zweierlei ansichten von konsequenz

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von mausi_78 29.01.10 - 10:48 Uhr

hallo ihr lieben,
ich habe folgendes problem:
meine tochter ist 2 jahre und hat einen dickschädel wie es nicht besser geht.
schlafprobleme hatten wir seit anfang an, daher ist das nichts neues für uns. allerdings bin ich mittlerweile mit nummer 2 schwanger und durch die hormone liegen die nerven etwas schneller blank.
ich bin mit ihr zu hause und wir spielen auch zusammen, allerdings wenn ich meinen haushalt zwischendurch machen muss, wie wäsche, essen, staubsaugen, da muss sie derzeit lernen sich selber zu bschäftigen. das funktioniert auch zeitweise, nur wenn es ihr nicht in den ablauf passt, schmeißt sie sich auf den boden und macht nur blödsinn. eben all das, was sie normalerweise nicht darf.
mittlerweile bin ich so weit, dass ich ich sie zweimal ermahne und ihr dann androhe, wenn sie nicht aufhört, geht sie in ihr zimmer. da sie stets mit einem grinsen in der tür stand, hab ich es verschärft und habe die türe zugemacht.
mittlerweile weiß sie auch, was ich meine wenn ich sage "nein"
natürlich schreit sie hinter der tür, allerdings bin ich mir sicher, dass es wut ist.
abends im bett geht das theater meißt wieder los. "mama kuscheln", also leg ich mich kurz mit rein. sie erzählt mir dann so gut es geht ihren tagesablauf, hab ich auch kein problem mit - ist ja ganz süß.
so, dann geht es los: füße hoch, singen, mit händen und füßen hauen, bis ich sage, wenn sie weiter macht geh ich raus.
meißtens muss ich einmal rausgehen und sie hört dann auf.

mein mann hat es nicht ganz so mit der kosequenz. er droh zwar alles an, führt aber nichts aus. weil er immer der meinung ist unser kind hat angst. gut, sie redet viel von angst (guckt dann aber mit einem grinsen in den augen hoch und wartet auf eine reaktion) wenn er sie abends ins bett bringt ist es ein kampf.
er droht ihr an, wenn sie nicht liegen bleibt und schläft (nach 30 min) dann macht er die tür zu ... nach einiger zeit, tür natürlich noch offen liegt er wieder bei ihr im bett. #klatsch (sie hat ja schließlich angst im dunkeln - nachtlicht ist übrigens vorhanden und auch hell) irgendwann reißt auch ihm der geduldsfaden und er wird laut, was sie weider aufpuscht u.s.w.
nach einer stunde hat er es geschafft und ist völlig fertig.
gut, wenn er es so will, kann ich ja eigentlich warten bis er selber auf den trichter kommt. allerdings sind bei mir einige tage nachdem er sie ins bett gebracht hat schlichtweg zum ko...
quängelig, zickig, provokativ,... volles programm. :-[

wie kann ich ihm begreiflich machen, dass unsere tochter ihn veräppelt?
und ich tagsüber wieder strenger durchgreifen muss, weil sie es bei mir dann auch wieder extremer versucht.

ach ja, in der nacht kommt sie ständig zu uns ins bett, schläft unruhig, dreht sich und haut dann unabsichtlich mit den füßen aus - was sehr angenehm sein kann *lol* und irgendwann muss mein mann dann auswandern und geht in ihr bett. also eine richtig tolle dauerlösung.

sorry ist etwas lang geworden, aber ich geh am zahnfleisch.
ich hatte bisher nur gehört, dass ich viel geduld habe und dass ich mich ja so liebevoll um mein kind kümmer, was ich als normal ansehe, weil sonst brauch ich kein kind, wenn ich das nicht mache. aber inzwischen bin ich doch sehr genervt von der ganzen situation.

kennt einer sowas in der art?

liebe grüße aus der verzweiflung #kratz

Beitrag von kruemlschen 29.01.10 - 11:08 Uhr

Hallo,

also so wie ich das sehe, hast Du eine GANZ NORMALE 2 Jährige! Sie verhält sich genauso, wie fast jedes andere Kind in diesem Alter auch.

Warum bindest Du sie nicht in Deinen Haushalt mit ein anstatt sie, völlig unsinnig, in ihr Zimmer zu schicken weil sie verzweifelt versucht Deine Aufmerksamkeit zu erhalten?
Genau aus dem Grund macht Deine Tochter "Blödsinn" wenn Du keine Zeit für sie hast. Sie möchte Aufmerksamkeit und Ihr "Plan" geht ja auch auf. Sie bekommt Aufmerksamkeit, ob diese negativ oder positiv ist, ist in 1. Linie egal denn das Ziel ist es ja, dass sich Mama mit einem Beschäftigt, dass sie dann in ihr Zimmer muss versteht sie überhaupt nicht, schließlich wollte sie nichts böses.

Mein Sohn wird zwar erst im April 2, aber er würde sich genauso verhalten, also darf er mir eben "helfen" Wenn ich putze bekommt er einen Lappen mit dem er auch "putzen" darf, beim saugen darf er auch mal den Staubsauger halten, beim Wäsche waschen/aufhängen reicht er mir die Wäsche, beim Kochen bekommt er Pfanne/Topf/Schüssel + Kochlöffel/Schneebesen, etc. und darf auch "kochen" oder ich setze ihn auf die Arbeitsplatte und er darf mir zusehen.

Abends haben wir ein festes Ritual. Es werden Zähne geputzt, gewickelt, Schlafanzug angezogen & eingecremt, danach lesen wir eine Geschichte, dann singe ich 2-3 Lieder wärend Dominic auf meinem Arm kuschelt, dann geht er ins Bett.
Ich wünsche ihm eine gute Nacht, mach ihm eine Liederkassette an und sage ihm, dass ich die Türe auflasse und er Mama hören kann und rufen wenn er mich braucht.
Er steht dann meistens wieder auf und kommt mir nach wenn ich draußen bin, ich ermahne ihn einmal liegen zu bleiben und sage ihm wenn er nicht liegen bleibt mach ich die Gitterstäbe rein (Schlupfsprossen), diese Konsequenz folgt eigentlich täglich, dann schläft er brav.
Sobald er eingeschlafen ist, mach ich die Stäbe wieder raus, Nachtlicht rein, Kassette aus und Tür zu.

Mein Sohn darf bei meiner Mutter auch viel mehr als bei mir, allerdings habe ich noch nie das Verhalten beobachtet, dass er am nächsten Tag bei mir vermehrt versucht seine Grenzen auszutesten.

Ich würde Dir vorschlagen (ohne das böse zu meinen) Du gehst mehr auf die Bedürfnisse Deines Kindes ein und verringerst dadurch Eure unnötigen Machtkämpfe.

Außerdem würde ich meinen Mann so machen lassen wie er meint, schließlich ist er der Papa und hat genauso das Recht die Dinge auf seine Art und Weise durchzuziehen wie Du das ja genauso tust.

Gruß Krüml

Beitrag von mausi_78 29.01.10 - 11:25 Uhr

vom prinzip her eine gute idee, hane ich versucht. aber nein beim kochen will sie meinen topf, alle anderen sind doof, hab ja extra kleine töpfe gekauft. staubsaugen geht. beim wäsche machen wird die saubere wäsche auf den boden geschmissen und rumgezogen, oder gleich wieder vom ständer gezogen.

abends haben wir ebenfalls ein festes ritual, mit zähne putzen, gute-nacht-geschichte, kuscheln,...
ich kann allerdings keine gitterstäbe reintun, weil sie ein großes bett hat. daher kommt sie ständig raus und will dass wir bei ihr liegen bleiben.

sei froh, wenn dein sohn das akzeptiert, das ging bei uns auch eine zeit lang, aber irgendwann war es nicht mehr so, leider, deshalb bin ich ja grad am verzweifeln.
ich geh wirklich auf sie ein und sperr sie nicht bei jeder kleinigkeit ins zimmer, aber wenn ich ihr mehrfach gesagt habe, dass ich das schnell machen möchte und sie bitte bücher angucken soll, malen, lego, etc, und sie schreit dann und beißt mich ... also bei aller liebe ist dann schluss. schließlich bin ich die mutter und sie das kind und nicht umgekehrt.

verstehst du was ich meine? es ist nicht so, dass wir keine schöne zeit haben mit kuscheln, singen, spielen, aber zeitweise hat sie solche anwandlungen, wo du den glauben verlierst.

Beitrag von kruemlschen 29.01.10 - 11:35 Uhr

Leider hast Du in Deinem 1. Post nichts von Deinen fruchtlosen Versuchen erwähnt, darum bin ich davon ausgegangen, dass Du es so noch nicht probiert hast. Auch die Gewaltentwicklung wenn ihr etwas nicht passt hast Du ausgelassen.

DAS ist auch ein Grund für mich meinen Sohn in sein Zimmer zu schicken. Auch die Anwandlung, dass er immer genau das haben möchte, was ich habe, weil grundsätzlich alles SEINS ist (auch der Bus, der Krankenwagen und das Müllauto #augen ) kenne ich.
Ich erkläre Dominic dann warum er dieses und jenes nun eben in dem Moment nicht haben kann und was MIR gehört und nicht ihm, manchmal akzeptiert er es, manchmal benimmt er sich auch wie Deine Tochter. Wenn er sich so "aufführt" muss er aus der Küche (wir haben da ein Schutzgitter davor), allerdings hat er in allen anderen Räumen zu denen er Zugang hat keine Möglichkeiten Blödsinn anzustellen der schlimmere Auswirkungen hat als höchsten etwas ärgerlich zu sein.
Darum lass ich ihn dann eben toben, weinen, was auch immer. Er kommt dann wieder an um sich trösten zu lassen, das mach ich auch und wir versuchen die "Arbeit" dann eben erneut. Meistens klappt das dann.

In sein Zimmer schicke ich ihn wie gesagt nur, wenn er Brutal war und sich nicht gleich entschuldigen möchte.

Gruß Krüml

Beitrag von jessi_hh 29.01.10 - 12:39 Uhr

Hallo,

willkommen im Club! Meine Süße ist knapp 2,5 Jahre und verhält sich ähnlich wie Deine Tochter. Manche Tage sind nicht zum Aushalten! Ich hätte mir die Erziehung eines Kindes nie sooo anstrengend vorgestellt! #schwitz
Wichtig für mich ist immer, dass ich mir vor Augen führe, dass meine Kleine ein ganz normales Kind in der Trotz-Phase ist und dass sie das alles nicht macht, um mich zu ärgern. Sie entdeckt jetzt, dass sie mit ihrem Verhalten eine Reaktion bei den Eltern auslösen kann und das testet sie eben aus.

Deine Tochter hat ja mit ihrer Art und Weise auch Erfolg bei Dir. Wenn Du putzt und sie macht Blödsinn, dann reagierst Du darauf ja viel mehr, als wenn sie ruhig in der Ecke sitzt und ein Buch liest. Ob positiv oder negative ist Deiner Tochter erstmal egal, Hauptsache sie bekommt die erwünschte Aufmerksamkeit.

Mein Mann und ich haben uns angewöhnt, auf unerwünschtes Verhalten mit möglichst wenig Aufmerksamkeit zu reagieren. Wir sagen ihr, dass sie das nicht darf, nehmen ihr den Gegenstand weg oder nehmen sie aus der Situation, aber ohne großen Kommentar. Wenn sie aber erwünschtes Verhalten zeigt, bekommt sie dafür Aufmerksamkeit.
Ein Beispiel: meine Tochter schmeißt etwas runter und will es nicht aufheben. Ich sag ihr, sie soll es aufheben und sie ruft nein und rennt weg (natürlich in der Hoffnung, ich renne hinterher undd hole sie wieder, was früher oft zum Eklat geführt hat). Ich bleibe dann einfach wo ich bin und ignoriere sie. Nach spätestens 30 Sekunden kommt sie zurück und hebt den Gegenstand auf. Dafür lobe ich sie dann und beschäftige mich (kurz) mit ihr.

Wie meine Vorrednerin schon sagte, würde ich auch versuchen, Deine Tochter beim Putzen und Kochen einzubeziehen. Wenn sie nicht so will wie Du, dann sagst Du ihr, dass sie Dir eben dann nicht helfen kann und setzt sie runter oder bringst sie aus dem Zimmer. Sie wir bestimmt schnell merken, dass es mehr Spaß macht, mit Mama zusammenzuarbeiten als immer dagegen.

Zu der Abendsituation würde ich nochmal das Gespräch mit Deinem Mann suchen. Ich finde es schon wichtig, dass beide Elternteile an einem Strang ziehen. Er muß ja nicht gleich das Zimmer verlassen, aber wenn Deine Tochter tritt oder aufsteht, verläßt er das Bett und beachtet sie nicht. Mit ein wenig Konsequenz wird es auch für ihn leichter.

Sorry, ist ganz schön lang geworden.

LG,
Jessi