Wie soll ich mit der Erzieherin reden?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 15:12 Uhr

Hallo
Mein Sohn besucht seit fast einem Jahr den Kindergarten. Bisher gab es wenig Probleme. Vor 2 Wochen wurden wir von der Erzieherin angesprochen, dass Niklas momentan sehr zappelig sei. Ich erklärte ihr, dass unser Arzt grade testet, wie mein Sohn ohne seine Schilddrüsenmedikamente auskommt- daher das Zappeln. Niklas wird momentan tatsächlich eher zappelig, wenn er zuwenig Bewegung hatte. War er einmal draußen, ist er wieder ruhig.

Mein Mann hat das gefühl, dass die Erzieherin Niklas nicht sonderlich mag und sehr oft ignoriert, wenn er mit ihr redet (das sei ihm morgens beim bringen aufgefallen).:-(

Nun hatten wir gestern die U8. Sie ist sehr gut verlaufen. Laut Ärztin ist Niklas seinem Alter weit vorraus. Die Arzthelferin, die die Test machte fragte mich, ob ich wüßte wie intelligent mein Kind eigentlich sei und betonte mehrmals, dass er schon fast Schulreif sei. :-D
Ich sprach das Zappeln im Kindergarten an- doch da er dort ruhig und konzentriert war, sagte die Ärztin nur, dass Kinder das halt auch mal haben.
Um das Kind richtig zu Fördern, schlug sie uns Geigenunterricht vor. Er rechnet nämlich gerne, liebt das Alphabet und beginnt zu lesen- macht er damit so weiter, würde er sich in der Schule dann langweilen.

Zurück im Kindergarten fragte uns die Erzieherin, wie die U8 gelaufen sei. Ich sagte nur, dass die Ärztin der Meinung sei, er sei recht weit- da fing sie gleich an:
"Kognitiv schon- aber im Sozialverhalten gäbe es Probleme#schock (und welche? Das hat sie uns nie erzählt- er spielt mit anderen Kindern. Allerdings ist er auch manchmal trotzig und stur).
Er würde viel Aufmerksamkeit fordern (ja- er ist ein Kind, dass viel fragt und alles genau wissen möchte)

Außerdem hätte er keine Phantasie wie andere Kinder :-[ (Und wieso erfindet dieses Kind andauernd die dollsten Geschichten und steht auf dem Weihnachtsmarkt auf der großen Bühne und denkt sich ein neues "Gedicht" aus, während er ins Mikro spricht- weil er den Anfang des Gedichts, welches er aufsagen wollte, vergessen hat?)
Sie gab als Beispiel an, dass ein anderes Kind etwas von einem fliegendem Hund erzählt hat und er wohl gleich sagte: "Das gibt es doch gar nicht!"
Dann wollte sie wissen, was die Ärztin zum zappeln sagte. Das mache ihr Sorgen. Ich fragte sie, ob sie an ADHS denkt- das lehnte sie aber gleich geschockt ab und meinte, diese Kinder seien viel unkonzentrierter und noch zappeliger.

Ich war erstmal baff bei dem Gespräch und habe wenig gesagt. Bin allerdings sehr traurig über die Einschätzung der Erzieherin. #schmoll

Ich weiß nicht genau, wie ich mit ihr reden soll. Kann ie ja schlecht fragen, ob sie meinen Sohn einfach nicht mag. #schwitz
Hat jemand ne Idee für mich?

lg abenteuer mit Niklas (3 3/4 Jahre alt)

Beitrag von wort75 16.12.09 - 16:06 Uhr

weisst du, es ist schon leichter von der Arzthelferin und der aerztin zu hören, dass du ein wunderkind hast, weit voraus etc. als von der kinderbetreuerin zu hören, dass er von der sozialkompetenz und der phantasie her weniger weit ist. genau die punkte also, die der arzt ja nicht einfach so an einem mittag sieht...

ob du das annehmen willst oder denkst, sie übertreibt, bleibt dir überlassen.

ich kann mir beides vorstellen. dass er sehr intelligent ist, sehr aufmerksam, sehr fordernd - aber ggf. wirklcih im umgang mit anderen noch nicht ausgeprägt entwickelt ist. oder das einfach zu seiner art gehört. einem anderen kind seine geschichte mit einem "das gibts doch gar nicht" zu zerstören ist nicht sehr rücksichtsvoll...
aber eigentilch egal: es muss doch nicht jedes kind gleich sein. und anpassen wird sich das auch noch mit dem alter. sowohl kann er sozial aufholen, als dass die kollegin in in der ersten klasse beim lesen etc. wieder einholen. mach dir keine gedanken.

das mit dem gedicht auf der bühne: auch das kann man sehen wie man will: die kreativität, sich etwas als "lückenfüller" einfallen zu lassen - oder die mangelnde fähigkeit, das gedicht einfach korrekt aufzusagen, sich darauf zu konzentrieren... weisst du was ich meine? und selbst wenn er das gedicht nicht fertig gesagt und nichts weiter erfunden hätte - auch egal.

die erzieherin hat ggf. wirklich weniger den draht zu einem "naseweisen" kind als zu einem, dass über fliegende hunde spricht. vielleicht mag sie die art deines kindes wirklich weniger, als das von anderen. aber auch das ist normal. und sie wird nichts an ihren gefühlen ändern können. aber du kannst sie fragen - und sie kann ggf. professioneller mit ihren gefühlen umgehen.

aber nur weil sie dein kind nicht als wunderkind oder "den anderen weit voraus" empfindet heisst das noch nicht, dass sie ihn nicht mag. vielleicht will sie dich auch nur etwas bremsen. weil es nichts grausigeres gibt als eltern, die mit ihren wunderkindern hausieren gehen - dabei haben sie, wie die meisten eltern - kinder mit momentanen stärken und schwächen.
wenn meine schwester mit ihren wunderkindern prahlt, kommt mir auch immer der wiederspruch - und ich weise sie auf die fehler der kinder hin. weil mich das so graust, dieses ewige: man muss ja sowas von besonderen kindern haben. sie hat nämlich absolut normale, absolut liebe, absolut grossartige und absolut durchschnittliche kinder. so durchschnittlich und einzigartig wie alle anderen auch :-)

fühl dich jetzt nicht angegriffen - ich sage weder dass dein kind nicht weit voraus ist, noch dass du ihn als wunderkind sehen willst - ich schreibe nur mal eine ander optik. ich hab dein kind ja noch nie geshen und nie erlebt.

Beitrag von sandra1610 16.12.09 - 16:45 Uhr

#pro
Ich bin Erzieherin und sehe das ganz genauso! Und ja, ich gebe zu, ich komme auch mit diesen "naseweisen" Kindern weniger klar, als mit anderen - weil sie einfach oft nerven. ABER man muß als Erzieherin die Professionalität haben, das dem Kind nicht spüren zu lassen. Auch wir Erzieherinnen sind "nur" Menschen und man kann einfach nicht jedes Kind gleich gern mögen, is nun mal so...

Und es ist auch tatsächlich sehr oft so, dass die "überklugen" Kinder Defizite im sozialen Bereich haben. Ich kann mir also gut vorstellen, dass das in diesem Fall hier so ist und die Mutter einfach nur die guten Dinge der Arzthelferin hören will, aber nicht die "Kritik" der Erzieherin. Aber auch damit muß man als Mutter klarkommen....

Das Kind wird sich auch ganz sicher nicht in der Schule langweilen, denn in der Schule passiert noch soooo viel mehr... Ich hatte schon oft Kinder, die vor der Schule schon lesen und schreiben konnten. Aber keiner hatte dann Probleme in der Schule, denn die anderen Kinder holen das ganz schnell auf.

lg, Sandra

Beitrag von juki 16.12.09 - 17:09 Uhr

""naseweisen" Kindern weniger klar, als mit anderen - weil sie einfach oft nerven"

Allen Erziehern sind anscheinend (wie soll ich sagen)"Kinder die nichts wissen wollen" lieber, dass finde ich sehr schlimm....
alles was/jeder der anders ist ist nicht normal.....
und wissbegierige Kinder sind gleich naseweis und überklug....werden direkt in eine Schublade gesteckt.....

Klar kann man nicht jedes Kind gleich mögen, aber es sind meist die die von der Normabweichen, die weniger gemocht werden.....

LG

Judith, der auf diese Weise als Kind die Lust aufs fragen ausgetrieben wurde...

Beitrag von sandra1610 16.12.09 - 17:45 Uhr

Es geht nicht um wissbegierige Kinder! Ich habe um Gottes Willen kein Problem damit, wenn ich von Kindern viel gefragt werde. Im Gegenteil, es ist ja schön, wenn die Kinder Interesse zeigen an dem, was man als Erzieherin mit ihnen macht.
Unter "naseweisem" Kind verstehe ich persönlich was anderes. Das sind Kinder die alles besser wissen wollen (auf ungute Art und Weise), und die Meinung und die Erklärungen anderer (auch Erwachsener) nicht akzeptieren können. Und diese Kinder sind sehr wohl manchmal nervig - sorry. Wie gesagt, das hat absolut nichts mit Wissbegierigkeit und vielem Fragen zu tun!!!

Erzieherinnen sind keine Roboter, die auf "ich liebe alle" programmiert sind! Auch dir wird es ja wohl auch so gehen, dass du nicht jeden Menschen gleich gerne magst. Das ist menschlich und ganz normal! Und so ist es eben auch im Kindergarten. Man darf das aber niemals einem Kind spüren lassen.

lg, Sandra

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 18:58 Uhr

Warum schreibst du dann, dass du auch mit diesen "nasenweißen" Kindern weniger klar kommst- das impliziert, dass mein Sohn naseweis ist. Das ist er nicht- nur wissbegierig!

Beitrag von cassidy 16.12.09 - 20:41 Uhr

Sorry, aber auch hier muss ich dich noch einmal darauf hinweisen, das du wohl deinen Arbeitsauftrag nicht recht verstanden hast. Nicht DU sollst mit den Kindern machen, sondern die KINDER machen und du sollst sie dabei unterstützen. Ich weiß ja nicht nach welchen pädagogischen Ansatz du (dein Arbeitsplatz) arbeitest. Macht leider den Eindruck von "wir bespassen die Kinder und beantworten alle bequemen Fragen, trinken neben bei Kaffee und erzählen vom Wochenende" und nicht nach situationsorientiertem Ansatz oder Kind im Zentrum oder "hilf mir es selbst zu tun" (Maria Montessori) oder, oder, oder,...

Traurig, Traurig.

Beitrag von cassidy 16.12.09 - 20:31 Uhr

Wow, welche ein professionelle Einschätzung seiner selbst!

Bei solchen Aussagen könnte ich abdrehen, das es solche Kollegen gibt. Wenn dich Kinder in deinem Job nerven, dann solltest du ihn wechseln.

Ich räume ja ein das es mal Tage gibt, an denen Kinder mehr Aufmerksamkeit haben wollen, als man ihnen geben kann, da es der Betreuungsschlüssel eh schon kaum zu lässt, jedem Kind in seinem individuellen Bedürfnis nach zu kommen. Doch das du besonders interessierte, fragende und auch hinterfragende Kinder in eine Schublade steckst mit der dem Vermerk "nervend", ist nicht tragbar.

Und das du durch deine Umschreibungen und in Anführungsstrichen gesetzte Prädikate der Kinder eine negative Haltung den Teilleistungs- bzw Hochbegabten wieder spiegelst, zeugt genauso wenig von einer professionellen Arbeitseinstellung.

Ja, Kinder die nicht in das typische Raster passen, brauchen mehr Zuwendung, man braucht mehr Nerven und es bedarf mehr Arbeitseinsatz. Ich weiß das nicht nur aus beruflicher, sondern auch aus privater Sicht. Mein Mann und ich brauchen in den letzten Jahren reichlich gute Nerven. Da wir immer wieder gegen Vorurteile ankämpfen müssen, das unser Kind keine Grenzen kennt, das er Erwachsenen gegenüber keinen Respekt hat, das er zu viel Quatsch redet, das er unkonzentriert ist ( es interessiert ihn einfach nicht, und macht eben was anderes) und so weiter und so weiter und so weiter.

Gruß, cassidy

Beitrag von wort75 21.12.09 - 09:25 Uhr

du ärmste - das ist zu ehrlich für stolze wunderkind-mamas. niemand hört gerne, dass die angeblichen wunderkinder oft nur mühsam sind, weil sie zwar funtionieren wie erwachsene, aber dafür extreme defizite in anderen bereichen haben.

duck dich- steine fliegen.

ich finde dich sehr erlich. und ich bin sicher, dass es zu 90% allen erzieherinnen so geht. ich sehe das in der krippe unserer kinder. da hats auch zwei exemplare von kleinen erwachsenen. die sehr anstrengend sind und das schönste spiel, die herrlichsten gedankengänge und geschichten kaputt machen können, indem sie festhalten wollen, dass sie längst wissen, dass hunde nicht fliegen und der niklaus nicht existiert...

aber deren mamas wollen halt auch lieber hören, dass die kinder super in der gruppe integriert sind und viel freude verbreiten viel freude bereiten.

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 17:11 Uhr

Hallo
Danke für deine Antwort.
Ich kann nicht leugnen, dass ich mich sehr über die Aussagen beim Arzt gefreut habe- ich sehe mein Kind allerdings nicht als Wunderkind an. Mir ist durchaus bewußt, wie man einen solchen Test, der nur einige Bereiche testet, einzuordnen hat. Dennoch hat die Erzieherin gefragt und ich habe kurz und knapp geantwortet.
Was mich geärgert hat ist die Aussage mit der Phantasie- weil es einfach nicht stimmt, dass er wenig Phantasie hat. Mir kam es halt so vor, als wolle sie nun unbedingt etwas negatives sagen. Wie bereits geschrieben habe ich nur diesen einen Satz zu ihr gesagt und bestimmt nicht die ganze Zeit geprahlt, wie toll mein Kind sei.

Mir ist durchaus klar, wie stur, eigenwillig und anstrengend Niklas sein kann- mir ist aber genauso klar, dass mein Kind eine altersentsprechende Sozialkompetenz und viel Phantasie besitzt. Und wenn die Erzieherin anderer Meinung ist, ist es auch ok- nur finde ich es komisch, dass sie es ausgerechnet jetzt ansprach. (Ich habe vor ca 2 Monaten ein längeres Gespräch gesucht, um zu erfahren, wie er sich in der Gruppe verhält, wie er mit den anderen Kindern zurechtkommt und ob es Schwierigkeiten gibt etc. Da war sie zufrieden mit ihm)

In dem Punkt, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln, kann ich dir nur zustimmen. Jedes Kind hat individuelle Stärken und Schwächen. Niklas Freundin Alina konnte schon ganz früh Fahrrad fahren und klettert wie eine Weltmeisterin, Anna malt dafür wunderbar und Niklas hat eben einen guten Wortschatz und ein gutes Verständnis für Zahlen und Buchstaben.

Das Gedicht kann er übrigens ohne Probleme aufsagen- das hat er nun schon vielen Vorgetragen. Auf der Bühne fiel ihm jedoch der Anfang nicht ein- als ich danach das 1.Wort sagte, konnte er es wieder.

Mir kam da grade noch was in den Sinn: du sagst deine Schwester prahle immer mit ihren "Wunderkindern" Verstärkt sich das nicht noch, wenn du dann auf die Fehler hindeutest? (sozusagen um ihre Kinder zu verteidigen). Vielleicht glaubt sie, du siehst nur ihre Fehler und versucht nun dir klarzumachen, dass ihre Kinder auch Fähigkeiten haben.

lg abenteuer

Beitrag von wort75 21.12.09 - 09:18 Uhr

kann sein, dass es das verstärkt. aber mir ist das wurst. ich tus trotzdem. ich finde das so schlimm. jetzt wieder am vorgezogenen weihnachtsfest... wie die dressierten affen mussten die kinder da lieder und gedichte vortragen, obwohl es ihnen absolut keinen spass machte.
ich meine: jeder hat einen beitrag an ein fest zu leisten. und wenn man grössere kinder "zwingt" mal ein flötenstück oder ein lied vorzutragen,okay. aber so kleine?

ich sagte dann auch, dass ich nicht das gefühl hätte, die kinder würdens gerne machen. aber den einsatz der kinder lobte ich schon. es sind herrliche kinder. aber völlig phantasielos - sie haben vor lauter wissens-abfütterung keine zeit für die entwicklung von phantasie. erst jetzt, wo die grosse in die obligatorische vorschule kam (ist in der schweiz pflicht) lernt sie auch mal, dass mans ich vorstellen kann, hunde könnten fliegen...

weisst du, die haben allen schon geschenke gebastelt. sonst bekämen sie nämlich keins zurück, super motivation. schlussendlich sassen sie heulend am tsich, und die mutter bastelte das zeug. mann. mein junge hat ein paar geschenke gebastelt, einige sind ziemlich greulich - aber er hat sich gedanken gemacht und phantasie gezeigt: dem opa bastelte er ein flugzeug aus klopapier und kleber. (der opa fliegt) ist doch toll. sicher wird das nicht das neue jahr überstehen und sicher sind die bedruckten tischtüchter seiner cousinden (oder deren mutter) hübscher - aber er hatte eine idee, hat sich gedanken gemacht... und klar, dafür hatte er keine zeit mehr, der omi auch noch was zu basteln. das ist so egal...

aber oaky... ich weiss, was du meinst. ich will eher mit der kritik zeigen, dass mir die kinder in "natura" besser gefallen als die dressierten affen, die man aus ihnen macht. die dafür aber super funktionieren und schon richtige kleine erwachsene sind - erhaben über den rest der kinder. und leider nie dazu gehören.

Beitrag von pocahonti 16.12.09 - 16:39 Uhr

Hallo,

ich bin auch Erzieherin und es ist nicht einfach, dir einen Rat zu geben, da wir dein Kind ja nicht kennen und erleben.

Ich kann dir nur meine Meinung sagen:
Zum einen finde ich es sehr seltsam, dass eine Ärztin oder Arzthelferin sagt, dein Kind sei mit drei Jahren fast schulreif.
Jedes Kind ist in seiner Entwicklung unterschiedlich, manchmal sind sie etwas weiter als andere Kinder in dem Alter und in der nächsten Phase holen die anderen Kinder wieder auf.

Zum anderen ist es auch so, dass ein Kind nie in allen Bereichen "perfekt" oder weit entwickelt ist.
Meine Tochter ist kognitiv auch überdurchschnittlich weit für ihr Alter, dafür ist sie in der Grobmotorik etwas hinterher. So ist das eben...

Nun zu der Erzieherin: Das Sozialverhalten kann die Ärztin nicht einschätzen.
Sozialverhalten heißt auch nciht nur, dass er mit andern Kinder spielt, zum Sozialverhalten gehört viel mehr!!

Z.b. Spielt dein Sohn nur mit bestimmten Kindern oder wechselt es häufig seine Spielpartner?
Lässt er sich auf neue Beschäftigungen ein? Spielt er konzentriert? Geht er auf die anderen Kinder ein? Zeigt er eigene Gefühle? Geht er auf die Gefühle der anderen Kinder ein? Geht er selbst auf andere Kinder zu? Kann es sich auf Interaktion mit anderen einlassen? ...
Und so weiter...

Du siehst, als Mutter kannst du das Sozialverhalten deines Kindes eher schlecht einschätzen, das funktionert am besten in einer größeren Gruppe.

Von daher würde ich die Feststellungen der Erzieherin nicht einfach abtun, sondern akzeptieren.
Ist ja auch nichts schlimmes, er ist erst drei und hat noch jede Menge Zeit, das Sozialverhalten zu verbesssern!

LG,
Silke

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 18:35 Uhr

Hi
"Spielt dein Sohn nur mit bestimmten Kindern oder wechselt es häufig seine Spielpartner?"

Niklas hat seine festen Freunde im Kindergarten, mit denen er bevorzugt spielt. Da er allerdings kein schüchternes Kind ist, spielt er eigentlich mit fast allen Kindern.

"Lässt er sich auf neue Beschäftigungen ein?"
Ja. Er bastelt, singt, turnt und tanzt z.B. gerne. Niklas ist sehr aufgeschlossen und neugierig.

Spielt er konzentriert?
Er liebt Puzzle und ist dann immer ganz vertieft, bis es fertig ist. Wenn er mit seiner Holzeisenbahn spielt, hört man auch mal 2 Stunden nichts von ihm. Es gibt Phasen, in denen er ganz konzentriert spielt und Phasen, in denen er lieber kommuniziert und tobt.

"Geht er auf die anderen Kinder ein?"
Neue Spielideen von anderen nimmt er in der Regel schnell an. Er teilt gerne und ist auch bereit zu warten. Allerdings ist er ein wenig stur (er erwartet, dass andere "bitte" sagen, wenn sie etwas wollen) und ist sehr hartnäckig und schnell verzweifelt, wenn er sich im Unrecht fühlt. Manchmal hat Niklas viel Empathie, manchmal auch nicht. Wir sprechen jedenfalls oft darüber, wie sich andere wohl fühlen.
Mit seinen kleinen Brüdern ist er oft etwas wild- allerdings passt er sonst sehr gut auf, dass ihnen nichts zustößt (z.B. nichts verschlucken) und tröstet sie auch, wenn etwas ist.

Zeigt er eigene Gefühle?
Ja- die kann er auch sehr gut ausdrücken, weil er viele Begriffe kennt, mit denen er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Wenn er wütend ist, geht er oft selbst in sein Zimmer, um (wie er sagt) etwas nachzudenken. Ab und zu hat Niklas lautstarke Wutanfälle- die sind aber meistens schnell vorbei.

Geht er auf die Gefühle der anderen Kinder ein?
Joa- er versucht meistens ein Vergleich zu sich herzustellen. Wenn andere z.B.wütend sind fragt er wieso oder interpretiert selber. Bei einzelnen Kindern (die er nicht mag) interessiert ihn das aber auch nicht. Da kann er sehr dann auch mal egoistisch sein.

Geht er selbst auf andere Kinder zu?
Ja. Niklas ist sehr kontaktfreudig und findet schnell neue Freunde.

Kann es sich auf Interaktion mit anderen einlassen?
Ja- er führt mit seinen kleinen Freundinnen besonders niedliche Gespräche- ob sie ihn heiraten wollen z.B. *g*
Allerdings hat er auch einen Dickkopf und streitet sich öfters mit anderen. In der Regel verträgt er sich aber recht schnell wieder (oder versucht es zumindest)

lg abenteuer

Beitrag von sandra1610 16.12.09 - 18:59 Uhr

Ein rundum perfektes Kind also.... ;-);-):-p

lg

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 19:32 Uhr

ähm- ich finde nicht, dass ich geschrieben habe, dass mein Kind perfekt sei. Stur, bockig, launisch und dickköpfig sind für mich z.B. KEINE perfekten Eigenschaften.
Ebenfalls schrieb ich, dass mein Kind nicht immer Empathie zeigt und ihm die Gefühle bei Kindern die er nicht mag, auch mal egal sind.
Und ich meine, ich habe auch erwähnt, dass er manchmal recht streitsüchtig ist.
Sollte ich mein Kind etwa nur negativ bewerten und alles andere ausblenden?

Beitrag von hoeppy 16.12.09 - 19:40 Uhr

Hallo,

ich würde die Worte der Erzieherin nicht abtun als hätte sie unrecht.

Ich würde sie aber auch nicht überbewerten.

Kinder sind eben verschieden.

Ich kann verstehen, dass es Dich stolz macht, wenn der Arzt so tolle Sachen über Dein Kind sagt.

Aber ganz ehrlich-ich beneide Dich nicht drum. Noch ein bisschen mehr und man kann schon fast von Hochbegabung sprechen und dann wird es Dein Kind nicht leicht im Leben haben.

Da habe ich lieber ein normales Kind, das in eine normale Schule mit vielen Freunden gehen kann als ein Kind, das schon früh (mit 3 Jahren) rechnen, lesen und schreiben kann. Denn-wie sollen die Lehrer ihn in der ersten Klasse bei Laune halten? Wie soll sein Schulweg in ner normalen Schule werden?

Folglich würde er wenn er wirklich mit 3 Jahren ließt und rechnet früh auf ne Schule für hochbegabte gehen oder Klassen überspringen. Und dann ist es auch vorbei mit den Freunden aus der Umgebung....

Wir haben selbst SO ein Kind in der Familie.....

Und dieses Kind ist zwar SEHR intelligent aber was das Sozialverhalten angeht weit hinten dran. Das scheint wohl ein bekanntes Problem bei besonders begabten zu sein.

Dann lieber ein Kind das erst in der Schule lernt was es zu lernen gibt...

Das ist übrigens nicht böse gemeint... Ich wollte Dir nur mal die Kehrseite der Medaille zeigen, denn es ist nicht alles Gold was glänzt...

LG und alles gute;-)

Mona

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 20:17 Uhr

hi.
Danke für deine sehr anregende Antwort.
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass mein Sohn hochbegabt ist- wenn es so wäre, hätte die Ärztin doch sicher nen Test vorgeschlagen. Ich glaube er ist einfach nur wissbegierig und hat n faible für Buchstaben und Zahlen. Beginnen hochbegabte Kinder nicht auch früh mit dem Sprechen? Das war bei Niklas nämlich gar nicht so. Und auch sonst- neeee

Was du über hochbegabte Menschen schreibst, kann ich bestätigen. Mein Vater ist hochbegabt- und er ist kein einfacher Mensch. Auch im Job hat er es nie an die Spitze geschafft, da andere einfach bessere soziale Kompetenzen hatten und eher befördert wurden.
Zu Schulzeiten hieß es bei mir oft ich wolle nicht lernen, wenn ich etwas nicht sofort verstand.
Und wenn ich so überlege, hat mein Vater auch sehr wenig Freunde.

Ich möchte auch lieber ein glückliches Kind mit vielen Freunden haben.

lg abenteuer- die auch vor der Schule lesen u rechnen konnte aber nie hochbegabt war.

Beitrag von cassidy 16.12.09 - 23:23 Uhr

hallo,

dein Sohn muss nicht unbedingt eine 100% Hochbegabung haben. Wenn Menschen in einzelnen Bereichen besondere Fähigkeiten haben, nennt man dieses eine Teilleistungsbegabung oder Inselbegabung. Auch nicht alle Merkmale der Stärken und Schwächen müssen zutreffen. Es ist keine Check-Liste, sondern nur eine Auflistung der möglichen Merkmale, die darauf schliessen können, das eine Begabung vorliegt.

Sprich doch mal mit eurer Kinderärztin darüber oder lasst euch beraten.(Wichtig: Therapeuten aussuchen die fachlich qualifiziert sind, im Bereich Hochbegabung) Viele schrecken davor zurück, weil man ein Unbehagen verspürt zu einem Therapeuten zu gehen oder es heißt, das die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, aber auch da gibt es Mittel und Wege, das sie es doch tun. Eine Möglichkeit ist die, das der Kinderarzt nicht einen Begabungstest (keinen IQ-Test, der sagt nicht aus, über eine Begabung) anordnet, sondern als Grund für eine Konsultation eines Fachmannes/frau "Verhaltensauffälligkeiten" angibt. Die zweite Möglichkeit ist die, das man im Nachhinein der Kasse Unterlagen vorlegt, die besagen, das es für das Kind zwingend notwendig war, eine Diagnose erstellt, da es dem Kind extrem schlecht ging und geholfen werden musste. Dieser Weg ist anstrengend, aber machbar.

Grundsätzlich muss man sich aber die Frage stellen, wie geht es dem Kind. Geht es ih gut? Hat man das Gefühl, das Kind fühlt sich in seiner Person wohl? Gibt es keine akuten Gründe, muss man das Kind nicht unbedingt testen lassen. Man sollte einfach auf das Kind eingehen, seine Stärken fördern, wenn es danach verlangt und ,ganz wichtig, ihm Angebote machen, in den Bereichen, die eher zu den Schwächen zählen.

Bei unserem Sohn ist es zB so, das man eine Teilleistungbegabung im Bereich Kommunikation/Gesprächsführung vermutet. Es bedeutet nicht, das er besonders begabt ist, was Sprachen angeht, sondern, das er eine besondere Begabung hat, Gespräche zu führen, Gespräche zu beeinflussen, zu wissen, wie er Sprache einsetzen kann. Zudem gibt es sich mitunter nicht besonders viel Mühe bei der Aussprache, es ist ihm egal, denn er weis das er es kann. Klingt absurd, aber so ist es. Er war deswegen auch bei der Logo und auch dort sagen sie, das er es kann, er schluselt halt.
Des weiteren beobachtet er alles sehr genau. Er denkt über Dinge nach und stellt Fragen. Fragen, die über das "Normale" hinaus geht. Ich musste erst lernen damit umzugehen. Ihm Fragen zu beantworten, mit denen man selbst noch lange gewartet hätte. Wie oft musste ich mir von Aussenstehenden sagen lassen, das ich das Kind überfordere. Aber das ist falsch. Es ist für Paul die Höchststrafe wenn man ihm sagt, das er das noch nicht wissen braucht, weil er noch ein Kind ist.

Ich denke da zB an eine Situation, als er knappe drei war. Er durfte Abends noch ne halbe Stunde Kika sehen. Allerdings musste er um 19.00 aus machen, da dann die LOGO Nachrichten liefen. Er hat aus gemacht, aber im gleichen Atemzug gefragt, warum. Erst haben mein Mann und ich rumgedruckst und ihm erklärt, das dort von guten und schlechten Dingen in der Welt berichtet wird. Aber das ist doch für Kinder? Ja, aber für größere Kinder. Warum? Weil es Dinge in der Welt gibt, die nicht so schön sind. Welche? Naja, es gibt zB Menschen, die sich ganz doll streiten, So doll, das sie sich ganz furchtbar wehtun. Nicht nur schupsen und treten, sondern viel Schlimmer. Wie schlimm? So schlimm, das sie in Krankenhaus müssen oder so gar sterben. Warum streiten sich die Menschen? ....

Das ganze Gespräch endete damit, das wir mit unserem Sohn darüber philosophierten warum es verschiedene Religionen gibt und sich die Menschen sich nicht einig werden können, was "die" Wahrheit ist. Fazit unseres Sohnes: Die Menschen sind doch doof. Jeder kann doch glauben, woran er glauben möchte.

Paul hat ein großes Interesse an Mathe und Physik. Dieses ist für ihn aber nicht besonders, das interessiert ihn halt. Wenn er gefragt wird, was er besonders gut kann, sagt er immer: Malen und Beobachten.

Wer jetzt noch weiter lesen mag ;-), dem zähle ich jetzt auch seine Schwächen auf.

Er hat einen extremen inneren Ansporn, Dinge sofort beherrschen zu müssen, klappt es nicht, lässt er es ganz sein, bzw. er fängt es eigentlich gar nicht erst an, wenn er sich nicht sicher ist, das er es kann. (Beispiel: er muss für sich erst im Kopf wissen wie man eine Vorwärtsrolle technisch macht und erst dann macht er sie).

Er glaubt, das alles so laufen muss, wie er es will bzw er muss den genauen Ablauf kennen, um sich darauf einstellen zu können. Neue Situationen sind ihm unbehaglich und er verweigert sich unter Umständen.
Er ist gerne der Chef.

Er ist unheimlich sensibel. Nimmt sich viel zu Herzen.

Er mag gerne toben, aber ist keine Sportskanone und hat Defizite in der Grobmotorik.

Er hat nicht besonders viele Freunde im Kindergarten. Er spielt zwar hier und da mit, aber ist eher für sich, da sich die Gleichaltrigen nicht unbedingt für die Themen interessieren, die ihn interessieren. (Das ist auch die Prognose von Seiten der Kiga-Leitung: eher wenige ausgewählte Freunde, als der Partylöwe)
(Doch noch mal kurz was Positives: Er hat für sich erkannt, das er anders ist als die anderen. Das ist Sozialkompetenz! Wenn Kinder mit 4,5 Jahren, sich selbst so einschätzen können, ist das enorm)

In der Schule wird es höchst wahrscheinlich so sein, das er fachlich gut mit kommt, aber es eher Stress geben wird, was die Hausaufgaben angeht. (Er weiß er kann es, warum soll er es noch mal machen)

So, ich halt jetzt mal ein. Mir ist nur wichtig ein bisschen aufzuklären, zu helfen oder Denkanstösse zu geben.
Wer noch Fragen hat, darf mich gerne anschreiben. An einige Spezies: bitte keine Analyse meines Kindes, aufgrund der Merkmale die ich hier angegeben habe. Dies ist nur ein Bruchteil der Merkmale meines Sohnes und wir sind in guten fachlichen Händen und gehen mit unserem Sohn, gemeinsam seinem Weg.

Liebe Grüße,

cassidy