Schäden durch Mieter. Was nun?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von mama_in_baden 29.01.10 - 11:16 Uhr

Hallo,

habe gerade erfahren, dass der Mieter meines Onkels ausgezogen ist.

Schlüssel wurden einfach in den Briefkasten geworfen.
Miete für die letzten 3 Monaten nicht gezahlt (sollte er von der Kaution abziehen).

Nun sind noch die Nebenkosten offen.

Ist der Mieter zur Übergabe mit Protokoll verpflichtet, wie es bei seinem Einzug gemacht wurde?

Wie ist es mit den Schäden (also ich meine keine üblichen Bohrungen, die üblichen Rahmen)?
Ins Laminat wurde gebohrt, ebenso in Fensterrahmen, Garagentor, Spiegel wurden vollflächig an die Decke geklebt und nun heruntergerissen.
Läuft das nun über eine Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung?

Hat jemand damit Erfahrungen?

Gruß
Angela


Beitrag von binnurich 29.01.10 - 11:44 Uhr

ja, da hat dein Onkel aber auch ein wenig geschlafen - wie konnte denn 3 Monate Mietrückstand passieren??? gerade wenn die Mieter gleichlaufend kündigen.

Ist der Ex-Mieter noch erreichbar? oder unbekannt verzogen?

Beitrag von mama_in_baden 29.01.10 - 11:56 Uhr

Hi,

was heißt geschlafen, er hat gekündigt und dann gleich gesagt, dass die 3 Monate Miete von der Kaution abgezogen werden sollen.

Ex-Miter wohnt bei Tochter. Ist also noch erreichbar.

Es geht nun um Schäden und Übergabeprotokoll!

Gruß
Angela

Beitrag von yale 29.01.10 - 11:55 Uhr

Er soll die Mieter überes Einwohnermeldeamt ausfindig machen,falls die sich umgemeldet haben, sie auf die Schäden hinweisen und um beseitigung innerhalb von 4 wochen bitten.

bei nicht einhalten dieser frist zum RA aber ich denke dein onkel wird auf den kosten sitzen bleiben, wenn schon 3 monate mietzins nicht gezahlt wurde.

Auf keinen fall die schäden beseitigen und dann in rechnung stellen das geht nicht.
Er muss denen eine frist einräumen.



Beitrag von werner1 29.01.10 - 12:09 Uhr

Hallo,

und vor allem anderen einen Mahnbescheid über die ausstehende Miete schicken.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mama_in_baden 29.01.10 - 13:31 Uhr

Und ist eine Anzeige wegen Sachbeschädigung möglich?

Der Schaden ist weit größer als die restlichen NK!

Beitrag von werner1 29.01.10 - 13:52 Uhr

Anzeige wäre schon möglich, ist aber sinnlos.
Das wird nach 3 Monaten eingestellt mit der Begründung "kein öffenliches Interesse".
Eine private Klage wäre zwar erfolgreich, aber wer will einem nackten Mann in die Tasche greifen.
Der Mahnbescheid über ausstehende Mieten, und bei Widerspruch die sofortige Klage sind billiger und erfolgreicher.
Spätestens wenn er keinen Handyvertrag, Autokredit o. ä. mehr bekommt, kommt er schon angekrochen.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mama_in_baden 29.01.10 - 14:06 Uhr

Hi,

aber einen Mahnbescheid könnte mein Onkel dann nur für die Mieten, aber nicht für die Kosten der Schadensbeseitigung an den Mieter richten, oder?

Gruß
Angela

Beitrag von werner1 29.01.10 - 14:52 Uhr

Hallo,

Ich dachte eher an eine kostengünstige Lösung.
Einen Mahnbescheid gibt in jedem Schreibwarengeschäft, dafür ist ein Rechtsanwalt noch nicht nötig. Bei Mietschulden nennt sich das auch "Urkundenprozess".
Für das andere sollte schon ein Rechtsanwalt gefragt werden.
Sind die 3 Monate Kündigungsfrist schon vorbei, oder laufen sie noch ?
Den Unterschied zwischen normaler Abnutzung, Schönheitsreparaturen und Sachbeschädigung
kann dir der Ra besser erklären, das hat auch was mit den Fristen zu tun .

In Bayern nennt sich das www.eigenheimerverband.de
Die 20 Euro Jahresbeitrag sind gut angelegt, aber nicht verwechseln, "Beratung" ist nicht das gleiche wie "Vertretung"
in Baden-Württemberg wir es sicher etwas vergleichbares geben.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von mama_in_baden 29.01.10 - 15:23 Uhr

Hi,

danke für die Info. Ich gebe es so mal weiter.
Ich meine, der Mieter hatte Ende Nov gekündigt und ist nun auf Ende Januar raus.
Schönheitsreparaturen kann man ja vergessen. Es geht hier um richtige Schäden nicht um Renovierung, die sicher auch notwendig ist.
Denke, mein Onkel wird die Renovierung selbst ausführen, denn sonst wird es noch teurer.

Die Schäden an Decke durch die angerissene Tapete durch verklebte Spiegel sind laut Maler-Kostenvoranschlag 1600€.
Dazu noch die ganzen Bohrungen in Laminat, Fenster, Garagentor, ... (wie will man das reparieren?)

Es wäre interessant, ob diese Mittels Mahnbescheid eingefordert werden könnten, oder ob die dann auch erst ausgeführt werdn müssten (ist natürlich dämlich, dass durch ein teures Fachunternehmen ausführen zu lassen und dann eventuell das Geld nicht zu bekommen).

Als Altersvorsorge für ihn war das glaube ich der Reinfall.
Ich will nicht wissen, was ihn das noch alles kostet, bis wieder vermietbar.

Gruß
Angela

Beitrag von werner1 29.01.10 - 16:27 Uhr

Ein Mahnbescheid ist ausschliesslich für Geldforderungen.
Dein Onkel soll mit Ausweis und Mietvertrag aufs Einwohnermeldeamt gehen und sich die Adresse geben lassen, kostet 8 Euro.
Im Idealfall ist der Mieter noch an der alten Adresse gemeldet, es ist sein Problem ob er die amtliche Post öffnet oder nicht.
Den Mahnbescheid kann er sich einglasen lassen und ins Wohnzimmer hängen.
Der erhält natürlich erst dann einen Wert, wenn der andere Schufa-Probleme bekommt.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nick71 29.01.10 - 18:19 Uhr

"Ist der Mieter zur Übergabe mit Protokoll verpflichtet, wie es bei seinem Einzug gemacht wurde?"

Nein, ist er nicht. Aber für die durch ihn in der Wohnung entstandenen Sachbeschädigungen ist der Mieter natürlich haftbar. Vorausgesetzt, dein Onkel kann zweifelsfrei nachweisen, dass sie durch DIESEN (und nicht durch einen vorherigen) Mieter verursacht wurden...aber das dürfte ja eigentlich kein Problem sein, wenn bei seinem Einzug ein entsprechendes Protokoll angefertigt und von beiden Vertragsparteien unterschrieben wurde. Dein Onkel sollte sich allerdings ggf. von einem Fachanwalt für Mietrecht beraten lassen, bevor er weiter tätig wird...