Schwiegermonster - oder (Erziehungs-)Stile prallen aufeinander

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von curly_eule 28.12.09 - 14:03 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich muss hie mal ein Frust-Posting loslassen und warne euch gleich, es wird sicher lang!

Also: Meine liebe Schwiegermutter ist eine ganz liebe, gute, die es immer allen recht machen will. Sie hüpft immer, wenn ich sie mal für meine beiden Sprösslinge (Emil, 3 Jahre und Emma, 1 Jahr) brauche und ich bin ihr dafür auch sehr dankbar.

Heute haben wir mal Oma und Opa eingespannt auf beide aufzupassen, da wir mal in Ruhe einkaufen gehen wollten. Ich muss dazu sagen, beide Kinder zusammen können schon recht anstrengend sein - der Große testet momentan seine Grenzen, wo es nur geht und die Kleine will einfach immer und überall dabei sein. Aber, Oma und Opa schaffen das schon. #kratz

Oma ist halt auch schon nicht mehr die Jüngste (68) und auch körperlich nicht mehr die fiteste, Opa hingegen (10 Jahre jünger) dollt mit Klein und Groß so rum, dass mir manchmal beim Zugucken Angst und Bange wird (aber das muss halt auch mal sein!)

Naja, die beiden haben also auf unsere beiden aufgepasst (Oma ist mit Emma spazieren gegangen und Opa hat mit Emil gebaut, gebastelt und natürlich rumgedollt). Als wir wiederkamen war Opa noch mit Emil Bobby-Car fahren und Oma nutzte die Chance um uns ihr Leid zu klagen. Emil wäre etwas anstrengen, er hätte alles abgeleckt und sie gehauen usw.

Nun muss ich dazu sagen, das Emil schon vor längerem diese (ätzende) Leckphase angefangen hat und nachdem ich ihn zweimal in die (leere) Badewanne gesetzt habe (denn da darf er lecken, soviel er will) macht er das bei mir nicht mehr. Bei Oma durfte er aber vor kurzem noch den Spiegel ablecken und sie hat ihn gelobt, wie toll er das hinterher mit dem Lappen wieder wegwischt.#klatsch Jetzt ist es ihr halt doch zu doof und sie will es nciht mehr.

Naja, wir haben ihr dann gesagt, dass sie das nur abstellen kann, wenn sie Konsequenzen folgen lässt (in die Badewanne oder einfach in die Küche stellen). Im Laufe des Gesprächs hat sie sich dann gewunden wie ein Aal, sich total angegriffen gefühlt und am Ende behauptet, es wäre ja alles ganz toll und nur der Opa würde mti Emil nicht klar kommen.

Ich bin jetzt total sauer und weiß nicht, wie ich an sie rankommen soll, ohne dass sie sich wieder gleich angegriffen fühlt. Wir waren echt vorsichtig in unserern Formulierungen (es kam nciht zum ersten Mal dazu, dass sie sich angegriffen gefühlt hat). Letztendlich weiß ich gar nicht, warum sie uns das erzählt, wenn sie sich auf keine Tipps einlässt. Sie könnte es doch wenigstens mal ausprobieren, oder?

Sie findet halt unseren Erziehungsstil zu hart. Das finde ich auch in Ordnung, dennoch haben wir halt zwei Kinder mit sehr starken Dickköpfen und da bleibt es halt nicht aus, dass man auch mal eine Androhung durchzieht, wenn man sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen will.

Ich weiß, dass sie davor Angst hat, dass wir ihr die Kinder nicht mehr geben, wenn sie eine Schwäche zugibt, aber so ist es nciht, das habe ich ihr auch schon gesagt. Ich weiß aber auch, dass sie eigentlich die Kraft nicht hat, so zu machen, wie sie gerne möchte. Meine Konsequenz ist, ihr die Kinder halt nicht zu oft zu geben oder darauf zu achten, dass auch der Opa Zeit hat.

Ich möchte so gerne mal in Ruhe mit ihr sprechen, aber das ist einfach nicht möglich. Warum müssen Schwiegermütter-Beziehungen so kompliziert sein?? ich bin am überlegen, ob ich ihr einfach mal einen Brief schreiben soll.

Sorry für die langen Ausführungen, aber das musste einfach sein.

Vielleicht fühlt ihr ja ähnlich oder könnt mir ein paar Tipps geben oder einfach nur nette Worte

Liebe Grüße
Curly mit Emil-Dickkopf und Emma-Lausemaus

Beitrag von nana141080 28.12.09 - 14:22 Uhr

Wenn du ihren Erzeihungsstil nur kritisierst, dann geb die Kinder nicht hin. Ende aus.
Wer will sich schon sagen lassen das man als OMA UND OPA so streng und hart erziehen soll wie die Eltern?

Nana

Beitrag von curly_eule 28.12.09 - 19:34 Uhr

Hm, ich habe nie gesagt, dass sie es so streng machen sollen, wie wir, aber wenn sie mich um Rat fragt, kann ich ihr ja nur meine Tipps nahelegen.

Blöd nur, dass sie in dem Moment, wo sie merkt, dass ihr mein Tipp nicht gefällt behauptet alles wäre gut.

Warum soll cih dann dafür meine Kinder bestrafen und sie von Oma und Opa fernhalten? Sie lieben sie heiß und innig und ich regele halt die Häufigkeit.

Ich scheine hier heute kein Glück zu haben und auf Gleichgesinnte zu stoßen. :-(

Gruß
Curly

Beitrag von perserkater 28.12.09 - 20:14 Uhr

Hallo

Ich antworte bei solchen Situationen immer kurz und knapp was und warum ich etwas mache. Du steckst dein Sohn in die Badewanne und er hat aufgehört. Genau das hätte ich der Oma gesagt. Ich hätte dann gezwinkert und zu ihr gemeint, dass sie das ja auch mal ausprobieren kann oder ob sie noch nen besseren Vorschlag hat. Denn würdest du dann auch mal ausprobieren.;-)

Ansonsten läuft er Hase bei Oma + Opa eben etwas anders. Ich finde das in Ordnung. Deswegen werden meine Kinder ja nicht verzogen oder so. Dort dürfen sie auch mehr und Oma schimpft nicht, wenn mein Sohn Blödsinn macht. War für mich auch am Anfang schwer aber ich sage mir immer, die beiden müssen in dem Moment mit einander zurecht kommen und wenn sich Oma mit ihrem Weg wohl fühlt soll es gut sein. Ich bin natürlich auch viel zu streng in ihren Augen.;-)

Also sag ihr nur kurz wie du es machst wenn sie mal mit einer Situation nicht zurecht kommt. Ob sie es annimmt muss sie entscheiden. Sie wird sich nicht mehr ändern (können), das sehe ich auch bei meinen Eltern. Ich glaube, man verliert als älterer Mensch etwas die Realität zu kleinen Kindern. Man fühlt sich ja als Oma nicht als Mama. Großeltern haben ihre Kinder großgezogen und mit ihren Enkeln wollen sie einfach nur etwas Spaß haben ohne großartig erziehen zu wollen. Aber dabei müssen sie eben selber wissen, was sie einfach hinnehmen können und wollen und was sie nicht möchten. Und dann sollten sie auch eingreifen können/dürfen.

LG

Beitrag von courtney13 28.12.09 - 21:22 Uhr

Hmm, als Schwiegermonster würde ich sie deshalb jetzt nicht bezeichnen. Sie will dir gegenüber halt keine Schwäsche zeigen.
Ich würde vielleicht zukünftig etwas diplomatischer ihr gegenüber sein.
Also wenn sie dir ihr leid klagt, dann würde ich nur zustimmen und sagen, Ja das kennen wir auch etc. und sie fragen was "wir" jetzt machen könnten. Und was sie denkt was du tun sollst.
Wie du es dann zuhause machst kann ihr ja egal sein!
So kritisierst du sie nicht, bist aber bereit ihre Meinung anzunehmen.
Gut ist vielleicht auch, wenn du mit den Kindern einige Zeit bei deinen Schwiegereltern bist. Wenn dann solche Situationen kommen kannst DU einschreiten. Dann kannst du den schlussstrich ziehen.
Brief schreiben würde ich da glaub nicht.
Ihr habt halt unterschiedliche Meinungen. Und ich kenne das,seinen eigenen Eltern sagt man doch eher mal die Meinung als den Schwiegereltern!!!
Kopf hoch - das wird schon wieder...

Beitrag von jollymax 29.12.09 - 10:19 Uhr

Liebe Curly,
eigentlich ist es ganz einfach.

Deine Frage:
"...Letztendlich weiß ich gar nicht, warum sie uns das erzählt, wenn sie sich auf keine Tipps einlässt. Sie könnte es doch wenigstens mal ausprobieren, oder?.... "

Meine Antwort:
Sie möchte keine Tipps oder Ratschläge (selbst wenn sie darum bittet). Was sie von dir wirklich will, ist einfach nur ein offenes Ohr und Mitgefühl. Einfache Empathie, ganz ohne Ratschläge oder Geschichten über ähnliche Situationen. Sie will einfach nur verstanden werden.

Versuche es das nächste Mal mit Sätzen, wie diesen:
" Oh ja, der kleine Racker kann ganz schön anstrengend sein, ich weiß. Ich finde es so toll von dir, wie liebevoll und einfühlsam du mit unsern Kindern umgehst. Und bin dir wirklich dankbar, dass du die beiden Kinder immer wieder zu dir einlädst. Du bist einfach die allerbeste Oma der Welt!"

(Und deinem Sohn würde ich ihm Zwei-Augen-Gespräch unmissverständlich klar machen, dass man bei Oma genauso, wie zu hause nichts ablecken darf!")

Probier es aus, du wirst dich wundern, wie dankbar und glücklich deine Schwiegermama reagiert. Und unter uns, sie hat so ein Lob, bei allem was du schreibst, tatsächlich mehr als verdient.

Liebe Grüße
Jollymax