Alleinerziehend, Studentin und kein Bafög-woher Geld beziehen??

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von twins2302 15.12.09 - 11:23 Uhr

Hallo!

Meine Freundin hat sich gerade von ihrem Partner getrennt. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder.
Sie erhält kein Bafög, da sie nach der ersten Schwangerschaft den Studienort gewechselt und damit ein neues STudium begonnen hat.

Der Vater verdient leider nicht einmal genug, um den vollen Unterhalt für das erste Kind aufzubringen.

Meine Freundin arbeitet nebenbei eigentlich noch, weiß aber noch nicht, ob das weiterhin geht, wenn niemand mehr abends auf die Kinder aufpassen kann.

Nun meine Frage:

Für die Kinder bekommt sie ja Unterhalt(zur Not Vorschuss vom JA wenn ich richtig informiert bin??) und auch Kindergeld. Aber meine Freundin will ja nicht vom Geld der Kinder leben. Welche Möglichkeiten hat sie?
Soweit ich weiß, zahlt das Amt ja nicht für STudenten (auch wenn ihr bei dem Gedanken schon übel wird überhaupt dort zu fragen ;-) )
Aber andererseit kann es ja nicht sein, dass jede Mutter, die nichtmal n Schulabschluss mehr Geld bekommt, als jemand der kein Geld verdient, weil er ncoh in der Ausbildung ist und was aus seinem Leben machen will?!

Ich hoffe die Situation war verständlich und ihr könnt uns helfen :-)

Danke schonmal und liebe Grüße, Steffi

Beitrag von goldtaube 15.12.09 - 11:48 Uhr

Es ist so, dass jemand der ein Studium macht, welches dem Grunde nach durch Bafög gefördert wird, keinen Anspruch auf ALG II hat.
Zitat:
(5) Auszubildende, deren Ausbildung im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder der §§ 60 bis 62 des Dritten Buches dem Grunde nach förderungsfähig ist, haben keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. In besonderen Härtefällen können Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts als Darlehen geleistet werden.
Zitatende
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html

Wenn das Studium also grundsätzlich gefördert werden würde, aber aus persönlichen Gründen wie z. B. zu hohes Alter etc. abgelehnt wird, gibt es kein ALG II. Bei ihr liegt auch so ein persönlicher Grund vor. Sie hat den Studienort gewechselt und ein neues Studium begonnen.

Sollte sie nicht zu den Ausnahmen gehören, bekommt sie kein ALG II.
Zitat:
(6) Absatz 5 findet keine Anwendung auf Auszubildende,

1.
die auf Grund von § 2 Abs. 1a des Bundesausbildungsförderungsgesetzes keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung oder auf Grund von § 64 Abs. 1 des Dritten Buches keinen Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe haben oder
2.
deren Bedarf sich nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder nach § 66 Abs. 1 Satz 1 des Dritten Buches bemisst oder
3.
die eine Abendhauptschule, eine Abendrealschule oder ein Abendgymnasium besuchen, sofern sie aufgrund von § 10 Abs. 3 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung haben.
Zitatende
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html

Allerdings kann sie für ihre Kinder ALG II beantragen. Wobei das Einkommen der Kinder natürlich angerechnet wird. Also Kindergeld, Unterhalt, Unterhaltsvorschuss usw. Sollten die Kinder mit ihrem eigenen Einkommen über ihrem Bedarf liegen, gibt es allerdings auch hier kein ALG II.

Unter Umständen kommen Kinderzuschlag und Wohngeld in Frage, wobei man beim Kinderzuschlag ein Mindesteinkommen in Höhe von 600 Euro erreichen muss als Alleinerziehende. Und auch beim Wohngeld muss man ein Mindesteinkommen haben.

Beitrag von goldtaube 15.12.09 - 11:54 Uhr

<<Unter Umständen kommen Kinderzuschlag und Wohngeld in Frage, wobei man beim Kinderzuschlag ein Mindesteinkommen in Höhe von 600 Euro erreichen muss als Alleinerziehende. Und auch beim Wohngeld muss man ein Mindesteinkommen haben. <<

Kleine Ergänzung: Das Mindesteinkommen muss man ohne Wohngeld und Kindergeld erreichen.