Jammerposting

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von skywalkerin 21.12.09 - 11:49 Uhr

Hallo zusammen,
eigentlich habe ich das Gefühl,ich habe gar kein Recht darauf,zu jammern,es gibt so unendlich viele,denen es sehr viel schlechter geht.
Aber langsam bin ich auch mit meiner Kraft am Ende.
Meine Große (9) hat ADHS und Migräne,beides recht ausgeprägt,bei meinem Kleinen (2) hieß es,er hätte eine ausgeprägte Gleichgewichts- und Wahrnehmungsstörung,jetzt heißt es,daß er wahrscheinlich das Asperger-Syndrom hat.Dazu kommt,daß er eine sehr geringe Frustrationsgrenze hat und ziemlich cholerisch und jähzornig ist(hat er von seinen Vater).
Beide(die Kinder;-)) sind recht anstrengend,aber bringen mir auch sehr viel Freude,sie sind der Grund,wofür ich lebe(ach du je,klingt das schnulzig#schwitz).
Hinzu kommen bei mir Migräne(ca 2-3 Anfälle pro Woche),Skoliose(war auch schon in der Schmerztherapie),eine Depression(Arzt will mich stationär aufnehmen,hab ich aber keine Zeit für) und diverse andere Probleme.
Ich gucke schon,daß ich auch mal einen Abend für mich habe,wo ich mit Bekannten mal weggehen kann,das klappt auch ganz gut.
Nur stehe ich morgens um 4 auf(arbeite von halb 5 bis halb 7).dann geht mein Mann zur Arbeit und ist erst abends relativ spät wieder da.
Der Zwerg steht zwischen 7 und 8 auf und geht abends zwischen 8 und 9 ins Bett,mittags schläft er nicht und nachts nicht durch.
Da er sehr aktiv und fordernd ist und sich mit nichts beschäftigen kann,sind wir die meiste Zeit draußen mit dem Hund unterwegs.
Den Haushalt mache ich,sobald er im Bett ist,ihn mit einzubeziehen ist kaum möglich.
Die Große steht so gegen 7 auf und geht abends so gegen 10 ins Bett(das reicht ihr auch an Schlaf,vorher ist sie nicht müde.Sie muß aber abends bis dahin in ihrem Zimmer was Ruhiges spielen).
Ich kann trotzdem sagen,daß beide ziemlich gut erzogen sind,da ich recht konsequent bin.
Trotzdem nervt es natürlich,von allen Seiten zu hören,sie wären es nicht,weil sie halt sehr aktiv sind und der Kleine sich halt sehr schnell aufregt,wenn irgendetwas von der Routine abweicht.
Z.B. wenn wir bei meiner Mutter zu Besuch sind,sitzt jeder immer auf demselben Stuhl.
Setzt sich z.B. meine Mutter auf "meinen" Stuhl,rastet er aus.Sie regt sich dann auf,er hätte ihr nicht zu sagen,wo sie zu sitzen hätte,er müsse nicht immer alles bestimmen#kratz.
Er ist sehr wählerisch mit seiner Kleidung,da ihm verschiedene Stoffe einfach unangenehm sind("dem kaufe ich gar nichts mehr,er zieht es ja sowieso nicht an").
Deswegen vermeide ich ja Situationen,von denen ich weiß,daß er damit nicht klarkommt.
Eine Krankheit ist bei ihr eine Grippe oder ein Beinbruch,psychische Krankheiten gibt es bei ihr nicht.
Mein Mann ist da recht ähnlich,anstatt Verständnis für die Kinder in den jeweiligen Situationen zu haben,schiebt er alles auf meine Erziehung.
Beide vergessen scheinbar ihr Alter und gehen oft auf das Niveau der Kinder hinunter um irgendwelche Machtspiele mit ihnen austragen zu können.Dann gehe ich meistens mit den Kindern,daß ist mir einfach zu blöd.Die Kinder und ich wissen,daß ich älter bin als die Kinder und "der Chef" bin,daß muß ich ihnen nicht permanent aufs Neue beweisen.
Dabei bin ich schon recht streng und lasse ihnen bestimmt nicht alles durchgehen.Ich differenziere nur zwischen "sie provozieren jetzt bewußt" und "sie sind mit der aktuellen Situation überfordert und kommen dadurch alleine aus ihren Teufelskreis nicht heraus".
Der Kleine geht nächstes Jahr in einen integrativen Kindergarten,ich denke mal,dann wird alles etwas besser.
Jetzt bekomme ich ihn kaum irgendwo für eine kleine Auszeit unter,er ist halt recht anstrengend und läßt sich auch nicht anfassen,auch nicht von Leuten,die er von Geburt an kennt.
Kontakt zu meiner Mutter ist schon stark eingeschränkt(nur noch soviel,wie die Kinder es möchten),da sie mir auch immer vorhält,wie lieb doch ihre anderen Enkeltöchter wären(von meinem Bruder,sind 3 und 1).
Wie gesagt,ich liebe meine Kinder über alles und möchte mich auch nicht über sie beschweren,aber das mußte mal raus:-D.
Sorry,ist ziemlich lang geworden#hicks.

Beitrag von hege08 21.12.09 - 13:24 Uhr

Hi du!!

Lass dich mal maechtig druecken, scheinbar hast du es schon mit deinen Kids nicht grad sehr leicht und die fehlende Unterstuetzung von Seiten Der Oma sowie von Seiten deines Mannes machen es nicht grad noch leichter...

Vielleicht nimmst du dir noch mehr Auszeiten, sollen doch die anderen mal sehen, wie sie ohne dich klar kommen (dabei meine ich deinen Mann, aber auch deine Kids). Was man immer hat, schaetzt man leider meist nicht mehr und cih finde, die sollten dich schaetzen! So frueh aufstehen, vorm Kinder-fertig-machen bereits arbeiten, Haushalt nach dem ins Bett gehen machen, das schon alles eine Leistung! Lass dich nicht ausnutzen und zieh lieber mal kraeftig die Bremse, bevor es bei dir richtig ernsthaft wird und du nciht mal mehr die Kraft fuers Bremse-Ziehen hast..

Alles liebe!!!!

Hege