Eltern sind so anstrengend

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von chickhicks 27.12.09 - 01:26 Uhr

Hallo,

wir kommen gerade aus den Weihnachtsferien von meinen Eltern und meinen Schwiegereltern.
Wir wohnen von beiden so ca. 50km weg und in meiner Familie ist unser Kind das erste Enkelkind. Mein Vater starb als ich ein Teenager war und meiner Mutter hat 4 Jahre später einen lieben Mann kennengelernt, der nun mein Stiefvater und ein lieber Opi ist. Beide sind noch jung, er sogar jünger, aber dermaßen anstrengend, dass es mich ehrlich ne Menge Kraft kostet.
weitere Vorgeschichte: Meine Mutter habe ich seit einiger Zeit (meine Schwester ebenso) das Gefühl ist teilweise leicht depressiv. Beziehungsweise hat depressive Verstimmungen. Ich denke, sie hätte nach dem Tod meines Vaters professionelle Hilfe gebraucht. Aber wir waren alle wie gelähmt und auf die Idee ist tatsächlich keiner gekommen...

Nun ja. Auf beide können wir uns wirklich 100% verlassen. Sie sind immer da und helfen auch wo udn wie sie können. Ich weiss, wir werden alle geliebt. Aber meine Mutter und ich haben schon immer ein anstrengendes Verhältnis. Ich kann nicht ohne sie, aber zusammen funktioniert es manchmal toll, oft aber auch sehr schlecht. Das liegt zum einen an unserer Vergangenheit, dem Schicksalsschlag etc. Und natürlich habe ich mich nach dem Tod meines Vaters sehr auf die fixiert, wer ein Elternteil so früh verloren hat, kann das eventuell nachvollziehen. Wie dem auch sei, beide, Mutter udn Stiefvater, lieben sich, ahebn aber ne antrengende Beziehung. Oft wenn Besuch da ist, kommt es zwischen beiden zu Konflikten, die grundsätzlich alles überschatten. Alleine weiss ich, funktioniert es besser. Und wieder: wer Teil einer patchworkfamilie ist, kann das auch eher nachvollziehen. Dieses Weihnachten nun hatten beide von Anfang an schlchte Laune, der eine krank, die andere m it ihm sauer, warum auch immer. Es war für uns alle anstrengend, wir liefen wie auf Eierschalen, aber um ein schönes Weihnachten zu haben, haben wir alle mitgespielt. Vor allem, da wir ja mit unserem Kind diese besondere Zeit schön erleben wollen.
Aber es ist sehr schwer froh und munter zu sein, wenn zwei dermaßen miese Laune haben und man eine konstante Misstimmung spürt. Am Abend des Heiligabend dann haben wir sogar gesehen, das meine Mutter Tränen in den Augen hatte, sie sagte sie sei froh, das der Abend bals vorbei sei... Nun ja. Sie zog sich an etwas hoch,. was mein Mann sagte und in mirentlud sich die ganze Anspannung und der Frust und ich habe sie angeschnautzt. Dafür habe ich mich auch entschuldigt, aber es war natürlich zu spät. Am nächsten Morgen wurde mir durch einiges klar, dass sie tatsächlich meint, ich allein hätt mich danebenbenommen, aber absolut keine Ahnung hat, dass sie es ihren Töchtern und Schwiegersöhnen ungemein schwer gemacht hat. Sie nimmt es einfach nicht wahr. Und das macht mich ungemeint wütend und traurig. Siolche Begebenheiten gab es schon oft. Zu anderen Zeitpunkten wiederum haben wir sehr viel Spaß alle.

Mir wird allerdings immer alles sehr verübelt. Ich weiss aus anderen Gesprächen, sie ist der Meinung, dass ich respektlos ihr ggü. bin. Meiner Impulsivität geschuldet gebe ich einiges davon zu. Aber sie macht es einem so ungemein schwer. Ich scheue mich davor ein Gespräch zu führen und ihr klar zu machen, dass sie tatsöchlich uns allen ganze 2 Tage vermiest hat. Sie wird vor allem traurig sein, deprimiert und auch sauer. Uneinsichtig eventuell. Wie auch immer, wird es sie verletzen udn vor allem werde ich wieder die Dumme sein, da ich es anspreche. So weitermachen will ich aber auich nicht.

So, das ist ein sehr kurzer, leider etwas konfuser Bericht und Zustandsberciht meines Seelenlebens in dieser Hinsicht momentan.

Einen Rat hat sicher kaum einer für mich, jedenfalks nichts, dass ich nicht selber weiss. Wie: reden, etc. Aber eventuell geht es ja jemandem ähnlich. insofern er es geschafft hat, meinem wirren schreiben bis hierher zu folgen.

lg,

chick

Beitrag von olle-deern 27.12.09 - 06:02 Uhr

Hallo,
ich kenne zwar deine Situation nicht aus Erfahrung (Ich habe weder ein Elternteil verloren, noch lebe bzw. lebte ich in einer Patchworkfamilie), trotzdem möchte ich kurz etwas dazu schreiben.
Ich habe drei Geschwister, wir verstehen uns alle untereinander sehr gut, haben recht viel Kontakt. Meine Schwester hatte jahrelang Depressionen, es hat eine Weile gedauert bis man es erkannt hat und dann wieder eine Zeit bis sie sich Hilfe gesucht hat und diese dann auch wirklich anschlug. Auch bei uns war es so, dass ihr "Leid" alles andere überschattete. Die Stimmung war immer sehr angespannt, weil jeder Angst hatte etwas zu sagen oder zu tun was evtl. ein Auslöser für einen Ausbruch (Heulkrämpfe, Schuldzuweisungen usw.) sein könnte. Das war eine sehr anstrengende Zeit für uns alle.

Du hast geschrieben:
Am nächsten Morgen wurde mir durch einiges klar, dass sie tatsächlich meint, ich allein hätt mich danebenbenommen, aber absolut keine Ahnung hat, dass sie es ihren Töchtern und Schwiegersöhnen ungemein schwer gemacht hat. Sie nimmt es einfach nicht wahr.

Ich denke genau das ist der Punkt. Sie nimmt es einfach nicht wahr, da ihre Wahrnehmung was sich und ihre Angehörigen angeht im Falle einer Depression stark gestört ist. Da hat niemand Schuld, aber es betrifft eben alle. Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sagen, dass eine Diagnose und die folgende Therapie für alle anstrengend, aber auch wichtig ist um zukünftig wieder normal miteinander umgehen zu können.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Beitrag von herzensschoene 27.12.09 - 11:31 Uhr

hallo,

ich kenne solche situationen aus eigener erfahrung. mein vater ist zwar nicht gestorben, aber meine eltern sind geschieden und meine mutter hat einen neuen jüngeren partner.

bei uns laufen die besuche haargenau so ab, wie du es beschrieben. hast. ich mach das aber nicht mehr mit.

ich habe definitiv gesagt, dass ich das nicht ertragen kann und will. ich habe es sogar schon mal geschafft, dass ich nach einer stunde die 200 km wieder nach hause gefahren bin, weil ich die situation schon nach so kurzer zeit so hochgespult hatte.

du bist nicht verantwortlich für das seelenleben deiner mutter. wenn sie depressiv ist, muss sie sich hilfe holen.

es gibt in der psychotherapie einen satz, den kann man aufs ganze leben beziehen.

"wer nicht sagt, dass es nicht geht, darf sich auch nicht darüber beschweren, dass es nicht geht"

solange du deiner mutter nicht sagst, dass die situation für dich unerträglich ist, wird sich auch nichts ändern.

es kann natürlich sein, dass sie sich dann von dir zurückzieht. das ist aber ihre entscheidung und nach meiner erfahrung ist soetwas auch ganz heilsam.

ich halte jetzt die besuche bei meiner mutter bewusst kurz. damit kann ich sehr gut leben und sie beschwert sich nicht.

viele grüße maren