Umgangskosten -neues Gesetz?

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von lepidoptera 22.12.09 - 10:59 Uhr

Hallo ihr Lieben,

beim Stöbern im Netz bin ich gerade auf etwas gestoßen, daß mich stutzig macht.

Da hat Frau Jutta Puls (Vorsitzende der Unterhaltskommission des deutschen Familiengerichtstages) folgendes geschrieben:

"...Die Kosten des Umgangsrechts sind nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich von beiden Elternteilen im Verhältnis ihrer beiderseitigen Einkünfte aufzubringen...."

Kennt ihr das Urteil?Ich habe es nirgends nachlesen können. Was heißt das jetzt bitte im Alltag in Bezug auf das Hinbringen und Abholen?

Liebe Grüße
Sabrina

Beitrag von manavgat 22.12.09 - 11:59 Uhr

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die alleinerziehende (der Alleinerziehende) so wahnsinnig viel Geld hat, dass es ALG2 übersteigt, dann muss dieser Elternteil sich anteilig an den Umgangskosten beteiligen...

Gruß

Manavgat

Beitrag von kleinesbambi 22.12.09 - 13:26 Uhr

Gibt es keine Alleinerziehenden, die arbeiten gehen? #kratz

Beitrag von manavgat 22.12.09 - 13:55 Uhr

Alleinerziehende gehören zu den am meisten armutsgefährdeten Menschen in dieser Republik.

Wenn sie arbeiten, dann oft Teilzeit oder zumindest ohne Karrierechancen. Wenn kein/zuwenig Unterhalt kommt - und das ist der überwiegende Teil - dann sind sie auch mit Arbeit genötigt ergänzendes ALG2 (Aufstocker) in Anspruch zu nehmen. Betreuungskosten verschärfen das Problem oft noch. Verdienen sie mehr als ALG2, müssen sie oft den vollen Betreuungsatz zahlen.

Die meisten Alleinerziehenden Frauen gehen arbeiten, mehr! als die verheirateten Mütter.

Gruß

Manavgat

Beitrag von windsbraut69 22.12.09 - 14:40 Uhr

Na, soooo furchtbar unwahrscheinlich ist dieser Fall ja nicht - es gibt ja nicht nur mittellose Alleinerziehende wie hier im Forum.

Ich kenne auf Anhieb gleich Mehrere, die weit jenseits des ALGII-Satzes leben.

Gruß,

W

Beitrag von kleinesbambi 22.12.09 - 13:26 Uhr

Klingt interessant

Hast du nen Link für mich?

#danke und LG
Bambi

Beitrag von lepidoptera 22.12.09 - 13:46 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten.
Wo genau kann ich denn die Verteilung nachlesen (oder überhaupt erstmal das Gesetz)?

Ich gehe Vollzeit arbeiten und liege dadurch (weit) über dem Hartz4 Satz. Mein Ex hat nach Abzug des Unterhaltes in etwa genau so viel raus wie ich an Nettogehalt.

Ich frage mich wie die Berechnung für solche Fälle aussehen soll. Es kommt doch darauf an, was alles noch vom Einkommen abgezogen werden kann.

Angeblich soll es jetzt ja auch eine Verpflichtung geben, daß der Elternteil, bei dem das Kind lebt, das Kind auch mal zum anderen Elternteil bringen bzw. abholen muss.

Schade, daß man die Sachen nie handfest irgendwo nachlesen kann.

LG Sabrina


Beitrag von linagilmore80 22.12.09 - 14:00 Uhr

Ich kann Dir eine Antwort auf die Frage bzgl. des Besuchsrechts geben:
Du bist verpflichtet einen Umgang zu ermöglichen. Das kann unter Umständen bedeuten, dass Du das Kind bringen bzw. abholen musst. Es kommt auch drauf an, wer die Entfernung verschuldet hat. Bei mir hat mein Ex-Mann die Entfernung verschuldet, daher muss er die Kinder holen und bringen.

Aber da ist es eh besser, wenn man sich ohne Gericht einigt.

LG,
Lina

Beitrag von karna.dalilah 22.12.09 - 19:16 Uhr

Das heißt, wenn ich mit dem Kind wegziehe, weil ich einen Job am neuen Wohnort bekomme mit dem ich meinen Lebensunterhalt und den des Kindes damit bestreiten kann oder verbessere, werde bestraft mit den bezahlen von Umgangskosten?
Und der werte Papa der nie Unterhalt gezahlt hat sitzt sich den Hintern am Pc breit und genießt Harzt IV....

Na klasse dann sollten Frauen wie ich ihren Hintern lieber zu Hause behalten, damit sie nicht auch noch draufzahlen mussen...grrrrrrrrrrr

Karna

Beitrag von krypa 22.12.09 - 19:41 Uhr

Hallo karna.dalilah,

na, das kann frau sparen wenn die Kinder beim Papa sind. Als Hartz IV-ler hat der doch Zeit.

Es taucht im Argumentationsgefüge von (ae) Müttern immer wieder die Paradoxie auf, dass einerseits bei Trennungen zuerst gefragt wird, was an Unterhalt zustehe, automatisch voraussetzend, dass die Kinder bei Mama bleiben, auch wenn z.B Papa arbeitslos ist, was heutzutag ohnehin öfters vorkommt, andererseits wird bei einem arbeitslosen Papa dann bemängelt, dass er keinen Unterhalt bezahle.
Es wird nicht zuerst gefragt, wie es geregelt werden könne mit der Kindesbetreuung seitens Papa.

Es entsteht der Eindruck, dass Papas die kindlichen Lasten zugerechnet bekommen, verschweigend, dass frau auf die 'Lust' an den Kindern nicht verzichten will.

Mfg krypa

Beitrag von karna.dalilah 22.12.09 - 19:52 Uhr

In diesem Fall bemängel ich die fehlende Aktion seinerseits etwas an dem Umstand zu ändern.
Im Moment bekommt er sein eigenes Leben nicht auf die Reihe wie sollte er da noch ein Kind betreuen?

Beitrag von manavgat 23.12.09 - 09:25 Uhr

Auch wenn Du es nicht hören willst,

die meisten Beziehungen mit Kindern werden von den Frauen beendet.

nicht, weil es zwischen den Beinen juckt, nein.

sondern weil der KV versagt. Als KV, als Partner, als erwachesene Person.


Wenn so eine Zecke in der Ehe auf Kosten der Frau gelebt hat und auch da schon weder Lust auf Haushalt, Kindererziehung oder gar zu so was anstrengedem wie Arbeiten gehabt hatte, was soll es dann bringen, die Kinder beim KV zu lassen??????

Gruß

Manavgat

Beitrag von dany2308 22.12.09 - 19:55 Uhr

Hallo Sabrina,

ich habe

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=6c290740f557be0fb1f0096492a9153b&client=8&nr=48764&pos=0&anz=8

und

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=6c290740f557be0fb1f0096492a9153b&client=8&nr=48745&pos=1&anz=8

gefunden.

Die besagen aber nicht, dass die Mütter den Vätern jetzt Spritgeld in die Hand drücken müssen, sondern dass die Väter in den konkreten Fällen die Umgangskosten von dem Einkommen abziehen dürfen, das zur Berechnung des Unterhalts herangezogen wird.

LG Dany