Erschöpfung!

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von togram 29.12.09 - 17:02 Uhr

Hallo zusammen,

auch bei mir macht sich momentan eine grosse erschöpfung breit manchmal glaube ich es ist sogar eine leichte Depression!

Unsere kleine Kämpferin ist jetzt 3 jahre alt in diesen 3 jahren erlebten wir viele hochs und tiefs.Unsere kleine ist ein extrem Frühchen mit schwerem herzfehler und sie ist extrem entwicklungsverzögert.Wir machten mit ihr viele Therapien wir waren fast die ganze Woche unterwegs.im Mai waren wir in einer familienorientierten Reha und dachten wir kämen etwas zur Ruhe aber das Gegenteil trat ein unsere kleine maus wurde 2mal schwer krank dort und auch wir als Eltern blieben nicht verschont.
Seit Sept. geht sie in einen Förderkiga und die Therapien zuhause werden weniger.Meine Arbeit habe ich auch gekündigt weil ich einfach denke meine Kleine braucht mich einfach noch einbisschen und ich selber musste zur Ruhe kommen nach den turbulenten 3 Jahre.

Unsere Kleine entwickelt sich momentan gut eigentlich gibt es momentan kein Grund traurig zu sein aber irgendwie fällt man in ein tiefes Loch und grübelt wie es weitergeht.......eine HerzOp steht irgendwann an......schafft sie es alles.......!!!!!?????

Kennt ihr das wenn alles gut läuft kommt man ins Grübeln....????
Ich hab auch viel zu tun Haus,angagiere mich für Katzen bin im tierschutz tätig habe selber 2 Katzen und gehe 2mal die Woche ins Training...

Lg Togram mit S(ehm. Frühchen 26 SSW,575g)

Beitrag von danimitben 29.12.09 - 18:55 Uhr

Liebe Togram,

ich denke dein Körper reagiert jetzt völlig normal. Bisher hattest du bzw. dein Körper überhaupt keine Chance eine Erschöpfung zu zu lassen. Jetzt wo deine Kleine in den Förderkiga geht, merkt er erst wie kaputt er ist und wie anstrengend die letzten 3 Jahre waren.

Mein kleiner Ben war auch ein besonderes Kind. Er war 12 Monate und 9 Tage bei mir. In dieser Zeit hat mein Körper super funktioniert. Es gab keinen Tag an dem ich den Erschöpfungszustand wahrgenommen habe. Ben ist seit Juli nicht mehr bei uns. Die ersten Wochen hatte ich noch soviel zu tun. Die Trauerfeier, die Beileidskarten, mit dem ambulanten Pflegedienst und der Lebenshilfe viele Dinge zu klären. Nach ca. 8 Wochen war ich auf einmal total erschöpft. Bis heute habe ich mich nicht wirklich von diesem einen Jahr erholt.

Ich denke die Entscheidung deinen Job zu kündigen war gut. Deine Kleine wird dich weiter brauchen und du wirst deine Kräfte brauchen.
Genieß trotzdem irgendwie die Zeit die ihr habt. Deine Kleine ist eine Kämpferin, sie wird auch die nächste OP schaffen.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.
Alles Liebe
Dani mit Ben im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
www.ben-sternenkind.de

Beitrag von togram 31.12.09 - 16:14 Uhr

Hallo Dani,

ich habe Deine geschichte in einem anderen Forum verfolgt und war den Tränen nahe.
Ich weiss wie schwer es ist ein Kind loszulassen.
Unsere Kleine Kämpferin musste nach ihrer 1 schweren Herz Op reanimiert werden und sie stand oft am Abgrund und wir wussten nicht wie es weitergeht!Auch heute kann uns keiner sagen ob sie es schafft die nächste Herz Op zu überstehen dazu kommt noch ihre Lungenvenenstenosen wie die sich noch weiter entwickelt.

Ich möchte dir jetzt auch nicht zu nahe treten aber wenn du möchtest können wir gerne über unsere VK unterhalten.

Wir denken jetzt momentan auch darüber nach ein Pflegekind aufzunehmen die erste Gespräche mit dem Jugendamt wurde schon geführt!

Mal sehen wenn Du Lust hast kannst Du mir ja eine private nachricht zukommen lassen1

LG Togram

Beitrag von bipi168 29.12.09 - 22:47 Uhr

Hallo,

Ich kenne das was du schreibst, so ist mein momentaniger Zustand.
Unser Jahr oder besser gesagt mein jahr war von über 3 monaten Krankenhausaufenthalt, einer schweren OP, Angst ums überleben, einer Schwangerschaft, viel Planung ect.pp geprägt solange ich funktionieren musste war alles ok.
Dann habe ich entbunden, kam etwas zur Ruhe und seitdem befinde ich mich körperlich in einen KO zustand.

Ich war das letzte halbe Jahr ständig Krank, auch momentan haut mich alles um.
Solange ich beschäftigt bin gehts mir gut aber sobald ich etwas ruhe habe habe ich ein Loch.
Mein Mann und ich haben nun beschlossen das wir nächstes Jahr weg fahren, einfach ein paar tage mit allen raus.
Keine Ahnung, mich hat gerade dein Beitrag sehr beruhigt weil ich schon am zweifeln war das es nur mir so geht :-(.
Ich kenne noch keine Lösung leider aber ich kenne das Problem.
Liebe Grüße Bianca

Beitrag von jana-marai 29.12.09 - 23:59 Uhr

Hallo,
auch ich kenne dieses Problem, und auch mir fehlt eine Lösung. Die Momente wo ich zweifel durchhalten zu können, werden immer häufiger. Das ist sehr traurig. Aber es hilft etwas zu wissen, es geht einem nicht alleine so. Wie schnell kommen Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen auf (v.a. bei noch mehr Schlafmangel und zusätzlichem Stress). Kennt Ihr das auch?
Ganz liebe Grüße
jana-marai

Beitrag von billy38 30.12.09 - 18:16 Uhr

Liebe Togram,

wir kennen uns ja vom Frühchenforum ;-)
Alles was Du beschreibst, kann ich gut nachvollziehen.
Nach einer so langen Zeit, nach so viel Erlebnissen wo du Tag für Tag funktionieren musstest, fragst du dich jetzt warum du Erschöpft bist ODER sogar Depris hast ?

Ist das nicht normal? Sind wir nicht alle Menschen die an ihre Grenzen kommen? Du hast deine Grenze jetzt erreicht. Was es heißt ein besonderes Kind zu haben, zu erziehen, Therapien ständig wahr zu nehmen, kann nur eine Mutter die ein besonderes Kind hat nachvollziehen.

Wir beide haben ein extrem Frühchen zuhause. Egal ob alleinerziehend so wie ich, oder mit einen Partner, so wie du, es benötigt eine gehörige Portion STÄRKE dazu diese Zeit zu überstehen !

Ich kann jetzt nur von mir berichten. Ich bin jetzt gerade an meinen Grenze gekommen.
Deshalb mache ich eine Therapie. Hat ein wenig Überwindung gekostet, dies zu erkennen.
Schau, ich bin ERST seit einem Jahr Frühchenmama, aber ich kann jetzt schon nicht mehr. Du machst das Ganze schon eine Zeit lang länger mit, hast sogar gearbeitet, Respekt vor deiner Leistung, echt !

Ich kann dir nur raten dich einer guten Psychologien anzuvertrauen. Es tut so gut, wenn einer einem nur zuhört.
Jetzt hat meine Psychologien für mich eine tolle Reha Klinik gefunden. ( Oberstdorf / Allgäu )

Ich hab meinen Sohn gut untergebracht und ich fahre im Januar 2010 für sechs Wochen weg um alles aufzuarbeiten und ein wenig Energie zu tanken.
Krankenkasse übernimmt "Gott sei dank" die Kosten für
mich und meinen Sohn.

Vielleicht solltest Du dir überlegen das auch zu tun.
Eine Mutter und Kind Kur ist auch gut, aber Dir kann besser geholfen werden in einer Spezialklinik die genau für solche Depris/Angstzuständen usw. gemacht ist.

Wenn du Fragen hast, melde dich! #liebdrueck

Nette Grüße

Biljana mit Nicolas 24 + 4