Frage an Stillmamis größerer Babies - Sehr lang

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von buena99 28.12.09 - 22:11 Uhr

Hallo!

Mein Mäuschen, jetzt 10 1/2 Monate alt, wurde bis vor 4 Wochen fast ausschließlich gestillt. Jegliche Versuche Pulver-Milch zu füttern sind immer wieder gescheitert und von "richtigem Essen" wurde sie halt noch nicht satt. Babybrei oder Gläschen lehnt sie vehement ab.

Die letzten 3 Wochen mussten wir leider im Krankenhaus verbringen, weil meine Kleine einen Tumor hatte, und nach dessen Entfernung eine Chemo-Therapie nötig ist.

Im Krankenhaus wurde ich gedrängt abzustillen. Innerhalb von 1 Woche reduzierten wir von etwa 6 Stillmahlzeiten auf nur noch 1.
Ganz abgestillt hab ich dann doch nicht, weil mein störrisches Mäuschen gleichzeitig anfing auf jegliches andere Essen oder Trinken zu verzichten. Aus Intuiton habe ich ihr dann zumindest 1 mal täglich MuMi gegeben.
Als wir jetzt einige Tage nach hause durften und mir aber die Ärzte wegen des schwindenden Gewichts meiner Kleinen in den Ohren lagen, hab ich der Ärztin, welche ich bisher noch nicht kannte, und mich auch sehr ernst nahm (Gott-sei-Dank) vorgeschlagen, Julia einmal mehr trinken zu lassen. Und?! Die Ärztin erklärte mir, dass ich weiter stillen darf. Sie hat sich auch nochmal extra erkundigt, ob die Muttermilch der Therapie nicht schadet.

So, das die Vorgeschichte und nun meine eigentliche Frage:
Ich hab Julia am Anfang unserer Zuhause-Zeit
nachts nur 2 x gestillt, gegen 0.00 Uhr, und dann wieder gegen 6.00 Uhr. Traumhafter Abstand eigentlich.
Aber jetzt, nach etwa einer Woche, und obwohl sie tagsüber mittlerweile isst wie ein Weltmeister, kommt sie wieder, wie früher, alle 3 Stunden.

Ich habe nur Angst, dass sie anfangen wird tagsüber weniger zu essen und zu trinken und die Mahlzeiten auf nachts verlegt. Wasser oder Saft trinkt sie nachts nämlich nicht. Sie ist da sehr hartnäckig. Pulver-Milch natürlich auch nicht.

Habt ihr Tipps für mich?
In ein paar Tagen müssen wir nämlich wieder ins Krankenhaus zum nächsten Chemo-Block und da hab ich dann schon genug damit zu tun, den wechselnden Schwestern zu erklären, dass ich nun doch wieder stillen darf. Und wenn das dann wieder öfter wird, macht das die Sache auch nicht einfacher.

Tagsüber probiert Julia übrigens überhaupt nicht mehr an die MuMi zu kommen.

Danke!

Beitrag von schullek 28.12.09 - 22:40 Uhr

hallo,

also ehrlich gesagt bin ich leicht überfordert. erstmal geschockt über deine abgeklärten worte bzgl. der krankheit deiner tochter, was in eurer situation aber sicher völlig normal ist. und dann auch noch, dass dir abgeraten wurde zu stillen. ich meine, mein gesunder menschenverstand sagt mir doch: stillen ist in jeglicher situation nahezu immer das beste. irgendwas muss dien kind essen also sollte es doch in dieser situation das allerbeste sein. auch wenn das das hauptnahrungsmittel wäre. ist nichts ungewöhnliches für stillbabies auch in diesem alter.

also würde ich an deiner stelle wohl stillen, was das zeug hält. egal was irgendwelche schwestern sagen. und wenn es dir jemand verbieten will, dann soll er doch bitte genug gründe dafür angeben.

zum essen: ich würde mir da einfach weniger gedanken drum machen. in eurer situation bzw. der deiner tochter wird sie sicher immer mal weniger hunger haben und da ist es absolut toll, wenn du stillst un sie das nimmt!

ich wünsche euch nur das beste und eine rosige zukunft für deine tochter!

lg,

schullek

Beitrag von anja84 28.12.09 - 22:44 Uhr

Hallo!

Zu erst einmal tut es mir leid, was ihr gerade durch machen müsst!

Aber gerade in dieser Situation würde ich genauso viel stillen, wie es deine Tochter will. Die Chemo und der Aufenthalt im KKH ist nicht nur körperlich nervenzehred für Julia. Stillen bedeitet Sicherheit, Wärme und Geborgenheit. Alles was sie in dieser schweren Stunde ihrer Krankheit mehr als braucht.

ICh kann mir gut vorstellen, dass das für dich noch anstrendender ist, aber bitte versuche, diese Kraft ncoh auf zu bringen, solange deine Tochter das Stillen noch braucht.

Auch die Gewichtsabnahme kann so ncohmal vermindert werden. In der Chemo nehmen viele Kinder sehr ab, die zusätzlichen Kalorien kann sie bestimmt gut gebrauchen!

Ich wünsche euch alles Liebe und ganz viel Kraft für die nächste Zeit!

Anja

Beitrag von buena99 28.12.09 - 23:23 Uhr

Hallo nochmal.

Abgeklärt ... wirkt sicher jeder nach dem teilweise grausamen Tamtam, den unzähligen Untersuchungen und der stetigen Angst es könnte noch irgendwo ne Krebs-Baustelle im Körper gefunden werden.
Gott-sei-Dank wurde aber nix weiter gefunden und wenn die Chemo, wie geplant, anschlägt, sind wir auch in 3 Monaten durch und Julia ist gesund.

Ich stille Julia auch noch gerne weiter. Erst recht nachts ist es wirklich sehr angenehm.

Aber der zuständige Professor und auch erstmal die anderen Ärzte haben uns wirklich "eingeredet", dass Muttermilch während der Therapie nicht gut ist. Und da tut man natürlich das glaublich beste für sein Kind. Erstmal zumindest.

Ich danke sehr für Euere Mut-Mach-Antworten. Vielleicht brauch ich auch einfach nur so einen netten Zuspruch.

Schönen Abend noch!

Beitrag von doreensch 29.12.09 - 13:37 Uhr

Das tut mir alles sehr leid für euch und ich finde ihr kämpft da sehr tapfer.
Darum wirst du auch äußerst tapfer um das Stillen für deine Tochter kämpfen udn allen Schwestern die dagegen sind entsprechenden Biss entgegenbringen.

Mir allerdings hätte kein Arzt einreden können das Muttermilch bei Chemotherapie des Kindes (bist ja nicht du, die die Chemo bekommt) schädlich ist.

Aber ich bin da grundsätzlich ein anderes Kaliber als du und habe mit meiner Großen genug erlebt um den Ärzten nicht alles zu glauben etc. pp.

Mütterliche Intuition sollte niemals unterschätzt werden, das hatte mir mal ein Kinderchrirug gesagt nachdem ich auf eine andere OP bestand als die eigentlich machen wollten.

Laß deien Maus so oft sie will an die Brust, es ist auch Trost etc. und über dich fühlt sie das der nächste Block bevorsteht darum kommt sie jetzt wohl so oft.

Gute Besserung
Doreen