Verschieden Diagnosen (Dys, LRS, AD(H)S etc. wie geht es dann weiter?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von barbarelle 19.12.09 - 14:07 Uhr

Möchte mich mal gerne informieren, da bei meiner Tochter (7) nun ADS diagnostiziert wurde. Wie soll es nun weiter gehen?

An Behandlungen stehen im neuen Jahr an: Psychotherapie, Elterntraining, Konzentrationstraining etc.

Wie ist das mit den Schulen? Welche Rechte hat mein Kind? Immerhin kann sie den Stoff, aber braucht einfach zu lange um in Tests ihr Blatt fertig zu stellen. Intellektuell ist sie weit über den Durchschnitt getestet worden.
Welche Schulen kämen nun für sie in Frage?

Wie sieht es versicherungstechnisch aus? Bleibt ihr durch diese Diagnose nun der Abschluss einer privaten BU verwehrt?

Bitte respektiert meinen Wunsch, dass ich hier nur Hilfe möchte und keine Grundsatzdiskussionen. Es geht auch im Moment nicht um das Thema Medikamente.

Wenn jemand noch detailierte Fragen an mich hat, die ich in so einem offenen Raum ungern beantworte - gerne per PN.

Grüße
Barbarelle




Beitrag von barbarelle 19.12.09 - 14:09 Uhr

Nachtrag: Dyskalkulie und LRS konnten bei meiner Tochter ausgeschlossen werden. Trotzdem interessieren mich die Erfahrungen der Eltern, bei deren Kindern diese Diagnosen besteht. Vor allem in schulischer Hinsicht.

Beitrag von elternzeit-papa 19.12.09 - 14:32 Uhr

Liebe Barbarelle,

eine ganz allgemeine Antwort: Wir haben in Deutschland die Kulturhoheit der Länder, das heißt, dass diese Dinge in allen Bundesländern anders geregelt sind! Von daher werden Dir Antworten in einem deutschlandweiten (oder noch größerem) Forum nicht so sehr viel nützen, wenn es konkret um Rechte usw. geht.

Ich weiß z.B. nicht, was eine "private BU" ist. Ich könnte Dir ziemlich genau sagen, was die Auswirkungen einer diagnostizierten LRS an einem niedersächsischen Gymnasium sind, für Dyskalkulie gibt es schon sehr viel weniger Auswirkungen (weil es die am Gymnasium kaum gibt, denn die armen Kinder werden ja meist für doof gehalten und kommen eben nicht aufs Gymnasium).

Ich würde Dir raten, dich an den Beratungslehrer / Die Schulpädagogin zu wenden, die sollten Dir da weiterhelfen können.

Viele liebe Grüße,

ez-p

Beitrag von barbarelle 19.12.09 - 14:40 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort. LRS und Dyskalkulie liegt ja nicht vor. Nur eben ADS (stark Ablenkbar und träumen).

Eine private BU ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wie ich im Netz schon ergoogelt habe, ist der Abschluss einer solchen mit der Diagnose ADS nahezu ausgeschlossen...:-(

Sprich: Bekommt mal mein Kind eine Krankheit oder erleidet einen Unfall, die/der in keinster Weiset dem ADS zusammenhängt und sie Berufsunfähig macht, ist sie ein Fall für Hartz 4 ....

Ich könnte gerade nur noch heulen...

LG
Barbarelle

Beitrag von anja1968bonn 19.12.09 - 16:28 Uhr

Hi,

ich kam mir gut vorstellen, dass Dein Kopf und Dein Herz jetzt voll sind und Du natürlich Sorgen um eine gute schulische Bildung für Deine Tochter hast.

Aus eigener Erfahrung kann ich nicht sprechen, sondern nur vom Hörensagen. Der Sohn einer Kollegin hat LRS und DYS, die erst so im dritten Schuljahr klar festgestellt wurden. Die erste Klasse hatte er wiederholt, aber Besserung hatte sich nicht eingestellt. Jetzt ist der Knabe 15 und kommt in der Schule zurecht - allerdings nur aufgrund regelmäßiger Therapie vor allem bei der Dyskalkulie, die LRS hat sich wohl durch richtige Übungen stark gebessert.

Erschreckendes Gegenbeispiel ist die 14-jährige Tochter unserer Nachbarn: ADS bereits im zweiten Schuljahr diagnostiziert, zu Hause herrscht ein rauer Umgangston überwiegend im Befehlston (weil solche Kinder ja klare Ansagen brauchen), zeitweise Behandlung mit Ritalin ohne begleitende verhaltenstherapeutische Maßnahmen ... inzwischen wiederholt sie die 9. Klasse, hat aber kaum Unterstützung seitens der Schule, die bis zuletzt verhindern wollte, dass es eine Sitzenbleiberin gibt (die Gesamtschule will halt gut dastehen).

Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr zusammen mit der jetzigen oder auch einer anderen Schule und mit Hilfe von guter therapeutischer Behandlung einen guten Weg findet.

LG

Anja

P.S.:
Sieh mal nicht so schwarz wegen der BU: Mein Mann und ich können z.B. auch keine BU abschließen- aber von der Sorge um die Zukunft werden meine Haare nicht grau (sonst schon)

Beitrag von barbarelle 20.12.09 - 09:57 Uhr

Hallo Anja,

vielen Dank für deinen Beitrag. Seit ich das mit klaren Ansagen praktiziere, läuft es auch besser. Es muss kein Befehlston sein. In der Pubertät kann sich wohl die Tonlage ändern.

Eigentlich bin ich ja nur hin, weil ich dachte: Naja, leichte Konzetrationsprobleme, bissel Training bei Fachleuten und es wird besser. Dann die Diagnose die mich schon ziemlich erschüttert hat.

Aber ich versuche nun nicht mehr schwarz zu sehen. Sie ist ein gutes Kind und kein Monster... Kreativ, witzig, beliebt - nur leider sehr, sehr leicht ablenkbar.

Vielleicht wird es ja tatsächlich besser - zumindest so, dass wir gut damit leben können.

Liebe Grüße und dein Beitrag hat mir gut getan :-)

Barbarelle