Wer von den Voll-Berufstätigen kann mir mal Mut machen?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mom_sara 29.12.09 - 21:52 Uhr

Hallo ihr Lieben,

im nächsten Jahr wird es soweit sein: Mein Studium neigt sich dem Ende zu und ich muss endlich mal arbeiten gehen. Meine beiden Süßen werden dann 3 und 4 einhalb sein und sie werden dann wohl 9 Stunden jeden Tag in die Kita müssen #schock:-(#heul. Momentan sind es nur 5 Stunden jeden Tag...

Ich wollte eigentlich immer eine Teilzeitstelle, aber ich habe mich jetzt mal auf den Stellenbörsen umgeschaut und mit meinen Profs geredet und das ist wohl sehr unrealistisch #heul

Ich könnte nur heulen. So kleine Menschlein und sie werden dann größtenteils nicht mehr von ihren Eltern betreut, sondern werden total von der Kita geprägt. Ich bin so traurig und habe ein meeeeeega-schlechtes Gewissen...

Wie geht es euch voll Berufstätigen damit? Ich finds so schrecklich und freue mich gar nicht aufs neue Jahr.

Traurige Grüße,
Sara :-(

Beitrag von sunnygirl1978 29.12.09 - 21:56 Uhr

Hallo,

ich arbeite nicht vollzeit - habe aber lange überlegt. Bei uns ist der kiga von 7.15 bis 14.30 geöffnet - scho allein das wär ein Problem. Arbeite 25 stunden und fips 4 will bis halb drei im kiga bleiben, sonst würd ich ihn holen.

Montags arbeite ich bis 4 und alle 2 wochen bis 18 uhr. Das find ich persönlich furchtbar. wenn ich um 18 uhr heimkomm essen wir kuscheln kurz und dann geht er ins bett.

Deshalb hab ich mich gegen Vollzeit entschieden obwohl es finanziell besser wäre.

Beitrag von chrisbenet 29.12.09 - 22:07 Uhr

Hi,

Kopf hoch - es wird den Kids besser gehen als Du jetzt denkst! Schliesslich werden sie von ausgebildetem Personal betreut, erzogen und gebildet - die gesamte Bandbreite kann eine Mutter alleine gar nicht stemmen.
Und wieviel haben sie bisher Zeit mit ihrem Vater verbracht und was wird der Unterschied sein?

Ich bin jeweils 4 bzw 5 Monate nach der Geburt wieder wie vorher an meinen Arbeitsplatz zurück, was hier in Belgien ziemlich normal ist.
Unsere Jungs sind ab ca 8 bis ca 18h nicht bei uns, sie gedeihen prima, sprechen 2 Sprachen (der Grosse interessiert sich jetzt sehr für die 3.), haben keine Angst vor Fremden, können warten, zuhören, Sozialkompetenz ist ausgeprägt, kennen Lieder und Spiele, die ich nicht kenne, ...
Wichtig ist, dass Du darauf vertrauen kannst, dass Deine Kinder jeden Tag gut versorgt sein werden und Du Dir keinerlei Gedanken machen musst. Nur dann kannst Du mit ruhigem Gewissen Deinem Tagesablauf nachgehen.
Ich habe zum Beispiel keinerlei Fotos am Arbeitsplatz bzw auf meinem Firmenlaptop. Mein Job ist mein Job - und meine Familie ist meine Familie. Häufig genug muss das eine oder andere spontan wegen des anderen zurückstecken; z.B. entweder muss ich einen Termin im Job wegen Krankheit eines Kindes verschieben oder die Kids sehen mich 2 Tage nicht wegen eines Businesstrips.
Frau darf sich da kein schlechtes Gewissen machen - jeder incl der Kids hat seinen Tagesablauf, und die gemeinsame Zeit insbesondere am WE ist auf einmal viiiiel mehr wert, für alle.

Also, ran an die Bewerbungen - mach klar, dass Du Dich organisieren kannst, dass Du flexibel bist, dass Du eine Familie hast (die Du aber nicht permanent im Kopf hast, sonst kannst Du nicht gut arbeiten), ...

Alles Gute,
Chris

Beitrag von hinterwaeldlerin09 29.12.09 - 22:09 Uhr

Hallo,

ich glaube nicht, dass es für die Kleinen so schlimm ist. Ich habe voll gearbeitet, seit meine Tochter 4 war, sie war immer lange im Kiga oder Hort...und aus ihr ist eine wunderbare junge Frau von 15 Jahren geworden, ein teilweise echt nerviger Teeny, aber stark, gesund, gut in der Schule, macht Musik, spielt Theater, frei und voller Ideen!

Aber du musst es wirklich wollen, dass die beiden den ganzen Tag in den Kiga gehen, wenn du da eigentlich nicht hinterstehst, werden sie es merken und das ist nicht gut.

Und du musst dir Zeit für dich nehmen, sonst gehst du schnell auf die Bretter.

Ich hatte eine coole Stelle, als mein Kind 5 war, mit hoher Verantwortung in einem Unternehmen mit 600 Mitarbeitern...alleinerziehend...dem Kind ging es gut, aber ich nahm mir keine Zeit für mich, ripppelte mich zwischen Job und Kind auf...das war nicht gut.

Schaffe dir Entlastung, sieh zu, dass dein Partner dich unterstützt, dann kann alles klappen.

lg ausm hinterwald

Beitrag von mama0801 29.12.09 - 22:57 Uhr

Hallo Sara!

Kann Dich gut verstehen!
Ich würde aber nicht so schnell aufgeben und versuchen eine Teilzeitstelle zu bekommen!
Erstens finde ich es für die Kinder besser und zweitens würde es Dir damit bestimmt auch besser gehen, wenn Du so ein schlechtes Gewissen hast.

LG Linda
mit Jonas ( fast 6 Jahre ) und Emma Viktoria ( fast 17 Monate )

Beitrag von zapmama2003 30.12.09 - 00:59 Uhr

Hallo Sara,

ich habe nach einem Jahr wieder gearbeitet, allerdings nur 25 Stunden und dann noch ein Jahr 20 Stunden. Wir haben beide, mein Mann und ich teilzeit gearbeiten.

Seit die Kleine 3 ist, ist sie im KiGa von 8:30 bis 15:30. Wir arbeiten beide Vollzeit. Bei mir in der Firma bedeutet Vollzeit 35 St/Wo. Da ich aber in einer anderen Stadt arbeite und ca. 30 min mit dem Auto unterwegs bin, habe ich einen 33-Stunden-Vertrag ausgehandelt. Ich fange um 7:30 h an (mein Mann bringt die Kleine in der KiGa) und ich hole sie zwischen 15:30 und 16:00 (je nach Vekehr) vom KiGa ab.

Ich hatte schon damals als ich angefangen habe ein schlechtes Gewissen, aber heutzutage muss man arbeiten, sont geht gar nix. Ich gebe mein Bestes, verbringe Abends viel Zeit mit ihr zusammen. Am Montag bringe ich sie in die Musikschule und am Mittwoche geht sie ins Ballett. Die Wochenenden gehören natrülich nur uns.

Es ist eine Sache der Organisation. Nur, glaube mir, es ist besser zu arbeiten. Die Kinder werden groß und du wirst auch was für dich brauchen. Im KiGa fühlt sich meine Kleine sehr wohl, hat viele Freunde und ißt dort sogar besser als zuhause. #schockGlaub mir, das wird deinen Kindern nicht schaden. Nur Mut.

Viel Glück
Olga#herzlich

Beitrag von andreag1302 30.12.09 - 08:03 Uhr

Hallo,
ich arbeite ca. 30-35 Stunden die Woche und meine Kinder sind dann in Schule oder Kiga untergebracht ,den Rest der Zeit wenn ich arbeite sind sie bei unserem Au Pair,die Kinder verkraften das besser als man denkt.
Heutzutage ist ein Job eben auch ganz wichtig,das ist zwar schade,aber manchmal unumgänglich,ich wäre auch gerne mehr für die Kinder da,aber leider geht das nicht.
Vielleicht bekommst du doch noch einen Teilzeitjob.

Alles Gute

Beitrag von mabo02 30.12.09 - 10:52 Uhr

Ich arbeite nicht VZ aber TZ 30h/Woche und Niko ist auch täglich 8h im KiGa. Vorher war er bei Tageseltern und das seit er 10 Monate alt ist.
Wir haben ein fröhliches, aufgewecktes Kind das eine gute Beziehung zu uns Eltern hat, auch wenn wir viel arbeiten.
Ich habe es immer geschafft noch nebenbei Kurse, wie Babyschwimmen, Kinderturnen und co. mit ihm zu machen und auch Unternehmungen am Nachmittag mit Spielplatz, Schwimmen und co. waren und sind kein Problem.
Ab Februar werde ich wohl noch eine Stunde länger am Tag arbeiten und somit wäre er dann auch 9h im KiGa.
Ich mach mir da keinen Kopf, denn er fühlt sich da wohl und Kinder lernen sehr viel von anderen.

Er ist einem Alter in etwa einem Jahr voraus, auch was die Sozialkompetenz angeht.

Alles in allem habe ich es nie bereut wieder arbeiten zu gehen und bin mir auch der finanziellen Verantwortung meinem Kind gegenüber bewusst.
Das solltest du auch bedenken.

LG Mannu

Beitrag von engelchen28 30.12.09 - 11:44 Uhr

hallo sara!

du hast dich doch über das, was du studierst, im vorfeld informiert, nehme ich an - da hätte es doch klar sein müssen, ob es gute oder eher schlechte möglichkeiten gibt, teilzeit zu arbeiten. wenn schon keine info VOR dem studium, dann wenigstens VOR der entscheidung, 2 kinder zu bekommen - SO sehr schwanken die stellenbörsen nicht in 3 oder 4 jahren...da schaut man doch längerfristig, wie's mit job und kind und arbeitszeiten aussieht....!

nun ist es so, wie es ist und ihr werdet die situation irgendwie meistern. es gibt viele andere kinder, die vollzeit in den kiga oder die krippe gehen - und es geht ihnen gut und sie wissen immernoch, wo ihr zuhause ist. versuche es positiv zu sehen irgendwie.

vg
julia

Beitrag von kikpower 30.12.09 - 12:04 Uhr

Hallo Sara,

ich weiß wie du dich fühlst.Also ich arbeite 5 Tage die Woche jeweils 5 Std.wenn ich Frühschicht habe ,ist es für meine kleine kein Problem,aber leider habe ich überwiegend Mittagschicht:-(Das heißt ich bin abends erst um 19:30Uhr zu Hause,und da geht meine Maus schon schlafen.Ich sehe sie wenn ich Mittagschicht habe nur morgens eine halbe Stunde.
Obwohl ich seit Oktober wieder arbeite,fällt es meiner Tochter nach wie vor schwer wenn ich weg bin.Wenn ich Samstags arbeiten muss,dann kommt von ihr"Mama,du warst soooooo lange arbeiten"Das tut mir jedesmal in der Seele weh.
Sie geht zwar gern in den Kiga,aber ich weiß sie vermisst mich,es geht sogar soweit das wenn ich nur im Keller bin und nach 10 min.wieder komme,das sie mir in die Arme läuft und schreit,meine Mama ist wieder da.

Lg
Tanja,die wenn sie das Geld nicht bräuchte ,erst in ein paar Jahren wieder arbeiten gehen würde.

Beitrag von violinista 31.12.09 - 16:48 Uhr

Hallo Sara,
ja, das ist halt das Problem bei den Leuten, die studiert haben. In diesen Positionen sind Teilzeitstellen echt rar.
Ich hab damals nach dem Studium meine Tochter bekommen und fand dann keine Teilzeitstelle, die mit den Kinderbetreuungszeiten kombinierbar gewesen wäre - Vollzeit war gar nicht drin. Ich hab mich dann selbstständig gemacht in einem Bereich, der v.a. vormittags abläuft.
Dann sind wir umgezogen - nur wegen der Kinderbetreuung!!!!! Hier hatte ich die Chance, meine Selbstständigkeit auszubauen, allerdings nur bis zu einem Umfang von einer ca. 50 - 70%Stelle. Nachdem ich nun meine zweite Tochter bekam, war klar: wenn sie da ist, muss ich gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten, wenigstens 1 Tag/ Woche. Und mit einem Jahr, wenn das Elterngeld wegfällt, wird es wieder mehr sein müssen! Die Kinderbetreuung hat super geklappt: wir bekamen für den einen Tag eine Tagesmutter, und ab 11.1. wird sie in eine Kita gehen - zunächst vormittags und ich bin grad am Stellensuchen. Wie du find ich kaum Teilzeitstellen, und wenn, dann welche mit total flexiblen Arbeitszeiten - und da kann ich dann gleich Vollzeit arbeiten. Also schau ich auch zugleich nach Vollzeitstellen. Ich find s nicht toll, meine Kleine so früh abgeben zu müssen, aber es war halt von Anfang an klar, dass es so sein wird und ich konnte mich darauf einstellen. Schlimm ist es für mich immer noch, aber es ist halt so wie es ist.

lg und Kopf hoch,
Violinista