...wie schafft man das...?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von lichtis 15.12.09 - 21:13 Uhr

ich weiß es nicht...

mein mann hat sich anfang des jahres von mir ganz plötzlich und unerwartet getrennt - wg. einer neuen liebe.

nach 10 jahren - 5 davon verheiratet...
unsere kleine war zu dem zeitpunkt 1 jahr und drei monate... mittlerweile ist sie 2 jahre und zwei monate...

mir geht es mittlerweile besser. etwas. ab und zu.

ich brauche hier kaum zu erklären, wie kräftezehrend solch eine trennung und die damit verbundenen streitigkeiten und die bevorstehende scheidung ist. auch die tatsache, das eigene kind zu dem menschen zu lassen, der sich in meine familie drängte. immer wieder unerträglich.

ich bin ein wirklich ehrlicher mensch und versuche immer vernünftig zu reagieren, fair zu sein.

aber es kostet kraft und an so manchen tagen ärgere ich mich über mich selbst und stelle mir die frage, wer in dem ganzen spiel auch mal fair zu mir ist?

ich gehe arbeiten, trage die verantwortung für unsere kleine maus ganz allein. bitte nicht falsch verstehen, ich liebe meine tochter und möchte sie nicht missen. aber es ist ein spagat zwischen alleinerziehender mutter und berufstätiger frau... rechtfertigungen, anforderungen, kritik und NIEMALS selbst mal schwäche zeigen. warum sind die erwartungen der gesellschaft so hart? ich habe das gefühl, alles ertragen zu müssen, aber wenn ich einmal nicht so ticken sollte, wie es alle anderen erwarten, wird auf mich als mama gleich mit dem finger gezeigt.

die tatsache, meiner tochter nicht mehr den sicheren hafen beider elternteile bieten zu können, die tatsache, nie wieder so sehr lieben zu können, die tatsache immer wieder mit dem menschen konfrontiert zu werden und immer wieder kraft aufzubringen.

ich bin müde...

müde von den streitigkeiten, müde von der verantwortung, müde von der erwartungshaltung des umfeldes...

ich kann die aussagen "sowas passiert nun mal" , "sieh nach vorne"und "sei froh, dass er sein kind wenigstens ab und zu holt" nicht mehr hören.

es sind so viele emotionen vorhanden, die man vorher nicht von sich kannte. man steht so oft vor einem riesen berg und weiß einfach nicht, wie man diesen überwinden soll.

ich verliere schon meine kraft, wenn ich über den weihnachtsmarkt laufe und all die glücklichen familien sehe... ich habe keine mehr.

hätte ich nicht solche eine unglaublich tolle tochter, die mir immer wieder zeigt, dass es sich lohnt, sich jeden tag aufs neue den hintern aufzureißen - ich wüsste nicht, was mich bei diesem ganzen scheiß noch an das gute glauben lassen sollte.

das einzige was bleibt ist die hoffnung, dass alles irgendwann zurückkommt.

denn das einzige was ich meinem verflossenen wünsche ist, dass er ebenfalls einmal diesen schmerz fühlt, den ich immer und immer wieder fühle.

auch wenn ich wieder glücklich werde, es wird immer weh tun, soviel weiß ich.

sorry für das ganze #bla

aber das musste jetzt mal raus.

servus

Beitrag von caesarsfrau4711 16.12.09 - 01:27 Uhr

hallo

lass dich mal drücken.#liebdrueck
du bist nicht alleine mti deinen gefühlen, ich fühle mit dir.
mit deinen sätzen redest du mri aus der seele.
meine kinder sind die jenigen, die mir die kraft geben immer weiter zu machen, den kopf nicht hängen zu lassen.
denn sie werden mir ewig dafür dankbar sein.
mit den papa der 2 großen war ich 5 jahre zusammen, 3 wochen später lernte ich den vater meine rjüngsten kenne, mit ihn folgten 4 jahre,seit ein paar wochen sind wir getrennt, ich konnte ihm wegen diversen sachen nicht mehr vertrauen

momentan habe ich mit meiner großen probleme in manchen beziehungen, wenn sie nicht hört und ich mal etwas schimpfe flippt sie direkt total aus und schreit siw will zu ihren papi, obwohl der sich nicht wirklich viel mühe um seine kinder gibt.
ich mache u tue alles und bekomme dafür von ihr noch einen potritt,der ach so tolle papa,aber irgendwann wird sie auch begreifen ,dass ich ein bisschen mehr für sie gemacht u getan habe für sie als ihr papa, obwohl ich es mir wünschen würde wenn er sich ein bisschen mehr um sie kümmern würde.

ich bin genauso müde wie du.

jeden tag immer der gleiche ablauf....

dann die schönen telefonate mit der familie,
du bist doch nicht alleine, hast doch drei kinder...

doch das gefühl von geborgenheit, gespräche fehlen mir.
dass gefühl, zuhasue wartet jemand auf dich...
probleme im alltag gemeinsam zu klären


und jemals einen mann nochmal blind vertrauen können... ich glaube das wird niemehr so einfach sein.
irgendwann werde ich auch mal wieder glücklich sein,aber der weg dahin ist schwer.

lg

Beitrag von engelchen113 16.12.09 - 12:04 Uhr

Hallo Du,

ein paar Monate sind keine lange Zeit, um sich an eine neue Lebenssituation und eine (unerwartete) Trennung zu verarbeiten.

Gib Dir selbst Zeit dafür! #sonne

Versuche nicht immer das zu sehen, was Du bei anderen positiver als bei Dir selber siehst, das zieht Dich nur zusätzlich runter.
Hast Du Familie, die Dich unterstützt?

Was Dein Mann gemacht hat finde ich im Übrigen wirklich ziemlich gemein. Aber meist sieht man sich immer zweimal im Leben....:-p

Mach Dir bewußt, daß Du nicht die Schuld daran trägst, daß Deine Tochter nicht mehr beide Elternteile immer bei sich hat sondern versuche genau die Mutter für sie zu sein, die DU sein willst.
Und akzeptiere, daß Du nicht immer stark sein musst, Du hast auch ein Recht darauf schwach zu sein. Diese Gefühle sind normal und es ist doch piepegal was die Gesellschaft von Dir erwartet, oder?
Es ist DEIN Leben!

Du schaffst das! #pro

Beitrag von lucky00 16.12.09 - 13:58 Uhr

Hallo,

das was Du schreibst kenne ich ... nur allzu gut.

Man funktioniert - und hat Schiss, dass man es irgendwann evtl. nicht mehr tut. Die Angst ist da - man fühlt sich allein - die Batterien stottern manchmal.

Aber es wird.... man gewöhnt sich dran. Ich habe hier mal jemandem geantwortet und mich um Kopf und Kragen geschrieben ... weil es grad gepasst hat. Das würde auch zu Deinem Post passen.

Such Dir das mal raus und kopier´s Dir hier rein (sorry bin grad echt schreibfaul).

Ggf. denk mal über eine Mutter-Kind-Kur nach!!

LG,

Lucky00

Beitrag von lucky00 16.12.09 - 14:01 Uhr

Haaaaaaa...hab´s gefunden:

"Ich hatte eine echt schlimme Trennung und war ähnlich dran wie Du.

Allerdings hat unsere Geschichte einen Unterschied.
Ich bin bin damals während der Trennung von ganz oben knallhart auf der Erde aufgeklatscht - hab mich aber SOFORT aufgerappelt und bin losgelaufen.
Es war ein harter - endlos erscheinender Weg.
Aber ich bin gelaufen und gelaufen... hatte sogar "Blasen" an den Füßen und mehrmals mindestens ein Bein gebrochen.
Aber ich bin weitergelaufen bis zum Gipfel - irgendwann konnte ich drüberschauen und mittlerweile hab ich das Gipfelkreuz schon lange hinter mir und genieße den Ausblick - den Horizont.

Du darfst nicht aufgeben.
Hör´ auf über den Zaun zu schauen um festzustellen wie schön andere Gärten sind, wie toll Deiner sein könnte.
Rappel Dich auf und pack´s an - ist eine mentale Sache.

Ich war auch finanziell übelst knapp dran. Aber es ging. Wie kann ich im nachhinein garnicht mehr nachvollziehen. Aber es ging.
Ich bin stolz, verdammt stolz auf mich. Auf das, was ich gewuppt habe.
Nach einigen Prozessen habe ich eingesehen, dass ich den KV nicht ändern kann - dass nur ICH damit leben kann.
Jetzt klappt´s - er zahlt keinen Cent Unterhalt. Hat er auch nie - nach der Trennung auch nicht... weder für mich noch für den Kurzen.

Aber egal - es ging irgendwie weiter... immer weiter.

Mittlerweile haben wir ein einigermaßen ordentliches Verhältnis wegen unseres Sohnes. Den Rest dieses Menschen habe ich mal noch ausgeklammert. Irgendwann wird dieses Kapitel bestimmt auch noch Beachtung finden - aber das dauert noch lange lange Zeit.

Also - nicht "jammern" - anpacken. Physisch und psychisch - kümmer Dich, pack an, informier Dich, kämpf´ und lauf weiter weiter und weiter!!! "



Beitrag von susifee 16.12.09 - 18:01 Uhr

Hi,
mhhh hab das ganze quasi noch vor mir - bzw bin mittendrin.
29 Jahre zusammen - davon 16 verheiratet.
4 Kinder - das jüngste keine 5 Monate alt - und was soll ich sagen?
Bin durch ein jüngeres model ersetzt worden.
Nach dem entsetzen und den vielen tausend Tränen - kam die Gewissheit - das ich eine starke Frau bin - die das packen wird und will.
Klar wirds hart - nach 16 Jahren wieder einen Beruf finden - alleine zu sein mit 4 kids die mich brauchen - aber ich denke mal sollte offen sein.
Offen dafür das bessere Zeiten kommen, offen für neues Glück und irgendwann auch wieder offen für einen neuen Partner.

Und glaube mal - nicht die Hälfte der glücklich aussehnden Familien auf dem Weihnachtsmarkt sind es auch wircklich.
Bei uns merkt auch kein Außenstehender bis zum Umzug das wir getrennt sind - ist ja nicht so das man laut streitend durch die Gegend läuft.

Du wirst dich sicher neu verlieben und klar ist das Leben hart - aber wer lernt das nicht ab und an mal kennen?

LG Susi

Beitrag von cinderella2008 17.12.09 - 12:59 Uhr

Hallo,

von mir dazu nur so viel: Man schafft es ... es wird mit der Zeit immer besser ... ich weiß (leider) wovon ich rede.

Das erste Jahr hast Du geschafft!#herzlich Langsam kommt die Freude am Leben zurück, auch wenn es noch häufig Rückschläge geben wird. Aber diese werden weniger.

Ich habe damals ca. 4 Jahre gebraucht, bis ich wirklich über die Trennung war. Das erste Jahr war die absolute Hölle, dann wurde es langsam besser.

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest,

LG, Cinderella

Beitrag von joice75 17.12.09 - 14:10 Uhr

Ich drück dich mal unbekannter Weise. Ich weiß wie es ist allein zu sein.
Ich war mit einem drei Jahre alten Kind und einem Säugling alleinerziehend. Zusätzlich habe ich nebenbei gearbeitet.
Es ist eine Wahnsinnsverantwortung und eine große Belastung und im Nachhinein bin ich verdammt Stolz, was ich alles geschafft habe.
Auch du kannst sehr stolz auf dich sein.
Ich war erst nach drei Jahren bereit wieder einen Menschen in mein Leben zu lassen.
Lass dir Zeit und geniesse die Zeit mit deinen Kindern.
Und tue das, was DU für richtig hälst. Lass die anderen reden....was wissen die denn schon.....keiner von denen kann wissen, was du eigentlich wirklich leistest. Wie auch.

Also Kopf hoch, Nase in den Wind und einmal tief durchatmen. Sei stolz auf dich und auf das was du leistest.

Beitrag von gurya 17.12.09 - 20:24 Uhr

dein beitrag hat mich zu tränen gerührt#heul.Alles was du beschrieben hast steht mir zuvor.

Dennoch muss ich dir lob aussprechen,dass du überhaupt bis hier her geschafft hast.Wegen der ängste von denen du sprichst,bin ich sogar bereit in meine todunglückliche ehe weiter zu leben,nur dass mein mann mich um keinen preis der welt in seinem leben haben möchte.

glaub mir du bist tapferer als du denkst.du bist aufgestanden!!!du hast den mum dazu gezeigt.