Kigabeiträge etc Benachteiligung?

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Beitrag von stephanieanne 21.12.09 - 13:28 Uhr

Ich wollte mal fragen, wie ihr das seht. Ich habe drei Kinder und da kommt natürlich für Kindergartenbeiträge, Musikunterricht, etc. einiges zusammen.

Mich nervt es immer, wenn ich mit Freunden spreche, die es in andere Bundesländer verschlagen hat, wo ganze Kindergartenjahre oder auch der gesamte Regelkindergarten frei ist oder bei einer Freundin ist es nun so, dass es ein Projekt gibt, wo Kinder kostenlos in der Schule ein Instrument lernen können.

Für mich gerechnet:
Für die beiden Großen zahle ich für den Musikunterricht im Monat 80 €, für den Mittleren 70 € Kigegebühr (wird im Januar noch kräftig erhöht).

Das ist doch ungerecht, dass das an unterschiedlichen Orten im gleichen Land unterschiedlich geregelt ist, oder?
Das mit dem Musikunterricht okay, aber das mit dem Kindergarten.

LG
Anne

Beitrag von mamavonyannick 21.12.09 - 16:08 Uhr

Hallo,

dafür profitierst du im Osten von den niedrigeren Kitabeiträgen und in den meisten Fällen auch von der Möglcikeit, dein Kind in eine Krippe zu bringen. Frag doch mal, was die dort so im Schnitt bezahlen.

vg, m.

Beitrag von stephanieanne 21.12.09 - 16:24 Uhr

Hallo,

ich wohne leider nicht im Osten. Sondern im Westen.

Wir haben das beruflich so geregelt, dass einer von uns immer daheim ist, um die Kinderbetreuung zu managen, da uns Hort für die Große, Vollzeitkindergarten für den Mittleren und Krippe für den Kleinen so viel kosten würde, dass es nix bringen würden, wenn wir Vollzeit arbeiten würden.

Mich nervt es nur, dass es Bundesländer gibt, wo das umsonst ist, während wir hier - bei gleichen steuerlichen Entlastungen und Kindergeld, total viel bezahlen.

LG
Anne

Beitrag von mamavonyannick 21.12.09 - 16:35 Uhr

Ja, das ist leider so. Das ist ja auch das selbe mit dem Landeserziehungsgeld, welches es in einigen BL gibt. Vllt wird es ja irgendwann mal alles Bundessache und wir erfahren eine einheitliche Regelung. Wünschenswert wäre es.

lg, m.

Beitrag von nakiki 21.12.09 - 18:01 Uhr

Hallo!

Was heißt denn ungerecht? Du hast doch die Möglichkeit umzuziehen?

Wir wohnen in HH, da uns die Kitabeiträge im Umland ein Vermögen kosten würden. Dafür zahlen wir hohe Mieten in HH und beschweren uns auch nicht bzw. finden es ungerecht, wenn es anders günstiger geht.

Keiner zwingt dich dort zu wohnen, wo du wohnst.

Gruß nakiki

Beitrag von stephanieanne 21.12.09 - 22:01 Uhr

Klar. Aber denkst du nicht, dass es ungerecht ist, dass im gleichen Land unterschiedliche Regelungen gelten?

LG
Anne

Beitrag von parzifal 23.12.09 - 16:05 Uhr

Es gibt nun einmal Gemeinden und Länder.

Plädierst Du für die Abschaffung der Selbstverwaltung von Gemeinden. Nur so kannst Du nämlich alles einheitlich regeln.

Beitrag von 3wichtel 26.12.09 - 14:21 Uhr

Häh? #kratz
Seit wann sind die Kita-Gebühren in HH denn günstiger als im Umland???????

Wir sind in den Hamburger Süden gezogen und zahlen einen Bruchteil der Hamburger!!!!

Beitrag von nakiki 06.01.10 - 13:33 Uhr

Hallo!

Mit Hamburger Umland meinte ich jetzt Schleswig-Holstein. Das Hamburg einen Süden und somit auch ein niedersächsisches Umland hat, vergesse ich gerne mal.

In Hamburg werden die Gebühren einkommensabhängig berechnet. Im schleswig-holsteinischem Umland nicht. Da wir eine Ganztagsbetreuung bräuchten, kommen dort noch Extrakosten für Früh- bzw. Spätdienst hinzu.
In unserem Fall würde dies bedeuten, dass wir im Umland 3-4 mal soviel zahlen.

Gruß nakiki

Beitrag von holy_cow 21.12.09 - 20:17 Uhr

Ich lebe in einem sogenannten dritte Weltschwellenland und meine beiden Kinder sind und gehen hier in die Schule.

Ich zahle fuer den Schulbesuch umgerechnet 140 Euro. 1 x jaehrlich wird ein Pauschlabetrag fuer Material und Schulbuecher von 130 Euro verlangt.
Es werden 3 Sprachen unterrichtet, es wird neben dem Sportunterricht Tennis angeboten, Fussball und Ballett.
Zudem erlernen die Kinder alle Floete und koennen zusaetzlich sich ein Instrument aussuchen. Woechentlich haben die Kinder 4 Stunden Sport und 4 Stunden Musikuntericht. Die Kinder haben bis 15.00 Schule ausser Freitags. ( Mein Sohn war auf einer anderen Schule und hatte bis 16 Uhr Schule, Hausaufgaben inbegriffen, ebenso Foerderkurse )
Die Klassenstaerke belaeuft sich auf max. 16 - 19 Kinder.

Meine Kinder habe ich nie ueberfordert oder lernmuede erlebt.
Es gibt kein Kindergeld oder andere Zuschuesse.
Studiengebuehren gibt es genauso und ich kenne sehr viele Studenten die nebenher arbeiten und Abends die Uni besuchen. Niemand beschwert sich darueber und es gibt sehr viele Studenten trotz Studiengebuehren.

In Kindergaerten werden die Kinder von studierten Personal betreut und auch auch geschult. Das gilt auch fuer oeffentliche Kindergaerten die einen Beitrag kosten, aber auch den Dienst bis 18.00 anbieten. In den staatlichen Schulen gibt es genauso Musikuntericht am Instrument und von der Grundschule an eine Fremdsprache. Fuer sehr arme Familien gibt es ein Stipendiumsystem und Patenschaften.

Ich frage mich wie die Menschen das hier schaffen und in Deutschland es nicht moeglich ist, den Kindern ein breites Spektrum an Bildung zu bieten.

Ich bin kein Grossverdiener und ich habe mich immer lieber persoenlich eingeschraenkt und mein Geld in die Ausbildung meiner Kinder investiert.

Saludes!

Beitrag von 3wichtel 26.12.09 - 14:23 Uhr

Wo wohnst Du ?
So eine Schule will ich auch für meine Kinder!!!!#schmoll#heul

Beitrag von kuckuk 01.01.10 - 21:40 Uhr

hallo,

hier geht es ja nicht ums Geld direkt. Es geht darum daß wir alle in Deutschland leben und die staatlichen Leistungen regional ziemlich differieren.
Miete sehe ich hier nicht mit drin, die ist Privatsache. Genauso wie das regionale Angeot an sich (gibt es viele Geschäfte, Vereine oder überhaupt eine Wahl für die Schule).
Ich finde es auch ungerecht daß ich für einen Regelkindergartenplatz 110 Euro zahle. 2 Orte weiter bezahlt man 90 Euro bei 2 Stunden mehr Zeit, 20km weiter sogar nur 65 Euro und dort ist zB das Frühstück inbegriffen. Die Zeiten dieses Kigas kenne ich nicht, kürzer als meine geht aber nicht.

Genauso ungerecht ist daß hier in Hessen das Elterngeld steuerlich als Einkommen gewertet wird. In anderen Bundesländern wird es nicht berücksichtigt.

Ein Land sollte diese grundsätzlichen Dinge auch einheitlich regeln!

Gruß
Kuckuk

Beitrag von imzadi 22.12.09 - 01:02 Uhr

70 Euro Kigagebühr find jetzt nicht so schlimm, ich wär froh gewesen so billig davon zu kommen. Bis August hab ich mit Mittagessen und Frühstück jedes Monat 210 Euro bezahlen dürfen für den Ganztagskindergarten.

Beitrag von drachenengel 22.12.09 - 09:37 Uhr

Hallo Anne,

von 70 Euro Kigagebühr träumen wir in NRW... je nach Einkommen liegt der Elternbeitrag bei bis zu 301 Euro, welche bei finanzschwachen Kommunen wie der unserigen, noch getoppt werden dürfen, für Kinder ab 3!! U3 würden wir durch diese Möglichkeit der Kommunen in unserer Wunschkita monatlich 700 Euro bezahlen dürfen, gottlob muss ich nicht mitarbeiten derzeit.

LG
Mone

Beitrag von imagina 22.12.09 - 16:36 Uhr

Leider ist das so! Seit Ihr bei der KiTa nach Eurem Einkommen gefragt worden? Sind wir nämlich gar nicht.

Wir kommen auch aus NRW und Platz für 30Std/Woche für U3 hätte uns auch mal eben schlappe 600€ gekostet. Was genau uns der Kindergartenplatz für unsere Tochter kosten wird, wenn sie 3 wird wissen wir noch nicht.
Mein Mann hat sogar schon mal angedeutet, dass wir sie ggf. wegen der immensen Kosten sogar erst mit 4 in den Kindergarten schicken.
Da bin ich allerdings gegen. Ich möchte ihr diesen
sozialen Austausch nicht noch länger vorenthalten.
Momentan kriege ich das durch Spielgruppen, Freunde einladen etc noch ganz gut ausgeglichen aber ich denke in einem Jahr sieht das anders aus.

Ich finde es absolut ungerecht, dass es in einem Land so gravierende Unterschiede gibt. Ein Bundesland weiter ist das letzte Kindergartenjahr komplett kostenlos und die Beiträge ganz anders.
Das Argument man könnte ja umziehen finde ich fast schon eine Frechheit.
Was bringt es uns, wenn wir umziehen und kaum noch KiGa Gebühren bezahlen, dafür aber keinen Arbeitsplatz mehr haben? Lächerlich!!!

70Euro KiGa Gebühr, wie die TE schreibt ist wirklich ein TRAUM für uns NRWler!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Beitrag von dornpunzel 22.12.09 - 11:05 Uhr

Hallo,

ich zahle für den KiGa momentan 90,00 Euro im Monat, für täglich sechs Stunden. Zum Mittagessen hole ich meinen Sohn nach Hause. Da ich sowieso für die drei anderen koche, spare ich mir diese zwei Euro täglich für das Essen im KiGa.

Ich finde den Beitrag von der Höhe her in Ordnung. Dafür wird den Kindern auch viel geboten. Bei uns gibt es Nachmittags einen Tanzclub, englisch, basteln, Musik und einen Waldtag. Für einkommensschwache Familien besteht die Möglichkeit, einen Zuschuss oder eine komplette Übernahme der Gebühren vom Jugendamt zu bekommen.

Gruß,
Dornpunzel

Beitrag von erdbeertiger 22.12.09 - 11:23 Uhr

Tja, die Lebensverhältnisse sind halt sehr unterschiedlich in den Regionen Deutschlands - ich zahle auch knapp 200 EUR für den Kiga, nicht ganztags und ohne Essen. Außerdem gibt es hier keine Mietwohnung unter 600EUR kalt, und kein Eigenheim unter 250.000 EUR (und das ist dann miniklein und sanierungsbedürftig). Anderswo kann ich mir dafür schon einen halben Palast hinstellen....

Andererseits würde ich in der nächsten Großstadt (2okm entfernt) für die 250.000 EUR noch nicht mal eine Eigentumswohnung bekommen (mit viel Glück ein 1-Zimmer Appartment). Dafür wäre dort allerdings der Kindergarten kostenfrei...

Dafür aber lebe ich in einer Gegend mit hoher Lebensqualität, guter Infrastruktur (Verkehrsanbindung, medizinische Versorgung, Freizeitangebote, Kulturprogramm etc...), brauche kein zweites Auto, habe eine gutbezahlte Stelle und in zumutbarer Entfernung hinreichend viele Möglichkeiten, den Arbeitgeber zu wechseln, ohne umziehen zu müssen - das gibt mir mehr Sicherheit als kostenloser Kindergarten, aber keine potentielle Arbeitsstelle im Umkreis! Und deshalb lebe ich genau da, wo ich lebe....

LG

Erdbeertiger

Beitrag von wurmologin 23.12.09 - 11:08 Uhr

ich seh das anders - man lebt in seinem Bundesland, wählt die Landesregierung und muß halt dann mit den Gegebenheiten leben...

Wir zahlen hier für die KiTa verhältnismäßig wenig (von meinem Gefühl) und gerecht, da Einkommensabhängig. Trotzdem berappen wir monatlich 150€...

aber man kann halt nicht alles Vergleichen und einheitlich regeln. Als Angestellter im öffentl. Dienst z.B. verdient man in der selben Stadt für den selben Job unterschiedlich...je nach dem ob man ost oder west eingruppiert ist...zum Teil sitzen die Leute in einem Büro. DAS ist mal wirklich ungerecht...

Beitrag von marion2 23.12.09 - 16:31 Uhr

Wo ist der gesamte Kindergarten frei und was ist ein Regelkindergarten?

Danke und Gruß
Marion

Beitrag von drachenengel 23.12.09 - 18:40 Uhr

Hallo Marion,

Regelkindergarten in NRW:
vormittags Kiga, mittags daheim, nachmittags noch mal Kiga
Wochenstunden somit: 35 Std

Kpl frei ist er in einigen Kommunen in NRW z. B. , ich glaub dann noch in ein paar Bundesländern.

musst mal googlen.

LG
Mone

Beitrag von marion2 23.12.09 - 21:05 Uhr

#danke Mone

und was ist dann ein Kindergarten ohne Regel davor? Ein ordentlicher?

frau frau frau, das kann doch nicht die Regel sein, dass frau mittags zum Kochen von der Arbeit nach Hause kommt. frau frau frau das regt mich auf...*grummel*

Wir sollten dringend noch Mal über das Thema Küchenfrauen diskutieren ;-)

Liebe Grüße
Marion

Ich wünsche euch erholsame Feiertage!

Beitrag von drachenengel 23.12.09 - 22:13 Uhr

Hallo Marion,

tja, das ist halt hier die Regelung, daher habt Ihr da im "Osten" schon Luxus...

Also, der normale Kigaplatz ist ein Regelplatz.
Dann gibt es noch Variante 7-14 Uhr ODER 7- 16 Uhr

Miniversion ist dann noch 7-12 Uhr

Euch auch ein tolles Weihnachtsfest!!!

LG
Mone

Beitrag von jacky 24.12.09 - 19:22 Uhr

Soweit ich weiß, soll demnächst der Kindergarten flächendeckend ab 3 Jahren umsonst sein. Wir wohnen in Rheinland-Pfalz in einem kleinen Ort und hier kostet selbst die Kita ganztags nur 120 Euro. Kindergarten ist noch billiger.

Musikunterricht? Naja, halte ich persönlich für Luxus. 150 Euro im Monat für Musikunterricht? Wenn ihr euch das leisten könnt, dann jammere nicht. Wir könnten uns das nicht leisten. Und ich würde es auch nicht bezahlen. Ich nehme mal nicht an, dass ausgerechnet aus meinem Kind ein großer Musikant wird. Alles überzogen heutzutage. Naja, das ist meine Meinung. Ich war als Kind in keinem Verein, habe keinen Musikunterricht gehabt. Keine Reitstunden und den ganzen Trallala, der heutzutage noch so angeboten wird. Habe mich trotzdem nicht gelangweilt. Ich wundere mich immer wieder, wie die Freizeit von Kindern heutzutage verplant ist. Ich bin in den 80ern geboren. Da nahm keiner in meinem Freundeskreis Musikunterricht. Da hat man nach der Schule den Ranzen in die Ecke geworfen und ist ins Dorf spielen gelaufen...

Naja, das war jetzt nicht deine Frage. An den Kindergartenbeiträgen seines Ortes kann man halt nix machen. Aber über solch elitäres Privatvergnügen wie Musikunterricht für 150 Euro im Monat sollte man sich dann auch nicht aufregen. Man kann auch ohne leben.

Beitrag von 3wichtel 26.12.09 - 14:28 Uhr

Bin in den 70ern geboren und bei uns war es normal, das jedes Kind EIN Instrument und EINE Sportart von der Pieke auf lernt.
Ich bin jetzt in der glücklichen Lage, Klavier spielen zu können.
Mein Mann durfte als Kind kein Instrument lernen und müht sich jetzt als Erwachsener im Gitarrenkurs, wohl wissend, dass es alles leichter gehen würde, wenn er es schon als Kind gelernt hätte...

Also, musische Erziehung finde ich keinen Luxus sondern wichtig. Schade, dass sich das heute viele Familien einfach nicht mehr leisten können.
Statt Kindergeld müsste es tatsächlich freien KiGA und freien Musikunterricht geben.

Beitrag von dominiksmami 28.12.09 - 10:51 Uhr

>>Ich bin in den 80ern geboren. Da nahm keiner in meinem Freundeskreis Musikunterricht.<<

lustig...ich bin in den 70ern geboren und bei uns nahmen ganz viele Musikunterricht.

Natürlich haben wir auch in den Straßen und Gärten gespielt, aber dennoch halte ich ein gewisses Angebot an Lernmöglichkeiten für Kinder für sinnvoll. Ob das nun Sport- oder Musikunterricht ist bleibt ja dahingestellt. Ich hatte übrigens beides...Musikschule ( 12 Jahre lang und für 2 verschiedenen Instrumente) und Sportvereine (Reiten 14 Jahre lang, daneben im Wechseln Handball, Taekwondo, Tanzen,) und hatte trotzdem immer reichlich Zeit für Freunde und co.

lg

Andrea

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