Ich schimpfe zuviel

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von kyra1971 18.12.09 - 05:09 Uhr

Hallo,

ich weiss, dass ich mit meinen lieben Kindern zuviel schimpfe. Abends will ich sie schnell im Bett haben.
Wenn es sich dann nach dem Vorlesen noch eine 3/4 Stunde hinzieht, schreie ich rum.
Es ist bald schon ein Ritual.

Ich schäme mich dafür.

Meine Tochter sagt manchmal zu mir: Du schimpfst zuviel. Ich sage dann: ich weiss, ich will es ändern.
Gestern sagte sie: aber gibst Du Dir auch mühe?
Ich habe gesagt, ich will mir Mühe geben, aber ihr müsst auch artiger sein.

Wie kann ich mich beruhigen. Es kommt mir manchmal vor, als wäre das nicht ich, die da schimpft.

Gruß Kyra

Beitrag von petra1982 18.12.09 - 06:36 Uhr

du liest eine dreiviertel stunde? hut ab :-) ich lese eine geschcihte von 10 min und gut ist.....hm nimm dir tags über immer mal wieder zeit für dich und wenns nur ein kaffee ist gemütlich trinken....braucht man ja auch mal drunter nei :-)

Beitrag von landmaus 18.12.09 - 08:17 Uhr

Hallo,

um etwas zu ändern, reicht es oft nicht sich zu bemühen. Ein bisschen Hilfe, eine andere Sichtweise kann da viel bringen.

Ich finde die Elternbriefe der Eheleute Kloeters ganz toll. Du kannst ja hier mal schauen. http://www.kloetersbriefe.de/
Die Grundaussattung kostest 10 @ und hat insbesondere meinem Mann sehr geholfen.

LG

Beitrag von frauke131 18.12.09 - 08:58 Uhr

Ja, abends bin ich auch schnell gereizt! Oder wenn meine Kinder überdreht sind und Quatsch machen schimpfe ich auch schnell, da denke ich manchmal auch: "Meine Güte, es sind Kinder, lass sie doch"! Statt mich drüber zu freuen, dass sie sich sooo lieben, meckere ich rum.
Am meisten rege ich mich aber morgens auf- die trödeln und dann wirds stressig, obwohl genug Zeit und der Schulweg kurz ist!

Die Tage sind aber auch oft lang und stressig und meine Kinder sehr temperamentvoll, aber ich versuche auch ruhiger zu werden. Was hilft, ist bei mir immer gemeinsam mit den Kindern zu spielen und ihre Energie zu lenken. Das Vorlesen dauert bei uns 1/2 h aber auch nur, weil wir im Wechsel lesen.

Wir haben jetzt 2 Wochen Urlaub, d.h. ich bin selbständig und werde pro Tag sicher 3-4 h arbeiten, aber das ist ok, mein Mann ist da! Ich freue mich aufs Ausshlafen und Zeit haben mit den beiden Stänkerliesen!

Beitrag von buntstift 18.12.09 - 09:14 Uhr

Warum sollen sie Abends schnell im Bett sein? Willst Du einen Film sehen? An den Rechner Urbianern oder was ist los?

Bring Deine Kinder ins Bett, lies was vor und erlaube einfach mal die Nachtlampe noch anzulassen, dann können die Kinder noch ein Buch anschauen.

Mach Abends keinen Stress, nur wer ohne Sorgen und Kummer einschläft hat einen erholsamen Schlaf.
Deine Tochter sagt ja schon dass Du zuviel Schimpft. Kinder sind keine Roboter die man Abends ausschalten kann, manche brauchen Abends länger, andere fallen sofort in den Tiefschlaf.

Wir haben z.B. keinen Fernseher, ich habe Abends echt RUhe und kann die Kinder ohne Stress ins Bett bringen, und wenn es mal länger dauert, dann ist das so! Nun ist Schulzeit und die Große muß Abends früher ins Bett und so beginnen wir auch früher damit, so dass wir genug Zeit haben um die Kinder in RUHE ins Bett zu bringen, mit Zeit und mit Liebe......

Du schaffst das auch, es ist kein Gefasel......

Beitrag von lisasimpson 18.12.09 - 10:11 Uhr

hallo!

ich finde es klasse, daß du so reflektiert bist und daß dir klar ist, daß du etwas ändern mußt.
Kinder spiegel nur uns Erwachsene- du kannst ihnen nicht ide verantwortung geben dafür, daß du nicht mehr so viel schimpfst.

Was oftmals hilft, gerade wenn du merkst, daß du hektisch wirst und dann ins schimpfen kommst, ist alles gut durchzustriuktureiren.
also du besprichst mit deinen kidnern ganz genau, was jetzt passieren wird.
" wir lesen jetzt 2 geschichten, dann gehen wir in bad, dort ziehen wir uns um und putzen zähne, danach bringe ich euch ins bett und wir singen noch ein lied" oder wie auch immer.
dann kommentierst du jeden schritt. "so, jetzt haben wir schon eine geschichte gelesen, ihr dürft euch noch eine geschichte aussuchen". und so hangelst du dich lang.
schrittchen für schrittchen.
achte drauf immer und viel zu loben. wenn einer etwas "richtig" macht mußt du sofort darauf ansprigen und loeben. das hat zum einen den effekt, daß du mehr notiz davon nimmst, wann es gut läuft, daß das Kind merkt, es kommt bei dir an und daß für alle beteiligten klar wird, daß bei euch der fokus auf dem liegt, was gelingt (und nicht auf dem, was nicht gelingt).

lob auch ich dafür, wenn du etwas gut gescahfft hast (eine stunde ohne meckern), mach dir ein paar notzien, was du "statt dessen" tun kannst. was kannst du machen in typischen situationen, die dich sonst zum meckern bringen?
was müßtest du verändern, damit du das schaffst, es durchzuhalten?


ich drück dir diee daumen bei dem spannenden projekt (und wenn du merkst, wie schwierig es ist, ein verhatlen ,daß sich schon so eingespielt hat zu verändern, dan nweißt du auch wie schwer es deinen Kidnern fällt ihr verhalten zu ändern und "artig" zu sein. vielleicht ist das aber auch am end gar nicht merh ds ziel, sondern ihr findet vielleicht einen andern weg, der euch allen mehr freiraum läßt...)

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von kyra1971 19.12.09 - 04:47 Uhr

Danke.

Ich habe es gestern abend gleich ausprobiert mit der Regieanweisung und irgendwie hat es alles besser geklappt.

Du hast recht, dass ich nicht meine Kinder für mein Geschrei verantwortlich machen darf.

Liebe Grüße
Kyra

Beitrag von lisasimpson 19.12.09 - 11:11 Uhr

toll!

das freut mich, wenn ihr versucht mal was anderes auzuprobieren!

Alles Liebe
lisasimpson

Beitrag von kja1985 18.12.09 - 13:08 Uhr

Mir geht es oft genauso. Mein Kleiner ist recht unkompliziert, aber die Grosse muss alles ausdiskutieren und zieht die Zeit endlos in die Länge, kommt schwer runter. Ich habe aber weder Zeit noch Lust darauf jeden Abend mit 22 Uhr mit den Kindern beschäftigt zu sein und bin deswegen auch mal genervt.

Kann dich also gut verstehen, aber die ultimative Lösung hab ich noch nicht gefunden.

Beitrag von p.sylvie 18.12.09 - 15:24 Uhr

hallo
Bei uns ist nach dem Vorlesen Ruhe, es sei denn der Grosse schaut sich noch ein Buch alleine an und macht dann selbst das Licht aus. Aber allgemein bringen wir die Kinder nach oben, waschen, Zähne putzen, noch mal auf Klo und Pyjama an und jedes Kind bekommt einzeln eine geschichte erzählt und danach bleibt jeder in seinem Zimmer und es ist Ruhe.
ich finde schon dass man sich nach einem langen Tag den Feierabend richtig verdient hat und den kann man nutzen wie man will (fernsehen, Urbia...) Und das müssen auch die Kinder lernen.

Wir gehen lieber etwaf früher hoch und nehmen uns für die Kinder richtig viel Zeit, so dass der Abend friedlich ausklingt.
Aber wenn mal Theater ist, dann wird das Vorlesen bei dem Kind für den nächsten Tag gestrichen. Und da die Jungs absolut nicht auf ihr Buch verzichten möchten, halten die sich an die Regeln.
Ich wunder mich selbst manchmal dass das Abends so gut klappt, aber wir sind da auch sehr konsequent.

Lg sylvie

Beitrag von rhodochiton 18.12.09 - 18:04 Uhr

Vielleicht geht es Dir besser, wenn Du mal 3 Tage bewusst versuchst WORTLOS zu erziehen. Das ist jetzt kein Scherz. Das klappt wunderbar. Zudem mit Belohnungen arbeiten.
So hast Du das Augenmerk auf die positiven Dingen. Wortlos erziehen ist auch für Dich ungemein entspannend!
Ehrlich!!
P.S. Konsequenzen kannst Du auch wortlos ausüben, z. B. aufs Zimmer bringen oder Adventstörchen noch nicht öffnen usw, dafür ein z. B. Schüsslersalz als Belohnung wenn das Kind hilft aufzuräumen oder von selbst was gutes tut.

Beitrag von kja1985 18.12.09 - 23:30 Uhr

Wie soll das funktionieren? Schilder doch mal.

Meinen Hund erziehe ich fast wortlos, nur positive Bestärkung mit einem Markerwort, Kommandos fast ausschliesslich über Sichtzeichen und der hört wesentlich besser als die Kinder ^^

Beitrag von granouia 19.12.09 - 03:40 Uhr

Hallo!

Mich würde auch mal interessieren, wie das funktionieren soll. Drei Tage nicht mit dem Kind sprechen? Oder bezieht sich das wortlose wirklich nur auf das reine Erziehen - z.B. Kind ist frech und wird wortlos in sein Zimmer gebracht. Kind kommt wieder raus und wird wieder wortlos in sein Zimmer gebracht. Kind kommt wieder raus, laut motzend und um sich schlagend und wird wieder wortlos in sein Zimmer gebracht. Das gleiche dann ca. 25mal. Was muss man dafür einnehmen, um das durchziehen zu können, ohne die Wortlosigkeit mit einem befreienden Wutschrei zu durchbrechen oder vorher irgendwelche Tranquilizer einzuwerfen? Und wie versteht das Kind, was es falsch macht, wenn man nicht mit ihm redet? #kratz

Und Schüsslersalz als Belohnung? #zitter Schmeckt das nach Gummibärchen? #gruebel

LG
Granouia

Beitrag von kyra1971 19.12.09 - 04:43 Uhr

Danke für Deinen Beitrag.

Schweigen kommt für mich erstens charakterlich überhaupt nicht in Frage. Dann ist es auch so, dass ich es aus meiner Familie kenne und ich finde es gewalttätig. Es hat mir bald mehr ausgemacht als die Schläge, die ich bekam.

Nichts für ungut, aber ist wirklich nichts für mich.

Kyra

Beitrag von herzensschoene 19.12.09 - 09:57 Uhr

hallo kyra,

ich glaube das kennt jede mutter. du bist deshalb keine schlechte. glaube mir, deine tochter hat hochachtung vor dir, weil du ihr sagst, dass du auch fehler hast und nicht perfekt bist. das können nicht viele mütter.

mein vorschlag wäre, dass ihr das zubettgehen gemeinsam plant. also jeder sagt seine vorstellungen, daraus wird ein fester ablauf erstellt und der muss dann auch von beiden teilen eingehalten werden.

wenn es dann später besser klappt, könnt ihr ja euch gegenseitig belohnen mit eine extra eisbecher oder ähnlichem.

viele grüße und ein schönes adventwochende von maren