Kündigung!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sweetygirly1986 15.12.09 - 18:16 Uhr

Hallo!

Mein Mann hat heute von seinem Chef angekündigt bekommen, dass er gekündigt sei. Die Kündigung bekomme er nächste Woche. Er ist Maler. Ich habe mich mal durchgegoogelt und erfahren dass er 12 Tage Kündigungsfrist hat (er ist erst seit April 09 bei dem Arbeitgeber).

Ich bin jetzt völlig verzweifelt wie es weitergehen soll!! Wir haben im Februar 2009 unser Kind bekommen, ich bin deswegen bis Ende 2011 in Elternzeit. Elterngeld bekomme ich zirka 300 Euro weil ich es auf zwei Jahre aufgeteilt habe. Zusätzlich gibt es ja noch Kindergeld.

Dass wars dann aber auch schon!

Wir haben einiges an Ausgaben (zwei Autos abzahlen, Versicherungen, Miete ...) die wir mit dem Gehalt meines Mannes grade so abbezahlen konnten. Wenn das Gehalt aber jetzt wegfällt gibt es ja dann Arbeitslosengeld. Aber dass reicht doch niemals aus um unsere gesamten Ausgaben zu decken!!!

Was können wir denn nur tun?? Ich weiss nicht mehr wirklich weiter und bin grad total fertig mit den Nerven. Ich habe Angst dass wir dass alles nicht schaffen!!!

Entschuldigt, aber ich musste mir dass einfach mal von der Seele schreiben...

LG
sweetygirly1986 mit Mann und Jonas *02.02.09

Beitrag von seikon 15.12.09 - 18:35 Uhr

Ihr habt einen Alg 2 Bedarf von

323 Euro für dich
323 Euro für deinen Mann
215 Euro für euer Kind

Dazu angemessene Miete und Nebenkosten. Bei 3 Personen ist eine Wohnung von maximal bis zu 75 qm angemessen. Die angemessene Miete könnt ihr bei eurer zuständigen Arge erfragen.

Das Alg 1 deines Mannes wird ohne Freibetrag als Einkommen angerechnet. Ebenso alles vom Elterngeld, was 150 Euro übersteigt (weil du es dir auf 2 Jahre splitten lässt) und das Kindergeld.

Wenn ihr also mit eurem Einkommen unterhalb eures Alg 2 Bedarfes liegt könnt ihr ergänzendes Alg 2 beantragen.
Ansonsten kommen ggf. Kinderzuschlag und Wohngeld in Frage.

Was ihr sonst noch tun könnt wären die Ausgaben reduzieren. Unnötige Versicherungen kündigen. Ein Auto abschaffen. Spareinlagen stillegen usw.

Ausserdem kannst du dir einen 400 Euro Job suchen, oder sogar schauen, dass du deine Elternzeit eher beendest, bzw. während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest.

Beitrag von sweetygirly1986 15.12.09 - 18:51 Uhr

Versicherungen kündigen wird schwierig. Die haben wir vor einem Monat erst abgeschlossen und es sind auch nur die nötigsten wie Autoversicherung und Haftpflicht. Man sollte schon eine Haftpflicht haben mit Kind.

Auto abschaffen wird auch schwierig. Mein mann brauchte seins um zur Arbeit zu kommen (30 km ein weg). Ich brauchte eins um Einkäufe und Arztbesuche und Familienbesuche zu erledigen. Wir wohnen ziemlich ausserhalb, Busverbindung gibt es nur die Schulbusse morgens. Ist halt blöde hier.

Wenn ich mir einen 400 Euro Job suche, wird doch mein Elterngeld auch komplett angerechnet, oder nicht?? Darf ich denn bei ALG2 überhaupt was dazuverdienen??

Ich dachte auch schon daran wieder zu arbeiten aber leider wird in meinem Bereich momentan nur Leute mit Russischkenntnissen gesucht (die ich nicht habe). Mein alter Arbeitgeber nimmt mich nicht wieder, ich hatte ihn vor kurzem verklagt weil er mich kündigen wollte in der Elternzeit. Er ist damit nicht durchgekommen.

Immer kurz vor Weihnachten, dass ist sooo fies!!

Beitrag von valentina.wien 15.12.09 - 19:24 Uhr

Das mit dem Auto verstehe ich nicht- will es nicht verstehen!
Ihr wohnt am Rande einer STADT. Da gibt es sicher öffentliche Verbindungen zu Ärzten etc.
Einkaufen kannst du sicher auch in der Nähe.
Davon abgesehen: dein Mann muss ja jetzt dann nicht mehr in die Arbeit.

Wo wohnst du denn genau? Warum verlangen dort alle Rechtsanwälte Russischkenntnisse?
Und wenn du deinen alten Arbeitgeben geklagt (und gewonnen hast!): warum kannst du dann jetzt bei ihm nicht arbeiten?

Beitrag von seikon 15.12.09 - 21:15 Uhr

Klar, eine Haftpflicht ist wichtig. Ich sprach auch von unnötigen Versicherungen, wie z.B. kapitalbildende Lebensversicherungen usw.

Und ein Auto kann weg. Macht einmal pro Woche einen Großeinkauf, wo du alles für die Woche einkaufst. Und einen kleinen Kramerladen für den täglichen Bedarf gibt es in eigentlich jedem Kaff, wo man Brot, Obst/Gemüse und Wurst/Käse her bekommt.
Arztbesuche kann man ebenfalls so planen, dass man mit einem Auto hin kommt.
Ein zweites Auto ist absoluter Luxus und meiner Meinung nach in Deutschland nie notwendig. Es ist alles eine Frage der Organisation. Dass du sagst, du bist drauf angewiesen ist nur eine Aussage von Bequemlichkeit.
Zur Not kann man immer noch einen Nachbarn fragen, ob die einem was vom Laden mit bringen.
Also ein Auto schleunigst weg. Interessiert übrigens auch die Arge nicht, ob ihr euch das leisten könnt. Ggf wird das zweite Auto sogar als Vermögen angesehen.

Wenn du dir das Elterngeld auf zwei Jahre aufteilst, dann kannst du im zweiten Jahr so viel dazu verdienen, wie du willst. Du musst nur unter 30 Stunden pro Woche bleiben. Aber im zweiten Jahr wird nichts vom Elterngeld abgezogen.

Bei Alg 2 hast du Freibeträge auf dein Einkommen. 100 Euro sind Grundfreibetrag. Für Einkommen ab 100 Euro bis 800 Euro gelten 20% Freibetrag und für Einkommen ab 800 Euro bis 1200 Euro (bei kinderlosen) bzw. 1500 Euro (mit Kind) gelten 10% Freibetrag. Also maximal 310 Euro. Die werden vom Bruttoeinkommen berechnet und dann vom Nettoeinkommen abgezogen. Was dann abzüglich Freibetrag über bleibt wird als Einkommen auf den Alg 2 Bedarf angerechnet.

Beitrag von booo 16.12.09 - 08:51 Uhr

Sorry, aber ICH wüsste nicht wie ich einen Wocheneinkauf nach Hause bekommen soll ohne Auto!!

Beitrag von booo 16.12.09 - 08:52 Uhr

Sorry, falsch verdstanden, dachte es ginge um 1 auto was weg soll!


*mööp+ mein fehler

Beitrag von windsbraut69 16.12.09 - 07:03 Uhr

Dein Mann muß dann ja vorerst nicht zur Arbeit fahren und Einkäufe/Besuche kann man so legen, dass das EINE Auto dann eben zur Verfügung steht. Wenn das für Arztbesuche nicht immer möglich ist, fährst Du Deinen Mann an den Tagen eben zur Arbeit, wenn er wieder welche hat.

Wenn Ihr aber solche finanziellen Ängste habt, ist ein Auto zum Einkaufen und "Besuche machen" m. E. überzogener Luxus!

LG

Beitrag von kati543 15.12.09 - 18:35 Uhr

Naja, die schriftliche Kündigung hat er noch nicht, oder? Dann ist er (noch) ungekündigt. Fies sein und sofort Elternzeit beantragen, das Gespräch mit der angedeuteten Kündigung abstreiten. Die Frage ist nur, darf jemand gekündigt werden, der Elternzeit beantragt hat. Dein Mann wird ja auch mehr Elterngeld bekommen, als du. Du beendest deine Elternzeit und gehst wieder arbeiten. Wieso braucht ihr eigentlich 2 Autos, bei nur einem Verdiener? Wir haben auch 2 Kinder aber nur ein Auto. Also unbedingt auch mal schauen, welche Kosten man sparen kann.

Beitrag von sweetygirly1986 15.12.09 - 18:47 Uhr

Wir haben zwei Autos weil er immer 30 km fahren muss zur Arbeit. Ich brauche das Auto um einkaufen zu fahren und eventuelle Arztbesuche und Familienbesuche machen zu können. Wir wohnen von Geschäften und Ärzten und Familien ziemlich entfernt. Also wir wohnen ziemlich am Rande unserer Stadt und Busverbindung ist hier auch nicht sonderlich. Nur die Schulbusse morgens, dass wars. Wenn ich zu Fuß gehen würde, wäre ich stundenlang unterwegs. Ist halt bisschen doof so.

Kann er denn überhaupt noch Elternzeit beantragen?? Ich dachte, einmal beantragt und man kann es nicht mehr ändern. Naja es wäre dann auch noch so ein Problem für mich eine Arbeit zu finden. Die meisten in meinem Bereicht verlangen Russischkenntnisse, die ich nicht habe. Ich arbeite beim Anwalt. Er soll morgen die Kündigung bekommen. Hat er grad erfahren.

Ausserdem meine ich dass er trotz Elternzeit gekündigt werden darf, da der Betrieb unter 10 Leuten hat. Nur er und sein Chef, mehr sind es nicht.

Ansonsten haben wir schon nur die nötigsten Ausgaben und Versicherungen. Ich meine eine Haftpflicht braucht man schon mit Kind.

Oh man warum immer so kurz vor Weihnachten ...

Beitrag von kati543 15.12.09 - 19:09 Uhr

Mmmh...
Wir haben ein Auto, mein Mann ist ständig unterwegs - auch wochenlang (ohne nach Hause zu kommen) und wir wohnen mitten in der Pampa. Zum nächsten Supermarkt sind es 15 min. - Autofahrt. Laufen oder Bus unmöglich. Ihr seid - sorry - bequem. Ohne einen Verdienst werdet ihr euch das nicht leisten können. Also ein Auto muß definitiv weg.
Einen anderen Job suchen? 400€-Basis? Egal, irgendwas, hauptsache Geld kommt rein. Es muß doch nicht der selbe wie zuvor sein. Russisch kann man übrigens lernen - mußte ich auch.
In der Elternzeit ist man nur in absoluten Ausnahmefällen kündbar. Dem Betrieb entstehen keine Kosten durch die Elternzeit. Euch würde es aber Geld sparen. In Elternzeit bist du ungefähr so sehr kündbar, wie als Schwangere. Mit der Größe des Betriebes hat das nichts zu tun.
Er soll nochmal mit seinem Chef reden. Wenn er in Elternzeit geht, hat der Chef keine Kosten mehr und wenn sich der Chef einen weiteren MA derzeit nicht leisten kann, dann vielleicht nach dem Winter wieder.
Haftpflich braucht man generell. Mit Kind oder nicht hat das nichts zu tun. Bei einem noch nicht einmal 1-jährigem Kind zahlt keine Versicherung den Schaden. Sorry, aber ein 1-jähriges Kind bedarf der Daueraufsicht.

Beitrag von nakiki 15.12.09 - 20:36 Uhr

Hallo!

Warum soll der Mann unbedingt Elternzeit beantragen? Das bringt ihnen finanziell gesehen doch überhaupt nichts!
Der Mann hat in dieser Zeit kein Einkommen und bekommt auch kein ALGI, also ist es doch total unsinnig!

Gruß nakiki

Beitrag von littledream 16.12.09 - 14:36 Uhr

hm er bekommt doch Elterngeld oder?

Beitrag von nakiki 17.12.09 - 13:29 Uhr

Da das Kind bereits im Februar geboren wurde, hat die Mutter den Großteil des EG bereits erhalten.

Der Mann muss die Elternzeit 7 Wochen vor Beginn beantragen, somit wird es knapp (kommt halt darauf an, wann das Kind im Feb geboren wurde).
Selbst wenn es klappen sollte, dann würde er noch die 2 Partnermonate nehmen können. Und danach?

Gruß nakiki

Beitrag von mutschekiebchen 15.12.09 - 19:09 Uhr

Hallo,

eins der beiden Autos sollte wirklich weg.
Da spart ihr viel Geld!

Wenn du einen Termin hast, fährst du deinen Mann zur Arbeit u. holst ihn ab.

Einkaufen Abends, oder Samstags gemeinsam.

So machen wir das auch.

Wohngeld beantragen, u. rechtzeitig zum Arbeitsamt gehen.

Achja, u. jeden Tag nach neuer Stelle schauen, er findet bestimmt schnell wieder was.

LG.mutschekiebchen

Beitrag von parzifal 15.12.09 - 20:04 Uhr

"das Gespräch mit der angedeuteten Kündigung abstreiten"

Man rät nicht zu einer Lüge. Zumal es hierfür gar keinen ersichtlichen Grund gibt.

Beitrag von parzifal 15.12.09 - 20:06 Uhr

Wie kommst Du auf die 12 Tage Kündigungsfrist?

Existiert ein Tarifvertrag? Wieviel Arbeitnehmer sind beim AG beschäftigt?

Beitrag von koerstn 15.12.09 - 21:18 Uhr

Was ihr als erstes tun solltet? Hier mal stöbern und Bewerbungen schreiben. http://jobboerse.arbeitsagentur.de/

Und was das zweite Auto angeht: weg damit! Ich wohne nicht mal 30 km von dir weg und wir haben ähnliche Verhältnisse, was die öffentlichen Verkehrsmittel angeht, aber trotzdem nur ein Auto.
Außerdem steht in deiner VK, dass ihr im Haus seiner Eltern wohnt, da kann man sicher über die Miete reden, wenn ihr einen Engpass habt!

Im Bereich Herford geben mir die Gelben Seiten 57 Anwälte an, ich bin mir sicher, die brauchen nicht alle Mitarbeiter mir Russischkenntnissen.

Sorry, soll nicht böse klingen - ich verstehe auch, dass es ein Schock ist, aber ihr habt soooooo viele Möglichkeiten Geld einzusparen durch Auto und Miete und wer sagt denn, dass man lange arbeitslos ist???

Und, alles was du in deinem zweiten Jahr Elternzeit zum gesplitteten Elterngeld dazuverdienst wird NICHT angerechnet, da dein Anspruch auch nur für zwölf Monate war. Sprich ab März kannst du dazuverdienen, soviel du möchtest! ;)

Gruß
Koerstn

Beitrag von zwiebelchen1977 15.12.09 - 21:43 Uhr

Hallo

Also ich würde auch 1 Auto abschaffen. Zumal ihr das von dem Geld, was ihr dann habt, nicht mehr zahlen könnt, wenn ich jetzt schon knapp seid.


BIanca