Vorladung zum Betriebsarzt bei Beschäftigungsverbot?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von 5elfe 28.12.09 - 17:15 Uhr

Hallo,

vielleicht kann mir ja hier jemand helfen. Von meinem Gynäkologen habe ich in der 21. SSW aufgrund "andauernder Migräneattacken und fortschreitender Symphysenlockerung" ein individuelles Beschäftigungsverbot erhalten (es gab noch ein paar andere Gründe, die aber dem AG nicht mitgeteilt wurden - z.B. Erschöpfungssyndrom). Nun hat mich der Betriebsarzt der Firma "vorgeladen", um meine Situation zu beurteilen. Dem Mutterschutzgesetz entnehme ich, dass der Arbeitgeber wohl das Recht hat, eine zweite Meinung zu fordern, aber dass ich dabei freie Arztwahl habe.

Nur um eines klarzustellen: Ich habe keine Angst vor einer zweiten Beurteilung, weil das Beschäftigungsverbot nicht gemauschelt oder erschlichen ist sondern notwendig, ich habe lediglich Angst vor dem 80jährigen Betriebsarzt, der mich untersuchen will und von dem ich einige schlimme unhygienische Geschichten kenne. #zitter

Hinzu kommt, dass ich inzwischen 150km von meiner Arbeitsstelle entfernt wohne und aufgrund der Migräne nicht Auto fahren kann und aufgrund der Symphysenlockerung nicht öffentlich (wegen Laufstrecken oder Stehen).

Muss ich nun wirklich zum Betriebsarzt oder kann ich das verweigern und von einem anderen Arzt ein zweites Attest bringen?

Danke für die Antworten...
5elfe

Beitrag von caterina25 28.12.09 - 17:27 Uhr

Ich zitiere:

Der Arbeitgeber muss sich an dieses Beschäftigungsverbot halten. Er kann jedoch eine Nachuntersuchung verlangen, wenn er begründete Zweifel an dem ärztlichen Attest hat. Welcher Arzt diese Untersuchung vornimmt, bestimmt jedoch die Schwangere. So kann sie zum Beispiel eine Untersuchung durch den Werksarzt ablehnen. Die Kosten für die Nachuntersuchung trägt der Arbeitgeber.

Du kannst also den vorgeschlagenen Arzt ablehnen! Der Betriebsarzt ist für dich nicht Pflicht!

Alles Gute!

Beitrag von yale 28.12.09 - 17:38 Uhr

Ich würde mir auch nochmal dein Attest deinen FA holen in dem klar drin steht das du nicht Reisefähig bist. das dem Arbeitgeber schicken mit einem Brief in dem du vorschlägst bei einem anderen FA in deinem Wohnort eine weitere Meinung einholst um das bereits ausgesprochene BV nochmal bestätigen zu lassen.



Das mit dem Attest wegen der Reisefähigkeit ist kein Problem.
Wenn du in der Gewerkschaft bist würde ich auch da mal nachharken.

Ich glaube wenn man so ein AG hat brauch man keine feinde mehr.

ich wünsche Dir alles gute und noch eine schöne Schwangerschaft

Beitrag von grace1322 28.12.09 - 18:22 Uhr

Hallo 5elfe,

ich war ab der 6. SSW krank geschrieben und ab der 15. SSW habe ich dann ein individuelles BV bekommen. Ich war also praktisch nicht mehr arbeiten sobald ich von der SS wusste. Mein AG hat das problemlos akzeptiert.

Was mich bei dir wundert: warum bekommt der AG mitgeteilt, aus welchem Grund genau du das BV bekommen hast? Du bist doch auch bei einer normalen Krankheit nicht verpflichtet, dem AG zu sagen, was dir fehlt! Das geht den AG überhaupt nichts an!! Bei mir stand im BV nur drin ".....es besteht Gefahr für das Leben und/oder die Gesundheit von Mutter und/oder Kind..."

Ich an deiner Stelle würde unter keinen Umständen zu diesem Betriebsarzt gehen, und da kann dich auch niemand dazu zwingen. Es kann doch nicht sein, dass du dich von einem alten Allgemeinmediziner untersuchen lassen musst! Da ist der doch auch gar nicht dafür eingerichtet!!!!! Wie will der denn deine Situation beurteilen?????

Ich würde es auch so machen: Attest, dass du nicht Reisefähig bist zusammen mit einem Brief an den AG schicken von wegen "ich bin bereit, gemäß MuschuG eine 2. Meinung bei einem Frauenarzt meiner Wahl in meiner Nähe einzuholen".

Lass dir von deinem AG nichts gefallen!!! Ich wünsche dir ganz viel Kraft dafür und alles Gute für die weitere Schwangerschaft.

Liebe Grüße
Grace1322





Beitrag von rockygirl 28.12.09 - 19:06 Uhr

Hi,

der AG hat das Recht, weil man eben nicht krank ist sondern ein BV hat!
Hat hier jede von Euch vergessen, dass man vielleicht nach der SS dort wieder arbeiten und keine Spießruten laufen will????

Ruf doch bei deiner Personalabteilung an und sprich deine Probleme offen an, zeige deine Bereitschaft eine weitere Meinung einzuholen. Immerhin zahlt auch er jeden Monat dein Gehalt (das ist zwar seine Pflicht) aber es gibt genügend die einfach keine Lust haben zu arbeiten, deshalb ist ein persönliches Gespräch meist vorteilhaft für beide Seiten.

Ich wünsche dir viel Glück, dass du nicht zu dem Betriebsarzt musst und gute Besserung für deine Beschwerden, sodass du den Rest deiner SS genießen kannst ;-)

LG rockygirl