1. Klasse- Halbjahresgespräch ganz anders gelaufen als gedacht...

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von dassmarti 28.01.10 - 20:34 Uhr

Hallo!
Also, in der 1.Klasse meines Sohnes gibt es viele Turbolenzen, die Eltern haben eine Versammlung einberufen vor den Halbjahresgesprächen:
-Zu viele Hausaufgaben- die Kinder sitzen teilweise bis zu ein und halb Stunden.
-Die Lehrer sind sehr streng, brüllen viel und viele Kinder kamen schon weinend heim.
-Fünf Schüler/innen sollen schon "aussortiert werden", d.h. zurück in die Vorschule, da die Lehrer sagen sie drücken das Klassenniveau zu sehr.
-Einige kids haben jetzt schon Motivation und Spaß an der Schule verloren.
Ja, ich habe mir das schockiert angehört auf der Versammlung, konnte nicht viel dazu sagen, weil mein Sohn nicht viel erzählt (ist bei Tagesmutter ich arbeite) und bis jetzt Testergebnisse auch nicht mitgebracht wurden.
Wir beschlossen also alle, dass wir die Themen beim Lehrergespräch hinterfragen etc.
Habe mir Notizen gemacht und wollte gerade Anlauf nehmen, da fallen mir die Lehrerinnen ins Wort, ob ich denn wisse, wie begabt mein Sohn sei und wie toll er mitkomme. Wenn nur alle Kinder so seien wie er......
noch vieles mehr sagten sie, so dass ich zum Schluss echt mit rotem Kopf dasaß.
Fazit: Er hat bei allen Tests, egal ob Mathe, Deutsch,Sachkunde oder auch Leseprüfung die volle Punktzahl, obwohl er nicht sehr fleißig ist zu Hause und wir auch manchmal einen Kampf haben wegen den Hausaufgaben (die er aber alleine machen muß, ohne mich, ich helfe nur wenn er mich etwas fragt, was fast nie vorkommt).
Er geht gerne in die Schule, berichtet aber, dass viele andere Kinder Probleme haben, auch seine Freunde.
Jetzt frage ich mich natürlich, woran es liegt und ob ich jetzt blöd dastehe, da ich gar nicht dazu kam, noch etwas zu sagen. Die Lehrer beendeten das Gespräch mit den Worten: Wenn nur alle Elterngespräche so unkompliziert wären weil es nichs Negatives zu sagen gibt.#kratz
Freue mich einerseits, weiß aber nicht, was ich den anderen Eltern sagen soll, warum es bei uns klappt mit der Schule.
Marti#gruebel

Beitrag von fraz 28.01.10 - 20:45 Uhr

Hallo

Genau: Du hast gar nicht die Zeit, dich dermassen in die Schulangelegenheiten deines Sohnes zu hängen, dein Sohn weiss auch, dass er seine Hausaufgaben alleine machen muss.....DAS kann sehr wohl DER Grund sein, warum es eben gut läuft.
Heutzutage mischen sich viel zu viele Eltern ein, laufen gleich Sturm, wenn ihr Kind mal meint, die Lehrkraft sei zu streng, die Hausaufgaben seien zu viel, ihr Kind käme zu kurz etc etc und merken nicht, dass sie damit ein Klima des Misstrauens schaffen, unter dem dann vor allem das Kind leidet...

Ich habe letzthin in einer neuen Untersuchung gelesen, dass zu 50% die Eltern für den Schulerfolg ihres Kindes verantwortlich sind und NUR 10% die Lehrkraft.

Das sagt ja wohl alles. Eltern, die die Schule und die Lehrkräfte vor ihren Kindern anprangern, tun sich damit einen absoluten Bärendienst.

Beitrag von sini60 28.01.10 - 21:21 Uhr

Du widersprichst dir selber. Auf der einen Seite sagst du, dass sich die Eltern nicht einmischen sollen und auf der anderen liegt es an ihnen ob das Kind gut ist oder nicht.

Ein Kind braucht die Hilfe und Unterstützung der Eltern bei der Hausaufgabe und das andere nicht. Er wird seine Hausaufgaben nicht alleine machen, weil er es muss sondern weil er es einfach kann.

Ja, es ist leider so, dass unser Schulsystem uns Eltern dazu verdonnert daheim Nachhilfe zu leisten, weil in der Schule der Schulstoff nur noch zum Teil vermittelt wird.

Und leider ist es so, dass jeder Lehrer selber entscheiden darf und kann, ob er Lust oder die Fähigkeit dazu hat einen guten Unterricht zu machen.
Egal wozu er sich entscheidet, er bleibt der Schule und somit unseren Kindern erhalten.

Beitrag von fraz 29.01.10 - 11:23 Uhr

Da verwechselt du zwei Dinge: Einmischen und unterstützen.
Das erste ist absolut kontraproduktiv, das andere wichtig und nötig.

Und dein letzter Satz zeugt davon, dass du keine Ahnung hast, wie die Schule heute funktioniert. Genau das ist das fatale:
Nur, weil jeder und jede mal selber zur Schule gegangen ist, nehmen sich viele das Recht heraus, der Schule bei allem reinzureden.

Beitrag von gismomo 28.01.10 - 20:51 Uhr

Hallo,

was ich nicht ganz verstehe: Dein Sohn erzählt nichts Negatives von der Schule und geht gerne hin, aber du schließt dich ganz automatisch der Meinung der anderen Eltern an, obwohl es auf dich nicht zutrifft?

Auch wenn du mit den anderen Eltern befreundet bist und dein Sohn mit den anderen Kindern, so heißt das ja noch lange nicht, dass ihr die gleichen Probleme haben müsst wie die anderen!

Meiner Erfahrung nach ist es so, dass es häufig einige wenige Eltern sind, die Probleme haben und dann aber alle anderen "mitreißen" und - auf gut Deutsch gesagt - völlig verrückt machen. Mit dem Ergebnis, dass plötzlich eine Stimmung "Eltern gegen Lehrer" entsteht und die Fronten verhärtet sind. Ich habe beides von beiden Seiten aus erlebt, sowohl als Lehrerin als auch als Mutter.

Solange ihr beide keine Probleme habt, wäre ich einfach froh darüber, dass alles so glatt läuft, und würde mich keinesfalls von den anderen Eltern instrumentalisieren lassen.

Es ist nie ein guter Ansatz, wenn man bei Problemen Schuldzuweisungen vornimmt, anstelle eine Lösung zu suchen. Leider scheint aber genau das die Vorgehensweise einiger betroffener Eltern zu sein. Hast du mal genau drauf geachtet, wie viele Eltern sich negativ geäußert haben und welche Eltern das waren? Sicherlich nicht ALLE anderen außer dir...

Wie gesagt, manchmal gibt es so Wortführer, die meinen, über alle anderen Eltern entscheiden zu können. Bei uns auf dem Elternabend hat eine solche Mutter mal behauptet, es gäbe ja keinen Jungen, der gerne lesen würde (leider hat sich keine andere Mutter - auch ich nicht - getraut oder war so fix, gleich dagegen zu sprechen, obwohl das durchaus nicht stimmt). Außerdem hat sie behauptet, dass im Sommer sowieso alle Kinder jeden Nachmittag im Schwimmbad wären (sie wollte erreichen, dass die Erstklässler anstelle Sport mittags ins Schwimmen gehen). Auch das hat nicht gestimmt. Ich war aber nicht mutig und "schnell" genug, um direkt etwas dagegen zu sagen. Was mich geärgert hat, denn es kam dann natürlich so rüber, als hätte sie mit ihrer Aussage recht.

Sei froh, dass dein Kind so unkompliziert ist und keine Probleme in der Schule hat. Die Eltern, die jetzt am lautesten schreien, würden vermutlich liebend gern mit dir tauschen. Lass dich von ihnen deshalb aber nicht instrumentalisieren!

lg
K.

Beitrag von juki 28.01.10 - 21:04 Uhr

Huhu

du sagst ganz einfach "Bei uns gibt es keine Probleme in der SChule" und Punkt.

Wenn ich für mich keine Probleme sehen würde und mein Kind klar käme wäre ich eh nicht auf die Idee gekommen die Probleme anzusprechen...das ist dann Afg. derer, die Probleme haben....

Und jetzt sei mal stolz auf deinen Sohn, dass er so gut ist und mach dir keinen Kopf über andere:-)

LG

Beitrag von parzifal 28.01.10 - 21:23 Uhr

Bist du denn Elternvertreter, weil Du die Probleme ansprechen solltest?