UHV-Kasse hat mir zu einem Anwalt geraten - was brauche ich?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von tigratatze 29.12.09 - 14:03 Uhr

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr hattet alle schöne Weihnachten und die Feiertage waren nicht zu stressig.

Am 23.12. hatte ich ein Telefonat mit der Unterhaltsvorschusskasse weil mir zu "Ohren" gekommen war das der KV meiner Tochter Arbeitssuchend sei.
( In einem Rückruf des SA wurde mir dann aber gesagt das der KV weder selbst gekündigt habe noch eine Kündigung seitens des Arbeitgebers im Raum ständ - also eine Fehlinfo erhalten habe )

Im Zuge dieses Gesprächs hat mein SA bei der UHV-Kasse mir einen Anwalt empfohlen, weil hier im Kreis die einzelnen Ämter und Zuständigkeitsbereiche in keinster Weise Hand in Hand arbeiten und meiner Tochter dadurch in den letzten 2 Jahren erhebliche finanzielle Nachteile endstanden sind.

So konnte ich z.B. keine Beistandschaft beim JA einrichten da ich H4 empfange und ARGE und Beistandschaft sich angeblich total ins Gehege kommen würden ( dabei ist meine Tochter nichtmal im Bezug, denn durch UHV und Kindergeld ist ihr Bedarf weit mehr als gedeckt ).
Einen damals eingeschalteten Anwalt habe ich auf Drängen der ARGE wieder weggelassen ( O-Ton ARGE-SA: "Sonst verlagen ja 3-4 unterschiedliche Stellen das Gleiche vom KV, so kann das nur schief gehen" ).
Auch hat der KV knappe 1 1/2 Jahre keinen Betreuungsunterhalt bezahlen müssen, die Festsetzung der Unterhaltssumme für den Betreuungsunterhalt gab es genau 3 Tage vor dem 3. Geburtstag meiner Tochter durch den Kreis. Auch hier wurde ich dazu gedrängt den Anwalt abzuziehen da sich ja schon die ARGE und der Kreis an den KV wenden würden.

Nun habe ich am 13.01.10 einen Termin bei dem Anwalt den mir mein SA bei der UHV-Kasse empfohlen hat.

Der KV verdient durchschnittlich 1750€ netto und ist nun schon 16 Jahre in seinem Betrieb in leitender Position.
Den UHV bekomme ich da der KV sich weigert Unterhalt für seine Tochter zu bezahlen und selbst diese 117€ holt sich die UHV-Kasse per Lohnpfändung beim KV wieder.

Ich möchte von meinem Anwalt gern das er den Unterhalt anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnet und gerichtlich festsetzen lässt.
Da der KV niemals freiwillig bezahlen wird möchte ich ebenfalls einen Unterhaltstitel erwirken.

Zuletzt möchte ich den Anwalt damit beauftragen das er mir eine Vollmacht für die Dinge des alltäglichen Lebens für unsere Tochter beschafft.
Der KV und ich haben das gemeisame Sorgerecht, aber der KV kümmert sich 0.

Er will seine Tochter nicht sehen ( habe mehrfachst allein und auch mit Hilfe des JAs versucht Kontakt zwischen Vater und Tochter herzustellen ), er bezahlt ( siehe oben ) keinen Unterhalt, er beantwortet notwendige Post nicht, schickt also auch Unterlagagen bei denen er ebenfalls unterschreiben müsste ( Polypen OP, Reisepass, Sparbucheröffnung z.B. ) nicht zurück.

Was meint Ihr wie meine Chancen stehen beides verfünftig und erfolgreich vor Gericht zu erreichen und noch viel wichtiger, was muss ich für Unterlagen mit zum 1. Termin beim Anwalt nehmen und wie erkläre ich ihm am Besten was ich genau möchte?

LG
Jessy

Beitrag von silbermond65 29.12.09 - 19:31 Uhr

Ich kann dir zwar nicht weiterhelfen ,aber wieso konntest du keine Beistandschaft einrichten?
Wir sind momentan auch noch im ALG 2-Bezug und ich habe beim JA eine Beistandschaft für meine Tochter.
Hatte zwischendurch überlegt,die Beistandschaft aufzulösen und über einen Anwalt zu gehen.Das geht aber nicht so einfach,weil ich beim Gericht keinen Beratungsschein bewilligt bekomme.
Den gibts hier nur noch für Unterhaltssachen von Kindern ab 21 oder aber man bringt eine Bescheinigung vom JA ,daß die selber in der Angelegenheit überhaupt nicht mehr weiter kommen.

LG

Beitrag von brotli 29.12.09 - 19:47 Uhr

hallo

naja, sag einfach das du den unterhalt berechnet haben willst. dann fordert der anwalt mit einer frist alle unterlagen dazu von deinem ex an zur berechnung.

das du einen titel haben möchtest.
das er unzuverlässig ist was das gemeinsame sorgerecht angeht und du das so nicht mehr hinehmen willst und das alleinige beantragen willst.

ja, was nimmst du zum anwalt mit. geburtsurkunde des kindes würde ich sagen.
ich glaube aber du kannst so aber auch eine beistandsschaft beim jugendamt haben, allerdings macht ein anwalt schon mehr druck wegen dem unterhalt.

l.g.

Beitrag von kleine-frage 31.12.09 - 23:54 Uhr

ich würde dir nur empfehlen eine BEISTANDSCHAFT einzurichten beim JA dann musst du absolut gar nichts mehr machen... die schlagen sich mit alles sachen rum...
ist total nervensparend.

Beitrag von katta0606 02.01.10 - 09:58 Uhr

Hallo,
Ich würde vorsichtshalber die Geburtsurkunde mitnehmen, in der er als Vater drin steht.
Dann erteilst Du dem Anwalt quasi im Auftrag Deiner Tochter ein Mandat.
Der Anwalt wird dann den KV per Schreiben auffordern, seine Gehaltsunterlagen der letzten 12 Monate hereinzureichen, sowie Steuererklärungen etc.
Der RA wird wissen, was zu tun ist.
Reicht der KV die Unterlagen nicht fristgerecht herein, wird automatisch eine Klage erhoben und zwar zunächste eine Auskunftsklage.
Achja, Du musst unbedingt Prozesskostenhilfe für Deine Tochter beantragen. Dafür solltest Du Unterlagen über die Vermögensverhältnisse Deiner Tochter mitnehmen. Da davon auszugehen ist, dass ein kleines Kind noch keine Reichtümer hat, dürfte das mehr oder weniger pro forma sein.
Dem Anwalt solltest Du in klaren Worten kurz beschreiben, wie es in der Vergangenheit abgelaufen ist - vielleicht nimmst Du auch die Unterlagen vom JA mit. Ich weiß, es ist schwer, aber versuch, das Ganze so emotionslos wie möglich zu sehen. Rumgeplärre hilft keinem was und nervt nur den Richter.
Und dann erklärst Du dem RA einfach, dass Du die Unterlagen von dem KV möchtest und er dann nach den üblichen Regeln den Unterhalt für die Tochter ausrechnen soll. Das bekommt der KV migeteilt und wird aufgefordert, zu zahlen. Tut er das nicht, wird eine Klage erhoben, an deren Ende ein Urteil steht, was bindend ist. Das Urteil enthält einen Unterhaltstitel, mit dem Du pfänden kannst, sollte er dann immer noch nicht zahlen.
Ich hoffe aber für euch, dass es nicht so weit kommen muss.

LG Katja