so fern von Familie(nbande)- gerade sooo traurig -lang-

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von baby1610 16.12.09 - 12:03 Uhr

Hallo,

ich habe ein Problem, was mich gerade sooo traurig macht. Wahrscheinlich weil es kurz vor Weihnachten ist un es dann einen so sentimental macht.

Es geht darum, das mein Mann, meine Tochter (3) und ich so fern von unseren Familien entfernt wohnen. Mein Mann hat eine tolle aRbeit gefunden und es wäre ja wahnsinn gewesen diese abzulehnen. Also zogen wir vor ca. 3 Jahren mit Sack und Pack 400km weiter westwärts.

Ich bin sooo glücklich mit meinem Mann und meiner Kleinen, haben ein schönes Haus gemietet und auch sonst gehts uns ganz gut. Nur eben ein paar Freunde fehlen- und ganz besonders die Familie, ab und zu kommt es eben durch.
Man sieht sich nur selten und meine Kleine weint immer mal nach Oma und Opa. HOffe das wird bald besser wenn sie dann in den KiGA geht (der übrigens noch nicht zugesagt hat obs klappt).
Mit ihren anderen Großeltern (väterlich) haben wir kaum Kontakt,und sie kommen auch nicht mehr. Am Anfang war es schön, aber dann bekamen sie noch ein Enkelkind das mit bei ihnen im Haus wohnt, und seitdem ist unsere Kleine und wir abgeschrieben.

Auch meine Schwester wohnt bei meinen Eltern mit im Haus und hat einen Sohn (2),den sie ihnen tagtäglich zum Babysitten übergibt. Sie nutzt das richtig aus und wenn ich mal anrufe dann erst rech oder wenn sie hier sind klingelt ständig das Telefon.

Wir haben niemanden für unsere Kleine mal zum aufpassen, meisens bin ich nur allein mit ihr, da mein Mann viel arbeitet und unsere Partnerschaft hat schon gelitten. Aber das nur nebenbei.
Wir müssen uns immer selbst organisieren, haben nie Zeit für uns.

Ich vermisse die Familienbande einfach, jemanden zu haben, einfach mal zum reden.
Meine Eltern sagen immer, sei froh da kannst du machen was du willst, stimmt ja auch, aber ich wäre auch mal froh jemand von ihnen bei mir zu haben, nicht nur immer 2-3 Tage, wo der Abschied dann wieder alles kaputt macht. Bin eben der gesllige Typ Mensch.

Hoffe, Ihr versteht mich.

.....und wenn es jemanden unter Euch gibt dem es auch so geht oder gern Erfahrungen austauschen will, gern auch mal bei einem Kaffee, dann schreibt mir doch einfach.

LG baby

Beitrag von charlotte80 16.12.09 - 13:34 Uhr

Hi Baby,

hier ist jemand dem bzw. der es ganz genauso geht wie dir!
Ich wohne nun auch seit 3 Jahren hier, meine Familie 850km entfernt - Schwiegermama 550km entfernt.
Alles was du schreibst könnte von mir kommen, allerdings habe ich das Gefühl nicht nur vor Weihnachten sondern ich bin jeden Tag traurig darüber.
Ich vermisse meine Familie, Freunde usw. Hier habe ich niemanden. Niemanden zum Quatschen, niemanden der mir die Kleine mal abnehmen kann. Meine Kleine ist ein totales Mama-Kind, kein Wunder wenn wir seit 2 Jahren 24 Stunden zusammen sind. Sie ist ein echtes Energiebündel, sie ist sehr laut, sie schläft nicht gut und von daher bin ich eh am Ende meiner Kräfte. Wie sehr wünscht man sich dann die Oma in der Nähe zu haben, um die Kleine mal abgeben zu können?!
Immer wenn ich höre, dass die Kleine von meinem Bruder mal wieder bei meinen Eltern ist, und sich mein Bruder und Frau nen bunten machen könnte ich heulen. Das klingt jetzt fies - ich mag die zwei sehr gerne, und ich gönne es ihnen ja... aber ich bin dann immer so traurig dass die noch ein Leben als Paar haben können und ich nicht. Sie gehen auf Konzerte, in Restaurants, können alleine zum Arzt gehen ohne das Kind mitnehmen zu müssen usw.

Seufz...ach... ich verstehe dich echt sooo gut!

Beitrag von madmat 16.12.09 - 13:40 Uhr

Ja,
ich verstehe Dich und fühle im Grunde genauso!

Meine Eltern wohnen 370 km entfernt, genauso wie meine Schwestern!

Meine Schwiegerleltern noch weiter weg, aber ds ist in Ordnung #hicks;-).

Ich sehe meine Familie wenn es gut läuft etwa 2 mal im Jahr. Das ist sehr schwer, gerade, weil ich sehr viel wert auf Familie und das ganze drum und dran lege. Vor 3 Wochen wurde ich Tante, ich hab die Kleine bis heute nicht sehen können. Am Samstag soll es endlich soweit sein.
Familie ist einfach Familie, und ich glaube, Frauen legen einfach ein bißchen mehr wert darauf.
Bei meiner Familie bin ich auch einfach mal wieder Kind. Nein, nicht vom Benehmen, sondern vom Gefühl! Dann bin ich wieder Tochter, Schwester und Tante, so, wie ich es eigentlich will.
Es ist im Moment einfach so, wie es ist. Nicht an jeder Straßenecke gibt es sichere Jobs zu vergeben. Und das ist unser Punkt. Wir haben hier kein Haus, oder irgendetwas, woran unser Herz hängt, abr der Job ist hier, und das wird vermutlich erstmal so bleiben.

Aber manchmal, denke ich auch, war es wichtig für mich, soweit weg zu sein. Ich mußte/ sollte/ durfte Entscheidungen treffen, keiner konnte mir reinreden, aber auch keiner ganz schnell einen Rat geben. Durch die lange Zeit hier bin ich erwachsen geworden. Ich lebe in der Gewissheit, daß ich/ wir das Ganze hier alleine schaffen! Und darauf kann man auch stolz sein ;-)

Meine Mutter ist heute nicht nur Mutter, sondern Vertraute und Freundin. Meine eine Schwester, die ich früher nicht wirklich gut ausstehen konnte, ist meine beste Freundin!

Einen wirklich Rat geben kann ich Dir auch nicht. Aber versuche Freunde zu finden, rauszukommen, und versuche (!) gelücklich zu sein, mit dem, was Du hast, und stolz auf das, was Du allein schaffst!!












Vergiss nur nie bei deinem Streben,
was deine Eltern dir gegeben,
behalt sie lieb ein Leben lang,
das ist für sie der schönste Dank!



LG

Beitrag von baby1610 16.12.09 - 14:47 Uhr

Oh wie schön das ich ein paar Gleichgesinnte gefunden habe.

Es ist soo schwer, so allein durch zu kommen, aber es stimmt auch, man kann selbst bestimmen ohne sich etwas reinreden zu lassen, aber der Preis ist eben die Einsamkeit, zumindest familiär.

Wenn man dann noch härt, wie eben von meiner Schwester, wie oft sie ihren Kleinen bei meinen Eltern abgibt, weil sie mal ungestört einkaufen möchte, könnte ich nur noch schreien. Und meine Schwägerin gibt ihre Tochter bei der Oma ab, weil sie gerade wieder mit ins Haus umgezogen sind, und sie in Ruhe einräumen möchte.
Hallo? Das geht bei uns gar nicht. Wir sind vor paar Wochen erst umgezogen und stehen mit der ganzen Arbeit und Kind allein da. Wäre mein Mann nicht mal ne Woche krank gewesen, stände womöglich noch nicht mal die Wohnwand.

Aber solche werden es dann später mal schwer haben, allein klar zu kommen.

Ich bin z.Zt. so weit, ich weiß das darf man nicht sagen, das ich neidisch über andere bin, wenn ich diese mal mit ihren Großeltern spazieren gehen sehe. Ich sitz dann immer allein da und starre Löcher in die Wand.

Meine Kleine ist auch ein Wirbelwind, da bin ich dauernd hinterher und abends fix und fertig. Hoffentlich kriegt sie den KiGa Platz, damit sie etwas mehr raus kommt.

LG

Beitrag von hasiteddy 16.12.09 - 15:06 Uhr

Hallo baby1610

Hier ist noch eine Gleichgesinnte #liebdrueck

Komm wir hauen erst mal ren #tasse #torte ...

Also Dein Beitrag könnte echt von mir sein.
Bin hier zu meinem Mann gezogen, da er ein kleines altes Haus hier hat und auch seine Arbeit.
Dann kam Junior 2007 und nächstes Jahr erwarten wir wieder Nachwuchs.

Wohne 100 km von meiner (82 jährigen) Mutter und meinen 7 Geschwistern mit Familien entfernt weg.
Die Famile meines Mannes wohnen 400 km weiter weg, was aber weniger dramatisch ist :-p

Mir gehts genauso wie Dir !!
Wissen nicht einmal, wo wir Junior während der Geburt vom Baby hinbringen können. Also mit in den Kreißsaal ?!
Machen auch alles alleine, oft muss mein Mann Urlaub nehmen, wenn was grösseres ansteht, das ich alleine nicht schaffe oder meine grösseren Arzttermine.

Wir hatten nicht einmal Hilfe zum Umzug. Sind hier total alleine, ausser die Nachbarn, die wir manchmal sehen. Aber die arbeiten den ganzen Tag oder sind sehr alt.

Ich bin so traurig, wenn ich unterwegs bin und andere Mütter machen Picknick auf dem Spielplatz oder gehen zusammen bummeln. Ja und neidisch bin ich auch, das gebe ich zu !

Meine Geschwister sehen sich oft durch Zufall bei meiner Mutter oder treffen sich und wenn ich das dann höre, könnte ich #heul. Aber die verstehen mich gar nicht, weil sie sich das wohl nicht vorstellen können, man muss es selbst erlebt haben auf so grosse Entfernung, man wird auch noch belächelt oder Sprüche wie "sei froh, dass Du weit weg wohnst und Dich xy nicht nervt" usw.

An Juniors Geburtstag hängen wir alleine hier rum oder unternehmen was, sehr traurig.

Habe auch schon Kontakte geknüpft, aber mal ehrlich, ohne Kinder würde man manche Mütter niemals treffen wollen, somit ist das oft nur alles oberflächlich und verfliegt irgendwann, weil man zu verschieden ist.

Wäre gerne in Deiner Nähe !!!!!!!!!!!!!!!!!!

LG Manu #herzlich

Beitrag von bee55 16.12.09 - 15:49 Uhr

Hallo baby...

mir gehts wie Dir, leider.
Vor 5 Jahren bin ich zum arbeiten nach Österreich gegangen und habehier meinen Mann gefunden, meine grosse Liebe #verliebt . Es war klar, dass wir hier leben, ihn zu verpflanzen vom Dorf in die Stadt, von Bergen ins Flachland, das wäre unmöglich.
Meine Familie lebt 1000km weit weg, seine Familie 400km weg.
Es ist schwer und ich habe doll Heimweh #schmoll , jeden Tag. Hier bin ich daheim, ich liebe Land und Leute und fühle mich so wohl, aber zu Hause ist und bleibt mei Mami.

Ach jetzt ist mir schon wieder zum heulen zu Mute, schei** #heul


LG bee

Beitrag von maus_2000 17.12.09 - 07:44 Uhr

Hi Baby

Kann dich sehr gut verstehen; mein Mann und ich sind vor 3 Jahren mit unserer Tochter ( sie war gerde mal 6 Wochen alt) von "unserem Nest" 160km weggezogen. War im Verhältnis zu jetzt noch eine kürzere Strecke, aber trotzdem sind es nun 2 Welten#gruebel

Anfangs habe ich mich riesig darüber gefreut; Familie werden ohne das ständig jemand seine Nase in unsere Angelegenheiten steckt.#huepf
Finde es hat uns sehr gut getan; nach 1 Jahr war mein Mann mit seinem Job nicht mehr zufrieden und suchten was neues.

Jetzt wohnen wir bereits seit 2 Jahren 200km( im Vergleich zu den Distanzen welche hier welche haben, einen echten Katzensprung)#schwitz weit von Familie und Co weg#zitter

Sicherlich hat es Vorteile das man wirklich machen und tun kann was man will, keiner redet einem rein und man wird selbstständig;-)
Aber die "Hilfe" das man mal zu zweit weg kann ist so halt auch nicht gegeben:-[

Da mein Manns Job unsere Existenz ist, werden wir erstmal hier bleiben und mein nächsten Jobwechsel darauf schauen das wir tendenziell wieder eher Richtung "Heimat" kommen#ole

Fühl dich lieb #liebdrueck und wie du siehst, bist du nicht alleine#liebdrueck

Beitrag von pitty29 18.12.09 - 07:37 Uhr

ich bin der liebe wegen von der ostsee nach stuttgart gezogen also 850 km!!!
am anfang isses hart das stimmt. aber man gewöhnt sich dran glaub mir. such dir krabbelgruppen oder ähnliches. da lernste ne menge mamis kennen. das tut echt gut. du mußt dir ein soziales netz aus freunden und bekannten aufbauen.
engagiere dich wenn deine lütte in kiga kommt.

man muß sich halt durchbeissen.

tue einfach was um leute kennen zu lernen dann lässt es sich gut aushalten!

nen anderen tipp kann ich dir auch net geben.

am anfang dachte ich es nicht schaffen zu können und mittlerweile will ich hier nie mehr weg.

das hier ist zu meiner heimat geworden mehr noch als rostock es jemals war.

lg