Persönliche Veränderung seit das Kind da ist?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von sensibelchen 23.12.09 - 21:51 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weiss nicht so recht wohin mit meiner Frage, daher schreib ich es einfach mal hier, weil ich hier die Möglichkeit habe das ganze ohne meinen "normalen" Nick los zu werden. Ausserdem betrifft es im weiteren Sinne auch meine Ehe, denn die Beziehung leidet schon darunter, dass ich mich so verändert habe.

Früher war ich eigentlich durch nichts wirklich zu schocken. Seit dem frühen Tod meines Vaters hat mich nichts mehr so richtig tief berühren können. Dann wurde ich schwanger und unser Kind kam letzten Herbst auf die Welt. Seitdem steht meine Welt Kopf. Mit vielen Dingen kann ich nur noch schlecht umgehen. Ich ertrage z.B. keine Nachrichtensendungen mehr. Wenn ich an die Trauer, Angst und das Elend dahinter denke (und das tue ich zwangsläufig) wird mir regelrecht schlecht. Lediglich die politische Berichterstattung und ähnlich harmloses geht. Ich kann kaum noch etwas lesen. Früher habe ich Thriller und Krimis verschlungen. Jetzt bekomme ich da Albträume von. Im Radio kam heute die Meldung von einer Frau, die hat sich mit ihrem Kind zusammen von einer Klippe gestürzt. Das Kind hat überlebt. Dominik Brunner. Der Selbstmord von Robert Enke (den Namen kannte ich vorher nicht einmal). So etwas bringt mich vollkommen durcheinander und wirft mich aus der Bahn. Nicht einmal Fernsehserien in denen nur Ansatzweise Gewalt gezeigt wird kann ich ertragen, ich muss dann umschalten.
Dazu kommt die permanente Angst, dass unserem Kind auch so ein schweres Schicksal bevorstehen könnte und ich es nicht davor bewahren kann.
Was soll man davon halten? Härte ich irgendwann auch wieder ein wenig ab?

Liebe Grüße

Beitrag von schnuffeline-09 23.12.09 - 22:00 Uhr

Ansheinend hast sowas wie eine innere Panik oder auch Angstzustände die durch deine Schwangerschaft und das veränderte leben mit Kind ausgebrochen sind#kratz. Mh geh doch mal zum Arzt damit und schildere das Ganze da mal, wer weiß was dich unbewußt aus der Bahn geworfen hat;-). LG#snowy

Beitrag von gh1954 23.12.09 - 22:39 Uhr

Das hatte ich auch nach der Geburt meines zweiten Kindes.

Ich habe sehr keine Nachrichten mehr angesehen, der Anlass war in den Tagesthemen ein Bericht, dass in der Türkei Kinder vor den Augen ihrer Eltern gefoltert wurden, um die Eltern zu Geständnissen zu erpressen.
Das hat sich aber nach und nach gelegt.

Wenn das deine Lebensfreude zu sehr einschränkt, solltest du wirklich mal zum Arzt gehen.

Beitrag von schwarz++++++++++++ 23.12.09 - 23:25 Uhr

Hallo,

es gab eine Phase in meinem Leben, da hatte ich das auch mal.

Es ging mir extrem schlecht, ich hatte in allen Lebensbereichen nur Stress, dadurch psychosomatische Beschwerden vom Feinsten. Ich war überlastet, hatte niemanden der mich unterstützte, im Gegenteil, ich trug die komplette Verantwortung für meinen damaligen Freund. Finanziell, in Bezug auf Freunde (eigene hatte er keine), und emotional.
Ich arbeitete in einer großen Stadt mit längerem Arbeitsweg und viel Verkehr (mag sich blöd anhören, aber mich hat das total gestresst), die Arbeitsstelle war ok, aber das Betriebsklima ließ zu wünschen übrig, dort war Mobbing an der Tagesordnung.:-(
In dieser Zeit ging auch noch (im Hochsommer) mein Auto mitten auf der Autobahn kaputt, das war der Horrorflash schlechthin für mich#schock
Mein Freund war in keinster Weise eine Hilfe.
Ich hatte in dieser Zeit das erste Mal im Leben eine Panikattacke.

Irgendwie wurde mir alles zuviel, es kam alles auf einmal und die Attacken kamen immer wieder.
Kurz darauf war der 11.9.2001 und das hat mich auch dermaßen mitgenommen.. ich habe so um diesen Zeitraum aufgehört Nachrichten zu schauen, die haben mich einfach aufgeregt und ich war irgendwie immer "wie selbst betroffen", kann das schlecht beschreiben:-(

Ich würde an deiner Stelle mit meinem Hausarzt drüber reden. Meiner hat mich damals zu einer Therapeutin überwiesen, aber eher aufgrund massiver körperlicher Beschwerden (Herzrasen, Magenschmerzen usw.) ohne dass er körperliche Ursachen feststellen konnte.

Bist du vielleicht auch überlastet und deswegen so sensibilisiert?

Hat sich bei mir übrigens mit der Zeit wieder gelegt.

lg und alles Gute!