Mach mir ganz schöne Sorgen....

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von melli-4 15.12.09 - 13:38 Uhr

Hallo,
eine sehr gute Freundin hat ET mitte April 2010. Ihr erster Sohn kam aus unerklärlichen Gründen in der 26.SSW zur Welt, er ist mittlerweile gesund und munter. Keine weiß warum damals plötzlich die Geburt losging. Nun hat sie seit dem Wochenende immer wieder Wehen, im Krankenhaus sagte man am Samstag zu ihr man würde noch keine Lebenserhaltenen Maßnahmen treffen, da sie erst ca. 21, 22.oder 23. SSW ist. Nichtmal ein CTG haben die geschrieben!!!
Jetzt schrieb sie mir heute morgen, dass sie die ganze Nacht Unterleibsschmerzen gehabt hat und seit heute Morgen nun Blutungen, sie wollte gleich zum Doc und sich dann melden.
Irgendwie bin ich ganz unruhig, weiß auch nicht, habe ganz schön Angst, ob alles in Ordnung ist....
Sie tut mir so leid, sie war so zuversichtlich, dass ihr so etwas nicht nochmal passiert.
LG Melli

Beitrag von miriam__ 15.12.09 - 14:12 Uhr

Hallo Melli,
viel kann ich Dir dazu leider auch nicht sagen, außer, das Du abwarten musst. In Deutschland ist es tatsächlich so, das erst ab 24+0 lebenserhaltende Maßnahmen (z.B. Lungenreife) gemacht werden. Sollte das Kind vorher geboren werden, wird man trotzdem alles mögliche versuchen. Allerdings sind die Chancen sehr gering.
Blutungen können, aber müssen nicht gleich was negatives bedeuten. Ich hatte ab der 10 SSW Blutungen und hab´s dann sogar noch bis 24+4 SSW geschafft (hätte auch noch länger gut gehen können, meinte der Arzt). Es kommt immer drauf an, warum "es" blutet.
Ich drück Deiner Freundin ganz fest die Daumen. Vielleicht können sie die Geburt ja mit Magnesium oder anderen Wehenhämmern, etc noch etwas verzögern, sodass das Kleine eine realistische Chance hat.
Wäre schön, wenn Du mal kurz Bescheid geben könntest, wie´s Deiner Freundin geht.
Lg
Miriam (die die Sorgen und Ängste Deiner Freundin extrem gut nachempfinden kann)

Beitrag von melli-4 15.12.09 - 19:30 Uhr

Danke für Deine netten Worte.
Sie hat sich gemeldet, es geht ihr ein bißchen besser, aber keiner kann sagen woher die Bauchschmerzen kommen. Ein Glück sind die Blutungen weg.
Ich hoffe so sehr das Sie es weit schafft...
Lg Melli

Beitrag von icewoman82de 15.12.09 - 20:45 Uhr

Hallo Melli


ich muss Miriam leider Recht geben!!!

Ich hatte einen Blasensprung in der 23+2 Ssw. und die Ärzte wollten eine natürliche Geburt einleiten und das Kind kommt und verstirbt dann.

Ich hatte das Glück das der Prof. unserer Klinik nochmals eine Feindiagnostik gemacht hat, nur durch einen kurzen Blick in die Akte sah ich die "Grammzahl" und die Worte "kein Abbruch" ... in dieser doch so kleinen Woche hatte meine Maus stolze 520g #verliebt und das war ihr Bonus.
Hätte sie die üblichen 300-400g gehabt, dann hätte ich sie leider normal bekommen müssen.

Wie du siehst ist oft das Gewicht entscheident.

Yasmin hat dann bei der Geburt in der 26 Woche 865g gehabt "normal" in der Woche sind so 600g ... das war ihr Startkapital.


Grüße Yv

Beitrag von blackcat2509 16.12.09 - 16:33 Uhr

Hallo Melli,

ich hoffe, Deiner Freundin und ihrem Baby geht es gut.

Ich wollte Dir nur schreiben, dass in der Klinik, in der ich war (Villingen), es auch schon viele mit 23. SSW geschafft haben. Umso früher, umso schlechter sind nun mal die Prognosen, aber jedes Kind schreibt seine eigene Geschichte und es kann auch so früh gut werden.

Ich drücke einfach mit die Daumen!

lg
BlackCat

Beitrag von melli-4 16.12.09 - 21:40 Uhr

Hallo BlackCat,

Danke für Deine Antwort.

Momentan geht es ihr gut, die Bauchschmerzen sind nicht mehr so schlimm, aber sie hat halt immer noch Blutungen und keiner weiß vorher. Bei Ihrer Vorgeschichte ist man halt wirklich sehr besorgt, sie hat das alles schonmal durchgemacht und ich wünsche Ihr so sehr dass sie diesmal Glück hat und einen schönen dicken Bauch lange vor sich hertragen darf.
Es zählt jede Woche! Bei der Feindiagnostik sagte man zu Ihr dass ihr Baby in der 21. SSW schon ca. 520g wiegt, dass ist doch viel! Ich verstehe nicht warum man es immer so abhängig macht von der SSW, ich meine jedes Baby ist doch anders in seiner Entwicklung vom Gewicht u.ä., oder?

LG Melli

Beitrag von blackcat2509 16.12.09 - 23:21 Uhr

Hi Melli,

ich habe bei meiner Tochter festgestellt, dass sie während der Klinikzeit immer nur ein Ding verbessern konnte... Wenn die Atmung besser wurde, hat sie nicht zugenommen. Hat sie gut zugenommen, war bei allen anderen Dingen Stillstand.

Ich vermute mal, dass das im Bauch nicht so viel anders ist. Und je weiter die SSW ist, umso eher ist die Reife erreicht. 520 gr. sind tatsächlich schon viel für die 21. SSW. Aber das Gewicht sagt letztendlich nicht so viel über die weiteren Lebensfunktionen und den Reifegrad aus.
Außerdem wird das Gewicht ja nur geschätzt. Meine Maus wurde vor dem Kaiserschnitt auf 1100 - 1200 gr. geschätzt... soviel dazu #schmoll

Aber wie gesagt, ich will Dir ja den Mut nicht nehmen. Auch so frühe Frühchen haben bei den heutigen medizinischen Möglichkeiten nicht allzu schlechte Chancen. Aber man muss immer bedenken: Die Medizin unterstützt nur, kämpfen muss das Kind selbst.
Weißt Du denn, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird?

lg
BlackCat