Mann "braucht Abstand" - bin total fertig

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von sammy34 29.01.10 - 12:05 Uhr

Hallo,

ich muss mir das jetzt unbedingt mal von der Seele schreiben. Mein Mann (37) und ich (36) sind seit knapp 20 Jahren zusammen (seit der Schulzeit), davon seit 4 jahren verheiratet. Unser Sohn ist 17 Monate alt und unser größter Goldschatz. Vor zwei Jahren haben wir ein hübsches Haus gekauft, und ich hab meinen Job erst mal auf Eis gelegt, um bei Elias zuhause zu bleiben. Seit ein paar Monaten arbeite ich auf 400-Euro-Basis bei meinem alten Arbeitgeber - von Zuhause aus (Schreibarbeiten). Mein Mann hat einen gut bezahlten, aber anstrengenden Job im Schichtdienst.
Eigentlich alles super - aber seit ein paar Wochene habe ich bemerkt, dass mein Mann sich verändert: schlechte Laune, keine Berührungen mehr, ungerecht, wortkarg. Darauf angesprochen, meinte er immer nur, nö, hab bloß schlechte Laune. Mir gings immers schlechter damit, fühlte mich zunehmend einsam. Hab ich ihm auch gesagt, es kam aber nur "ja, ich weiss, ich benehme mich scheisse, versuche dran zu arbeiten". Ist aber nicht viel besser geworden. Gestern dann meinte er, er brauche mal zwei Tage Abstand. Gingen bei mir alle Alarmglocken an. Er meinte, er bräuchte mehr Zeit für sich. Hab dann etwas pampig reagiert (war wahrscheinlich auch nicht ganz okay) und hab die halbe Nacht nicht geschlafen. Heute morgen hab ich noch mal nachgehakt und er sagte, er fühle sich manchmal "bedrückt" (meinte wohl eingeengt) und dass wir die ganze Zeit aufeinander hocken würden. Auf die Frage, ob er mich noch liebe, sagte er "ich glaube schon, aber die Beziehung ist schon sehr eingefahren". Dann musste er auch schon los zur Arbeit. Er beteuert, dass keine Andere im Spiel sei - glaube ihm eigentlich, aber Zweifel bleiben doch. Wollen das heute Abend ausdiskutieren.
Muss dazu sagen, dass die letzten Monate schon stressig waren, haben seit der Geburt eigentlich nicht mal ne Stunde für uns allein gehabt - höchstens abends mal zwei Stündchen, aber da waren wir dann auch müde ect oder mein Mann musste schon wieder zur Nachtschicht. Erst wollten wir unseren Schatz nicht in fremde Hände geben, und später war mein Mann immer genervt von seinen und meinen Eltern, wenn die mal hier waren - er meinte, weil sie halt dann auch oft hier geschlafen haben, dass es für ihn zu stressig sei (beide wohnen etwas weiter weg). Alos hatten wir kaum Zeit für uns seit der Geburt und haben nicht daran gearbeitet, auch wieder ein Paar zu werden und uns nicht nur als Eltern zu sehen. Ich habe dann vorgeschlagen, dass jeder auch mal öfters was allein mit Freunden unternimmt (er meint dann, er habe ein schlechtes Gewissen mir gegenüber, aber ich motze eigentlich nicht, wenn er weggeht#kratz okay, manchmal schon, weil ich dachte, er geht dann zu irgendeiner Schnitte), und wir die Eltern dann mal herbestellen und wir auch mal alleine zusammen essen gehen (ist in der ganzen Zeit zweimal vorgekommen) oder ins Kino (seit der Geburt noch nie). Er will sich das überlegen. Ich schwanke momentan zwischen "müssen wir dran arbeiten, wird schon wieder" und "er bereitet mich nur schonend auf die Trennung vor". Ich will aber auch keine Gefühle investieren, wenn ich Angst haben muss, dass er sich zwar wieder einkriegt, aber nächstes Jahr oder so doch wieder einen Rappel bekommt. Hat jemand einen Tipp für mich, wie wars bei Euch? Sorry für den langen, wirren Text.
Liebe Grüße,
Sammy 34

Beitrag von kaltesherz0907 29.01.10 - 12:18 Uhr

Hallo,

also ich verstehe zwar, dass du keine Gefühle (Kraft ...) investieren möchtest, wenn es aussichtslos ist, aber das weist du doch vorher nicht.

Euch hat eben der Alltag eingeholt. An und für sich normal, jetzt liegt es an euch, wie ihr damit umgeht.

Nehmt euch mal einen Abend Zeit für euch (wenn das Kind im Bett ist) oder einen babysitter udn geht essen udn redet in Ruhe, was der eine sich vom anderen wünscht.

ich denek in euere Situation hilft nur reden, klare Ansagen.

Beitrag von seelenspiegel 29.01.10 - 16:52 Uhr

<<<Hat jemand einen Tipp für mich, wie wars bei Euch?>>>

Jap, kurz und knackig: Seht Euch nicht nur als Eltern, sondern auch so langsam wieder als Paar !! Ohne gemeinsame Zeit wird das noch schlimmer werden, und damit meine ich NICHT Papa, Mama und Kind sondern mal wieder Zeit für Euch beide, und zwar ohne Anhang.

Beitrag von nick71 29.01.10 - 17:48 Uhr

Es ist gut möglich, dass dein Mann etwas "Abstand" bzw. Zeit für sich braucht. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass solche Ansinnen (gerade bei Männern) nicht eben selten aufkommen, wenn eine andere Frau im Spiel ist. Kannst du das ausschließen?

Beitrag von luana78 29.01.10 - 22:51 Uhr

hallo sammy,

ich weiss genau wie du dich grade fühlst!

mein mann kam vor drei jahren und sagte, er weiss nicht mehr ob er mich genug liebt um unsere beziehung weiter zu führen. von jetzt auf gleich, eine woche vorher haben wir uns noch ein haus angeschaut und pläne geschmiedet etc.

er hat damals auch im schichtdienst gearbeitet und unser sohn war etwa im gleichen alter wie eurer jetzt ist. wir lebten als eltern zusammen, kaum noch als paar. zudem kam der stress mit der arbeit und den schichten.

mich traf der blitz und ich konnte das alles gar nicht begreifen. doch ich liess ihn machen, weil ich mir sicher war, dass es das nicht gewesen sein kann.

wenn du deinen mann liebst und dir sicher bist, dass ihr alles zusammen schafft, dann lass ihn. lass ihm zeit zu sich zu kommen.

denn auch ein mann ist irgendwann mal an einem punkt, an dem ihm alles zuviel wird und er keine kraft mehr hat.

wenn du allerdings jetzt sagst, du willst keine kraft investieren, dann werdet ihr das sicher nicht schaffen können.

alles gute,
luana