Angst vor der Zukunft

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von fischen3 16.12.09 - 20:20 Uhr

Ich getraue mich ja kaum, dies aufzuschreiben. Doch schon seit längerem plagt mich die Angst vor der Zukunft mit zwei Kindern. Unsere erste Tochter (künstliche Befruchtung nach einigen Jahren des erfolgslosen "natürlichen" Versuchs, schwanger zu werden und nach einer Fehlgeburt) ist jetzt 2.5 Jahre alt und hält mich ganz schön auf Trab mit trotzen, Grenzen suchen etc.

Sehr oft denke, "meine Güte, wie mache ich das bloss mit zwei, wenn ich mit einem Kind schon oft an meine Grenzen komme." Dann wiederum ist sie so lieb und spielt selbständig etc. Und anderseits kann sie mich zum heulen bringen und ich denke, dass ich genau die Sorte Mutter geworden bin, die ich nie werden wollte, eine, wie man sie teilweise im TV sieht... Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass ich nach der Geburt der ersten Tochter mind. 6 Monate unter Depressionen litt... Was mir natürlich auch wieder Angst macht. Denn mein FA meinte, dass ich mich schon mal darauf einstellen solle, dass ich diese ebenfalls wieder bekommen werde. Wobei er mich ein wenig beruhigt hat, weil ich bereits vorsorglich im Krankenhaus (nach der Geburt) von einer Spezialistin aufgesucht werden würde.

Auch diese Schwangerschaft erfolgt via künstlicher Befruchtung und ist ebenfalls ein absolutes Wunschkind.

Kann mir irgendwer ein klein wenig Mut machen oder hat ähnliche Befürchtungen?

Vielen Dank!

LG aus der Schweiz, Nicole mit Babygirl (SSW 35 + 3)

Beitrag von anja1971 16.12.09 - 20:36 Uhr

Hi,
hm, klingt nicht so einfach. Allerdings denke ich, daß Du Dir da tatsächlich zu sehr einen Kopf machst. Ich meine, welche Mutter ist schon perfekt? Glaubst Du wirklich, andere rasten nie aus? Gerade das Trotzalter ist doch die Hölle. Meine beiden sind da auch grad drin und manchmal möchte ich sie an der nächsten Straßenecke aussetzen, so aggressiv, wütend und hilflos machen sie mich. Was mir ein wenig geholfen hat, war ein Buch über das Trotzalter. Wenn man ein bißchen versteht, was in so einem kleinen Menschen vor sich geht, wird manches leichter. Und Verhaltenshilfen bekommt man auch.

Allein so, wie Du hier schreibst, kann ich mir beileibe nicht vorstellen, daß Du tatsächlich so eine TV-Mutter bist ;-). Ich selbst halte mich nicht für so eine. Und trotzdem bin ich gestern mitten auf der Straße so verrückt geworden, daß ich meine Mäuse total angeschnauzt habe. Das ist pädagogisch sicher auch nicht sonderlich wertvoll, aber besser eine authentische Mutter als eine, die krampfhaft nach Lehrbuch lebt. Schließlich müssen die lieben Kleinen doch auch mal kapieren, wenn das Maß voll ist. Zumindest sehe ich das so.

Was Deine Depressionen angeht, so scheinst Du doch ebenfalls von Anfang an in guten Händen zu sein. Nutze diese Hilfe aus, dann wird es diesmal bestimmt einfacher für Dich (und den Zwerg).

Vielleicht spielt ja bei Dir auch die künstliche Befruchtung mit allen Ängsten und Sorgen mit eine Rolle - ich könnte mir gut vorstellen, daß meine Nerven da sicherlich nicht die besten wären.

Also, Kopf hoch. Du wirst das alles gut schaffen. Mach Dich nicht vorher schon fertig, bevor Du der Realität in die Augen gesehen hast. Vielleicht kommt alles ganz anders? Dann machst Du Dich nur unnötig verrückt!

Alles Liebe!

Beitrag von hasi.1981 16.12.09 - 20:39 Uhr

Hallo,

ich denke, diese Befürchtungen sind völlig normal. Mein erstes absolutes Wunschkind war ein Schreibaby und hat mich die ersten 4 Monate fast nicht schlafen lassen. Sie war wirklich sehr anstrengend. Als sie 8 Monate alt war, wurde ich geplant wieder schwanger (aus med. Gründen sollte ich die fam.Planung bald abschließen) geworden und hab mich sehr gefreut. Aber immer wieder hatte ich sehr große Zweifel. Kann ich beiden gerecht werden wenn mich eine schon auf die Palme bringt? Der Abstand ist doch purer Wahnsinn! Wenn das Baby auch wieder so anstrengend ist (ich konnte nicht länger als 45 min/1 Std am Stück schlafen - dann hat sie wieder geschrieen, hat nur auf mir geschlafen, musste ständig getragen werden, das stillen war ein Horror und sie hat 8 Wochen gebraucht, bis wir einigermaßen schmerzfrei stillen konnten... - in dieser Zeit war ich def. auf depressiv). Meine Große ist noch sooo klein. Wie kann ich ihr da genug Aufmerksamkeit geben, ohne Eifersucht zu schüren....... Ich hielt mich für verrückt. Selbst 3 Std vor der Geburt hatte ich mit meiner Hebi die Zweifel diskutiert ;-). Das Baby war da.... und alles vergessen. Es hat viel besser geklappt, als ich mir das je vorgestellt habe! Und nun........ bin ich 8 Monate nach der Geburt meines zweiten wieder geplant mit Nr 3 schwanger. Und natürlich hab ich die selben Zweifel ;-) - nur dieses mal weiß ich, dass ich es schaffen werde. (auch wenn ich mich manchmal trotzdem für verrückt halte ;-)).

Ich finde es normal und richtig, sich solche Gedanken zu machen. Es zeugt davon, dass du dir Gedanken machst und nicht blauäugig bist. Das zeugt doch von großer Verantwortung.

Ich wünsche dir noch eine schöne Restschwangerschaft und wünsche dir, dass es mit den beiden so klappt, wie du dir das vorstellst und wünschst!

Lg

Beitrag von cathrin1979 16.12.09 - 20:42 Uhr

Huhu !

Also dann trau ich mich jetzt auch mal zu antworten:

ICH FÜHLE MIT DIR !

Lukas war ein absolutes Wunschkind, den wir erst nach 5 langen Jahren in den Armen halten durften !
Doch auch in der Schwangerschaft mit Lukas hatte ich schon diese Ängste. Auch die Fragen:

- es läuft doch alles soooo gut, warum was ändern ?
- schaff ich das ?
- kann mein Kind mal stolz auf mich sein ?
- finanziell ?
- werd ich eine gute Mutter UND Ehefrau ?

Nun haben wir im August 09 entschieden, dass mein Imlanon nicht durch ein neues ersetzt werden soll. Wir dachten, wir lassen es jetzt einfach mal laufen. Ich hatte NIE, NIE UND NIMMER damit gerechnet, dass es schon im Oktober klappt. Ich war vor Freude aus dem Häuschen. Für genau 10 Minuten. Dann dachte ich nur:

- Oh Gott !
- wie soll ich das machen ?
- wir brauchen ne neue Wohnung / Haus (wollten uns mit dem Haus noch Zeit lassen)
- was wird mit Lukas ?
- reicht die Liebe für zwei ?
- liebt mich mein Kind trotzdem noch ?

Und und und ...

Lukas hatte zu der Zeit eine SEHR EXTREME Trotzphase und ich dachte, ich setz das Kind im Wald aus ! Bildlich natürlich ! Boah dacht ich mir, und das mal zwei: Holla die Waldfee !

Aber eins sag ich Dir:

MIT DEM BAUCH WÄCHST AUCH DAS HERZ :-)

Wir schaffen das, und weißt Du warum: weil wir MAMIS sind. Und die schaffen alles. Die schaffen es sogar, dass sie mal zugeben, dass sie fertig sind und die Schnauze voll haben.
Das zuzugeben hat mich sehr viel Kraft gekostet, doch seither bin ich viel ruhiger. Und wenn Lukas mal meint, er muss mich auf die Palme bringen, dann bitte, versuchen kann er es ja !

Ich weiß, es ist jetzt verdammt lang geworden und ich bin baff, wenn Du es bis zum bitteren Ende geschafft hast *grins*

Kurz: Du bist nicht allein und die Ängste denke ich, sind normal und vollkommen OK

LG
Cathrin + Lukas *26.09.2006 + #ei 8+5

Beitrag von moyra_jocelyn 16.12.09 - 20:55 Uhr

Hallo
Kurz zu Depressionen: Ist besser, wenn jetzt Psychologen oder Psychiater aufsuchen würdest, so kannst du dann auf ihn zurückgreifen. Ich selber litt und leide wahrscheinlich noch an Depressionen und das seit 14 Jahren. Nach der Geburt war es besonders schlimm ausgeprägt. Jetzt bin ich schwanger und habe im Januar nen Termin beim Pschiaterin, denn sicher ist sicher.
Ich kann dir auch Forum sehr sehr empfehlen, da sind Mütter unterwegs, die von der Geburt Depressionen bekommen haben oder danach oder auch davor.

http://www.schatten-und-licht.de/main.html

Alles Liebe
Julia