Kigakind und krankes Geschwisterchen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von meto 30.12.09 - 14:06 Uhr

Hallo,

ich habe im Juli entbunden und seither geht mein Sohn (3) nicht mehr auf die Toilette, ist eifersüchtig und weinerlich, dazu die angst vor Monstern, kurzzeitig Rückschritte in der Sprache.

Das hielt ich noch für normal, aber nun ist es so, dass meine Tochter durch ihre Krankheit schon 3x in die Kinderklinik mußte, was auch immer wieder so sein wird.
Jetzt hat er seit ihrem letzten Klinikaufenthalt enorme Verlustsängste, spricht wieder schlechter und ist aggressiv, schläft nur noch ein, wenn jemand an seinem Bett sitzt und kommt nachts schreiend zu uns, möchte dann nur noch bei uns schlafen.

Wer kennt das und wie geht ihr damit um, gerade auch im Bezug auf das Geschwisterchen, dass durch Krankheit mehr Aufmerksamkeit braucht und ständig Arztbesuche und Klinikaufenthalte anstehen?


LG Mella & Kids

Beitrag von nakiki 30.12.09 - 18:47 Uhr

Hallo!

Ich würde das Kinderbett deines Sohnes wird ins Elternschlafzimmer stellen, damit er bei euch schläft. In den Schlaf würde ich ihn begleiten. Gib ihm soviel Nähe und Sicherheit wie es unter den Umständen möglich ist.
Die Arztbesuche mit der Kleinen würde ich immer so legen, dass der Große in der Kita ist.

Außerdem würde ich schauen, ob es Bücher zu dem Thema gibt und ihn auf das kommende möglichst gut vorbereiten. Erkläre ihm, warum ihr ins KH müsst und was mit seiner Schwester los ist.

Ist bestimmt eine schwierige Zeit und ich wünsche euch viel Kraft und Geduld.

Gruß nakiki

Beitrag von schnaki1 30.12.09 - 21:35 Uhr

Hallo,

ich denke auch, das Wichtigste für euren Sohn ist, dass ihr ihn mit seinen Ängsten und Sorgen ernst nehmt.
Vielleicht klappt es ja, dass er ein oder zweimal pro Woche für eine Stunde oder so nur mit dir oder deinem Mann alleine was unternehmen kann. Damit er sieht, dass er auch ´wichtig ist.
Dann würde ich ihn auch grundsätzlich bei euch schlafen lassen, solange die Ängste andauern.
Wegen des Einnässens würde ich mit ihm besprechen, ob ihm Windelhosen (verkauft als Notfallunterhosen) lieber sind und wegen der Sprache erstmal gar nix sagen, nicht reagieren bei falsch ausgesprochenen Worten, sondern so tun, als wäre alles gut.
Und ganz wichtig: bezieht ihn in alle Themen, die die Krankheit der Schwester betreffen, mit ein, erklärt kindgerecht, besprecht auch ruhig eure Sorgen mit ihm, er kriegt es ja sowieso mit.
Ich denke, je ernstgenommener er sich fühlt und je mehr er bei allem mitmachen kann, sei es füttern, wickeln, kuscheln, dann regulieren sich manche Dinge von allein.
Stell dir vor, du wirst nach 3 Jahren vom Thron gestoßen, was ja an sich schon schlimm genug für die Kinder ist, aber dann habt ihr durch Erkrankung noch ein viel höheres Maß an Aufmerksamkeit für's Baby und er muss mit seinen zarten 3 Jahren sicher viel zurückstecken und Verständnis haben, das kann gar nicht funktionieren. Der arme Kerl ist sicher völlig überfordert mit der ganzen Situation.
Also, ernst nehmen, auf Ängste eingehen, reden und vor allem auch ruhig ihn mal fragen, was er möchte, was anders gemacht wird, vielleicht hat er ja schon die ein oder andere konkrete Vorstellung, die sich umsetzen lässt.
Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft,
LG,
Andrea