Beschäftigungsverbot bei 400€ Job...

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kikaninchen 17.12.09 - 09:41 Uhr

Guten Morgen!

Ich habe eine Frage:
Und zwar habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. :-)
Vor ein paar Minuten habe ich deswegen mit meiner FÄ telefoniert und schon mal einen Termin ausgemacht. Ich soll direkt heute nachmittag hin und zwar aus folgendem Grund:
Ich bin nicht 100% gesund und hatte schon in der Frühschwangerschaft meiner Großen ein BV.
Jetzt kommt noch dazu, dass mein momentaner Job körperlich sehr anstrengend ist und im Freien ausgeübt wird.
Sie meinte bei meiner Vorgeschichte würde sie kein Risiko eingehen und mir ein BV geben.
Ich bin aber Hin - und Hergerissen.

Ich arbeite nämlich nur auf 400€ Basis. So c.a. 5-6 Std (am Stück einmal die Woche).
Wie läuft das da überhaupt mit dem BV??
Ich verdiene im Monat zwischen 150 - 200€, mehr nicht.
Kann mein Chef mich dann trotz Mutterschutzgesetz kündigen? Und bekomme ich trotzdem auch dieses kleine Gehalt weitergezahlt? Ich habe kein Festgehalt, sondern werde nach Stunden bezahlt.
Oder gibt es Lohnuntergrenzen, wo dieses Gesetz nicht mehr greift?
Krankenversichert bin ich über meinen Mann.

Wäre über Antworten sehr dankbar.

Danke im Vorraus!!!
LG

Beitrag von mama2012 17.12.09 - 09:50 Uhr

hallo,

ich arbeitete nach meiner 1. geburt bei meinem früheren arbeitgeber auch auf 400€ basis und wurde nach 1,5 jahren wieder schwanger. habe zwar weiter gearbeitet aber am schluß ging es gesundheitlich auch nicht mehr und bekam somit die letzten 5 wochen ein bv. mein gehalt wurde voll weitergezahlt und wenn du schwanger bist kannst du nicht gekündigt werden. soweit ich weiß gilt das auch bei einem minijob.

denk jetzt an das baby. wenn es ein risiko ist lass dir das bv ausstellen.

wünsch dir alles gute,

liebe grüße
nadine

Beitrag von rubberduck01 17.12.09 - 12:07 Uhr

Theoretisch hast Du Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Praktisch kann es gut sein, das Dir Dein AG aus betrieblichen jetzt kündigt. Er muß halt nur nachweisen, das sein Betrieb unter der Belastung der Lohnfortzahlung in die Insolvenz gehen müßte. Bei Klein - bis Kleinstunternehmen mit wenigen Mitarbeitern aber einem fähigen Steuerberater gar kein Problem.

die Gummiente

Beitrag von mullemaus1911 17.12.09 - 13:43 Uhr

Aber der AG kann sich das Geld für die Lohnfortzahlung doch von der KK oder der Bundesknappschaft (da Minijob) zurückholen. Oder nicht?
Jedenfalls ist es in meinem Fall so. Arbeite auch im Minijob und hatte BV. Bin seit Montag im Mutterschutz. Ging alles ohne Probleme.

LG, Kerstin

Beitrag von susannea 17.12.09 - 13:46 Uhr

Der AG kann unter der Bedingung sicher nicht kündigen, da er ja den Lohn erstattet bekommt durch die U2 Umlage.

Beitrag von rubberduck01 17.12.09 - 14:22 Uhr

Ich sagte ja, theoretisch ist die TE im Recht und hat Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Praktisch bedeutet das bei einem 400-€-Job gar nichts. Wenn der Chef keinen Bock mehr auf Dich hat bist Du eben raus.

Es kommt immer auf den AG an, es gibt gute und es gibt Penner!

Die Minijobs sind eben die moderne Form der Sklaverei.

die Gummiente

Beitrag von susannea 17.12.09 - 16:56 Uhr

Nein, auch in der Praxis ist es nciht so, wenn man nciht alles mit sich machen läßt!

Denn auch beim Mini-Job kann man klagen usw. man hat identische Rechte und die muss man sich nur trauen auch zu nutzen!

Da ist nicht mehr oder weniger Sklaverei als woanders, wenn man es sich bieten läßt!

Beitrag von rubberduck01 17.12.09 - 17:43 Uhr

In der Theorie hast Du Recht. Aber allein ein Beratungstermin beim Anwalt kostet rund 200 €. PKH muß in solchen Fällen nicht zwingend gewärt werden ( wenn z.B. der Ehemann Hauptverdiener ist.)

Davon alleine lassen sich logischerweise ganz viele abschrecken. Vor allen diejenigen, die am unteren Ende der Einkommenspiramyde stehen und aus diesem Grund keine Rechtsschutzversicherung haben.

Wie gesagt, in der Theorie hast Du zu 100% Recht, in der Praxis siehts nunmal so aus, das verdammt viele ausbeuterische Arbeitgeber damit durchkommen, weil die armen Menschen sich eher schnell einen neuen Minijob suchen, anstatt zu klagen!

die Gummiente

Beitrag von kikaninchen 17.12.09 - 15:52 Uhr

Danke für die Antworten bisher.

Also ein Kleinunternehmen ist das nicht. Es gibt zwei Standorte an denen zusammen knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Mein Verlust bzw. die c.a. 160€ Lohnfortzahlung, die ich wohl bekommen würde, würden das Unternehmen nicht in den Ruin treiben.
Der kleine Beitrag an die Knappschaft wird gezahlt.
Ich erhalte auch jeden Monat eine ordentliche Abrechnung.

ABER: Ich arbeite nur einmal die Woche - Samstags. Und ich bin erst seit dem 01.10. dort beschäftigt. Gilt der Schutz dann trotzdem?
Außerdem müsste für mich eine Ersatzkraft eingestellt werden, da ich zwar nur wenig arbeite, diese Arbeit aber auch wirklich erledigt werden muss.

Ich habe jetzt erstmal auf eigene Verantwortung auf ein BV verzichtet. Nach den Feiertagen muss ich wieder zum Arzt. Sie hat gesagt, dann sehen wir weiter.
Also gehe ich jetzt, gegen den ärztlichen Rat am Samstag bei c.a. -9°C und Schneefal um 7 Uhr ackern.
Hoffentlich geht das gut...
Ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Krümel.

Aber ich möchte auch diesen Job unbedingt behalten. Die Arbeitszeiten sind unschlagbar. Ich könnte auch sofort nach dem Mutterschutz wieder anfangen zu arbeiten.
Ich denke, ich werde mal nächste Woche das Gespräch mit dem Chef suchen und ihm die Lage schildern...

Bin etwas ratlos.
Wenn ich von den Gesetzen her im Recht bin und die feuern mich trotzdem oder verweigern mir die Lohnfortzahlung - was kann ich denn da machen?
Ein Gang zum Anwalt für dieses Gehalt? Das dauert doch sicher auch ewig bis sowas entschieden ist.
Die Firma ist leider auch nicht besonders für ihren "sozialen Umgang" mit Mitarbeitern bekannt.