ich weiß nicht mehr weiter

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von teddy-baer08 29.12.09 - 11:00 Uhr

Hallo!

Ich möchte heute auch einmal in diesem Forum schreiben, da ich/wir nicht mehr weiter wissen.
Unsere 8jährige Tochter ist sehr speziell und macht es uns seit längerem nicht gerade leicht.
Zu Hause will sie alles bestimmen/immer die erste sein und läßt sich auch auf keine anderen Vorschläge ein.
Uns wurde von einem Profi mal der Tipp gegeben, daß man den Kindern immer zwei Sachen vorschlagen sollte damit sie das Gefühl haben selbst etwas zu entscheiden. Selbst das hilft bei uns nicht. Entscheidungen zu treffen fällt ihr schwer und wenn sie mal eine Aufgabe erledigen soll, dann nur auf ihre Art. Ansonsten flippt sie gleich aus und beschimpft einen teilweise auch unter der Gürtellinie#schock
In der Schule ist es leider auch nicht viel besser. Sie hing schon immer ein wenig hinterher und bekommt auch diverse Förderungen, aber sie hat überhaupt keinen Elan mal etwas extra zu üben, etc.

Sie ist leider so bestimmend und gleich immer so aufbrausend mit den schlimmsten Ausdrücken und Gemeinheiten#heul, daß wir schon sehr oft sehr traurig über ihr Verhalten waren. Bei diversen Ärzten wurde nichts besonderes festgestellt und dort ist sie immer ganz normal.

Es tut so weh zu sehen, daß das eigene Kind so ist. Wir sind wirklich tolerante und vorallem ruhige Eltern und lassen ihr diverse Freiheiten. Aber selbst wenn wir die Regeln verschärfen interessiert es sie nicht die Bohne. Zu dem kommt noch hinzu, daß sie auch sehr viel lügt. Selbst wenn man mit ihr in Ruhe darüber reden will, dann heißt es immer "weiß ich nicht" und sie fängt an zu schimpfen an.
Auch wenn mal eine Freundin von ihr da ist, versucht sie immer alles zu bestimmen. Irgendwann haben die Kinder (verständlicherweise) dann auch keine Lust mehr etwas mit ihr zu spielen.

Ich habe schon daran gedacht, vielleicht eine Ganztagsschule zu suchen. Da häte sie gleich auch eine kontrollierte Hausaufgabenbetreuung und wäre länger unter Kindern, da sie Einzelkind ist.

Beispielsweise in den Ferien ist es immer ganz besonders schlimm und sie hat zu nichts richtig Lust. Wenn ich sie mal zum basteln/malen animieren kann, dann auch nur für kurze Zeit. Dann will sie immer gleich etwas anderes machen #schwitz
Wenn wir beispielsweise ein Spiel zusammen spielen wollen, dann am liebsten nur nach ihren Regeln und daß sie gewinnt.
Wißt Ihr Rat? So wie es jetzt läuft, kann es nicht bleiben.
Es tut mir im Herzen weh, gerade weil wir so ein Verhalten überhaupt nicht kennen. Auch bei den Großeltern ist sie leider so. Wenn ihr etwas Spaß macht, ist sie das liebste Kind auf der Welt aber andersherum....

LG und #danke

Beitrag von huddelduddeldei 29.12.09 - 11:25 Uhr

Keine wirkliche Ahnung, was man da machen kann...

Ich weiß nur, dass wenn ich meine Eltern unter der Gürtellinie beschimpft hätte, dass ich dann mal ordentlich über´s Knie gelegt worde wäre und danach in meinem Zimmer ne ganze Weile darüber hätte nachdenken können. Und weil ich das genau wusste, wäre ich (und auch meine Schwestern) niemals auf solche Ideen gekommen...

Ich finde gewisse Dinge gehen einfach nicht und da kommt man dann auch mit "Supernanny´s-stiller-Treppe" nicht weiter.

Ich sage nicht, dass du dein Kind schlagen sollst - ich will meine Kinder auch niemals schlagen. Aber immer nur: "Das war böse, das darfst du nicht machen!" hilft auch bei manchen Kindern echt nicht weiter! Ich denke man muss dann auch manchmal den Erwachsenen raushängen lassen, der dann sagt wie´s gemacht wird und sich nicht auf stundenlange Diskussionen einlassen.

Gib´ ihr doch in solchen Situationen mal Hausarrest, oder Fernsehverbot oder sonst irgendwas, das sie merkt, dass auf ihr Verhalten unangenehme Konsequenzen folgen.

Beitrag von teddy-baer08 29.12.09 - 11:50 Uhr

Danke Dir für Deine Antwort.
Ich gebe Dir recht. Ich wäre früher auch nie auf die Idee gekommen, egal wie sauer ich war, meine Eltern zu tiefst zu beschimpfen. Ich weiß auch nicht, warum sie das macht und vorallem woher sie manche Ausdrücke hat.
Manches mal muß ich mir meine Tränen zurückhalten, damit sie es nicht immer mitbekommt wie traurig und verzweifelt man ist.
Es könnte alles so schön sein, aber jeden Tag wird aufs neue diskutiert/beschimpft (wenn das nicht, dann mache ich das nicht...).

Heute ist es auch gerade wieder sehr "schwierig" mit ihr. Heute Nachmittag ist sie zum Zirkus eingeladen und hat eben schon wieder protestiert. Wenn wir nicht jetzt Böller kaufen, dann gehe ich da nicht hin (dieser Scheiß Zirkus, Ihr seid blöd, etc..)
Ich habe ihr in einem ruhigen Ton erklärt, daß später noch genauso viele Knaller in den Läden sein werden wie jetzt und wenn sie sich nicht beruhigt, dann gibt es gar keine.
Aber selbst das hört/will sie nicht hören.

LG

Beitrag von simone_2403 29.12.09 - 12:36 Uhr

Dann bleibt sie eben mit ihrem zickigen Hintern den ganzen Tag im Zimmer BASTA.

ALso mal ehrlich und bei allem was Recht ist aber was läßt du dir eigentlich alles von ihr bieten?Du diskutierst allen Ernstes mit ihr nachdem sie dir so eine Klappe anhängt?DU erklärst ihr im "ruhigen Ton" na Prost MAhlzeit,dann brauchst du dich nicht wundern das sie es immer und immer wieder bis auf die Spitze treibt.Sie weiß ja das ihre Art keine Konsequenz hat,Mama diskutiert ja im ruhigen Ton...

Beitrag von luka22 30.12.09 - 12:25 Uhr

Wenn ich das lese, seid ihr eindeutig zu "geduldig". Deine Tochter fordert, fordert und fordert und muss im Gegezug dazu rein gar nichts machen. Im Gegenteil. Sie erlaubt sich alles und wird immer noch chauffiert.
Warum wird jeden Tag aufs neue diskutiert? Du siehst das es nichts bringt. Es wird bei deiner Tochter nichts mehr diskutiert. Du hast das Sagen. Wenn sie nicht will, dann gibt es eine Auszeit. Schimpfwörter? Doppelte Auszeit und keine Vergnügen danach. (Überhaupt solltest du dir überlegen ob ihr eurer Tochter nicht zuviel abnimmt. Es ist nicht eure Aufgabe sie von morgens bis abends zu bespaßen. Im Gegenteil. Solche Kinder werden antriebslos und verlieren jede Art der Eigenmotivation.)
Zirkus ist blöd und scheiße? Dann bleibt sie zu Hause und Böller gibt es auch keine!
Und das Wichtigste: DU MUSST DAS AUCH DURCHZIEHEN und dich nicht auf ihr Theater einlassen!!! Dazu brauchst mal etwas Selbstbewusstsein als Mutter, Erwachsene und Erziehungsberechtigte. Hast du überhaupt jemals eine Drohung wahrgemacht?

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von 3erclan 29.12.09 - 12:31 Uhr

Hallo

dein Text erinnert mich an das Verhalten meiner großen die wird im März 6( jahre alt.
Ich weiß es jetzt woran es lag und seit wir das als großes Thema und ich ihr helfe aus der Sit. rauszukokmmen ist das Verhalten besser.DAnn noch ist das zum Teil schon die Vorpupertät.

lg

Beitrag von sweety03 29.12.09 - 13:03 Uhr

Hallo,

ich habe eben die Zirkusgeschichte noch gelesen und würde auch ganz klar sagen, dass sie nirgendwo mehr hingeht, weder in den Zirkus noch Böller kaufen.
Ich finde es gut, dass Ihr tolerant und ruhig seid, aber gewisse Dinge bedürfen einfach Konsequenzen, dazu gehören für mich ganz klar Schreien und Schimpfen. Seid Ihr denn konsequent genug? Für mich schreit Dein Posting gerade danach, dass Deine Tochter Grenzen sucht und braucht!
Unsere Töchter sind 6 und 4. Unsere Große wird auch öfters mal ausfallend, fängt an zu schreien oder triezt grundlos ihre Schwester. Ich weise sie genau zweimal auf ihr Verhalten hin, dann folgt die Konsequenz. Wenn sie schreit und schimpft, muss sie den Raum verlassen. Wenn ihr Auftritt vor einer Verabredung war, kann sie ggf. nicht gehen (da wäge ich ab, wie heftig das war).
Ich bleibe auch meist ruhig, aber sicher nicht immer. Und das finde ich auch völlig normal, denn irgendwann ist auch meine Toleranzgrenze erreicht.
Wir haben nicht so viele feste Regeln, aber die gelten, z. B. in der Woche ist um 19.00 Uhr Bettgehzeit, bei den Mahlzeiten wird kein Blödsinn gemacht etc.
Andere Sachen sind verhandelbar, das zeigt meiner Tochter auch, dass wir auf sie eingehen und nicht durchgehend bestimmen.
Was die Verabredungen anbelangt, da würde ich sie auflaufen lassen. Das merkt sie schon, wenn keiner mehr mit ihr spielen möchte. Unsere Tochter kann das auch ganz gut, dass sie meist die Spiele bestimmen möchte. Einige Kinder lassen sich das auch nicht gefallen und kommen dann einige Zeit nicht. Das muss sie lernen, dass man sich arrangieren muss.

Sweety

Beitrag von marion2 29.12.09 - 13:41 Uhr

Hallo,

so per Ferndiagnose:

Ihr seid zu ruhig und zu tolerant.

Gruß Marion

Beitrag von barbarelle 29.12.09 - 14:22 Uhr

Hallo,

bei uns ist es ähnlich. Einzelkind und sehr nach dem Lustprinzip lebend. Sie war ein sehr einsichtiges/folgsames Kind. Also war es nie nötig mit ihr zu schreien und die Zügel waren recht locker.

Sehr demokratisch lief die Erziehung bei uns ab. Bis wir erfahren haben, wie sie sich ausserhalb unseren Bereiches benimmt (Schule, Freunde etc.). Das hat uns so erschreckt, dass wir nun einiges umgestellt haben und es läuft besser.

Klare Ansagen, kein Vor-die- Wahl-stellen und vor allem: Konsequenz. Gestern z.B. waren wir im Kino. Sie konnte sich nicht einen Augenblick benehmen und störte dadurch die anderen. Mitten im Film nahm ich sie raus und wir gingen heim. Angekündigt hatte ich es ihr zwischenzeitlich mehrmals.

Ich wette mit dir, sie wird sich im Kino nicht mehr so benehmen.

All das was wir die Jahre versäumt haben, müssen wir nun geradebiegen und das ist sehr anstrengend. Aber die kleinen Schritte zeigen uns, dass es in eine gute Richtung geht.

Liebe Grüße und wenn du mich per PN kontaktieren magst - gerne ;-)

Barbarelle

Beitrag von luka22 30.12.09 - 11:16 Uhr

Liebe Schreiberin,
ich finde es schön, dass du so offen schreibst. Wer will nicht gerne die superpatente Mutter sein, die nur Vorzeigekinder hat? Am schwierigsten ist es dann noch, wenn man sich vorbildlich verhält, das Kind in Liebe und Achtung erzieht und das "Ergebnis" ganz anders ausfällt, als es im Erziehungsratgeber steht.
Mich würde das Verhalten deiner Tochter auch traurig machen und mich natürlich sehr zum Nachdenken anregen. Vor allem, weil sie sich mir ihrem unsozialen Verhalten auch in Zukunft sehr sehr schwer tun wird. Ich würde mich genau wie du fragen, was ich falsch mache. In deinem Fall etwas Genaues zu sagen ist natürlich schwierig, da ich dich nicht kenne. Bist du vielleicht wirklich zu ruhig und zu "nett"? Reagierst du bei Wutausbrüchen oder Beschimpfungen adäquat? Oder wird das mit einem freundlichen: "Das war aber nicht in Ordnung?", quittiert. Das weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass deine Tochter ordentlich Temperament hat und ihre Grenzen austestet. Da ihr sehr geduldig zu sein scheint, ist sie mit ihrer Testerei wohl noch nicht am Limit angekommen. JEDER Mensch geht soweit, wie man es zulässt. Deine Tochter braucht klare Grenzen und klare Regeln. Wenn sie die nicht einhält, dann ist Ende im Gelände.

Sie will nicht nach den allgmeinen Regeln ein Spiel spielen?
- Dann wird das Spiel NICHT gespielt. Punkt. Und es gibt auch keine Alternativen.Punkt.

Sie behandelt ihre Freunde mies?
- Dann werden auch keine mehr eingeladen. Punkt.
Sie will ständig etwas anderes spielen? - Nein, das oder Nichts. Punkt.

Sie beschimpft dich wüst?
- Dann geht sie mindestens für eine halbe Stunde auf ihr Zimmer. Nette Unternehmungen sind für diesen Tag gestrichen. Punkt.

- Und dein Ton sollte nicht sein: Könntest, würdest, wolltest du? Sondern: Du kannst, du wirst und du willst...

Natürlich wird sie toben. Das ist für sie auch eine Radikaltherapie. Aber das braucht sie jetzt und das musst du aushalten. Im Gegenteil. Du solltest dir im Klaren sein, wie wichtig es ist, dass du nun konsequent bist. Lass dich nicht von ihr manipulieren oder herumschubsen. Du bist die Erwachsene. Du hast das Sagen - nicht umgekehrt.

"Wenn du haben willst, was du nie hattest,
musst du tun, was du nie getan hast!"

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Audauer, Kraft und Pfeffer im Hintern!

Liebe Grüße
Luka