennt z.B. seit dem 8. Monat mit ner Orthese um den Kopf herum rum. Sie ist auch anders. Sie sieht damit nicht so aus wie alle anderen. Aber die Kinder im Kiga, haben nur gefragt, was sie hat und ich habe erklärt, dass das eben so ist und das sie das noch länger hat und dann war gut. Sie ist super beliebt im Kiga. Und das Geschlecht ist etwas was man weitaus weniger offensichtlich sieht. Gerade kleine Kinder sehen oft so aus, dass man nicht genau sagen kann, ob es ein Junge oder Mädchen ist.

In der Schule wird es sicherlich schwerer und vor allem in der Pubertät, aber dann kann man ja nachher auch oparieren, wenn das Kind es möchte.

Mysty!

Beitrag von hebigabi 15.12.09 - 09:10 Uhr

Erst mal muss per Chromosomenanalyse geschaut werden ob "es" XX oder XY hat und danach sollte dann überlegt werden was gemacht wird.

Wenn eine Gebärmutter vorhanden ist aber keine Samenleiter und eventuell funktionierenden Hoden dann geht die Tenzenz eher in Richtung Mädchen, auch wenn es nach außen nicht so aussehen mag.

Ich hatte es in meiner Laufbahn 2 x und die "unendliche Geschichte" begann schon bei der Anmeldung auf dem Standesamt wo man den Eltern eine Bescheinigung gab, das es zu ???? Prozent ein Junge ist und die Standesbeamten dann sehr zurückhaltend reagierten und meinten, soooo könne man ein Kind auch nicht anmelden.

Es ist so oder so blöde- die sollen sich mal informieren wo vielleicht Ärzte mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet haben.

LG

Gabi