Hab die Schnauze gerade so voll

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von klara1982 28.12.09 - 19:15 Uhr

Das erste Weihnachtsfest an dem ich verheiratet bin und auch das erste ohne meinen Papa ist vorbei. Kam mir so vor, als ob das allen egal war das er nicht da ist. NiemAND HAT ÜBER IHN GESPROCHEN. Es ist kaum 4 Monate her....

Als ich eben in Tränen aufgelöst zu meinem Mann gesagt hab das das alles nicht richtig ist und er mir so sehr fehlt, hat er nur gefragt was er jetzt sagen soll. das hat mich so genervt.

Ich bin zur Zeit wohl zu empfindlich, aber ich fühl mich so einsam und leer....

Sorry für die ganzen #heul

Beitrag von 2mama 28.12.09 - 19:20 Uhr

komm mal her und lass dich #liebdrueck.

Auch für mich war dieses Jahr weihnachten verdammt hart #heul.

Aber ich möchte dir etwas sagen: es ist wichtig, dass du über den schweren Verlust sprichst :-(. Ob es mit deinem Mann ist, mit einer guten freundin, oder hier schreibst-mit wem auch immer-du musst darüber reden #herzlich

Ich weiß nicht, wie das Verhältnis zwischen deinem Vater und deinem Mann war. Vielleicht weiß dein mann einfach nicht richtig damit umzugehen-wir wissen doch wie männer sind #schmoll#liebdrueck

Beitrag von klara1982 28.12.09 - 19:27 Uhr

Ich weiß ja auch das das für meinen mann nicht einfach ist. Die 2 hatten ein sehr gutes Verhältniss, wenn sie auch nicht so besonders viel Zeit hatten sich kennenzu lernen. Aber immer wenn ich mit ihm reden will, dann zuckt er mit den Schultern und sagt: Ich weiß es ist schwer, aber was soll ich denn da machen. Wenn ich sag laß uns ans Grab fahren ( geh im moment an gehhilfen) dann ist das Wetter zu schlecht oder er hat keine Lust.....

Er muss ja nicht ans Grab wenn er das nicht kann aber er kann mich doch hinfahren.....

Aber deine Antwort gibt mir schon etwas Trost, danke fürs Zuhören und danke fürs drücken

Lass dich auch drücken #liebdrueck

Beitrag von 2mama 28.12.09 - 19:35 Uhr

hast du ihm das genauso gesagt? dass er dich nur fahren braucht und nicht mit ans grab gehen muss?

Menschen gehen sehr unterschiedlich mit dem Tod eines Menschen um und Männer machen das häufig irgendwie mit sich selber aus :-(. Vielleicht fühlt sich dein mann auch total hilflos, weil er dir deinen vater nicht zurückbringen kann :-(.


dankeschön#liebdrueck

Beitrag von klara1982 28.12.09 - 19:41 Uhr

Bitte :-D

und ja, hab ihm das gesagt, aber irgendwie fruchtet das nicht.

das schlimme ist nur, ich hab echt versucht stark zu sein aber jetzt hab ich das gefühl, ich pack das nicht mehr.

Aber das Gefühl ist wohl ganz normal. Geht es dir auch so?

Als die Tochter von meinem Mann da war (9) und so mit ihm rumgespielt hat und so weiter, mußte ich der ganzen Zeit dran denken wie das damals bei uns war....

Beitrag von 2mama 28.12.09 - 19:47 Uhr

du musst nicht stark sein-für wen denn?
Du hast deinen Vater verloren-eine unglaublich wichtige Person im Leben #herzlich, dass braucht zeit um es zu verarbeiten. Ich kann dir nur sagen: Weine, wenn dir danach ist #liebdrueck. oder schrei ins Kissen, oder was auch immer. Aber bitte lass es raus #liebdrueck.


Ich habe auch das Gefühl, stark sein zu müssen-aber ich war jetzt oft genug an dem Punkt, wo ich gemerkt habe, dass es einfach nicht mehr geht. Ich bin nunmal auch nur ein mensch...


Und das erinnerungen hochkommen bei dir, wenn du deinen Mann mit seiner tochter spielen siehst-das ist gewiss normal #schmoll#liebdrueck

Beitrag von klara1982 28.12.09 - 19:52 Uhr

#danke

Wünsche dir dennoch ganz viel Kraft und besonders viel Mut!!!

Süße Grüße

PS: Irgenwann sehen wir alle unsere lieben wieder und fragen uns dann warum wir so taurig waren :-D

Beitrag von sandra7.12.75 28.12.09 - 20:55 Uhr

Hallo

Hat dein Mann noch seine Eltern und auch noch Großeltern??
Ich glaube wenn er noch alle aus seiner Familie hat das er es einfach nicht verstehen kann wie du dich fühlst.
Bei uns ist es auch so das ich dieses Weihnachten das erste mal ganz ohne Eltern war.Und das war traurig.Mein Mann redet auch nicht soviel und ich fange nicht von alleine an.Das Ende,Stress.

Das ganze Jahr war eigentlich doof :-(.

Euch alles Gute.

lg

Beitrag von lisboeta 28.12.09 - 20:17 Uhr

Hi,

es tut mir sehr leid für dich. Ich habe gelernt, dass jeder mit dem Verlust eines Menschens anders umgeht!

Mein Vater ist mittlerweile schon fast sechs Jahre tot und ich vermisse ihn immer noch total.

Ich zünde oft für ihn eine Kerze an, gehe wann immer es geht zu seinem Grab.

Mein Bruder hingegegen geht nie zu seinem Grab, er spricht auch nie von ihm. Tortzdem glaube ich, dass er ihn sehr vermisst, er zeigt es nur anders.

Lasse deiner Trauer freien Lauf, ich finde es auch sehr wichtig.

Stiller Gruß
lisboeta

Beitrag von holidaylover 28.12.09 - 21:16 Uhr

warum hast du denn nicht den ersten schritt gemacht (über ihn zu sprechen)?
es war mein 1. weihnachten ohne meine oma und wir haben bei jedem essen (es gab wein zum essen) auf sie und meine anderen verstorbenen großeltern angestoßen! :-(
für unsere verstorbenen #stern#kerze#kerze#kerze#kerze#stern
lg
claudia

Beitrag von myimmortal1977 29.12.09 - 01:04 Uhr

Hallo #liebdrueck

Ich kann Deine Enttäuschung sehr gut verstehen. Jeder verarbeitet seine Trauer anders. Der eine mag viel drüber reden, der andere schweigt das Thema lieber unter den Teppich.

Wenn Dir danach ist, rede bloß drüber. Aber sei nicht über die Reaktion der anderen enttäuscht.

Es ist meistens die Angst der anderen, was Falsches zu sagen, da sagt man lieber gar nichts. Oftmals ist es den anderen gar nicht bewußt, dass man die Situation mit dem Schweigen noch viel schlimmer macht, als sie es so wie so schon ist.

Es dauerte in meiner Familie auch sehr lange, bis wir wieder normal über meinen Vater sprechen konnten. Mein Vater verstarb Anfang November 2000. Unterm Weihnachtsbaum leutete mein Großvater damals eine Schweigeminute für meinen Vater ein. War eine nette Geste, nur man merkte dieses beklemmende Gefühl in dieser Minute, was von jedem Anwesenden ausging.

Bei unserem diesjährigen gemeinsamen Weihnachtsessen haben wir schon "lustiger" an meinen Papa beim Tisch gedacht. Wir haben uns vorgestellt, wie er sein Lieblingsessen von meinen Urgroßeltern oben im Himmel bekocht bekommt.

Alles dauert seine Zeit.... Es wird wieder kommen, dass sein Name im Haus genannt wird, ohne das ein beklemmendes Gefühl dahinter gefühlt wird.

LG Janette

Beitrag von technohase 29.12.09 - 09:56 Uhr

Hey

Mein Bruder ist seit Oktober diesen Jahres nicht mehr bei uns.
Wir haben versucht alles so zu machen wie immer.
Mittags haben wir ihn im Friedwald besucht.

Beim Essen ging es dann noch so einigermaßen aber bei der Bescherung und der Zeit danach haben wir alle zusammen geweint. Das tat gut.

Ich würde auch an deiner Stelle nächstes Mal die Initiative ergreifen und über ihn reden. Es bringt ja nichts wenn mal darüber nur schweigt. Die Person gehört immernoch dazu!

Alle GUte und#liebdrueck

Beitrag von tasty_cake 29.12.09 - 10:14 Uhr

Das kann ich sehr gut nachvollziehen....
Mein Papa ist am 26.10.09 gestorben und für mich war Weihnachten in meinem Elternhaus auch sehr traurig...
Ich hatte auch das Gefühl, dass ich an Weihnachten das größte Problem damit hatte....
Meine Mutter war super abgelenkt durch die ganzen Vorbereitungen und den Besuch meiner Geschwister...
Ich hingegen hatte zum ersten Mal Zeit, zur Ruhe zu kommen, weil ich im Alltag völlig im Stress bin...
Vorgestern hatte ich dann den totalen Durchhänger und da hat mich mein Mann auch gefragt, was los sei ("sehr witzig"....)!

Wünsche dir ganz viel Kraft...
Es ist wirklich schrecklich, wenn man einen Elternteil verliert....

LG
Meike