hat sie recht

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von krokoloko 16.12.09 - 19:24 Uhr

Hallo und Guten Abend allen,

ich frage mich, ob mein Mann mich nicht akzeptiert sowie den Rest meiner Familie. Ich bin Deutsche, er ist aus Kroatien, er gehört den musl. Glauben an.

Ich selber bin vor zwei Jahren (?) konvertiert, habe den Glauben aber nie weiter verfestigt oder dazugelernt oder irgendwas. Im Grossen ist er auch nicht sehr gläubig, er raucht und verhält sich auch so sehr europäisch. Ich denke, dass ist auch gut so denn ich weiss nicht, ob ich so damit leben könnte weil ich es eben so nicht kenne, anders aufgewachsen bin.

Naja, jedenfalls steht jetzt ja Weihnachten an, ein christliches Fest. Es soll ja auch einige Muslime geben, die das auch feiern, nur dieses Jahr meint mein Mann oder fordert indirekt von mir, dass ich nicht zu meiner Familie hin fahre um dort mitzufeiern, weil es ja nicht unser Fest ist, unser Kind soll auch nichts gross davon kennenlernen sonst wird sie immer einfordern und so "falsch" aufwachsen.

Meine Mutter dreht natürlich jetzt am Rad, ist enttäuscht und sucht alle Gründe in meinen Mann. Sie meint, er würde uns keineswegs akzeptieren. Und dass er ja in Deutschland leben würde und somit sich auch anpassen könne, sonst muss er in seinem Land leben. Das waren vorhin ihre Worte!
Ich fands schon bissel hart sowas zu hören, aber nun gut, bin eher die ruhige Person und lass mich nicht so schnell auf 180 bringen. (auch nicht immer gut)

Manchmal denke ich, sie hat Recht... doch dann sage ich mir "hey...wie kannst du nur, man sollte doch immer zusammenhalten und zu dem Mann stehen" ...
Zumal ich ja auch vor 2 Jahren den Glauben angenommen habe.
Mein Mann naja der besteht da jetzt weiter drauf, dass ich net fahre. Ich selber bin da zwiegespalten, einerseits habe ich echt keine Lust auf die Fahrt und dann gibts da halt noch was Anderes, ich kann meinen SV (stiefvater) nicht so ab, da gabs etliche Dinge mal...(würde zu viel werden)
Dann Weihnachten..hmm, so die grosse Lust drauf habe ich auch nicht, es gab ja wie gesagt viel viel Gerede, das ist auch ein triftiger Grund....

Mich würde es nur mal interessieren, könnte es vielleicht doch angehen, dass mein Mann (6 J. verheiratet) mich bis jetzt nicht ganz akzeptiert hat!?
Aber nur anhand dieses Beispiels..? Kann man das daran fest machen?

GLG und Danke !!

Beitrag von bibi22 16.12.09 - 19:50 Uhr

hi!

Mir stellt sich da eher die Frage wieso du einen anderen Glauben annimmst, der dich nicht wirklich interessiert und mit dem du dich nicht identifizierst?

lg bianca

Beitrag von siebzehn 16.12.09 - 20:02 Uhr

Das hab ich mich auch gerade gefragt....

Beitrag von dore1977 16.12.09 - 20:10 Uhr


Das war auch mein erster Gedanke!

Beitrag von anyca 16.12.09 - 19:51 Uhr

Nun ja, ein Großteil derer, die in ein paar Tagen Weihnachten feiern, sind keine Kirchenmitglieder geschweige denn tief gläubige Christen. Und Tannenbaum, Weihnachtsmann und Geschenke haben sowieso nix mit der Bibel zu tun, von daher sehe ich nicht, wieso Du das nicht feiern solltest.

Allerdings verstehe ich auch nicht, wieso man einer anderen Religion betritt, wenn man sich letztlich nicht wirklich dafür interessiert. Macht ihr denn den Ramadan mit, feiert ihr Zuckerfest etc.?

Ich denke, ihr müßt vor allem dem Kind zuliebe eine klare Linie finden, welche Rolle Religion in eurer Familie spielen soll, welche Bräuche gepflegt werden sollen und welche nicht.

Beitrag von incuria 16.12.09 - 19:52 Uhr

Ich frage mich warum Du zu einem glauben konvertierst, an den Du nicht glaubst.
Ich mein, was soll das Ganze dann überhaupt?

Dein Mann benimmt sich engstirnig wenn er sagt Eure Kinder sollen kein Weihnachten kennenlernen...
Ob Christ, muslime, usw... kommt es nicht immer noch auf den Mensch und die Herzlichkeit an?

Beitrag von jasminat 16.12.09 - 19:55 Uhr

Ihr beide kommt aus "unterschiedlichen" Religionen und beide sollten berücksichtigt werden. Deine Familie feiert Weichnachten, seine nicht - da sollte man ein Kompromiss finden bzw. beide sollten Zugeständnisse machen. Ich finde seine Aussage nicht ok und sorry aber deine Mutter hat irgendwo auch recht....
Wieso hast du eigentlich deine Religion gewechselt, ihm zuliebe? Wenn es so ist, kann er nicht dir zuliebe "Weichnachten" mit deiner Familie feiern?

Beitrag von hoda1979 16.12.09 - 20:06 Uhr

Hallo,

naja, was verstehst du bzw. deine Mutter unter "nicht akzeptieren"?

Dass dein Mann nicht feiert, und es auch fuer dich (bist doch immerhin konvertiert, hoffentlich nicht nur seinetwegen) und euer Kind nicht moechte, ist ja nachvollziehbar. Obwohl Muslime mit dem Thema sehr unterschiedlich umgehen.

Also, verbieten lassen (falls du doch noch Lust bekommst) brauchst du es dir nicht. Die Reaktion deiner Mutter finde ich allerdings auch ueberzogen (auch wenn es verstaendlich ist, dass sie traurig ist, weil sie euch zu Weihnachten gern bei sich haben moechte) - vorausgesetzt, sie bezieht das wirklich nur auf dieses Weihnachtsthema. Ich habe allerdings das Gefuehl, dass es im Grunde um ganz andere Unstimmigkeiten zwischen dir, deiner Mutter und deinem Stiefvater geht.

Mir scheint es eher so, dass die Nichtakzeptanz von deiner Mutter kommt. Denn du schreibst nichts davon, dass es zwischen deinem Mann und dir noch sonstige Probleme gibt oder er sich anderweitig unpassend verhaelt (sprich nicht integriert hat usw.). Also "sucht" deine Mutter nun irgendwelche Gruende, um ihn dir mies zu machen.

Wenn du magst, melde dich mal per PN. Ich bin auch Muslima und kann dir vielleicht noch bisschen mehr dazu erzaehlen, was aber nicht hier in dieses Forum gehoert.

LG Hoda

Beitrag von frau.mecker 16.12.09 - 21:36 Uhr

Ich würde nie konvertieren zu irgendeinem Glauben, wegen einem Mann.
Lieber lebe ich ohne diesen und speziell dem islamischen Glauben stehe ich mehr als skeptisch gegenüber.
Für mich, würde das nicht in Frage kommen.


Du hast den Glauben bewusst gewählt, auch wenn es (ich unterstelle es dir jetzt mal) nur für deinen Mann war.
Daß Probleme aufkommen würden, das hätte dir klar sein müssen und

ps:
von meinem Mann würde ich mir ganz sicher nicht verbieten wo und wann ich irgendwo hinfahre.

Aber ich denke, da sind wir grundverschieden.

mfg

Beitrag von abenteuer 16.12.09 - 21:48 Uhr

Hi
Warum solltest du deiner Tochter seinen Glauben aufdrücken? Es besteht immernoch Religionsfreiheit und wenn jmd. von der "falschen" Religion spricht, finde ich das sehr bedrohlich.
Fundamentalismus ist gefährlich!!!

Möchtest du, dass deine Tochter selbständiges Denken lernt oder möchtest du, dass sie blind etwas annimmt?

Es ist traurig, dass vielen Menschen die Chance genommen wird, sich frei zu entscheiden. Genauso schlimm finde ich es, dass sie hier in Deutschland nicht mal ein Weihnachtsfest bekommt, während ihre Freunde bestimmt alle Weihnachten gefeiert haben. Möchtest du ihr das wirklich nehmen?

Ich kann deine Mutter voll und ganz verstehen. Was dein Mann von dir verlangt ist grausam. Ob dein Mann dich akzeptiert, weiß ich nicht- aber respektieren tut er dich definitiv nicht. Aber vermutlich kann er selber gar nichts dafür- er ist so aufgewachsen- in starren Mustern.

Jeder Mensch soll glauben dürfen, was er will- man darf aber niemandem seinen Glauben aufzwingen- genau das versucht dein Mann aber. Das nennt man dann Gehirnwäsche.

Ich bin sicher, du wirst deine Entscheidung im Interesse deines Kindes treffen.

Alles Gute

Beitrag von jurbs 16.12.09 - 21:58 Uhr

ich denke dass ein unterschiedlicher glaube und die damit verbundenen lebensweisen ein riesiges problem in einer beziehung bedeuten und nur dann funktionieren, wenn beide die art des anderen zu 150% akzeptieren und ernst nehemn und kennenlernt ohne das eigene zu verlieren ...... dass du halbherzig konvertierst (übrigens falsches wort - konvertieren kannst zwischen verschichen christlichen kirchen, aber nicht in eine andere religion!) zeigt mir, dass ihr euch gegenseitig nicht versteht und ernst nehmt und auch nach so vielen jahren und einem kind eigentlich nicht kennt ......... einen rat kann ich dir nicht geben, das vernünftigste wäre wohl die trennung, aber das fällt schwer nach so vielen jahren

Beitrag von schwarzesetwas 16.12.09 - 22:10 Uhr

Ich glaub, da hast Du nen falschen Fehler gemacht mit der Konvertierung.

Meine Güte, in Deutschland ist Weihnachten ein Fest des Kommerz, im Prinzip nicht unbedingt was christliches.
Leute die deswegen einmal im Jahr in die Kirche laufen, haben nicht unbedingt was verstanden.

Aber den Kindern zuliebe - sie wachsen nunmal hier auf - deswegen ein Muslim-Theater zu veranstalten find ich daneben.

Mein Mann ist auch Türke, wenn auch nicht gläubig.
Wir feiern Weihnachten ganz normal. Mit Tannebaum usw.
Ich bin selbst auch nicht gläubig, ich finds nur einfach schön der Kinder wegen (und der Familie).

Wenn uns das mein Mann verbieten würde, wäre ich echt sauer.
Wenn er dazu noch raucht, trinkt und ansonsten wenig Muslim wäre, noch mehr.

Ich glaub, irgendwer hat da was nicht ganz verstanden bei euch.

Setz Dich durch.

Lg,
SE

Beitrag von rosenrot1974 17.12.09 - 07:53 Uhr

Bi-Kulturelle Beziehungen funktionieren nur, wenn BEIDE Seiten die Kultur und Mentalität des anderen annehmen und akzeptieren!

Wenn Du "um des lieben Frieden willen" konvertiert bist um seinen Familie zu beruhigen, dann ist das völlig in Ordnung finde ich. Man muss nicht mehr Stress verursachen als nötig. Wenn es auch für Dich in Ordnung war/ist (ich könnte das nicht! Und ich habe auch schon bi-kulturelle Beziehungen gelebt).

Aber IHR BEIDE solltet innerhalb Eurer Beziehung offen damit umgehen. Denn Du bist ja offensichtlich nicht aus Überzeugung konvertiert.

Ich selbst bin Muslima, komme aus einem 100% muslimischen Elternhaus und wir haben IMMER Weihnachten gefeiert. Und das obwohl meine Eltern religiös sind und ihre Religion leben, aber ganz sicher nicht fundamentalistisch.

Ich würde das meinen Kindern in einer überwiegend christlichen Gesellschaft NIEMALS vorenthalten. Und deswegen bin ich noch lange kein Christ.

Alles Gute Dir!
Rosenrot

Beitrag von heike011279 17.12.09 - 10:11 Uhr

Hi,
also ich finde schon, dass sie Recht hat. Denn tatsächlich lebt ihr ja gemeinsam in "Deinem" Land und Du zeigst insofern ja schon Toleranz und Respekt gegenüber seiner Kultur, dass Du seinen Glauben angenommen hast und im Großen und Ganzen ja auch mit seinen Ansichten und seiner Lebensauffassung konform geht.
Ich finde es von Deinem Mann daher nicht ok, dass er Dir nun Deinen Teil der Kultur verbieten will.
Für mich wäre das ein elementares Problem, ich kann Dir nicht sagen, wie ich das lösen würde.
Aber wie gesagt, Deine Mutter hat Recht.
Wenn er sagt, dass Dein Kind das dann ja "falsch" kennenlernt, dann hält er Dich also auch diesbezüglich für "Falsch", verkehrt, missraten?

Verstehst Du, was ich meine? Da steckt ja eine Einstellung, eine Meinung seinerseits Dir und Deiner KUltur gegenüber dahinter? Die würde mir allerdings schwer zu denken geben.

Gruß
Heike

Beitrag von frieda05 17.12.09 - 12:11 Uhr

habe jetzt nicht alles gelesen.

Die - für mich - elementare Frage ist: Willst Du Weihnachten bei Deiner Mutter sein? Soll Dein Kind Weihnachten feiern?

Wenn ja, dann fährst Du. Fadenscheinige Gründe wie: Strecke zu lang, Stiefvater ist doof etc. pp schienen bisher kein Grund zu sein. Nun, um den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen, sollen diese Argumente ziehen? Da betrügt sich aber grad jemand ziemlich heftig.

Bist Du aus religiösen Gründen nicht so auf Weihnachten getrimmt und soll Euer Kind so aufwachsen, wie die Familie Deines Mannes und er selbst sich das vorstellen und Du gehst konform damit, bleibst Du eben zu Hause.

Ich persönlich muß zu meiner Schande gestehen, daß meine oppositionelle Art mich dazu führen würde, meine Familie zu besuchen. Und sei es allein, um meinem Mann aufzuzeigen, daß ich meine Entscheidungen selber treffe.

GzG
Irmi

Beitrag von sniksnak 17.12.09 - 13:08 Uhr

"... und verhält sich auch so sehr europäisch."
#kratz Wie sollte er sich auch sonst verhalten?

Ansonsten geb ich Irmi recht...

sniksnak