Hilfe, wie soll ich mich verhalten - Anbindehaltung Hund!

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von cosmicdoodle 19.12.09 - 22:19 Uhr

Guten Abend!

Ich sage es schon jetzt: Es wird lang! ;-)

Ich wohne auf dem Land, außerhalb eines Dorfes wo es viele einzelne Bauernhöfe/Häuser gibt. Schon seit Jahren habe ich hier vier Hundehalter im Kopf, die ihre Hunde absolut nicht artgerecht halten. Ich wollte bereits alle anzeigen beim Ordnungsamt, was aber leider nicht anonym geht. Und meinen Namen will ich nicht preisgeben, weil ich selber zwei Hunde habe, um deren Leben ich fürchte, wenn sich so ein oller Bauer rächen möchte.

Ca. 1 km von hier wohnt eine alte Dame (90 Jahre alt mit ihrer Tochter (um die 50) in einem alleinstehenden Haus. Vor der Tür steht eine Hundehütte, in der bis vor ca. 1 bis 2 Jahren ein kleiner Mischling an der Kette gehalten wurde. Da ich ihn lange nicht gesehen habe, nehme ich an, dass er gestorben ist, worüber ich fast froh war, weil der arme Kerl mir total leid tat. Ich gehe häufig an dem Haus vorbei und seit Monaten sieht es total unbewohnt aus. Deswegen habe ich mich heute fast erschrocken, als plötzlich ein kleiner Hund (so ca. 30 cm, geschätzt 2-3 Jahre alt) draußen an einer Kette auf dem Hof auf und ablief (so eine Kette, die an einer langen Strippe ist). Die Jalousien waren runter gelassen, so dass meine Freundin und ich dachten, es wäre keiner zu Hause. Wir also zu dem Hund hin, der zuerst total ängstlich war, aber irgendwie dennoch fast erfreut auf uns wartete. Es waren - 15°C, der Boden war mit Schnee bedeckt, der Hund hatte schon kleine Eiskugeln an den Pfoten und unterm Bauch und zitterte fürchterlich. Wir klingelten und nichts passierte. Meine Freundin nahm schon ihre Leine und meinte, wenn da jetzt keiner aufmacht, nehmen wir den Hund mit. Hätten wir auch gemacht, wäre uns scheißegal gewiesen, dass wir uns strafbar gemacht hätten. Leider kam die alte Dame dann doch an die Tür. Wir waren wirklich total freundlich. "Guten Tag, Frau F., meine Name ist Melanie W.. Wir machen uns Sorgen um ihren Hund." Sie fühlte sich natürlich gleich angegriffen und wurde sowas von garstig. Ein Wort gab das andere, wobei wir weiterhin freundlich blieben und ihr versuchten zu erklären, dass das so nicht geht. Sie sagte dann auch, ob ich diejenige gewesen wäre, die sie schon mal angezeigt hätte. War ich ja nicht, obwohl ich es gerne getan hätte damals mit dem anderen Hund. Es muss also schon mal Stunk gegeben haben wegen ihrer Hundehaltung.

Sie verstand nicht, was wir von ihr wollten... sagte dann, wir könnten den Hund sofort mitnehmen, wenn wir ihr das zahlten, was sie ausgegeben hätte. Auf meine Nachfrage sagte sie, dass wir ihn für 250 Euro haben könnten. Ich bot ihr 50 Euro, aber das war ihr zu wenig. Sie holte dann noch ihre Tochter dazu, die dann noch sagte, dass der Hund eigentlich sonst nur im Stall wäre... so nach dem Motto "jetzt darf er schon mal 'ne halbe Stunde raus, und da würden wir uns auch noch aufregen". Schrecklich. Wir sind dann gegangen, der Hund geht uns aber nicht aus dem Kopf. Wenn ich wüsste, die schafft sich keinen Hund mehr an, würde ich ihr sofort 250 Euro geben und das Kerlchen an anständige Leute weiter vermitteln. Aber so bringt das ja nichts, bekommt von uns das Geld und nächste Woche hat sie wieder einen.

Was können wir jetzt tun? Das ist doch kein Leben für einen kleinen aufgeweckten Hund. Den ganzen Tag im Stall oder draußen an der Laufkette. Ich habe vor, morgen wieder hin zu gehen und ihr 100 Euro zu bieten, denke aber nicht, dass sie sich darauf einlassen wird. Das einzige, was mir noch einfällt ist, mich einzuschleimen, so von wegen, war ja nicht böse gemeint und ihr anzubieten, den Hund ab und zu mal zum gassi mitzunehmen. Aber das ist so eine typische alte Bäuerin, die Tiere nur als Gebrauchsgegenstand sieht...

Also, wer kann uns helfen und hat einen guten Tipp, wie wir dem Hund helfen können?

Vielen Dank schon mal im voraus!

LG,
Cosmic

Beitrag von glu 20.12.09 - 00:10 Uhr

Anzeigen!

Und wenn Du Dich nicht traust, dann melde es anonym einem Tierschutzverein, dann kann der sich mit dem Veterinäramt/Ordnungsamt rumschlagen, die haben für gewöhnlich Erfahrung mit den Mühlen der Bürokratie!

Übrigens, ich denke wenn Du Bilder machst und die dem Ordnungsamt schickst, dann gehen sie auch einem anonymen Hinweis nach!

lg glu

Beitrag von cosmicdoodle 20.12.09 - 09:38 Uhr

Tja, anzeigen ist so das Letzte, was ich machen möchte. Die Dame weiß, wo ich wohne, und wie ich schon schrieb, habe ich einfach zu viel Angst um meine Hunde... Die sind tagsüber draußen im Auslauf, wenn ich arbeite, unser Grundstück liegt ganz einsam, da kann schnell jemand kommen und sich an meinen Hunden vergehen! Ich hoffe, Du verstehst das. Ich will hier nicht auf der einen Seite um den armen Hund jammern und dann doch nichts tun, aber alleine die Angst um meine Hunde hält mich davon ab.

Ich treffe mich gleich mit meiner Freundin, wir wollen dann noch mal überlegen, was wir machen können. Vielleicht sammle ich irgendwie 250 Euro zusammen und kaufe den Hund da raus. Meine Freundin würde ihn evtl. sogar behalten oder ihrem Patenkind schenken... der wünscht sich schon lange einen Hund. Und wenn das nicht klappt, findet man sicher ganz schnell Leute für den, der ist wirklich sehr niedlich und freundlich.

Vielen Dank für Deine Antwort.

LG,
Cosmic

Beitrag von glu 20.12.09 - 12:54 Uhr

Hast Du folgenden Teil meiner Antwort auch gelesen?

< Und wenn Du Dich nicht traust, dann melde es anonym einem Tierschutzverein, dann kann der sich mit dem Veterinäramt/Ordnungsamt rumschlagen, die haben für gewöhnlich Erfahrung mit den Mühlen der Bürokratie!

Übrigens, ich denke wenn Du Bilder machst und die dem Ordnungsamt schickst, dann gehen sie auch einem anonymen Hinweis nach! >

Das kannst Du alles anonym machen!
Die Alternative wäre natürlich in den kommenden Jahren immer mal wieder 250 Euro zusammenzusammeln!

Übrigens, Tier verschenkt man nicht!

lg glu

Beitrag von cosmicdoodle 20.12.09 - 13:05 Uhr

Wenn ich es jetzt melde, dann wissen die genau, von wem das kommt, die sind ja nicht blöd. Und abgesehen davon habe ich mich bereits vor einiger Zeit mal erkundigt, und die Aussage war, dass anonymen Anzeigen nicht nachgegangen wird.

Grundsätzlich ist es richtig, dass man Tiere nicht verschenkt. Aber man kann das so pauschal sicher nicht sehen. Der Hund würde ja nicht ohne Vorwarnung und vorherige Absprache dorthin gebracht. Die Leute befassen sich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken an einen Hund, manchmal muss eben das Schicksal etwas helfen.

Ich weiß, ich kann die Welt nicht retten, und es leben überall ganz arme Hunde, Katzen und sonstiges Getier. Aber wenn es mich 250 Euro kostet, eben diesem einen Tier zu helfen, dann mache ich das. Auch wenn dafür womöglich ein nächster Hund genauso leiden muss. Jetzt und heute zählt erst einmal dieser Hund!

LG,
Cosmic

Beitrag von glu 20.12.09 - 13:10 Uhr

Das Problem am Verschenken ist aber eben auch das es für das Kind eine Überraschung sein wird, mit ihm wir das nicht besprochen, denn dann wäre es keine Überraschung mehr.
Das Kind lernt also, auch Tier kann man unter den Weihnachtsbaum legen, ich finde das einfach nicht in Ordnung!

Du hast geschrieben Du hättest Dich beim Ordnungsamt erkundigt, und was ist mit Tierschutzvereinen und dem Veterinäramt?

lg glu

Beitrag von cosmicdoodle 20.12.09 - 14:32 Uhr

Der Hund soll doch kein Weihnachtsgeschenk werden.... dass jetzt gerade Weihnachten ist, ist Zufall. Und klar, wird das auch mit dem Jungen besprochen. Ansonsten hast Du recht, ich stehe auch nicht auf "Tiere als Weihnachtsgeschenk". Wobei das alles jetzt auch das kleinere bzw. noch gar kein Problem ist.

Beim Ordnungsamt habe ich gefragt, an wen eine Anzeige zu melden wäre. Antwort: Ans Ordnungsamt, die leiten das dann weiter! Unserem ortsansässigen Tierschutzverein habe ich das bereits zweimal gemeldet, die meinten, ich solle es dem Ordnungsamt melden!

Meine Freundin wird morgen dem Veterinäramt Meldung machen. Klar, wird sicher auf mich zurückfallen, die Dame wird sich sofort denken, dass ich das dann war... kann ich jetzt auch nicht ändern, aber es muss was getan werden. Dann werde ich auf meine Hunde wohl noch besser aufpassen müssen!

LG,
Cosmic

Beitrag von minimal2006 20.12.09 - 06:36 Uhr

Hallo

Das ist ja entsetzlich!

Sofort anzeigen!

Das kannst du doch so nicht anstehen lassen!

Hoffe, der arme Kerl ist nicht erfroren.
Und die Damen erhalten auch noch ihre gerechte Strafe (bleibt zu hoffen)

Beitrag von chou99 20.12.09 - 08:29 Uhr

Hallo!

Du zeigst das bitte beim zuständigen Veterinäramt an, das Ordnungsamt ist nicht zuständig.
Das muß eigentlich auch anonym gehen, wobei du auch Namen nennen kannst aber sagst, daß dieser im Gespräch nicht fallen soll.
Wir nennen in solchen Fällen nie Namen. Allerdings gehen die Überlegungen auf Grund der Vielzahl der anonymen Anzeigen, die sich als bloße Nachbarstreitigkeiten uä herausstellen, nur noch nicht anonyme Fälle zu bearbeiten.
Was die Anbindehaltung betrifft, sie ist grundsätzlich bei entsprechender Länge der Leine und Schutzmöglichkeiten (Schutzhütte isoliert und nicht zu groß) erlaubt. Aber das muß man sich im Einzelfall erst mal ansehen.
Falls du deinen Namen nennen würdest und auch sagen würdest, daß du im Notfall Interesse an dem Hund hättest, freut sich das VetAmt immer über solche Pflegestellen für entzogene Hunde.

Grüße
Nicole

Grüße
Nicole

Beitrag von cosmicdoodle 20.12.09 - 12:59 Uhr

Hallo!

Ich bin gerade noch mal dort vorbeigefahren. Wie ich es gestern verstanden habe, lebt der Hund wohl ausschließlich im Stall und kommt immer nur stundenweise raus an die Laufleine. Naja, es schneit, ist bitterkalt und was ist: Der Hund sitzt draußen. Eine Hütte hat er dort, aber da ist nichts drin, keine Decke, kein Teppich, kein Stroh... der blanke Boden, ich könnte kotzen!

Habe die Dame gerade angerufen und ihr 150 Euro geboten. Die Tochter war dran, fragte wohl die Mutter und kam dann leider mit der Aussage zurück, dass sie den Hund behalten möchten. Der arme Kerl, es bricht mir das Herz!

Wir gehen nachher wieder vorbei, um zu gucken, aber ich fürchte, wir können nichts machen. Die Laufleine ist gesetzlich in Ordnung und Stallhaltung ist ja auch grundsätzlich akzeptiert. Nur die Einsamkeit des Hundes ist ja nicht meßbar...

Vielleicht schreibe ich der Dame einen ganz freundlichen Brief und versuche Ihr zu erläutern, warum ich mir so viele Gedanken mache, und was es überhaupt bedeutet, einen Hund zu halten. Nur Futter und Wasser reicht ja nun nicht. Und dann biete ich ihr die 250 Euro, die sie haben will.... Ich will den Hund da raus haben, es ist mir mitterweile egal, welchen Preis ich dafür zahlen muss. Wenn das alles aber nichts nützt, werde ich definitiv das VetAmt informieren, aber das zieht sich ja alles lange hin. Und ich fürchte, die Haltung an sich ist so in Ordnung!

Das macht mich echt traurig, dass ich erst mal nichts für den Kleinen tun kann. Ich denke die ganze Zeit an ihn.

LG,
Cosmic

Beitrag von glu 20.12.09 - 13:13 Uhr

Du kannst auch die Polizei rufen ... das Problem, Du hast Angst es würde auf Dich zurückfallen, wenn Du aber noch lange wartest, hat sich das Thema eh erledigt und der Hund ist erfroren, denn ich bezweifle das er vernünftig ernährt wird um genug Reserven zu haben!

Kennst Du keinen der es in seinem Namen machen würde?

Beitrag von cosmicdoodle 20.12.09 - 14:40 Uhr

Naja, erfrieren wird er sicher nicht.... laut Aussage der Dame, soll er ja wohl meistens im Stall sein. Aber es ist sicher nicht gut für ihn, dass er aufgrund der Kälte alle Reserven mobilisieren muss. Und außerdem einfach traurig...

Wir haben ihm gestern sofort Leckerchen angeboten, die wollte er aber nicht, also ich denke erst mal nicht, dass die Ernährung ein Problem ist. Ausgewogen ernährt wird er sicher nicht, aber auch das finde ich jetzt erst mal zweitrangig.

Wie auf Deinen oberen Beitrag geantwortet, wird meine Freundin morgen Meldung machen. Drück uns die Daumen, dass es dem armen Hund was nützt. Ich habe ja bei sowas immer Schiss, dass die Leute dann aus Wut den Hund erschlagen.... ;-(

LG,
Cosmic

Beitrag von buchen 24.10.10 - 06:48 Uhr

Das ist wirklich unglaublich! Solche Menschen sollte man anbinden und verhungern und verdursten lassen. Hoffentlich ist die alte Frau mittlerweile qualvoll gestorben, so wie sie es mit dem Hund vorhatte! 1000 Männer sollten sie...... na ihr wisst schon - und dann ab in die Kiste, bei lebendigem Leib.

Ein unschuldiges Hundeleben zählt mehr als ein brutaler Mensch!!!!!