Ist ein KS vielleicht die Lösung? -Sorry sehr lang-

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von schnattischnatt 29.12.09 - 15:04 Uhr

Hallo zusammen,

irgendwie ist mir mein "Problem" doch etwas peinlich #hicks und ich weiß auch gar nicht so genau wie und wo ich anfangen soll.

Vor knapp 2,5 Jahren kam unsere Tochter zur Welt. Da die Herztöne immer wieder absackten, wurde, um die Geburt für die Kleine endlich zu beenden, die Saugglocke zum Einsatz gebracht. Unserer Maus ging es zum Glück gut und ich hatte nur einen Dammschnitt und einen Scheidenriss davon getragen, die fast 50 min. dann genäht werden mussten. Irgendwann hat dann mein Kreislauf versagt und ich bin zusammengeklappt. Soweit zur Geburt.

Knapp ein halbes Jahr lang nach der Geburt hatte ich, wenn ich länger stand (z.B. am Wickeltisch) und viel gelaufen bin, starke Schmerzen im Bereich des Beckenbodens. Ständig begleitete mich dabei das Gefühl mir würde alles unten raus fallen.

Besonders unangenehm zu "berichten" ist mir, dass ich nach dem Sex, wenn ich danach aufstehen muss, weil eben nicht Abend/ Nacht ist, diese Beschwerden jedes Mal habe (also starke Schmerzen im Beckenboden und dieses doofe Gefühl alles fällt raus).

Inzwischen bin ich wieder schwanger, in der 28. Woche, und ich habe solche Angst vor der Geburt.
Zum einen, dass der Kleine wie schon meine Tochter die Nabelschnur mehrfach um sich rumgewickelt hat und die Herztöne unter der Geburt wieder verschwinden, so dass er dann ruckzuck rausgezogen werden muss. Zum anderen, habe ich panische Angst, dass mir dann viele Monate lang wieder alles unten so weh tut und es NIE wieder besser wird (vorallem auch die Probleme nach dem Sex; man kann ja nicht immer nur abends miteinander schlafen nur damit ich dann liegen kann).

Was ich eigentlich sagen will, ich beschäftige mich mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt. Ich weiß, das ist auch kein Spaziergang, sonderen eine richtige OP. Aber läßt sich da die Gefahr eines Sauerstoffmangels nicht stark eindämmen?

Meine FÄ meinte mit ganz viel Therapie (besondere Gymnastik und so) kann man die Beschwerden in den Griff bekommen.

Nur wer garantiert mir, dass es nicht noch schlimmer wird??? Das kann bestimmt niemand! Und woher soll ich dann die Zeit nehmen zur Therapie zu gehen mit Baby und Kleinkind.
Mir schwirrt alles im Kopf umher und ich finde keine Lösung. Ich weiß, helfen kann mir hier keiner, aber vielleicht war eine von Euch schon in meiner oder einer ähnlichen Situation und kann mir Ihre Erfahrungen berichten?


Sorry, dass es ziemlich lang geworden ist, aber irgendwie musste es mal raus. #schwitz

Liebe Grüße

Beitrag von nisivogel2604 29.12.09 - 15:10 Uhr

Das Risiko eines Kaiserschnittes ist immernoch höher was die Sterbegefahr angeht. Für dich und für dein Baby http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_geburt-kaiserschnitt_907.html

Das was du da beschreibst hört sich nach einem mitgenommen Beckenboden an der nie wieder trainiert wurde. Das kannst du aber durchaus mit guter Rückbildung in den Griff kriegen.

Der beckenboden wird durch die Ss belastet, kaum durch die Geburt. Du wirst also mit einem Kaiserschnitt kein besseres Ergebnis erzielen.. Lieber solltest du deinen Beckenboden nach der Geburt anständig stärken.

LG Denise

1x Kaiserschnitt
1x spontan / Klinik
1x Hausgeburt

Beitrag von pepples123 29.12.09 - 15:17 Uhr

Ich sehe das genauso! Suche Dir doch einen guten Physiotherapeuten der Beckenbodentraining macht und frag bei Deinem FA nach einem Rezept, dann musst Du die Behandlung noch nicht einmal selber bezahlen.. Oder frag Deine Hebamme - die machen das auch gaaanz toll ;-)

Wenn Du mit Angst in die Geburt gehst, wird sich das negativ auswirken. Aber ein KS ist bestimmt keine Lösung!
Vor allem ist das zum Baby hin ein emotionaler Schnitt, der nur schwer und langsam wieder aufzuarbeiten ist! Ganz zu schweigen von den Gefühlen, die Dein Baby dadurch bekommen wird :-(

Ich wünsche Dir alles Gute und glaub mal ein bißchen an Dich und Deinen Körper #liebdrueck

Viele Grüße,
Steffi

Beitrag von widowwadman 30.12.09 - 07:45 Uhr

Sorry, aber ein Baby muss nichts langsam aufarbeiten und bekommt auch keine anderen Gefuehle durch den Kaiserschnitt.

Bei der Angst, die die TE hat, wuerde ich den KS als Loesung nicht voellig ausschliessen, wenn sie es nicht schafft die voellig verstaendliche Angst zu ueberwinden. Ihr da ein schlechtes Gewissen einzureden, dass sie damit ihrem Kind emotional schaden wuerde, finde ich echt arm.

Beitrag von sonne_1975 29.12.09 - 17:15 Uhr

Ich hatte absolut den gleichen Gedanken beim Lesen: das hört sich nach Beckenboden an, es wird schon in der SS beansprucht, ein KS bringt dir nichts.

LG Alla

Beitrag von schnattischnatt 30.12.09 - 07:02 Uhr

Danke für Euere Antworten.

Nur leider ist der Beckenboden nicht meine einzige Sorge :-(

Nunja, etwas Zeit habe ich ja noch um mir für und wider durch den Kopf gehen zu lassen.

Beitrag von melli0327 30.12.09 - 09:42 Uhr

warst du schon mal im Kh u. hast da mal nachgefragt??
Vielleicht können die dir was dazu sagen??

Lieben Gruss

melanie

Beitrag von schnattischnatt 30.12.09 - 09:51 Uhr

Hallo Melanie!

Im KH war ich noch nicht, da die Anmeldung zur Geburt erst ab der 30. SSW möglich ist.

Mal sehen, was deren Meinung ist.

Viele Grüße!
Katrin

Beitrag von pepples123 30.12.09 - 11:05 Uhr

@ widowwadman:

Ganz oft gehen tiefgreifende Probleme und Entwicklungsstörungen auf die Geburt zurück - und ein KS ist nun mal ein plötzlicher Eingriff für das Kind, das ohne Vorwarnung aus der Hülle einfach von jetzt auf gleich herausgerissen wird. Danach wird es gleich abgenabelt, es wird abgesaugt, usw. Und eigentlich wollen die Babys doch nur die Nähe zu ihrer Mama spüren.
Ganz zu schweigen von der Narkose. Die Babys spüren das als "wo ist die Mama hin", "bin ganz alleine", "Mama ist weg".. usw..

Es hat schon seinen Sinn, dass das Baby Hormone ausschüttet, die auch die Geburt auf natürlichem Wege in Gang setzt - das Baby entscheidet doch bei einer natürlichen Geburt mit!
Ich finde diese medizinische Entwicklung einfach nur traurig :-(
Wo ist unsere weibliche Selbstbestimmung geblieben?

Schaut Euch das mal an und es vergeht Euch bei dem Gedanken an einen KS (natürlich in einem Notfall absolut lebendrettend und okay - aber bitte nicht geplant!)
Wenn ihr den ganzen Film nicht anschauen wollt, springt mal zu 5:00 Min..
http://www.birthasweknowit.com/10_minute_promo.html

Beitrag von maxtissi 02.01.10 - 14:09 Uhr

hi du,
mir erging es genau wie dir, hatte bei meinem ersten sohn eine fiese saugglockengeburt. ich konnte wochen nicht gehen, sitzen, stehen, es war zum heulen. meine narbe vom dammschnitt ist top und tut auch nicht mehr weh, dennoch wollte ich so eine entbindung nie wieder.

zudem bin ich recht klein und meine kinder zur geburt leider groß.

bei meinem zweiten sohn habe ich fast geahnt, daß er wieder einen recht großen kopfumfang hat. für manch anderen zu schaffen ( 36cm). für mich kleines etwas aber zu heftig.

habe mich für einen geplanten kaiserschnitt entschieden und bin sehr glücklich damit.

die op war top, spinale tat kaum weh. klar , nichts geht ohne schmerzen. 5 tage hatte ich sehr schlimme schmerzen, aber nach 2 wochen war ich wieder topfit, die narbe sieht man kaum und oich habe nicht das gefühl etwas verpasst zu haben. habe auch den ersten schrei meines sohnes vernommen und ihn 20 min später in den armen gehalten.

du mußt es ganz allein für dich entscheiden, was du willst, laß dir nichts einreden, denn sonst bereust du es. ich wurde von vielen freunden gesteinigt, aber ich habe trotzdem meine wahl getroffen. sie war richtig!!


wünsche dir viel glück....du wirst das richtige tun.


lg maxtissi