Stille Geburt - was machen als Familieanghöriger?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von amaliada 30.12.09 - 21:18 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine Frage, vielleicht ist hier jemand der sich mit dem Thema auskennt. Es betrifft nicht mich direkt.

Die Cousine meines Freundes hat gestern ihre Tochter in der 30 SSw still geboren. Wir sind total geschockt, es ist ihr erstes Kind.

Ich habe gehört das sie wohl eine Bestattung organisieren. Meine große Frage nimmt man daran irgendwie Anteil oder nur wirklich der engste Familienkreis. Schickt man da beispielweise auch ne Trauerkarte?

Kann mir das hier jemand beantworten.

Traurige Grüße amaliada

Beitrag von kasandro 30.12.09 - 21:32 Uhr

hallo, zuersteinmal ich hätte mich sehr über trauerkarten gefreut. es zeigt anteilnahme, auch wenn nur drinn gestanden hatte wir sind sprachlos und wissen nicht was wir sagen sollen.................
vor allem auch wenn sie jetzt nicht in der lage sind sie zu lesen, später werden sie es sein und sich freuen das sie in ihrer trauer ernst genommen wurden.


fragt sie einfach wie sie es mit der beisetzung gern hätten, wir haben nur als eltern abschied genommen und wollten keinen aus der familie dabei haben. fragt sie, sagt ihr ihr wisst nicht wie ihr euch verhalten sollt.


ps. nur als info, weil das viele betroffene frauen nicht wissen ihr steht eine hebamme zur nachsorge und zur trauerarbeit.

Beitrag von amaliada 30.12.09 - 21:59 Uhr

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Lg amaliada

Beitrag von kasandro 30.12.09 - 21:34 Uhr

sorry bei meinem letzen satz fehlt das wörtchen zu

ihr steht die hebamme zu.....

Beitrag von siobhan30 30.12.09 - 21:48 Uhr

Hallo,

Ich kenne Deine Cousine nicht, aber ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht wie Du. Allerdings war die betroffene Frau "nur" eine Bekannte. Sie hatte eine stille Geburt in Dr 38. Woche.

Wie sich herausstellte war ich wohl eine der ganz wenigen die mit ihr darüber geredet hat! Wirklich trösten kann man nicht, aber es hat ihr schon geholfen, das jemand zuhört! Ich weiß nicht wie sie reagieren wird, aber ich würde auf jeden Fall mit ihr darüber reden! Versuch sie nicht mit so Platten Sprüchen zu trösten. Lass sie reden, hör zu oder Wein ein böschen mit. Es ist unglaublich wie viele Menschen auch enge Freunde Angst haben in einem solchen Fall "darüber" zu sprechen.

Meine Bekannte hat damals auch eine Bestattung organisiert und hat sich sehr darüber gefreut, dass wir (mein Mann, mein Sohn und ich) auch da waren.

Wie gesagt, wenn Du wirklich was tun möchtest biete Dich als Gesprächspartnerin an. Übrigens konnte sie damals mit niemanden über die Geburt sprechen, die an sich sehr schön war! Keiner traut sich darüber zu sprechen aber es hilft, zu verarbeiten!

Aber auch wenn man nicht so weit gehen möchte, solltest Du auf jeden Fall Deine Anteilnahme mitteilen! Ich habe eben die Erfahrung gemacht, dass ganz viele Menschen vor lauter Angst "was falsch zu machen" gar nix tun und sich die Betroffenen dann total allein gelassen vorkommen.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.

LG Sabine mit #Sternchen im Herzen und Kilian an der Hand

Beitrag von frechesdingnrw 30.12.09 - 22:11 Uhr

Hallo amaliada
tu einfach das was Dir dein Bauchgefühl sagt
Ich hätte mich über eine Karte gefreut und da kannst Du ehrlich reinschreiben wie sprachlos Du bist
Wenn Du ein kleines Gesteck oder so senden möchtest kannst Du dies auch über den Bestatter machen.
oder ein Buch passend zu dem Thema hat mir zb sehr geholfen ( Wenn die Wiege leer bleibt )
Ich weiß ja nicht wie eng der Kontakt ist (war) aber vielleicht gibst Du Ihr bei Gelegeheit noch den Link hier an die Hand
www.sternenkinder.de
mir hilft der Kontakt dort sehr
Mach einfach das was Du machen möchtest
eine Kerze für die kleine Maus#kerze und der Familie wünsche ich alle Kraft der Welt
Lg Eve

Beitrag von danimitben 30.12.09 - 23:33 Uhr

Liebe Amaliada,

unser kleiner Ben ist nach 12 Monaten zu den Sternen gegangen. Wir hatten eine Traueranzeige aufgegeben und eine Beerdigung in aller Stille angekündigt. Wir haben aber über 130 Beileidskarten bekommen und die haben uns sehr getröstet. Vor allem die liebe Sprüche dass unser Kind unvergessen sein wird.

Ich würde ansonsten aber auf jeden Fall nachfragen, ob du/ihr dabei sein dürft. Ein paar wenige haben das bei uns auch getan und dann waren wir auch wirklich froh dass so viele liebe Menschen um uns waren - obwohl es anders geplant war.

Versuche den Namen des Kindes zu nennen - es gibt bestimmt schon einen.

Viele Menschen haben wohl eine große Hemmschwelle über das Sternenkind zu sprechen. Es gibt aber nichts schöneres für eine Mama über ihr Kind zu erzählen und seinen Namen zu hören - auch wenn es nicht mehr bei uns sein kann.

Liebe Grüße
Dani mit Ben im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
www.ben-sternenkind.de

Beitrag von p.sylvie 31.12.09 - 13:16 Uhr

Hallo
Also ich hätte mich auch über Trauerkarten gefreut. Das Problem ist dass die meisten Familienmitglieder und Freunde "sprachlos geschokt" sind und daher verstummen. Somit steht man alleine da als verwaiste Eltern. Zudem kommen dann noch Meinungen wie "ach, das Kind hat doch noch gar nicht gelebt" oder Sätze wie "Ihr seid ja noch soo jung, ihr könnt noch viele Kinder haben" das macht einen wahnsinnig und schmerzt soooo sehr.
Der Verlust eines Kindes ist sehr hart, egal ob es das erste Kind war oder das zweite oder dritte, egal ob es am Anfang der SS stirbt oder am Ende...
Anteilnahme und Teilen der Trauer geben einem das Gefühl man ist nicht allein.
Und wenn du sonst helfen magst, dann frag einfach ob du irgendwie helfen kannst.
Lg sylvie