Was hat das zu bedeuten?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von susisum 18.12.09 - 08:32 Uhr

Ich hatte heute Nacht einen ganz seltsamen Traum und vielleicht kann mir ja jemand hier helfen diesen zu verstehen oder zu deuten. Mich lassen die Bilder dieses Traumes nicht in Ruhe, ständig schwirren sie durch meinen Kopf...

Vorab muss ich erzählen, dass ich in den zweieinhalb Jahren seit Phillips Tod, Phillip ist mein Sohn, der mit 7 Wochen gestorben ist, natürlich oft von ihm geträumt habe. In diesen Träumen waren wir immer auf dem Friedhof. Es war nicht "unser" Friedhof, aber in meinen Träumen sah er trotzdem immer gleich aus und auch Phillips Grab war immer an der gleichen Stelle.

Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ich zusammen mit vielen anderen auf dem Friedhof war und wir an Phillips Grab gestanden haben. Wieder war es der selbe Friedhof wie in den anderen Träumen und auch das Grab war an der selben Stelle. Diesmal war es aber so, dass es kein normales Grab war, sondern dass es eher eine Grube gefüllt mit einer Flüssigkeit war. Darin lag mein Sohn und neben ihm noch ein anderer Junge. Allerdings sah Phillip aus als wenn er etwa 3 Jahre alt wäre. Er hatte dunkle Locken, war normal gekleidet und sah mich an. Sein Blick war irgendwie ängstlich.

Ich weiß, dass liest sich wie ein schlechter Science Fiction Roman, aber in meinem Traum war es völlig ok. Es schien als wenn es so normal wäre. Auf einmal war ich dann in irgend einem Gebäude auf dem Friedhof. Ich stand zusammen mit meiner Mutter an einem Waschbecken und habe mir die Hände gewaschen, als plötzlich jemand reingelaufen kam und rief "Phillip hat geniest." Meine Mutter hatte auf einmal einen Arztkittel an (sie ist wirklich Ärztin, aber schon einige Jahre in Rente) und sagte, dass wäre völlig unmöglich, es sei denn... und dann folgte irgend ein medizinisches Kauderwelsch was ich nicht mehr zusammen bekomme.

Wir sind dann aus dem Gebäude raus und standen vor einem großen Tisch, an dem zwei Männer standen und drum herum die ganzen Leute die am Anfang mit mir auf dem Friedhof waren (alles Fremde). Einer der Männer hielt meinen Sohn im Arm, der nun aber wieder die Größe eines Babys hatte und dann hat mein großer Sohn mich geweckt.

Während des Traumes hatte ich nicht das Gefühl in einem Albtraum zu sein, aber wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke ist das alles doch ziemlich gruselig und total verrückt.

Mich lassen die Bilder dieses Traums gar nicht mehr los. Vor allem wie mein Sohn in dieser Flüssigkeit liegt. Seine braunen, lockigen Haare und wie er mich ängstlich ansieht...

Vielleicht kann mir ja irgend jemand hier einen Ansatz geben, wie ich mit diesem Traum umzugehen habe, so dass ich das besser verarbeiten kann.

Liebe Grüße
Susisum, die jetzt die ganze Zeit denkt, dass Phillip jetzt vielleicht so ausgesehen hätte.

Beitrag von piggy6804 18.12.09 - 10:06 Uhr

Hallo

Erst einmal es tut mir leid was dir wiederfahren ist mit deinem Sohn.

Ich kann dir vieleicht nicht wirklich helfen aber ich versuche es trozdem einmal.

Dein Traum ist eine Verarbeitung deiner Trauer um deinen Sohn.
Du verarbeitest das erlebte diese Träume sind bei manchen Menschen eine art Trauerarbeit.

Nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen können, vor allem in den ersten Wochen und Monaten, Träume vom Tod häufiger auftreten, da wir den Verlust, die Trauer und den Abschiedsschmerz aufarbeiten.

Meiner Schwägerin ist es ähnlich ergangen, sie hat davon geträumt das mein Neffe in seinen Sag auf dem Wohnzimmertisch steht und sie ihn Füttern soll und wickeln. was das damit aufsich hat kann ich dir nicht 100% sagen.

LG Bianca

Beitrag von mvtue 18.12.09 - 12:32 Uhr

hallo susimum!

also wirklich versteh ich das ganze durcheinander nicht, aber ich kann dir sagen, dass ich auch manchmal total verwirrende träume hab, die irgendwie nicht zusammenpassen und nur total durcheinander sind.

ich habe diese träume immer, wenn ich heftig stress habe, ob körperlichen oder psychischen, bei letzterem ist es immens häufiger.

wenn du überhaupt nicht damit klar kommst, gerade weil es um deinen jungen geht, würde ich zu einem arzt gehen (vielleicht hast du schon einen therapeuten in diesem zusammenhang gehabt und kannst dich an ihn wenden?). von wilder traumdeuterei im internet halte ich nicht viel, das kann ganz schön nach hinten losgehen.

glg
katharina

Beitrag von 123ninni 18.12.09 - 22:47 Uhr

Hi Susisum,

erstmal tut es mir sehr leid, was Ihr durchmachen müßt.

Ich halte auch nicht viel vom Traumdeuten per Internet und würde, wenn Du einen Therapeuten oder eine andere Fachperson in dieser Sache schon konsultiert hast, diese dazu fragen.
Und dennoch fiel mir auf, daß sich Dein Traum verändert hat. Das Grab Deines Sohnes, die fremden Leute, ...)
Und Du hattest nicht das Gefühl, in einem Alptraum zu sein, also keine Angst oder Panik.

Ich meine auch, daß wir alle viel im Schlaf/in Träumen verarbeiten und denke, Du hast da irgendwie einen "Schritt" gemacht, läßt eventuell "mehr" zu ?
Vielleicht magst Du ja nochmal unter diesem Gesichtspunkt daran denken ?
Und zu Deinem letzten Satz - ist das ein schlechtes Gefühl, daran zu denken oder fühlt es sich trotz Schmerz tröstlich an ? Ich wünsche Dir, daß es Dir keine Angst macht, sondern Dich tröstet.
Das wäre spontan mein gefühlsmäßiger Ansatz.

Liebe Grüße
Nina