Schwangerschaftsdiabetis - klärt mich mal bitte auf

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von junibaby2006 17.12.09 - 12:58 Uhr

Hallo,

ich hatte letztens ein Gespräch mit meiner Feundin bzgl. zu dem Thema Schwangerschaftsdiabetis.
Aber ich muß gestehen so ganz schlau, wurde ich aus dem Gespräch nicht#kratz

Deshalb würde es mich freuen, hier einige Antworten zuerhalten:

Wie bemerke ich das ich Diabetis habe?
Wie ist das mit der Ernährung in der SS?
Muß man sich spritzen?

und und und für jede Antwort sage ich#danke

LG
junibaby2006

Beitrag von mari75 17.12.09 - 13:02 Uhr

Hallo,
man kann es NICHT merken oder spüren!!
Man fühlt sich "wie immer " und es kann dennoch sein, dass die Zuckerwerte zu hoch sind, was gefährlich für Mutter und Kind werden kann.

Daher hilft nur ein gezielter Suchtest auf Zucker beim Frauenarzt oder einem Diabetologen - zahlen tun den Test die Kasse leider nicht. Der Test heisst OgTT, oraler Glukosetoleranztest.
Ich kann ihn nur jeder Schwangeren empfehlen, kann unabängig von Gewicht und Familiensituation (auch wenn es kein Diabetes in der Familie gibt).

Ich bin auch familiär nicht vorbelastet, bin schlank, fast untergewichtig, und hatte dennoch dank diesem Test herausgefunden, dass meine Zuckerwerte in der 1. SS zu hoch waren, gegen Ende reichte auch eine Ernährungsumstellung nicht und ich musste Insulin spritzen.

Von daher: Unbedingt testen lassen !!!

LG
Mari

Beitrag von jennygv84 17.12.09 - 13:16 Uhr

Huhu

Also bei mir hat man es auch nur durch einen Test bei meine Gyn festgestellt....
Danach wurde ich dann zu einem Diabetologen geschickt wo ich dann diesen eben genannten oGTT machen musste (was ganz harmlos ist).

Nachdem dann ein Wert halt zu hoch war, sagte der Diabetologe das ich SS-Diabetes habe.
Habe nun ein Blutzucker-Messgerät mit bekommen und muss öfters am Tag (nüchtern, jeweils 1 h nach den Mahlzeiten) messen....

Bis jetzt habe ich nur meine Ernährung umstellen müssen, nicht so viele Kohlehydrate, weniger Fett, 5 Mahlzeiten am Tag, viel Obst und Gemüse. Wobei man bei Obst aufpassen muss wegen dem Fruchtzucker darin :-)

Naja und am besten langlebige Kohlehydrate wie z.B. Vollkornprodukte, Milchprodukte....


Leider merkt man wirklich nichts davon bis auf das das Kind sehr wahrscheinlich zu groß wird und es zu komplikationen bei der Geburt kommen kann.

Naja ok, die SS-Diabetes ist nach der SS wieder weg aber man hat ein erhötes Risiko Diabeteskrank zu werden in den nächsten Jahren....

Ist also nicht ganz ohne das Thema....

Ich bin froh das man es bei mir früh genug fest gestellt hat und ich da was gegen tun kann...

Hoffe ich konnte Dir auch noch ein wenig helfen...

Sorry fürs#bla#bla

Lieben Gruß

JennyGV84 mit Babygirl inside ( 29 SSW )#verliebt

Beitrag von frenze85 17.12.09 - 13:09 Uhr


Hallöchen!

Also ich bin jetzt das zweite mal schwanger. Und das zweite mal habe ich Schwangerschaftsdiabetes.
Ja und ich musste in der 1. Schwangerschaft spritzen und auch jetzt in der zweiten.
Man merkt es kaum, da die Diabetes Anzeichen meist die gleichen sind wie in ner Schwangerschaft. Zum beispiel das man viel Müde ist, sehr viel trinkt und sehr oft auf die Toilette muss.
MIt der Ernährung ist es ganz einfach, du musst darauf achten weißes Mehl so gut wie zu vermeiden und natürlich Zucker. Aber sollte es so sein bekommst du eine spezielle Ernährungsberatung. Du stehst auf keinen Fall allein da, mach dir da keine Sorgen.
Und es muss nicht jede Spritzen, wenn die Werte nicht so schlecht sind, lässt es sich auch gut mit Diät einstellen.

Wenn du noch fragen hast meld dich einfach.

Achso und nochwas, meine Tochter ist kern gesund alles ist okay. Und mit dem zweiten Baby stimmt auch alles.

Mach dir keine Sorgen, sollte es so sein wirst du schon an die richtigen Ärzte überwiesen.

Liebe Grüße

Beitrag von miau2 17.12.09 - 13:33 Uhr

Hi,
in den meisten Fällen verläuft das ganze zunächst oder auch komplett symptomlos. Es gibt Frauen mit G-Diabetes, die Zucker im Urin haben - ca. 10% sind es lt. meinem Diabetologen. Aber dafür müssen die Werte wohl sehr hoch sein. Manchmal ist es ein "Warnsignal", dass das Baby zu groß ist - dann leidet es allerdings schon unter den Folgen.

Ein wirklich sicheres, rechtzeitiges Warnsignal außer dem Test gibt es nicht. Und obwohl die meisten Frauen mit Risikofaktoren (Übergewicht, familiäre Vorbelastung, Alter über 35) heute den Test machen bleiben noch viele oder sogar die meisten Fälle von G-Diabetes unerkannt. Und das kann für das Baby schwere, lebenslange oder schlimmstenfalls fatale Folgen haben.

Mit guter Einstellung (ob nun durch Ernährungsumstellung oder Insulin erreicht ist dem Baby egal) wird das Baby dagegen nichts merken davon - denn für den Bauchbewohner ist es wichtig, dass der Blutzuckerspiegel der Mutter nicht zu hoch ist. WIE das erreicht wird, ob Normalzustand da ohne Diabetes oder durch eingestellte Werte ist egal.

Die Ernährung wird umgestellt: Kohlenhydrate werden reduziert in der Menge und in der Art - z.B. sollte Weißmehl und "normaler" Zucker komplett von der Liste gestrichen werden. Obst (ggfs. nur bestimmte Sorten), Vollkornprodukte usw. - also das, was man eher als "gesunde Kohlenhydrate" ansieht - gehören dagegen weiter auf den Tagesplan, kohlenhydratfreie Dinge sind - was den Blutzucker angeht - eher Nebensache. Bei mir sah es so aus, dass ich einen Plan mit 17 Kohlenhydrateinheiten (1KE = 10g Kohlenhydrate) bekommen habe, verteilt auf 6 Mahlzeiten am Tag. Das durfte und sollte ich essen - zu sehr auf Kohlenhydrate verzichten ist halt auch nicht gut in der Schwangerschaft.

Wenn allein dadurch die Blutzuckerwerte in Ordnung sind (so war es in meiner zweiten Schwangerschaft) muss man nicht spritzen. Wenn allein dadurch die Werte nicht in einen guten Bereich gesenkt werden können muss zusätzlich Insulin gespritzt werden - wann, wie viel und welches ist individuell total unterschiedlich. Ich musste z.B. in der ersten Schwangerschaft abhängig vom Blutzuckerwert vor den Mahlzeiten wenige Einheiten (max. 4, meine ich mich zu erinnern) eines Kurzzeitinsulins spritzen.

Kann dir also niemand vorhersagen. Es wäre auch total normal, wenn sich das im Laufe der Schwangerschaft ändert - i.d.R. so, dass erst Diät reicht und später Insulin dazu genommen werden muss. Der umgekehrte Fall, dass die Werte immer besser werden ist wohl eher die Ausnahme - so war es aber bei mir in der zweiten Schwangerschaft.

Der einzig sichere Weg herauszufinden, ob man betroffen ist oder nicht ist der orale Glucosetoleranztest, OGTT. Den sollte jede Frau mindestens einmal, besser zwei mal in der Schwangerschaft machen. Er wird wohl auch von immer mehr Krankenkassen übernommen - nachfragen lohnt sich.

Viele Grüße
Miau2