Kindergartenwechsel ja oder nein?! Vorsicht sehr lang!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mollinchen 17.12.09 - 16:24 Uhr

Hallöchen,
also im Moment bin ich total hin und her gerissen.
Liah ist im August in den Kindergarten gekommen, leider nicht in den eigentlichen Wunschkindergarten.
Der jetzige machte damals dann als schnelle Notlösung auch einen super Eindruck!
Es ist nur eine Gruppe mit 22 Kindern, zwei Erzieherinnen, habe gedacht, dass da bestimmt kein Kind untergeht etc...
Nun hat Liah eine sehr starke Bindung zu mir und war vorher noch nie groß woanders ohne mich. Also war die Eingewöhnung dementsprechend schwierig mit viel weinen. Liah ist ein sehr sensibles Kind und machte vieles für sich aus. Sie hat vorher nie gehauen und wenn sie gehauen wurde hat sie nie etwas gesagt oder gemacht. War immer stolz drauf, dass sie nicht von allein gehauen hat, oder aggressiv war, allerdings war das nun wohl ein Schock für sie in diesem Kindergarten. Gleich nach der Eingewöhnung, am zweiten Tag wo sie allein dort war, bekam sie etwas auf die Mütze, so dolle, dass sie blaue Flecken am Rücken hatte. Hatte man mir auch gesagt, dass sie geschubst und gekniffen wurde und der Junge auch zurecht gewiesen wurde, aber Liah wollte sich auch nicht trösten lassen. Weinte allein in einer Ecke. Die Erzieherin rief mich dann an ich solle sie lieber abholen. Nunja es gab noch ein paar weitere Fälle, wo sie gehauen wurde und weder der Erzieherin etwas sagte noch dem Kind. Dann gab es noch einen Fall wo sie im Toberaum wohl vor einem 5jährigen Mädchen die Hose runter lassen sollte, sie wollte sich den Popo mal anschauen...und Liah machte auch, traute sich nichts zu sagen und meinte später nur sie wollte das nicht und auf die Frage ob dass denn keine Erzieherin gesehen hätte oder sie nicht etwas gesagt hätte, verneinte sie natürlich wieder.
Seit dem war auch der Toberaum nicht mehr toll, den sie vorher so liebte und sie wollte tagelang nicht in den Kindergarten.
Ich habe die Erzieherin natürlich darauf angesprochen und erklärt, dass ich keineswegs verklemmt bin und weiß, dass Kinder sich schon mal erkunden etc... aber eben nur kontrolliert und wenn das beide spannend finden. Aber sowas geht doch nicht! Ich war wirklich schockiert und habe meinen Standpunkt klar gestellt.
Naja dann verging etwas Zeit ohne weitere Zwischenfälle, allerdings fiel mir auf, dass dort nur wenig Struktur ist. Sie kommt meist mit voller Brotdose wieder, obwohl sie wissen, dass sie wirklich schlecht isst und Liah ist da kein Einzelfall. Es gibt eben kein gemeinsames Frühstück mehr. Dann solche Diskusionen, Milchschnitte ist dort wohl als Frühstück erlaubt, Knoppers aber nicht (hat mir eine andere Mutter erklärt) Eben keine klaren Grenzen in Sachen Süßigkeiten, ist für mich beides KEIN Frühstück!
Sie unternehmen auch recht wenig, gebastelt wird auch eher sporadisch, Eicheln, Kastanien oder Blätter sammeln war auch Fehlanzeige. So das typische, was man eben kennt läuft da kaum. Liah war in dieser ersten Zeit des Kindergartens weniger freudig und wirkte schon mal nachdenklich und traurig.
Selbst meine Eltern meinten dann sie hätte sich so verändert. War schon kurz davor sie raus zu nehmen, weil sie eben auch nicht von anderen Kindern groß erzählte etc...
Sie malte auch nicht mit und spielte wohl eher nebenher und nicht mit den anderen.
Nach ca. 5-6 Wochen wurde es ein wenig besser und sie erzählte auch schon mal von den anderen Kindern und dass sie etwas gespielt hat.
Nun haben wir im Oktober Familienzuwachs bekommen und alles ist wieder anders. Die wenigen Kontakte die Liah geknüpft hatte, hat sie wieder von sich gestoßen und sie war nur noch zickig und gar nicht zu erreichen, aber auch für uns ist es immer schwieriger an sie heran zu kommen.
Wenn ich Lennard gestillt habe, hat sie richtige Dummheiten gemacht, die sie sonst nie gemacht hätte. Bad geflutet, Essecke mit Apfelschorle und Lebkuchen überschwemmt und sich selbst von oben bis unten eingeseift. Mir ist klar, dass sie da Aufmerksamkeit möchte, aber auch alle Tips haben nicht funktioniert.
Puzzlen oder vorlesen beim Stillen ging gar nicht weil sie automatisch zu gemacht hat und nicht wollte. Habe sie dann auch gelassen. Das Problem war, dass sie so viele Dummeheiten in der Stillzeit machte, dass ich danach erst immer wieder ne halbe Std. klar Schiff machen musste, und so wieder weniger Zeit fand mit Ihr zu spielen.
Habe Ihr nun begreiflich gemacht, dass es Liah und Lennard Zeit gibt und das klappt nun meist ganz gut. Dann haben wir auch sogenannte Liah Tage gemacht, mit Zoobesuch nur für sie, oder nun der Weihnachtsmarkt. Das tat Ihr wohl auch gut, allerdings ist sie im Kindergarten auch aufgefallen, aber diesmal eben in die andere Richtung. Die Erzieherin meinte sie habe das Gefühl sie hört Ihr gar nicht zu, flutet da auch das Bad und den Esstisch. Hört auch nicht in Hinsicht auf andere Dinge, macht eben ganz zu und schottet sich auch wieder von den anderen Kindern ab. Es ist als wenn sie den Frust und Druck wegen Lennard dann dort in Form von Gezicke und nicht hören wollen abläd. Ich meine die Erzieherinnen meinten sie wüssten damit umzugehen, allerdings wird Liah immer anders, legt sich in Babywippen und Tragetasche, klaut Schnuller etc und fängt nun zu guter letzt auch noch an selbst mal die Hand zu erheben wenn es Ihr zu bunt wird.
Das ist auch eine Sache die mir auf der Seele liegt. Für einen Großteil der Mütter, ist es (bis auf 2-3 vielleicht) normal seinen Kids den "Hintern zu versohlen". Machen sie kein Geheimnis draus. Demnach ist es auch für die Kinder wieder normal die anderen Kids zu verhauen.
Ich meine ich weiß dass Kinder auch mal drauf hauen und sich austesten wollen, aber das ist da wirklich unnormal viel und die Erzieherinnen greifen nicht wirklich ein. Da kommt dann nur mal ein "Hey Luca Du weißt doch dass man nicht haut!"
Nun haben wir im Moment die Chance in einen anderen Kindergarten unter zu kommen. Meine Hebamme hat Ihren Kleinen dort und ist total begeistert. Eine andere Mutter aus unserem Kindergarten meinte auch es sei dort viel schöner und die gehen mehr auf die Kinder ein.
Dieser Kindergarten ist nun eine Elterninitiative, auch nur eine Gruppe mit 11-13 Kindern, zwei festen Erzieherinnen, einem Mädchen das nun im Anerkennungsjahr dort ist und von 14-16.30Uhr ist zusätzlich eine Elternkraft mit dort. Also vier Personen die immer dort sind.
Es wird dort von einer Köchin vollwertig gekocht und FR kocht immer eine der Familien für die Kinder.
MO ist gemeinsames Frühstück und auch sonst wird auf jeden Fall immer geguckt was die Kinder essen, oder machen. Z.B, rufen die bei meiner Hebi jedesmal an, wenn der Kleine keinen Mittagsschlaf macht, damit sie sich darauf einrichten kann.
Es sind so Kleinigkeiten die da einfach schöner zu sein scheinen. Natürlich fällt für die Eltern in einer Elterninitiative auch Arbeit an, aber höchstens für 3 Std in der Woche je nachdem was man macht. Generell gefällt mir auch die Einstellung besser und der Umgang mit den Kindern und Eltern.
Auch die Einrichtung an sich ist schöner und herzlicher.
Allerdings gibt es eben auch Schattenseiten. Wir zahlen momentan den normalen Kindergartensatz, können Liah von 7.00Uhr bis 14.00Uhr dort lassen.Sie ist aber nur von 8.00Uhr-12.30Uhr dort.
Die andere Einrichtung ist eine Kita und hat Zeiten von 7.30Uhr-16.30Uhr. Wobei die Kernzeiten auch nur von 09.30Uhr-14.30Uhr sind. Ich müsste Liah also nicht die ganze lange Zeit da lassen, muss aber natürlich trotzdem den Kitasatz zahlen, der mit Essensgeld, Mitgliedsbeitrag und Solidaritätsbeitrag über 100,00€ mehr wäre, als der jetzige. Hinzu käme, dass ich eine Fahrkarte haben müsste, da ich sonst nicht mobil bin und der Weg weiter ist. Eigentlich ist es ganz hart an der Grenze für uns und wir könnten es finanziell nur sehr schlecht. Nun frage ich mich auch, ob ein Wechsel für Liah in der jetzigen Zeit nicht einfach zu viel wäre. Ich meine auf der einen Seite würde ich nicht länger warten wollen, weil sie jetzt gerade langsam wieder anfängt auch wieder mit anderen Kindern zu spielen, auf der anderen Seite hat sie in letzter Zeit schon so viel neues erleben und verarbeiten müssen. Bin da echt hin und her gerissen, will ja nur Ihr Bestes! Wechsel ja oder nein, ist echt nicht einfach.
Es ist ja auch nicht so, dass ich dem jetzigen Kindergarten gar nichts zutraue, aber es sind halt verschiedene Sachen einfach nicht so toll, die ich eigentlich wichtig finde....
Sorry für das lange Blabla, aber ich musste mal alles los werden!
Was meint Ihr denn??? Habe auch Angst dass sie da untergeht, oder irgendwie nen Knacks weg bekommt.

LG Danny


Beitrag von woodgo 17.12.09 - 16:44 Uhr

Hallo,

ich habe den Text nur überflogen, er war mir zu lang.
Ich denke eher, Deine Tochter muß 2 Dinge verarbeiten, den Kiga-Start und das Geschwisterkind. Was Du vom Kiga selber beschreibst, finde ich nicht so schlimm. Es gibt in jedem Kiga Kinder, die hauen und sonst was machen.
Wenn sie jetzt anfängt, Kontakte zu knüpfen, würde ich sie nicht aus dem Kiga nehmen.

LG

Beitrag von sonne_1975 17.12.09 - 16:56 Uhr

Müsstest du es jetzt entscheiden? Sind da noch Plätze frei?

Prinzipiell hört sich der andere KiGa natürlich viel besser an, wenn ihr es finanziell verkraften könnt, würde ich wechseln. Deine Tochter muss noch einige Zeit hingehen, du hast 3 Jahre ein unglückliches Kind...

Ansonsten, wenn es nicht drängt, würde ich noch den Januar abwarten und schauen, ob es sich irgendwie bessert. Wenn nicht, dann wechseln.

LG Alla

Beitrag von mari75 17.12.09 - 18:23 Uhr

Hallo,
ich glaube deine Tochter ist in der "Kiga-Welt" einfach noch nicht angekommen. Das Kinder hauen oder ihr Frühstück nicht aufessen kommt in jedem Kindergarten vor, niemand wird dein Kind zum Essen zwingen wenn es nicht möchte. Vielleicht ändert sich das Essverhalten ja wenn sie sich wohler fühlt ?
Ansonsten kann ich nur sagen: Meine Tochter kam mit 2J. in eine Krippe, dort war die Betreuung total liebevoll, es war eine kleine heile Welt, sie hatte sich sehr wohl gefühlt.
Mit 3 J. nun musste sie dort zwangsläufig raus und geht nun in eine Kita, auch dort ist die Betreuung super und es wird viel mit den Kindern gemacht und ich habe einfach ein gutes Gefühl wenn ich mein Kind dort lasse. Und dennoch: Auch meine Tochter hat angefangen zu schubsen, Schimpfwörter zu benutzen, einfach auch ungehorsam zu werden, und das schon nach wenigen Kiga-Wochen, von der Krippe kannte ich sowas gar nicht. Aber ich seh es gelassen, die heile Welt kann es nicht ewig geben, so schön es auch wäre.

Die Kiga-Welt ist eben eine andere als zu Hause und die Kinder erleben dort viel Neues, Positiv wie Negativ.

Aber wenn Du einfach ein schlechtes Gefühl mit eurem Kindi hast, dann würde ich dein Kind dort herausnehmen und in den vermeintlich besseren geben. Sie geht ja noch nicht lange in den jetzigen Kindi, hat noch keine Freunde gefunden, von daher denke ich würde Sie einen Wechsel bestimmt gut verkraften. Also ich würde wohl wechseln.

LG
Mari

Beitrag von nadinsche77 17.12.09 - 20:45 Uhr

Hallo du,

schwierige Entscheidung, die du da vor dir hast!

Für mich wäre sie aber klar: Ich würde wechseln! Bei uns ist es vielleicht so, dass meine Tochter in den "schlechteren" KiGa wechseln muss (siehe Posting weiter oben) und ich krieg mich gar nicht mehr ein deswegen.

Stell dir mal vor wieviel Zeit sie im KiGa verbringt, und auch wenn es nur "Kleinigkeiten" sind, die den Unterschied ausmachen: Sie sorgen dafür, ob dein Kind sich dort wohl fühlt oder nicht. Wenn ich das Gefühl hätte, dass meine Kleine sich im KiGa nicht wohlfühlt, würde ich sofort was daran ändern, auch ein Wechsel wäre dann nicht ausgeschlossen.

Wenn ich deine Zeilen so lese, glaube ich, dein Herz hat sich eigentlich schon entschieden, oder? Wenn ihr's finanziell machen könnt, dann tut's!!!

LG
Nadine