Essensfrage: Wie reagiere ich richtig?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mary31 23.12.09 - 14:44 Uhr

Hallo,

mein Sohn Tim (2 3/4) war schon immer ein "schlechter Esser", wenn ich es mal so beschreiben darf. Von Anfang an, Beikost schon schwierig, Übergang an den Familientisch eigentlich noch nicht abgeschlossen. Mich beschäftigt dieses Thema gerade wieder sehr, weil mein Kleiner (9 Monate) mir förmlich das Essen vom Teller reißt und so völlig anders ist als der Große.

Während Frühstück und Abendessen bei Tim meist gut klappt, ist das Mittagessen immer ein Drama. Tim probiert einfach überhaupt nichts, noch nie. Das eigentliche Interesse am Probieren oder Neugier aufs Essen habe ich bei ihm noch nie bemerkt. Meine KIÄin findet das "bedenklich" und wohl scheinbar krankhaft, nunja, ich kann es nicht beurteilen, aber auch ich finde es schon merkwürdig.

Mittags haben wir eigentlich nur Nudeln oder Erbsensuppe mit Wurst, was anderes ißt und probiert er einfach nicht. Jedesmal ein Drama mit Riesengeschrei.

Letzte Woche hat es mir dann gereicht und ich habe ihm Fischstäbchen vorgesetzt. So basta, was anderes gibts nicht und DAS wird jetzt probiert. Nach einem Riesengeschrei und schließlich ein bischen Ketchup auf den Teller hat er die Fischstäbchen dann probiert und wohl für gut befunden, denn er hat beide aufgegessen.
Mit einem anderen Gericht habe ich es ein paar Tage später genauso gemacht und er hat schließlich gegessen. Zeitgleich habe ich Süßes drastisch reduziert und Zwischenmahlzeiten eher spärlich gehalten.

Ich will ihm nicht noch den letzten Spass am Essen nehmen, aber ich will auch nicht mehr monatelang Erbsensuppe essen oder für ihn extra kochen. Hat jemand einen anderen Rat für mich? Ist das schon "zum essen Zwingen"?

Momentan ist es echt nicht leicht bei uns.

LG
Mary

Beitrag von p.sylvie 23.12.09 - 14:52 Uhr

Hallo
Also ich finde man sollte Kinder und auch sonst niemanden zum Essen zwingen, denn DAS kann später krankhaft werden.
Wenn dein Sohn zu Mittag nichts essen will, dann lass ihn halt einfach. Er soll doch am Tisch sitzen bleiben bis alle fertig sind, Nachtisch gibt es keinen und als nächste Malzeit gibt es für 16 Uhr ein Obst.
So läuft das bei uns ab.
Jedes Kind ist anders, der eine isst mehr , der andere eben anders. und die Kinder sollen ja auch selbst einschätzen lernen was sie mögen oder wann sie satt sind. Wichtig ist allerdings dass e snix dazwischen gibt.
Bei uns gibt es am Tag 4-5 Malzeiten: Frühstück, inder Schule um 10 Uhr ein Butterbrot (leider), Mittag, 16 Uhr und Abendessen.
Daziwschen gibt es nix. Süsses gibt es mal um 16 uhr nach dem Obst oder zu mittag als Nachtisch.
Lg Sylvie

Beitrag von bine3002 23.12.09 - 14:54 Uhr

Wir haben mit Java folgende Abmachung:

Wenn es etwas gibt, was sie nicht kennt, dann muss sie probieren. Es genügt eine winzige Menge. Sie bekommt eine Serviette und darf das Essen sofort da rein spucken, wenn sie es nicht mag. Und das klappt sehr gut.

Oftmals probiert sie von sich aus und ohne Protest. Manchmal bockt sie aber natürlich auch, dann müssen wir sie überreden, aber nur kurz. Wenn sie vorher gebockt hat, dann spuckt sie das Essen in der Regel sofort wieder aus. Wir gehen nicht weiter darauf ein, weil wir wissen: Wenn es ihr geschmeckt hat, dann isst sie es von sich aus.

Natürlich lief das nicht immer so. Wir mussten für diese Regelung auch "kämpfen". Und ich habe Java tatsächlich mal eine halbe Stunde lang "bearbeitet" bis sie endlich probiert hat. D.h. ich habe sie nicht aufstehen lassen bis sie sich endlich bereit erklärt hat zu probieren. Sie hat es dann gleich wieder ausgespuckt, wurde von mir überschwenglich gelobt, dass sie sich überwunden hat und von da an war es dann gut. Klingt fies, aber bei Java ist es oft so, dass man sich erstmal durchsetzen muss, damit sie bestimmte Dinge akzeptiert.

Beitrag von sunflower.1976 23.12.09 - 14:56 Uhr

Hallo!

Mein großer Sohn war phasenweise auch ein "schlechter Esser".
Ich habe versucht, das Essen nicht zum MAchtkampf ausarten zu lassen.
Es gibt bei uns eine Regel, die seit Anfang der Beikost gilt: Ich entscheide, was es wann zu essen gibt und meine Kinder entscheiden, wie viel sie davon essen.
Das heißt, es gibt zu den regulären (Zwischen-)Mahlzeiten essen.
Ich achte schon drauf, dass es einigermaßen kindgerecht ist, aber es gibt längst ur "Lieblingsspeisen". Meine Kinder können so viel davon essen, wie sie wollen oder es eben sein lassen. Als einzige Alternative gibt´s Brot mit Belag.
Aber die Essensmenge werden nicht kommentiert - egal ob viel oder wenig gegessen wurde.
In meiner Kindheit wurde genau geschaut, wie viel ich gegessen habe, weil ich sehr dünn war. Ich habe diese Kommentare gehasst, auch wenn sie nicht böse gemeint waren.
Ich weiß, dass mein Sohn einige Gemüsesorten gekocht gar nicht mag, aber dafür als Rohkost. Also mache ich öfter mal Salat bzw. gebe ihm seinen "Anteil" roh. Er isst dann aus dem Eintopf die Kartoffeln und das Fleisch und dazu rohe Möhren.

Ich denke nicht, dass das schon Zwang ist. Es ist für alle Beteiligten stressiger, wenn die Mahlzeiten zu einem Dauerkampf werden.
LG Silvia

Beitrag von mary31 23.12.09 - 14:58 Uhr

Vielleicht noch als Ergänzung: Tim macht noch Mittagsschlaf, ohne geht es nicht.

Wenn er Mittags nichts ißt, flippt er meistens kurz danach aus und ist völlig überdreht und ich bekomme ihn nicht ins Bett.

Gerade heute haben wir ihn gelassen, er hat nichts gegessen und war um 14 Uhr völlig neben der Bahn. Kaum hatte ich ihm dann noch ein Brot gemacht, hat er gegessen und sofort eine Pause gemacht.

LG Mary

Beitrag von a79 23.12.09 - 17:45 Uhr

Hallo,

ich finde das total o.K.
Bei uns ist die Devise: alles wird probiert und darf, wenn es nicht schmeckt, stehen gelassen werden. Wer sich am Essen sattgegessen hat, darf noch einen Nachtisch haben (bei uns überwiegend Naturjoghurt mit ein paar Schokostreuseln drin). Wer nur im Essen rumstochert, bekommt auch keinen Nachtisch.
Ich finde, so , wie Du es machst, hat es nichts mit Zwang zu tun. Wir handhaben es immer so, dass es 1 Essen gibt und nicht 2,3 oder 4 , nur weil Sohnemann so mäkelig ist. Ich weiß, mein Großer (im März 4 ) mag nicht gern Kartoffeln, also mache ich häufiger Reis oder Nudeln, Hirse oder andere Beilagen. Wenn es aber Kartoffeln gibt, gibt es auch nix anderes extra, wohl aber Beilagen, die er auch isst, z.B. Kartoffelauflauf mit Salat - er liebt Salat...dann isst er eben davon entsprechend mehr und wird auch satt. Oder er mag das gekochte Gemüse nicht, da lass ich dann einen Teil roh und er isst es mit etwas Frischkäsedipp...damit fahren wir sehr gut.

LG

Andrea mit ihren beiden Jungs

Beitrag von spatzl27 23.12.09 - 20:16 Uhr

Hallo,

ich hab weiter oben wegen Gewicht gepostet und muss sagen, ich hab mit meiner Tochter auch einiges durch, was Essen betrifft.
Es gibt Zeiten, da ist sie bereit was zu probieren, und dann wieder Zeiten, die leider dominieren, da ist Essen die größte Katastrophe auf Erden.
Wir sind auch von der Nudel- und Filinchenfraktion.
Kartoffeln isst sie nicht (alternativ mach ich Kartoffelbrei, der wird angerührt - manchmal quetsch ich die Kartoffeln aber auch so in die Soße, dass sie denkt es wäre Brei #schein) Brot isst sie GAR NICHT. Maximal etwas vom weißen Brötchen.
Sie isst zum Frühstück ,wenn sie gut ist eine Scheibe Filinchen (also so'n leichtes Knäcke, mit etwas Käse oder Nutella und meist lässt sie das stehen. Mittags klappt etwas. Und selbst wenn sie nur 2 Löffel isst, versuch ich ihr zwar gut zu zu reden, aber ich zwing ihr nichts hinein. Ich biete ihr nachmittags immer was an, Obst oder wenn Mittag gar nicht ging Brötchen, meist wirds das "Knäcke" und Abends das selbe Spiel in grün...

Früher hab ich mir ganz böse Gedanken gemacht. Aber ich kanns nicht ändern. Mit Zwang erreich ich nichts, eher das Gegenteil, dass gleich zu Beginn der Mahlzeiten verweigert wird. Also lass ich es. Ich beziehe sie in die Zubereitung der Mahlzeiten mit ein. Wenn sie keine Lust auf Wiener hat, dann frag ich, ob sie ihr Wienerle selbst mal schnippeln möchte und dann kostet sie natürlich. Auch wenn ich Salate zubereite das selbe. Ich lass sie rühren und dabei bekommt sie Appetit.

Ist nicht einfach, aber ohne Druck , ist meine Erfahrung läuft es für alle Beteiligten am Besten. Man hat mir mal gesagt, verhungert ist kein Kind von selbst.
Aber glaub mir, ich versteh die Problematik und ich bin auch überhaupt nicht froh drum...

LG Spatzl

Beitrag von spatzl27 23.12.09 - 20:19 Uhr

Ach ja, und was auch immer gut ankommt, wenn Du Dein Kind lobst, egal wieviel es gegessen hat! Wenns nur 2 Löffel sind, auch dann loben. Keine Vorwürfe, sondern positiv hervorheben, DASS er was gegessen hat. Ist wie beim Sauberwerden. ´

Ja, und Süßigkeiten gibts wenn sie nicht isst gar nicht oder in ganz kleinen Maßen. Sie weiß das und es klappt, hat nicht das große Verlangen danach.