Wenn sich die Eltern nicht einig werden?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:01 Uhr

Was macht man, wenn sich die Eltern bezüglich der weiterführenden Schule nicht einigen können?

Fall: Kind mit Gymnasialempfehlung. Mutter will Kind trotzdem auf die Realschule schicken, weil sie der Meinung ist, dass der Druck und der Zeitaufwand auf dem Gymnasium zu groß für das Kind sind und ihm später, wenn es dann älter ist, trotzdem noch alle Wege, auch zum Abitur, offen stehen.
Vater sagt, wenn das Kind eine Gymnasialempfehlung bekommt, dann geht es auch zum Gymnasium. :-(

Und nun? Ach so - das Kind weiß selber schon gar nicht wirklich, wohin es möchte. Es hat Freunde, die voraussichtlich sowohl die eine als auch die andere Schule besuchen werden.

Was ist, wenn sich die Eltern nicht einigen können? #kratz

Beitrag von stineengel 16.12.09 - 15:08 Uhr

Hallo,

vorweg von mir die Frage: Gibt es noch eine Orientierungsstufe? Bei uns gab es nach der 4 Klasse Empfehlungen und die 5. und 6. Klasse waren dann Orientierungsstufe. Das heißt, ich hatte ne gymnasialEmpfehlung und bin in der 5. und 6. Klasse dann auch auf das Gymnasium. Da wurde ganz normal der Gymnasialstoff durchgenommen, d
nach diesen 2 Jahren wussten sowohl die Eltern als auch die lehrer und Schüler wo der Stand ist und konnte dann entscheiden, ob es weiter geht mit dem Gamnasium oder halt auf die Realschule. andersrum gab es das natürlich auch, also 2 Jahre Orientierungsstufe Realschule und dann möglicher Wechsel. Wenn es so etwas auch heute noch gibt (find ich übrigens eine super Sache) wäre das die optimale Lösung für die familie.

LG Steffi

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:25 Uhr

Leider gibt es keine Orientierungsstufe mehr. Die Kinder bekommen nach der 4. Klasse die Empfehlung für die weiterführende Schule. Sie dann noch soooo klein, finde ich. :-(

Beitrag von diegute 16.12.09 - 15:09 Uhr

Hallo,

nimm Dir Dein Motto in der Visitenkarte zu Herzen.....

Alle Argumente sauber und sachlich gegeneinander abwiegen und dann die Entscheidung treffen. Die Lehrer befragen - schließlich kennen die das Lernverhalten des Kindes am besten.

Meine Meinung: Gymnasium - denn (falls nötig) absteigen ist leichter als aufsteigen.

Die Empfehlungen gibts doch erst im Frühjahr - bis dahin gibts noch jede Menge Noten und es tut sich noch was in die eindeutige Richtung!

LG diegute

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:28 Uhr

Ja, die Empfehlung gibt es erst im Frühjahr aber momentan sieht es ganz nach der Gym.-Empfehlung aus. Auch die Lehrerin ist der Meinung, vom Arbeitsverhalten passe das. Aber: ich sehe ja die Kinder, die dieses Jahr ihr erstes Gym.-Jahr haben. Die können einem nur leid tun.

Beitrag von anja676 16.12.09 - 15:12 Uhr

Hallo,

ich gehe davon aus, dass die Gymnasialempfehlung durch die Lehrer gut durchdacht ist. Kein Lehrer stellt eine Empfehlung aus, wenn er davon ausgehen muss, dass das Kind restlos überfordert ist. Ein wenig Vertrauen in die Lehrer sollte man schon haben. Ich würde es zum Gymnasium schicken.

Wenn das Kind wirklich nicht klarkommt, kann es immer noch auf die Realschule wechseln.

LG Anja

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:29 Uhr

Hmm...wie schon gesagt...schaffen würde sie es wohl. Aber wie sehen dann ihre Tage aus? Also zu welchem Preis? Keine Freizeit mehr, nur noch büffeln? :-(

Ich bin so ratlos.

Beitrag von barbarelle 16.12.09 - 15:46 Uhr

Hallo,

ich weiss ja nicht in welchem Bundesland ihr wohnt aber hier in BW müssen die Kinder auch in der Realschule viel büffeln.

Wenn sie ein Kind ist, das sowieso Freude am Lernen hat und einen gewissen Ehrgeiz, würde ich das Gymnasium bevorzugen.

LG
Barbarelle

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:53 Uhr

Sie hat keine Freude am Lernen. Schule, vor allem Hausaufgaben, ist sau-doof (O-Ton)

Beitrag von barbarelle 16.12.09 - 15:54 Uhr

Huhu similia,

dann wäre das für mich so etwas von eindeutig: Realschule ;-)

Liebe Grüße
Barbarelle

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 15:56 Uhr

Sag ICH ja auch. Aber eben mein Mann....#augen Wo wir wieder bei meiner Ausgangsfrage angekommen wären: was tut man, wenn sich die Eltern nicht einigen können? #gruebel

Beitrag von mauerbluemchen86 18.12.09 - 18:02 Uhr

Hey,
aber auf der Realschule gibt es doch genauso Hausaufgaben.
Warst Du selbst auf dem Gymnasium? Musstest Du da so viel lernen oder denkst Du nur, dass es da so sein wird? Du sagst ja, dass Du andere Kinder beobachtet hast.

Ich kann nur für mich sprechen, ich habe Hausaufgaben auch nie gemocht, fand sie auch saublöd und sinnlos. Trotzdem wäre ich meinen Eltern sehr sauer, wenn sie mir die Chance verbaut hätten, geistig gefordert zu sein und das Abitur zu machen.
Klar kann sie das später auch noch, aber wenn JETZT schon das Potenzial da ist/gesehen wird von den Lehrern, dann nutzt es doch. Sie kann ja immer wieder auf die Realschule wechseln, sollte das Gymnasium nicht ihre Schulform sein. Aber Gymnasium heißt nicht nur lernen und büffeln und Hausaufgaben, sondern auch CHANCEN...und die sollte man seinen Kindern nie verwehren. Egal, welche Erfahrungen man selbst gemacht hat oder andere...Deine Tochter hat eine eigene Persönlichkeit und kommt vielleicht supergut auf dem Gymnasium zurecht!

Ich würde sie auf jeden Fall auf's Gymnasium schicken und eben sehen, wie es läuft.

Liebe Grüße,
Mauerblümchen #blume
die ihr Abi gut bestanden hat und jetzt erfolgreich studiert :-) obwohl sie Hausaufgaben hasste.

Beitrag von similia.similibus 19.12.09 - 15:45 Uhr

Hallo Mauerbluemchen,
nein, ich selber war nicht auf dem Gymnasium. Aber ich habe viele Bekannte und Freunde, die das Abitur seinerzeit gemacht haben. Meine Nichte ist erst vor 3 Jahren mit einem sehr guten Abitur vom Gymnasium gegangen. Aber: wir haben jetzt das G8 und da geht es wesentlich härter zu. Natürlich gibt es auf der Realschule auch Hausaufgaben aber der Druck ist, glaube ich jedenfalls, nicht so groß wie auf dem Gymnasium. Aber ich bin schon ratlos, was die richtige Entscheidung ist. Auch nach dem Lesen aller Beiträge hier zu dem Thema.

Riesenseufzer
Similia

Beitrag von bezzi 16.12.09 - 16:22 Uhr

"Keine Freizeit mehr, nur noch büffeln?"

Meine Meinung:

- ohne Fleiß kein Preis
- auch auf dem Gymnasium hat man Freizeit
- auf der Realschule muss man auch lernen
- runterstufen ist kein Problem, raufstufen ist VIEL schwieriger !

Wenn Deine Tochter in ein paar Jahren zu Dir kommt und z.Bsp. Tierärztin werden will, kannst Du ihr erklären, dass das nix wird, weil ihr die Lehrer und Dein Mann zwar das Gymnasium zugetraut hätten, Du aber nicht :-(

Bei einer klaren Lehrerempfehlung wäre es für mich wirklich KEINE Frage. Wenn sie es dann versemmelt, ist SIE schuld und nicht Du.

Beitrag von knutschbacke07 17.12.09 - 07:20 Uhr

Meine Nichte und mein Neffen gehen in eine Hauptschule. Was weißt du was die alles lernen müssen #schwitz

Beitrag von stephanieanne 16.12.09 - 16:02 Uhr

Versuchen, sachlich zu bleiben. Pro und Kontra durchdiskutieren. Sich über weiterführende Schulen (Aufbaugymnasium) Gedanken machen.

Zur Not bei den Schulen anrufen, ob das Kind jeweils einen Tag kommen kann, damit das Kind klar sieht.
LG
Anne

Beitrag von nina_1981 16.12.09 - 16:26 Uhr

Huhu,
gibt es bei euch eine gute Gesamtschule? Das ist in diesem Fall wohl die beste Wahl....
Ich finde diese Regelung, dass die Kinder bereits nach der 4ten auf die weiterführende Schule kommen, eh schwachsinnig (hatte übrigens letztens ein Gespräch mit unserer Klassenlehrerin, die das ähnlich sieht). Ich komme aus Berlin, dort gehen die Kinder 6 Jahre zur Grundschule und wechseln dann. Diese 2 Jahre machen soooo viel aus. Als sich bei mir die Frage stellte, war es die gleiche Situation wie bei euch: Gymnasialempfehlung, Mama wollte Realschule, Papa Gymnasium. Nur war ich mit 12 Jahren schon in der Lage, die ganze Sache einzuschätzen und habe mich für das Gymnasium entschieden. Ich habe dann zwar nach der 10 auf eine Fachoberschule gewechselt, weil mein Abi wohl nicht soooo doll geworden wäre, aber ich hatte dann perfekte Voraussetzung. Auf einem Gymnasium wird anders gelernt und gelehrt (Stichwort: selbstständig lernen lernen). Und dadurch hatte ich auf der FO einen Riesenvorsprung vor den anderen Schülern, die allesamt von der Realschule kamen und gar nicht wussten, wie selbstständiges Arbeiten überhaupt geht, weil sie auf der Real alles von den Lehrern vorgegeben bekommen haben...

Schwierige Wahl, ein Glück habe ich noch ein paar Jahre, bis meine Maus soweit ist #schwitz

Lieben Gruß
Nina

Beitrag von bezzi 16.12.09 - 16:31 Uhr

Du willst trotz klarer Empfehlung der Lehrer Deinem Kind die bestmögliche Bildung (und damit Zukunftschanchen) verwehren, weil Du Angst hast, es könnte sich überarbeiten und hätte dann nicht mehr genug Freizeit ?

Ist für mich nicht nachvollziehbar.

Jeder sollte die Möglichkeit haben, seine Fähigkeiten zu entfalten !
Wenn es nicht klappt...what shalls ! Einen Versuch war's wert. Gar nicht erst versuchen, wir Dir ewig nachhängen, ob es nicht doch geklappt hätte.

Beitrag von franzi1206 16.12.09 - 16:49 Uhr

Jetzt mal so ganz aus eigener Erfahrung gesprochen:
Meine Tochter (jetzt 5. Klasse) gehörte in der Grundschule mit zu den Klassenbesten. Sie hätte ohne wenn und aber sofort auf das Gymnasium gehen können. Eine Empfehlung wäre nicht nötig gewesen. Wir haben uns aber gemeinsam dagegen entschieden.

Warum?

1. Der Schulweg zum Gymnasium ist 25 min länger

2. Sie hat Hobbys, die wir nicht einschränken möchten

3. Den Weg zum Abitur verschließen wir in keiner Weise, denn nach der 10. kann sie immernoch eine Fachoberschule besuchen, wenn sie das möchte

Jetzt an der Realschule ist sie Klassenbeste. Sie lernt freiwillig und ist sehr ehrgeizig. Sie jetzt auf das Gymnasium zu schicken, hieße, dass sie diesen Erfolg wohl sicher erstmal nicht mehr haben wird. Warum soll ich ihr das nehmen?
Wie sich ihre Einstellung im Laufe der Pubertät entwickelt, weiß ich nicht. Aber auch da ist es sicher leichter, versäumten Stoff der Realschule nachzuholen. Im Fall der Fälle ;-)

Außerdem würde ich meinem Kind die Enttäuschung ersparen wollen, dem Gymnasium vielleicht doch nicht gewachsen zu sein. Denn der Weg zurück ist nicht zwangsläufig der leichtere, wenn man sich und anderen eine gewisse Art von Versagen eingestehen muss.

Ist aber nur meine Meinung und ich habe selbst ganz normal Abitur am Gymnasium gemacht. Lebe auch noch #schein

Beitrag von parzifal 16.12.09 - 18:20 Uhr

"Sie jetzt auf das Gymnasium zu schicken, hieße, dass sie diesen Erfolg wohl sicher erstmal nicht mehr haben wird"

Normalerweise hätte sich dieses "Problem" ja gar nicht ergeben, wenn man gleich aufs Gymnasium geht.

Jeder Schulwechselhat seine Vor-und Nachteile.

Wenn man sich davon leiten lässt was alles schiefgehen könnte, dann muss man zu Hause bleiben.

Erst begründete Angst aufgrund der Vorgeschichte sollte in die Entscheidungen einfließen.

Nach Deiner Logik könnte man um sicher zu gehen, dass sie die beste in der Klasse ist sie sicherheitshalber in der Hauptschule anmelden.

Solange es keine Anhaltspunkte gibt, dass man das Gymnasium nicht schafft gibt es leistungsmäßig keinen Grund einen dort nicht hinzuschicken

Man wächst mit den Anforderungen. Man sollte nur nicht überfordern.

Aber weniger zu bringen/fordern als möglich ist, weil man (unbegründete) Angst vor Überforderung hat ist m:E. nicht das Wahre.

Beitrag von franzi1206 16.12.09 - 19:41 Uhr

Und woher kann ich denn im Vorfeld sehen ob es eine angemessene Anforderung oder aber Überforderung ist? Nirgendwo.
Meine Gründe lagen auch nicht nur darin, falls du meinen Beitrag richtig gelesen hast... Es war eine Vielzahl aus total unterschiedlichen Beweggründen.
Aber wie gesagt, das sollte jeder für sich selbst und vor allem im Sinne des Kindes entscheiden.
Wenn man aber deine Meinung liest, könnte man fast davon ausgehen, das ein Realschulabschluss nicht viel wert ist!

Beitrag von parzifal 17.12.09 - 10:35 Uhr

"Und woher kann ich denn im Vorfeld sehen ob es eine angemessene Anforderung oder aber Überforderung ist? Nirgendwo. "

Die Empfehlung der Grundschule ist zumindest ein Indiz.

Ich plädiere auch nicht für das Gymnasium wenn es das Kind überfordert.

Ich plädiere gegen eine Entscheidung vom Gymnasium Abstand zu nehmen weil es überfordern KÖNNTE und man für die Befürchtung keine objektiv nachvollziehbaren Gründe nennen kann.

Ob die anderen Entscheidungsgründe gewichtig genug waren vom Gynasium Abstand zu nehmen kann ich nicht abschließend beurteilen.

Die Frage der Überforderung hätte bei Dir aber keine Rolle spielen dürfen, wenn es dafür keinen begründeten Anlaß gab.

"Wenn man aber deine Meinung liest, könnte man fast davon ausgehen, das ein Realschulabschluss nicht viel wert ist! "

Diese Aussage verzerrt worum es geht.

Wenn ich feststellen würde, das Platin mehr wert als Gold ist würdest Du vermutlich behaupten, "man könne fast davon ausgehen, dass Gold nicht viel wert ist".

Es geht also darum was ist mehr wert.

Meine Meinung ist, dass wenn man die Wahl zwischen beiden Abschlüssen hat, sollte man das Abitur wählen (selbst dann, wenn die weitere Ausbildung diesen Abschluß nicht zwingend voraussetzt).


Beitrag von jules0815 17.12.09 - 14:37 Uhr

Die Antwort würde ich sofort unterschreiben!


Wieso nur einen Apfel pflücken, wenn man auch nach den Sternen greifen KÖNNTE?!

Beitrag von dominiksmami 16.12.09 - 19:12 Uhr

Hallo,

im von dir genannten Fall würde ich der Mutter des Kindes raten über ihren eigenen Schatten zu springen.

Wenn ich nämlich meinem Kind NICHT zu traue den Druck und das Lerntempo auszuhalten, dann wird es das auch NICHT schaffen.

Wenn ich aber meinem Kind vertraue und ihm eine Chance gebe seine eigenen Fähigkeiten und seine eigene Belastungsgrenze zu finden, dann wachsen die meisten Kinder weit über das hinaus, was wir Mütter oft in unseren schützenswerten, kleinen Mäusen sehen...die wir doch gestern erst in den Armen gewiegt haben und die doch noch so zerbrechlich sind.

Vertrauen....Zutrauen..das sind wichtige Dinge.

Wie schon gesagt wurde, der Abstieg wäre um vieles einfacher als ein Aufstieg, aber wenn eine so klare Empfehlung gegeben wird, glaube ich gar nicht das ein Abstieg überhaupt in Frage käme.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von similia.similibus 16.12.09 - 21:17 Uhr

Ich danke allen sehr, die sich an dieser Diskussion beteiligt haben. #danke

Ich nehme mir die Antworten zu Herzen. Es gab auch neue Denkanstöße! Ein bisschen Zeit haben wir ja noch, uns zu einigen und die hoffentlich beste Entscheidung für unsere Tochter zu treffen.

Lieben Gruß von
similia