asl titer wert

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von krissi1983 17.12.09 - 13:30 Uhr

hallo,ich hoffe es kennt sich jemand damit aus.mein asl wert ist 835,also ziemlich hoch,hatte 2 mandelentzündungen vor kurzem.mein arzt sagt,wir warten erstmal ab und kontrollieren das nochmal,vor 2 monaten war der wert noch normal.ich soll mir erstmal nen termin beim hno arzt für januar holen.hab jetzt irgendwie angst dass das mein herz oder so schädigen könnte.also was bedeutet dieser hohe wert für mich???
lg,kristin

Beitrag von katha1978 17.12.09 - 14:28 Uhr

Auf die antworten bin ich auch mal gespannt,muss am Dienstag den ASL Wert meiner Tochter bestimmen lassen,sie hatte schon recht oft Scharlach

Beitrag von krissi1983 17.12.09 - 16:52 Uhr

wäre ja schön,wenn mal jemand antwortet.ich hatte 2 mal mandelentzündung mit eiter und zweimal nur halsweh mit roten mandeln und trotzdem is der asl wert jetzt so hoch.ich hoffe der geht schnell wieder runter,hab auch im moment überhaupt keine beschwerden.ach hab irgendwie angst.im netzt liest man auch so viel müll und wie schlimm das alles is...

Beitrag von katha1978 17.12.09 - 18:19 Uhr

Der Dok hat gesagt wenn bei uns der test hoch ist muss meine Kleine zur mantelentfernung, wenn er niedrig ist braucht sies wohl nicht.Sie hatte schon 8 mal scharlach ( ist ja auch ne halsentzündung)

Musst du nochmal zur Kontrolle?

Beitrag von fascia 17.12.09 - 17:28 Uhr

Hallo kristin und katha,

dieses ASL gibt die Konzentation von Antikörpern gegen die bakterieneigenen Giftstoffe von Streptokokken an. Nach einer Streptokokkeninfektion steigt diese Konzentration an und kann sich einige Wochen halten. Dabei sind Werte um ein Vielfaches des Normalwertes "normal". (Erw. <200, Kind bis 6 <150)

Wenn man also einen deutlich erhöhten Wert erhält, der in einem Zeitraum von z.B. 6 Wochen nach Streptokokken-Angina u.ä. deutlich erhöht ist, ist dies an sich noch kein Grund zur Sorge. Wenn man aber sichergehen möchte, dass sich nicht eine Folgeerkrankung aus dem Formenkreis des rheumat. Fiebers "dranhängt", interessiert die Kontrolle des Verlaufs. Eine Messung alleine macht ja noch keine Aussage darüber, welche Entwicklung diese Konzentration gerade nimmt. Wenn du z.B. vor drei Wochen einen Spitzenwert von 1400 hattest, dann wäre der aktuelle Wert 835 gern gesehen.
Der nächste Wert ist darum der "interessantere", und bis dahin heisst es noch etwas warten, weil sich ASL relativ langsam im Blutplasma verflüchtigt.

Erst ein über langen Zeitraum nach einer solchen Infektion deutlich erhöhter ASL-Wert in Verbindung mit bestimmten anderen Symptomen, kann als Hinweis für den Ablauf eines rheumatischen Fiebers gewertet werden. Dabei muss aber kein Schaden entstehen. Die Messung von ASL dient also erstmal als Mittel zur Entwarnung - oder zu erhöhter Aufmerksamkeit.

Als direktes Zeichen für "Gefahr im Verzug" oder gar eine Herzmuskelentzündung u.a. ist ALS überbewertet.

Erstmal also "Entwarnung"...

#klee,
fascia.

Beitrag von katha1978 17.12.09 - 18:21 Uhr

hi

lieben Dank für deine antwort.
Ich wusste gar nicht das man rheuma und sowas bekommen kann, die sagten nur das wenn sie immer dieses Scharlach hat ein aB nehmen muss da es sonst auf die organe geht.

LG

Beitrag von fascia 17.12.09 - 20:17 Uhr

Ja, das "auf die Organe gehen" - das ist wohl die kürzeste Version.
Es ist - vorneweg - sehr selten der Fall.
Bei sehr wenigen Menschen schubsen die Streptokokken eine Überreaktion an. Wenn man so will, kann man es mit einer Allergie vergleichen. Dabei bewirken die Bakterien und ihre Zerfallsprodukte, dass der Körper nicht nur diese angreift, sondern auch bestimmte Zellen des eigenen Körpers, eine autoimmunologische Veirrung sozusagen. Dabei entstehen Entzündungen. (Das sind im Wesentlichen die Merkmale von rheumatischen Vorgängen.) Entzündungen laufen nur in unseren Bindegeweben ab.
Da nicht nur Bänder, Sehnen, Knochen und Haut Bindegewebe sind, sondern auch jede Menge innerer Häute und Hüllen, die unsere Organe einpacken und durchbauen, können diese alle in Frage kommen. Dabei ist in der Regel dann ein bestimmtes Organ "dran", das natürlich Ärger machen kann. Oft geht so eine Entzündung, die auch ganz still und ohne große Beschwerden ablaufen kann, mit Temperatur oder Fieber einher - "rheumatisches Fieber" (was aber gar nicht das Gleiche ist wie "Rheuma"). Jede Entzündung hinterläßt allerdings Spuren im Gewebe, feine oder deutliche Narben, die das Organ in seiner Bewegung und Elastizität dauerhaft hindern. Das möchte man natürlich vermeiden, und guckt daher gern mal frühzeitig, ob alles im grünen Bereich ist.
Daher haben Ab. gegen Streptokokken mehrfach Bedeutung. Nicht nur, dass eine Erkrankung schneller und milder verläuft, weil sich die Biester nicht so oft vervielfältigen können - auch weil der Körper dann weniger zu überschießender Reaktion gereizt wird.

Wie gesagt, geschieht das nur sehr selten. Und man vermutet auch, dass manche Menschen dazu eher neigen, andere dagegen überhaupt nicht, selbst wenn sie 20mal Scharlach hatten. Ein bisschen wie bei Allergien eben...nur viel, viel seltener...

LG, fascia.

Beitrag von katha1978 18.12.09 - 09:22 Uhr

hi

ja das stimmt, meine Tochter neigt dazu und ich dagegen hatte das noch nie. Drück mir den Daumen das der Titer dann nicht so hoch ist, der HNO sagte sollte er hoch sein müssen die mandeln raus. Wenn nicht kommen nur die Polypen raus. Sonst beides in einer Op. :-(

LG

Beitrag von krissi1983 17.12.09 - 18:50 Uhr

hey du kennst dich ja super aus.danke für deinen ausführlichen beitrag.hast mich echt etwas aufgemuntert.danke,danke!!!!!
hast du was mit medizin zu tun????
lg,kristin

Beitrag von manonne 23.12.09 - 09:16 Uhr

Hallo,

sei froh, wenn die Ärzte so genau nachschauen! Mein Sohn hatte auch ganz oft Scharlach und das über drei Jahre. ich bin IMMER zu unserer Ärztin gegangen und die meinte, das sei normal. Dann war ein Vertretungsarzt da, der fand, dass es nicht normal wäre und eine Blutuntersuchung anordnete. Leider war er bei der Ergebnisauswertung nicht da und das Ergebnis war wieder "normal".

Dann bekam mein Sohn plötzlich Beulen an den Füßen. Das war dann nicht mehr normal und wir wurden mit den verschiedensten Diagnosen zwischen verschiedenen Kliniken hin und her geschoben - immer mit den Diagnosen der Kinderärztin, die den Verlauf bisher als normal bezeichneten.

Nach einem dreiviertel Jahr schien alles OK und wir fuhren nach Südspanien, da hatte unser Sohn einen totalen Zusammenbruch und wir fuhren ins Krankenhaus. Man stellte fest, dass er ein rheumatisches Fieber hatte und dies das Herz angegriffen hatte. Wir verbrachten dann den Rest des Urlaubs in der Herzklinik. Das Resultat sind zwei nicht mehr ganz schließenden Herzklappen und ständige Medikamenteneinnahme.

Viele Grüße
manonne