Was mache ich falsch??? - Vorsicht lang!!!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von hellokitty87 26.12.09 - 12:47 Uhr

Ich frage mich desöfteren was ich im Leben nur falsch mache. Wenn ich so manches sehe, höre und lese scheine ich gewaltiges falsch zu machen. :-(

Zur mir:
Ich bin 22 Jahre jung. Habe mittlere Reife und Fachhochschulreife den schulischen Teil.Habe meine Ausbildung zur Justizfachangestellten erfolgreich mit 2 abgeschlossen. Nach meiner Ausbildung war ich 1 Jahr lang beim Landgericht beschäftigt. In der Justiz ist es bei uns in NRW jedoch so, dass wir nur 1 Jahr übernommen werden und danach raus sind. Und wenn man Glück hat wird verlängert und man bekommt immer nur Zeitverträge (sogenannte Abänderungsverträge die im öffentlichen Dienst möglich sind). Ich hatte kein Glück, keinen weiteren Zeitvertrag. Jaaa toll!!! Nach kurzer Arbeitslosigkeit hatte ich schon sehr bald etwas neues gefunden. ;-) Ich arbeite nun bei der Agentur für Arbeit. Die Arbeit macht mir Spaß, jedoch wieder nur Zeitverträge. Keine Aussicht auf einen Festvertrag. Meine Kolleginnen sitzen dort teilweise schon 8 - 9 Jahre auf heißen Stühlen.
Ich beschwere mich nicht. Ich gehe jeden Tag arbeiten. Ich betreue Menschen, die arbeitslos werden und freue mich, wenn diese mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Ich verstehe sie, denn ich saß auch schon auf der anderen Seite des Tischs. Mir macht meine Arbeit Spaß, ich verdiene genug. Aber ich habe keine Sicherheit. Keinen Festvertrag. Ich weiß ich muss damit rechnen, dass mein Vertrag doch nicht verlängert wird. Erst jetzt war es wieder soweit. #zitter Mein Vertrag wird verlängert, aber nur für 6 Monate. Das schlägt gewaltig auf die Nerven!!!!
Ich fahre jeden Tag 90 km (Hin- und Rückweg) Bin 2 1/2 - 3 Stunden unterwegs. Ich gehe um 6:10 aus dem Haus und komme teilweise erst um 17:45 nach Hause.

Januar diesen Jahres haben mein Mann und ich endlich geheiratet. Waren über 3 Jahre verlobt und sind 5 Jahre zusammen. Wir haben klein gefeiert und uns dafür schöne Flitterwochen in der Karibik gegönnt. Wir haben auch schon an Kinder gedacht. Wir haben gerechnet und kalkuliert. Wir haben Erspartes. Und TROTZDEM zögern wir.

Ende Oktober diesen Jahres hatte mein Mann einen Nervenzusammenbruch, wie wir zuerst dachten. Nein es war eine Panikattake. Seit dem ist er vorerst zuhause und macht eine Therapie.
Wir dachten es lag an der allgemeinen Situation.
Meine kurze Arbeitslosigkeit, die schlechte Auftragslage in der Firma, wo er beschäftigt ist, die Angst seine Eltern wiederzutreffen auf Opas Geburtstag.
Nun hat sich herausgestellt, dass seine ganzen Probleme mit seiner Kindheit zusammen hängen. Er ist der jüngste von 5 Kindern. Sein Vater ist früh arbeitslos geworden und hat angefangen zu trinken. Er hatte das Pech als jüngstes Kind nie etwas neues bekommen zu haben. Keine Geschenke zum Geburtstag, zu Weihnachten oder sonst wann von seinen Eltern.Traurig oder?? Er hatte das Pech ein vernachlässigtes Kind zu sein. Eine Mutter zu haben, die unfähig war einen Haushalt zu führen. :-[ Er hatten Eltern für die er sich schämt.
So war sein Schicksal bestimmt.

Ich möchte hier niemandem etwas Böses.
Ich frage mich jedoch, was mache ich falsch?

Warum kann ich nicht einfach eine Familie gründen, allen Stress hinter mich lassen? Ich lebe für die Arbeit und die Arbeit brauche ich zum Leben.

Ich finde es nicht schlimm, wenn man auf Arbeitslosengeld II / Sozialhilfe angewiesen ist. Manchmal geht es nicht anders. Manche brauchen es wirklich und haben keine andere Wahl.

Ich sehe hier so viele junge Mütter, junge Familien oder Kinder, die selbst Kinder bekommen.
Ich bin felsenfest überzeugt, dass viele auch gute Mütter/Eltern sind/sein werden.
Andererseits so einige, die noch nicht mal die Rechtschreibung beherrschen. Das macht mich echt traurig. Was wollt ihr EUREN Kindern vermitteln? Wenn nicht BILDUNG!!!

Unsere Gesellschaft ist schon teilweise echt traurig.
Ich bin echt froh, dass ich MEIN Leben so führe, wenn auch nicht reibungslos.;-)

Beitrag von manavgat 26.12.09 - 13:14 Uhr

Du machst nichts falsch. Dein Problem ist einfach, dass es nur noch präkere Arbeitsverhältnisse gibt.

Ich würde angesichts der ganzen Situation mit dem Kinderwunsch noch warten. Du bist doch noch jung!

Dein Mann wird sicher wieder genesen, irgendwann habt ihr feste Jobs und dann klappt auch der Rest.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von hellokitty87 26.12.09 - 13:36 Uhr

Danke für deine Antwort. Ich weiß. Im Grunde kann ich mich ja auch echt nicht beklagen. ;-)

Es werden noch bessere Zeiten kommen.

Beitrag von keep.smiling 26.12.09 - 13:32 Uhr

Wo ist dein Problem? Du machst nichts falsch - alles ist normal bei dir. Vergleich dich doch nicht mit denen, bei denen ALLES perfekt scheint.
Dein Mann hat grad ne Krise, die werdet ihr überwinden. Dafür ist man verheiratet. Ihr seid noch so jung! Du hast Arbeit. Freu dich. Es kommen sicher auch bessere Zeiten mit einem Festvertrag und kürzerem Arbeitsweg.
Jetzt ein Kind in die Welt zu setzen - wozu der Streß? Ihr seid noch nicht mal Mitte 20.

Du versinkst irgendwie im Selbstmitleid. Anfangs bei dem Text dachte ich, ist das so ein Pechvogel - Mama gestorben, Mann schwer krank, behindertes Kind bekommen, selbst unheilbar krank.....es gibt so viel Leid auf der Welt. Euch scheint es doch gut zu gehen. Dein Mann macht ne Therapie - die wird ihm helfen, das wird schon wieder (ich habe / hatte auch mit Panikattacken zu tun). Du verdienst gut...Schau dich um und schau dir die vielen Menschen an, denen es sooo viel schlechter geht, vielleicht lernst du dann zu schätzen, was du hast, auch wenn es nicht perfekt ist.
LG und alles Gute
k.s

Beitrag von vwpassat 26.12.09 - 13:33 Uhr

Mit 22 sollte man sich noch nicht so viele Gedanken machen.

Du hast doch Arbeit, einen Mann und Euch scheint es im Großen und Ganzen gut zu gehen.

Beitrag von myszka76 26.12.09 - 13:40 Uhr

Hallo,
der letzte Satz sagt es doch schon aus.

Du machst nix falsch! Die Probleme, die Dein Mann hat werden sich schon mit Hilfe einrenken.
Das einzige ist, Du brauchst Geduld, um einen festen Vertrag zu bekommen.

Bin auch in der Justiz, auch mit 2 Abgeschlossen - 8 Jahre gewartet auf einen festen Vertrag. 3 x das Amt gewechselt. Das fand ich zum kotzen. Hatte auch das Gefühl, ich kann nich länger planen - immer nur für ein Jahr im Voraus. War ja klar, wenn ich da Schwanger werden würde, wäre ich raus.... Hat mir auch die Chefin so bestätigt.
Nun habe ich halt lang gewartet, aus gesundheitlichen Gründen gings auch nicht schneller. Wir freuen uns auf unser Kind. Bin jetzt 33 für mich ist das okay.

Ich wünsche Dir alles Gute, dass wenigstens der Vertrag teilweise fest wird.

#blume
myszka

Beitrag von hellokitty87 26.12.09 - 13:51 Uhr

Ohja, sehr viel Geduld. Und planen kann man wirklich nicht. Nur leider bin ich ja nicht mehr in der Justiz.
Aber ich hoffe, dass ich bei der BA langfristig - wenn auch befristet - bleiben kann. Bloß bei 6 Monats-Verträgen kann man echt nur sehr schlecht planen.

Das freut mich riesig dich ;-) Und mir hast du wieder mehr Hoffnung gemacht. Danke ;-)

Ich wünsche Dir und deinem Wunschkind alles Liebe und Gute. #stern

Beitrag von myszka76 26.12.09 - 13:55 Uhr

#danke

Bei der Justiz bist Du zwar nicht mehr, aber im öffentlichen Dienst. Das wird schon. Wenn Du Dich gut machst, wovon ich ausgehe, werden sie Dich nicht gehen lassen (wollen). Bei mir war es zumindest so.
Haben alle anderen auslaufen lassen, ich durfte bleiben. Das hat mir auch über die Jahre die Bestätigung gegeben, dass ich Geduld haben muss. Es hat sich gelohnt.
Dauert halt... #liebdrueck

Beitrag von rosaundblau 26.12.09 - 15:01 Uhr

Und was genau ist Dein Problem?

Beitrag von jacky 26.12.09 - 18:19 Uhr

Ich glaube, dass dein Problem auch dein Job bei der ARGE ist. Du siehst jeden Tag diese Schicksale und nimmst wahrscheinlich auch viele dieser Fälle gedanklich mit nach Hause. Dass dein Mann erkrankt ist, macht die Situation natürlich nicht einfacher.

Aber du hast eine Ausbildung und wirst, wenn du dich bemühst, auch wieder Arbeit finden, solltest du denn erneut arbeitslos werden. Vielleicht solltest du dir, sofern du nicht unbedingt bei der ARGE bleiben willst, einen Job in einem "normalen Büro", z.B. bei einem Anwalt suchen. Jedenfalls irgendwo, wo du einen Festvertrag bekommen kannst. Wenn du das nicht willst, wirst du wohl damit leben müssen, dass im öffentlichen Dienst diese befristeten Verträge vergeben werden.

Wenn du ein Kind willst, dann bekomm es. So lange du jung und gesund bist! Kein Job der Welt, kein Geld der Welt, wird dich darüber hinweg trösten, wenn du mit dem Wunsch zu lange zögerst und evtl. kinderlos bleibst.

Ich habe eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte und habe während meiner Schwangerschaft bzw. kurz nach der Geburt noch eine Fortbildung als Fachwirtin abgeschlossen. Die Elternzeit war eine prima Zeit zum Lernen.

Aber über nichts in der Welt habe ich mich mehr gefreut als über die Geburt meiner Tochter. Ich habe gerne und viel gearbeitet. Und ich habe meine Fortbildung erfolgreich abgeschlossen. Aber als große Freude habe ich es nicht betrachtet als ich bestanden habe. Es war verschwindend gering im Gegensatz zu dem Erlebnis eine Familie gegründet zu haben!

Kein Geld der Welt, kein sicherer Job könnte mich glücklicher machen. Wir sind auch nicht reich, aber uns geht´s ganz gut. Würden alle Leute so denken, wäre spätestens in der Kriegszeit Deutschland ausgestorben.

Während du noch auf den perfekten Job und den perfekten Zeitpunkt zum Kinderkriegen wartest, rennt die Zeit an dir vorbei! Verpass den Zeitpunkt nicht! Trau dich was. Du wirst belohnt werden. Ganz sicher. Erst wenn du dich getraut hast, wird dir dein heutiges Posting lächerlich vorkommen.

Beitrag von schwarzesetwas 26.12.09 - 18:43 Uhr

Deine letzten 3 Absätze verstehe ich nicht ganz.
Zumindest erschließt sich da kein logischer Zusammenhang.

Was haben Rechtschreibungsdefizite mit Deinen Problemen zu tun?

Lg,
SE

Beitrag von blind.alley 26.12.09 - 19:38 Uhr

Der typische Weihnachtsblues!
Hat jeder mal.

Mach Dir nicht so viele Gedanken um andere. Du weißt nie, wie's bei denen wirklich aussieht. Da wird vermutlich fast jeder mal das Gefühl haben, dass bei allen anderen alles gut läuft, nur bei einem selbst nicht.

Und befristete Verträge im ÖD hat mein Mann schon seit mehreren Jahren. Teilweise gingen die Verträge nur 2 Monate. Ich wär schon längst in der Klappse, wenn ich mich jedesmal mit derartigen Existenzängsten rumplagen würde. Wir sparen halt, wenn's gut läuft und brauchen's wieder auf, wenn's nicht so gut läuft. That's life!

Man gewöhnt sich an alles und auf unser Kind haben wir deswegen auch nicht verzichtet.

Kopf hoch!
b.a.