Was darf der Chef alles?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mineos 18.12.09 - 17:15 Uhr

Hallo,

wir haben momentan folgendes Problem: Mein Mann ist LKW-Fahrer. Bis von einem Jahr hat er immer feste Touren gehabt und ist jeden Abend heim gekommen. Mein Mann wohnt gut 200 km von der Firma weg und hatte hier alles ziemlich allein im Griff. Nun hat der Chef das Gebiet von meinem Mann wohl etwas schleifen lassen (aus den Augen, aus dem Sinn oder so) und auch aus wirtschaftlichen Gründen gibt es hier bei meinem Mann nun kaum noch Aufträge. Nun muss mein Mann mit beim Chef fahren, weshalb er unter der Woche kaum noch heim kommt. Diese Woche fährt er von Mo bis Sa und war nur 2x zuhause.

Fahrzeitüberschreitungen sind natürlich wie wohl fast überall auch an der Tagesordnung. Am Sa dürfte mein Mann ja eigentlich gar nicht fahren, weil er ja auch Mo, Di und Mi noch fahren muss.

Mein Mann ist nun am längsten dabei, schon über 10 Jahre in der Firma. Er hat als einziger ein kleines Kind zuhause, von dem er fast nichts mitbekommt. Klar, er bringt das Geld heim, aber das kanns doch auch nicht sein.

Wir haben schon mehrmals das Gespräch mit dem Chef gesucht, aber er will uns einfach nicht helfen. Eine Lösung wäre, dass mein Mann nur 4 Tage arbeitet, und dann eben Fr zuhause bleibt. Mein Mann ist echt erledigt, jeden Tag von 5 bis ca. 20 Uhr zu fahren.

Nun frage ich mich, was man wohl machen kann. Er kann schlecht sagen, nein, das mach ich nicht, er soll ja seinen Job nicht ganz verlieren. Nur, um die Situation besser zu machen. Vielleicht bringt ihr mich ja auf einen Lösungsweg.

Danke für Antworten.

Beitrag von marion2 18.12.09 - 17:53 Uhr

Hallo,

wenn dein Mann die Lenkzeit überschreitet, sollte er den LKW auf den Seitenstreifen stellen und die 110 wählen.

Gleichzeitig sollte er sich nach alternativen Jobs umsehen.

Gruß Marion

Beitrag von silvaner 18.12.09 - 18:02 Uhr

Und was sagt er dann der 110, ohne das die mit den schönen weißen Jäckchen kommen, die man am Rücken bindet ? #schwitz

Das ist echt zum verrückt werden. Mein Mann will einfach nur abends heim kommen oder wenigstens dann ein bisschen mehr Zeit am Wochenende. Aber heutzutage hat man als Mitarbeiter wohl nichts mehr zu sagen.

Beitrag von mineos 18.12.09 - 18:18 Uhr

Sorry meine Freundin war gerade da und ich hab wohl versehentlich geantwortet, als sie noch eingeloggt war. Nicht, dass ihr deswegen jetzt verwirrt seid ;-)

Beitrag von marion2 19.12.09 - 11:33 Uhr

Die 110 ist die Polizei. Die kommen, kontrollieren seine Scheibe und er darf per Gesetzeshüter nicht weiter fahren.

Was passiert, wenn er trotzdem fährt, erklären die netten Polizisten ihm auch. Gerne erzählen sie es auch seinem Chef, weil der nämlich auch darauf achten muss, dass die Lenkzeiten nicht überschritten werden.

Beitrag von vwpassat 18.12.09 - 17:57 Uhr

Wenn man Deinen langen Text so liest, beschleicht einen das Gefühl, dass es nur Dich stört, nicht aber Deinen Mann.

Arbeitest Du auch?

Beitrag von mineos 18.12.09 - 18:26 Uhr

Kannst du dir vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man täglich von 5 Uhr früh bis 20, 21, 22 Uhr arbeitet, nur mal schnell in den Imbiss zwischendurch geht, ein oder zwei mal die Woche heim kommt und sieht, welche Veränderungen das Kind schon wieder gemacht hat, die man nicht mitkriegt? Das das Kind dann oft schon im Bett liegt und man ihm nicht mal richtig gute Nacht sagen konnte? Das man den ganzen Tag einen Chef im Nacken hat, dem man nichts recht machen kann, der mit den Arbeitszeiten immer noch nicht zufrieden ist?? Ich glaub nicht, dass es irgend einen Menschen nicht "stören" würde, die ganze Woche über keinen Feierabend zu haben, sondern nur auf Tour zu sein und unter Druck.

Es stört meinen Mann wahrscheinlich mehr als mich.

Ich arbeite 2 ganze Tage die Woche und habe an den anderen Tagen genug zu tun. Trotzdem ist es einfach sch..., so wie es ist. Wenn er dann doch mal heim kommt, kommt er trotzdem nicht richtig zur Ruhe.

Beitrag von vwpassat 18.12.09 - 19:11 Uhr

Sorry, aber es liegt an Euch.

Dein Mann hätte sich ebenso schon längst einen Job in Wohnortnähe suchen können.

Ich z.B. habe mich 4 Monate vor Geburt unseres Sohnes selbständig gemacht, damit meine Frau weiter 3 Schichten arbeiten kann (1 Jahr war sie aber auch in Elternzeit) und ich mich von niemandem nötigen lassen muss.

Am Ende hab ich auch wenig Zeit bzw. arbeite, wenn meine Frau frei hat oder auch Sa/So/Feiertage.

Es gibt Licht und Schatten. Man mus nur die für sich passende Seite finden.

Beitrag von windsbraut69 19.12.09 - 10:09 Uhr

Lenkzeitüberschreitungen sind natürlich nicht okay aber inzwischen wohl gang und gäbe in der Branche.

Euer Problem liegt doch aber wohl darin, dass Dein Mann 200 km entfernt von seinem Arbeitsplatz wohnt - da kann doch der Chef nichts dazu....

Dann müßt Ihr eben umziehen oder er sich einen wohnortnäheren Job suchen.

Beitrag von stubi 18.12.09 - 18:14 Uhr

Mein Papa hatte auch kurzzeitig so einen Job, wo Lenkzeitüberschreitungen an der Tagesordnung waren (morgens 4 Uhr laden, abends gegen 21 Uhr daheim). Nur er wird bald 60 und hätte es körperlich nicht mehr geschafft.
Er ist dann zur Gewerkschaft mit seinen Fahrtenschreiberblättern, die haben die kopiert und dem Chef angeschrieben, dass sich Mitarbeiter seiner Firma über die Lenkzeiten beschwert haben (ohne Namen zu nennen) und um eine Stellungnahme gebeten, da sie sonst das Gewerbeaufsichtsamt einschalten, da die Fahrtenschreiberblätter als beweis vorliegen.
Leider wissen wir nicht, was dabei rausgekommen ist, da mein Papa durch einen Glücksgriff von heute auf morgen in einer anderen Firma anfangen konnte und dort wird streng auf die Lenkzeiten geachtet.

Beitrag von mineos 18.12.09 - 18:20 Uhr

Naja, das Problem ist, dass die Überschreitungen bei meinem Mann am schlimmsten sind, weil er so weit von der Firma weg wohnt. Wenn er den Chef also ankreiden würde, wäre relativ klar, wer es war, und dann wird die Situation sicher nicht besser.

Beitrag von windsbraut69 19.12.09 - 10:07 Uhr

Was hat denn sein Wohnort mit den Lenkzeiten zu tun?
Zählt die Anreise zur Firma da mit rein???

Gruß,

W

Beitrag von mineos 19.12.09 - 11:36 Uhr

Ja klar, er fährt ja meistens mit dem LKW, weil das dann mit den seltenen Aufträgen hier bei uns kombiniert wird.

Beitrag von windsbraut69 20.12.09 - 08:38 Uhr

Ja, was bleibt dem Chef denn dann anderes übrig, wenn er Deinen Mann weiter beschäftigen möchte?

Die einzige Alternative, die wirtschaftlich für ihn vertretbar wäre, ist doch eine betriebsbedingte Kündigung.

Gruß,

W