Großeltern verweigern Hilfe

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ebaga 28.12.09 - 16:18 Uhr

Hallo,

vielleicht war schon mal jemand in einer ähnlicher situation:

Meine Großeltern (Opa 88 Jahre, Oma 83 Jahre) verweigern jegliche Hilfe im Haushalt und bei der Pflege. Sie können sich nicht mehr selbst pflegen, können keine Ordnung mehr halten, nicht mehr anständig kochen (ständig verbrennt etwas und Essensreste verderben und stehen herum) Mein Opa hat bisher vieles gemacht doch seit einem Jahr kann er nicht mehr so gut. Ist sehr schwach geworden. Das einzige was sie zulassen ist, dass die Sozialstation 3 mal täglich kommt um die Medikamente für Opa zu verabreichen. Essen auf Rädern haben sie nach ein paar Wochen schon abgelehnt weil sie denken sie könnten sich selbst versorgen.

Es war noch nie besonders ordentlich bei Oma zu Hause.
Früher hat ihre Schwester hin und wieder eine Aufräumaktion gestartet
wenn die zwei mal im Urlaub waren. Die Schwester ist aber schon vor
fast 20 Jahren gestorben. In den letzten zwei Jahren ging es vor
allem Opa immer schlechter. Seitdem verschlimmert sich auch der
Zustand des Hauses. Das Haus ist relativ groß. Die beiden wohnen nur
in einem Bereich des Hauses. Aber das ganze Haus ist zugemüllt. Nun
sind die beiden in einem Seniorenheim zwecks Kurzzeitpflege. Wir
haben nun 4 Wochen zeit die Wohnung zu Entrümpeln... (Es ist wirklich
schlimm. Auf der Suche nach sauberer Kleidung für den Heimaufenthalt
habe ich erst festgestellt wie schlimm es wirklich ist. Es stinkt
furchtbar. Nach Urin und nach ich weiß nicht was. Anscheinend gibts
auch Mäuse, das hat meine Oma selbst gesagt. Mein Bruder hat mal eine
tote Taube im Bad gefunden)

Am Mittwoch vor Weihnachten sind beide in ein Heim gekommen zwecks Kurzzeitpflege für 4 Wochen... Nach tagelangem Schimpfen, Weinen, Drohen meiner Großeltern haben wir sie nicht länger überreden können zu bleiben. Auf eigenen Wunsch haben sie das Heim verlassen und sich mit Taxi heimfahren lassen. Heim in das vermüllte Haus.

Meine Mutter ist die einzige Tochter meiner Großeltern. sie wohnt 3
Stunden weit von ihrem ehemaligen zuhause. Außerdem haben meine
Eltern ein Geschäft und somit nicht sehr viel zeit.

Während einse Besuchs imm heim hat meine Mutter mit Opa gesprochen und ihm erklärt dass es unbedingt notwendig ist, das Haus aufzuräumen. Er hat versprochen uns aufräumen zu lassen. Wir hoffen dass er dazu steht und es nicht nur ein vorwand war um nach Hause zu können. Meine Oma reagiert zur Zeit sehr agressiv, fühlt sich von jedem bedroht und scheint sich ständig verteidigen zu wollen.

Es gibt Entrümpelungsfirmen, die machen das
haus innerhalb kurzer zeit besenrein. Dabei wird aber auch alles
weggeworfen. Theoretisch müssten wir vorher durchs Haus und
persönliche wichtige Gegenstände, Dokumente und einige Fotos in
Sicherheit zu bringen. Aber das ist fast unmöglich... Das haus ist so
groß, die Schränke so voll,.....

Der Hausarzt sagt dass sie ohne Hilfe nicht alleine
weitermachen können. Waschen, putzen, kochen, anziehen,...

Wie im Artikel zuvor beschrieben akzeptiert
meine Oma leider keinerlei Hilfe. Weder im Haushalt noch in der
Pflege. Nicht einmal Essen auf Rädern will sie haben. Sie will selber
kochen... aber sie verbrennt ständig das Essen. Lässt Herdplatten auf
volle Pulle brennen, selbst die vorgekochten Mahlzeiten von meiner
Mutter werden im Topf verbrannt anstatt sie einfach in der Mikrowelle
oder im Ofen zu erwärmen. Auch bei eifühlsamen und vorsichtigen
Hilfeangeboten unsererseits reagiert Oma aggressiv und schimpft.

Ist vielleicht jemand in einer ähnlicher Situation oder hat ähnliches schon erlebt?

Die Schwester vom Altenheim ist übrigens der Meinung dass Oma und Opa dement sind...

die ganze Familie ist nervlich sehr angekratzt, Oma macht uns, vor allem meiner mutter ständig Vorwürfe obwohl wir doch nur helfen wollen... egal was wir machen, meine Oma reagiert gereizt.... hilfe!

LG Michelle

Beitrag von luka22 28.12.09 - 16:38 Uhr

Das ist eine sehr schwierige Situation. Wahrscheinlich könntet ihr sie entmündigen lassen. Aber wer will das schon? Ich kann mir vorstellen, dass sich deine Großeltern für den Zustand des Hauses entweder schämen oder sie gehen in Richtung "Messi", Menschen die sich von nichts trennen können.
Wahrscheinlich wäre es am "besten" gewesen in den 4 Wochen in denen sie weg waren eine heimliche Aktion gestartet zu haben. Toll ist das auch nicht, aber in diesem Zustand können sie ja auch nicht verharren.

Schwierig, schwierig,

liebe Grüße
Luka

Beitrag von leahhh 28.12.09 - 16:53 Uhr

Hallo Michelle,
also ich würde das Familiengericht einschalten und eventuell eine Betreuung veranlassen. Dort würde ich auch den geistigen Zustand deiner Großeltern überprüfen lassen bzw. es werden Ärzte eingeschaltet, die das beurteilen. Und wenn sie wirklich dement sind, dann müssen sie ins Heim, so schlimm das auch klingt. Aber sie gefährden sich und auch andere. Lass mal die Herdplatte laufen, darauf liegt z. B. ein Geschirrtuch, in Null komma nichts ist das Haus abgebrannt. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch ein älteres Pärchen, die sich nicht helfen lassen wollen, diese sind körperlich am Ende, aber geistig fit. Leider haben die Kinder keine Handhabe und es ist purer Streß für die Kinder. Wie gesagt, hole Dir Hilfe beim Familiengericht, informiere Dich wenigstens. Aber Ihr könnt nur was machen, wenn sie wirklich dement sind. Ansonsten habt ihr keine Handhabe.
Alles Gute Leah

Beitrag von simone_2403 28.12.09 - 17:09 Uhr

Hallo Michelle

Kannst du dir auch nur ein bisschen vorstellen wie sich deine Großeltern fühlen?SIe haben alles selbst erledigt haben mit ihrer Hände Arbeit alles gemacht und nun können sie nicht mehr.Für alte Leute ist das selbst sehr schwer zu realisieren und oft reagieren sie dann mit Agression Wut und Bösartigkeiten,sie meinen es aber gar nicht so,sie sind einfach nur verzweifelt weil sie sich selbst nicht mehr helfen können.

Ihr solltet gemeinsam mit den Großeltern sprechen,vorallem müsst ihr ihnen die Angst nehmen als nichtsnützig dazustehen ihr müsst ihnen vermitteln das sie auch wenn sie Hilfe annehmen noch gebraucht werden und sie müssen verstehen das sie nicht in ein Heim abgeschoben werden.Deine Großeltern haben Angst zu nichts mehr nütze zu sein und reagieren dementsprechend mit Demenz hat das nicht all zu viel zu tun.

Sprecht mit ihnen denn als allerletzte Lösung würde für mich eine Entmündigung in Frage kommen.

lg

Beitrag von beluleleba 28.12.09 - 17:23 Uhr

Vorab: Entmündigungen gibt es nicht mehr!
Die Sozialstation wäre eine Anlaufstelle für euch. Die sind eigentlich geschultes Personal und könnten ggf. mit euch zusammen einen sozial psychiatrischen Dienst einschalten.
Eine Betreuung kann man auch erzwingen, indem nachgewiesen wird, dass beide eine Gefahr für sich selbst darstellen. Aber das muss erst einmal fachlich dargelegt werden.
Unordnung und Verwahrlosung sind nicht immer das Gleiche.

Viel Glück, das wird ein hartes Stück Arbeit!

H.

Beitrag von rmwib 28.12.09 - 17:35 Uhr

Das Verhalten Deiner Oma und auch das mit dem Herd anlassen usw., und das sage ich Dir als Angehörige einer Demenzkranken, die nach langem Kampf seit Sommer 07 im Pflegeheim wohnt...

... das klingt für mich wirklich so, wie es auch die Schwester im Altenheim zu euch gesagt hat. Dieses "ertappt fühlen" und dann sofort auf die Barrikaden steigen und sofort richtig hysterisch und garstig werden #zitter das war bei meiner Oma auch ganz ganz schlimm. Wir haben ihr nachher übrigens den Herd abgeklemmt, damit sie sich nicht abfackelt.

So.

Deine Großeltern brauchen Hilfe. Eindeutig.

IHR müsst helfen. Und es ist auch egal ob sie Hilfe wollen oder nicht, wenn sie sie so offensichtlich brauchen. Wenn schon das Haus unbewohnbar ist und von Ungeziefer befallen müsste doch spätestens mal einer die Reißleine ziehen.

Haben die 2 schon Pflegestufen? Wenn nicht sofort beantragen. Und dann müsst ihr schauen wie ihr die Kuh vom Eis kriegt.

Meiner Oma haben wir nachher erzählt, in der Wohnung über ihrer wär ein Wasserschaden und sie müsste kurzzeitig woanders hinziehen damit bei ihr renoviert werden kann um sie ins Heim zu kriegen... da war es aber dann schon so weit, dass sie ein paar Tage nach dem Umzug nicht mehr wusste, dass sie jemals woanders gewohnt hatte-

Lasst sie notfalls entmündigen wenn absolut keine Einsicht kommt (haben wir auch gemacht). Und am Besten ist, immer zustimmen. Nicht konfrontieren, sobald sich Oma ertappt gefühlt hat gings rund.

Aber ihr müsst handeln, so könnt ihr die alten Leute doch nicht leben lassen in dem Alter #schmoll

Alles Gute #liebdrueck

Beitrag von alpenbaby711 28.12.09 - 19:46 Uhr

Also ganz ehrlich wenn die irgendwann das Haus abbrennen weil sie nicht mehr können braucht sich keiner mehr beschweren. Jetzt würde ich schnell handeln. Klar können sie nicht mehr und wollen noch gerne, ist auch verständlich. Sie sollen ihre Rechte ja auch behalten aber wenn sie ne Gefahr für andere werden hört es auf für mich.
Ela

Beitrag von ebaga 28.12.09 - 21:02 Uhr

...Da ich meinen Artikel in zwei Teilen geschrieben hab sind vielleicht Unklarheiten entstanden. Die beiden sind keine 4 Wochen im Heim gebliebe weil sie drauf bestanden haben nach hause zu gehen. Wir konnten sie überreden noch bis nach den Feiertagen und nach dem Wochenende abzuwarten... heute morgen saßen sie auf ihren koffern und haben der schwester gesagt sie warten auf ihr Taxi das sie nach Hause fährt. Die Aufräumaktion bei ihnen im Haus konnte also garnicht erst stattfinden. Sie waren nur 5 Tage im Heim...

Meine Mutter bringt es einfach nicht übers Herz sie gegen ihren Willen in ein Heinm zu bringen.

Pflegestufe wurde jetzt zum dritten Mal beantragt. Bei den beiden ersten malen haben meine Großeltern behauptet sie bräuchten keine Hilfe, sie könnten alles. Natürlich wurde der Antrag 2 mal abgelehnt. Vor allem weil mein opa beim zweiten mal auf der Leiter stand zum Kirschen pflücken!

Jetzt hat meine Mutter aber mit denen ausgemacht dass sie ihr den Termin sagen.

Wir können uns auf jeden Fall keine Vorwürfe machen nicht mit den Großeltern geredet zu haben. Meine Mutter ist sehr vorsichtig in ihrer Wortwahl aber trotzdem findet meine Oma immer nur Negatives. Ich mache mir langsam auch sorgen um meine Mutter!

zum Beispiel will meine Oma nie Hilfe im Haushalt haben. Als sie heute vom Pflegeheim nach Hause kamen haben wir mit ihnen Telefoniert. Da hat sich meine Oma am Telefon aufgeregt wie es denn hier aussieht, da hätt ja nicht mal jemand aufgeräumt...

Am Ende des Gesprächs sagte sie aber es wäre alles ordentlich und sauber ??!! Wahrscheinlich hat sie doch Demenz im Anfangsstadium.

Es ist einfach zu sagen: Ins Heim einweisen... aber wenn die alten Leute dann weinen und flehen zu hause bleiben zu können und zu Hause sterben zu wollen... ist wirklich nicht so einfach.

Immerhin hat mein opa im Heim eingewilligt uns aufräumen und entrümpeln zu lassen. Er will es auch der Oma schonend beibringen (er ist wahrscheinlich der einzige der bei Oma erfolg hat).

Aber selbst wenn einmal aufgeräumt ist sind viele andere probleme nicht gelöst: Medikamentengabe, Essen, Waschen, Haushalt

:-(