Glück und trauer liegen soo nah beinander

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von karina27 20.12.09 - 08:47 Uhr

Haben vor ein paar Tagen erfahren das mein Schwiegerpapa sterben wird. Er hatt Kehlkopf und Lungenkrebs. Er wurde zwar operiert und hat Chemo bekommen, aber laut Ärzte hat der krebs trotzdem weiter gestreut. Er liegt momentan wieder im Krankenhaus. Er hofft das er im Januar wieder nach Hause kommt und dann noch ca ein Jahr bei uns bleiben kann. Kann das noch garnicht glauben.

Erst 2007 hatte ich eine Fg, eine ELSS und meine Oma ist gestorben. 2008 hatte ich wieder eine FG und meine andere Oma ist gestorben.
Jetzt dachten wir das 2009 unser Jahr wird. Haben endlich unser zweites Kind bekommen ( ist jetzt 8 Monate) und dann kommt diese Nachricht.
Ich war immer so naiv das ich im glauben war er bekommt die Chemo wird operiert und dann ist alles gut#gruebel

Weiß garnicht wie ich ihn nächstes Mal gegenübertreten soll, was soll ich sagen?

Es tut mir so leid das er seine Enkelkinder nicht aufwachsen sieht. Mein großer ist 8 Jahre und er hängt an seinen Opa. Er weiß aber noch nichts.

Und dann schaue ich meine Kinder an und bin wieder einfach nur glücklich.

LG Karina

Beitrag von mvtue 20.12.09 - 20:45 Uhr

hallo karina!

es gibt dinge zwischen himmel und erde, die muss und kann man nicht verstehen.

unser persönliches horrorjahr ist 2008 gewesen.

im januar wäre unser großer fast vertrocknet (magendarminfektion, ging rasend schnell), 2 monate später verbrüht er sich am oberkörper und im gesicht (gesicht ohne narben verheilt, oberarme sind teilweise vernarbt), im mai stirbt mein schwiegervater mitten auf der straße (umgefallen bei radtour, herzinfarkt), im september hatte ich zuhause eine FG beim umzug und im oktober habe ich meinen job verloren...

2009 wurde gott sei dank besser, auch wir haben ein zweites kind bekommen und wird dachten, alles ist so perfekt heuer....dann verschleppt mein onkel eine erkältung und liegt jetzt seit wochen auf der intensivstation, atmet nicht selber, die organe versagen nach und nach, keiner weis ob und wie lange er überleben wird....
meine oma muss alles alleine meistern, er ist geschieden und somit trägt alle entscheidung meine oma...wenn ich sie sehe, nehme ich sie in den arm und sage einfach nichts, ich schreibe ihr ab und an eine sms, in der ich ihr einfach ein paar nette worte schreibe, ich erzähle ihr viel von den kindern, das muntert sie auf...mehr kann man glaub ich nicht tun...

ich wünsche euch allen trotzdem eine schöne weihnachtszeit, so schön sie halt sein kann....haltet durch für deinen schwiegervater und deine kinder, auch für deinen mann...

glg
mvtue

Beitrag von hoffnung666 22.12.09 - 15:18 Uhr

Erstmal wünsche ich euch viel Kraft.

Versucht, das Gute daraus zu nehmen, ihr habt die Möglichkeit, euch zu verabschieden. Ich habe schon einige Todefälle hinter mir und es ist schöner, wenn man sich verabschieden kann. Klar klingt das jetzt wenig hilfreich, aber es stimmt.

Ich habe meinem Sohn immer die Wahrheit gesagt, aber das ist von Kind zu Kind verschieden, meiner konnte immer besser als ich mit dem Tod umgehen. Wenn er sehr sensibel ist, sollte man ihn vorsichtig drauf vorbehalten.

Und ich würde so normal wie möglich mit deinem Schwiegerpapa umgehen. Ich würde auch nicht deine Gefühle vor ihm verstecken, er weiss ja, was los ist. Und ähnlich wie bei dir, hatte jedes neue Leben in unserer Familie bisher einen Tausch mit dem Ableben eines Familienmitgliedes.

Wünsche euch alles Gute

Jenny