Welche Grenzen / Wieviel Konsequenz?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von kess79 29.01.10 - 14:24 Uhr

Hallo ihr Lieben,

Ich beschäftige mich jetzt schon länger mit dem Thema Erziehung und würde gerne mal eure Meinung / Ansätze hören.

Meine Tochter ist jetzt fast 21 Monate alt und macht wirklich alles schon ganz toll für ihr Alter. Aber sie hat auch einen unglaublichen Dickkopf und kann richtig rumbocken.

Ich versuche auf der einen Seite sie ihre Erfahrungen machen zu lassen und versuche ihr auch ihren Willen zu lassen bei Dingen wo es für mich nicht drauf ankommt. Allerdings gibt es ja auch Regeln und Grenzen die mir wichtig sind.

Wie bringt ihr euren Kindern bei, diese Grenzen auch einzuhalten? Ich meine mit welcher Konsequenz? Bei diesem heutigen Erziehungswirrwarr bin ich mittlerweile total verunsichert? Ist es okay ein Kind kurz in sein Zimmer zu tun oder drohen, dass es in sein Zimmer kommt? Ich meine dieses "Wenn Du das nicht machst, dann passiert dieses oder jenes" funktioniert ja, aber ist es auch gut/richtig?

Ich möchte auf der einen Seite bei so einer kleinen Kinderseele keine Ängste aufbauen, aber auf der anderen Seite soll sie ja auch lernen was sie darf und was nicht.

Ich hoffe ihr versteht was ich meine? Ich habe meine kleine Maus so unendlich doll lieb und möchte, dass sie immer glücklich ist. Aber manchmal kann sie mich auch zur Weissglut bringen und ich weiß einfach nicht wie ich mich in solchen Situationen richtig verhalte.

Ich weiß natürlich, dass jeder andere Ansichten hat und jedes Kind ja auch individuel erzogen werden muss. Aber vielleicht kann mir hier doch jemand einen Rat geben?

Liebe Grüße
Kerstin

Beitrag von dschinie82 29.01.10 - 14:30 Uhr

Hallo Kerstin,

du sprichst mir aus der Seele. Ich bin auch manchmal total verunsichert und weiß nicht wirklich, wie ich reagieren soll. Unser kleiner Mann ist zwar erst 16 Monate, aber er kann schon einen großen Dickkopf und besonders große Hörner haben. Wenn er was will, dann schimpft er und heult... ach je, ich weiß immer nicht so recht, weil ich, wie du ja auch geschrieben hast, nichts falsch machen will und ihm nicht unnötig Angst machen will o.ä.
Ich versuche schon gewisse Grenzen zu setzen und da bin ich dann auch sehr konsequent, also wenne rwas nicht darf, dann nehme ich ihn weg, sage "nein", erkläre ihm das und versuche vor allem ihn abzulenken. Bisher klappt es noch ganz gut, aber wie lange noch... !?
In manchen Situationen gebe ich dann auch nach und lass ihn machen... :-(
Ich wäre also auch sehr dankbar für ein paar Tipps...

LG
Dschinie

Beitrag von emilia72 29.01.10 - 15:32 Uhr

Hmmm, geht uns glaube ich allen so...

Aufs Zimmer schicken halte ich für falsch. Dann ist es irgendwann so, dass die Kleinen nicht mehr gern in ihr eigenes Zimmer wollen, weil es immer mit Strafe verbunden wird. Ist meine persönliche Meinung.

Ausserdem sind sie zu klein, um die Zusammenhänge "nicht hören - aufs Zimmer geschickt werden" wirklich zu verstehen - auch meine persönliche Meinung.

Wir machen es so: Konsequenz androhen (z.b. dann gibt es eben eine Weile keinen Schnuller oder das Spielzeug kommt weg) und dann wird es auch so gemacht. Oft ist es danach so, dass ich nur fragen muss, ob z.B. die Bauklötze wieder in den Schrank sollen und plötzlich funktioniert es.

Wenn sich Junior z.B. nicht anziehen lassen will, mache ich mich fertig, lege ihm seine Hose einfach hin und laufe in ein anderes Zimmer oder in den Flur. Er kommt dann IMMER mit der Hose in der Hand an, weil er ja mit möchte zum Einkaufen oder zu der Oma.

Ist bestimmt bei jedem anders, man muss seine Methoden durch viel Geduld rausfinden.

Liebe Grüße und viel Geduld!!

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:29 Uhr

Danke für Deine Antwort!

Das mit dem Zimmer war auch nur ein Beispielt, weil Freundinnen von mir das so machen. Ich habe es einmal probiert und nicht für richtig gehalten - auch aus Deinen genannten Gründen.

Liebe Grüße - Geduld kann ich brauchen, bei 2 kleinen Mäusen.;-)

Beitrag von sparrow1967 29.01.10 - 16:08 Uhr

Aufs Zimmer schicken?
Ne.

Wofür?

Die Konsequenz sollte unmittelbar erfolgen und auch nachvollziehbar sein.

Bsp: sie spielt mit ihrem Becher am Tisch rum.
Du ermahnst sie: Stell den Becher bitte hin- sonst nehme ich ihn dir weg.

Bei uns gibts 3 Ermahnungen - wenn beim 3. Mal nicht gehört wird, käme in diesem Fall der Becher weg.

Wichtig finde ich, dass du nicht fragst: Stellst du bitte den Becher weg?

Man sollte "Anweisungen"geben- denn sonst können die Kinder es nicht umsetzen.

Es heißt nicht: Räumst du dein Zimmer bitte auf?
sondern eher:
Räum bitte dein Zimmer auf! ( aber nicht mitten im Spiel ;-))


Wenn du also möchtest, dass dein Kind etwas tut, dann gib ihm eine klare Order.

Und verfalle NIEMALS in: oh- dann ist die Mami aber traurig, wenn du dies oder das nicht machst.
Dann muß die Mami aber weinen....
etc.
Das ist emotionale Erpressung und kann böse Folgen haben !



Ach ja: wenn- dann - ist ganz ok, denn man kündigt damit die Konsequenz an. Allerdings sollte sie dem Alter entsprechend formuliert und eben nachvollziehbar sein. Ob das bei deinem 21Monate jungen Kind schon so ist, kann ich nicht beurteilen.

"Rumbocken" tun Kinder in dem Alter eigentlich nur, weil sie IHRE Vorstellungen von etwas haben. Stell dir einfach vor, du willst Schnee schieben, freust dich sogar drauf und überlegst schon, wo du anfängst. Hast die Schaufel gerade in der Hand, da kommt dein Mann und sagt: schluß jetzt- so geht das nicht- ich kann das schneller/besser ( was auch immer) und wir wollten das jetzt eh nicht machen.
Da würdest du auch sauer sein,hm?

Münz das einfach mal auf die Situationen um, in denen du meinst, deine Kleine würde "bocken" ;-)


sparrow


Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:27 Uhr

Danke für Deine Antwort!

3 Ermahnungen gibt es bei uns auch. Allerdings fängt sie schon an zu zählen, wenn sie wieder versucht aus dem Joghurtbecher zu trinken.;-)

Allerdings gibt es ja manchmal auch Situationen wo ich es sehr schwer finde eine nachvollziehbare Konsequenz zu finden. Z.B. wenn es wieder Dramen beim Bettfein machen gibt. Oder wenn wir Besuch haben und sie ein anderes Kind haut.

Beitrag von bine3002 29.01.10 - 16:41 Uhr

"Ich habe meine kleine Maus so unendlich doll lieb und möchte, dass sie immer glücklich ist."

Ich kann den Wunsch zwar nachvollziehen, aber ich denke das kannst Du vergessen, denn wirklich IMMER glücklich ist KEIN Mensch. Es gehört zum Leben dazu, auch mal unglücklich zu sein. Wichtiger wäre, dass sie lernt auch mit solchen unglücklichen Tagen klarzukommen und sich dann nicht am nächsten baum aufzuknüpfen. Frustrationstoleranz nennt man das und es gehört auch zu deinen Aufgaben als Mama ihre Frustrationstoleranz zu erhöhen. Das bedeutet für Euch beide, dass Ihr manchmal blöde Situationen aushalten müsst.

Ansonsten solltest Du versuchen möglichst intutiv zu handeln. Richtig ist meiner Meinung nach alles was authentisch ist. Es bringt nichts gute Miene zum bösen Spiel zu machen, obwohl man innerlich kocht. Kinder spüren so etwas. Es bringt aber genauso wenig eine Grenze zu setzen nur um mal wieder den Chef raushängen zu lassen.

Ich selbst versuche immer geduldig zu bleiben, schaffe das aber nicht immer. Ich versuche auch eher die Mary-Poppins-Erziehung (Mach aus allem ein Spiel), wobei auch das nicht immer gelingt und manchmal auch bei meiner Tochter nicht gut ankommt. Manchmal, vor allem dann, wenn die Zeit drängt, muss ich auch kurze Ansagen machen und Dinge einfach durchziehen. Und manchmal können wir gute Kompromisse finden, wobei mir schon wichtig ist, dass mein Wort gilt. D.h. es ist mir wichtig, konsequent zu sein, weil ich überzeugt bin, dass ein Kind das braucht. Wir Eltern sollte Stärke demonstieren, um den Kindern Sicherheit zu geben. Und Stärke bedeutet eben manchmal auch, dass Mama und Papa "total doof" sind. Aber so ist das halt.

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:23 Uhr

Danke Dir ganz lieb für Deine Antwort.

Das mit dem "Immer glücklichsein" habe ich vielleicht etwas naiv ausgedrückt. Ich möchte, dass sie einfach eine glückliche Kindheit hat ohne Druck und Ängste.

Mit der Frustrationstoleranz hast Du recht. So habe ich da noch gar nicht drüber nachgedacht.

Beitrag von mysterya 29.01.10 - 19:10 Uhr

Mmm ich finde diese "Wenn du das nicht machst ...dann mach ich das"-Sache drückt irgendwie schon Hilflosigkeit aus. So nach dem Motto: Mir gefällt das nicht was Du tust, ich weiß aber nicht wie ich dich davon abhalte, also mach ich auch was, was dir nicht gefäfft. Verstehst Du, was ich meine?

Ich glaube, ab und an ist es okay. Macht glaube ich jeder mal, aber grundlegend finde ich das eher unnötig.

Konsequnz hat für mich was mit einer klaren Haltung zu etwas zu tun von der man nicht abweicht, weil genau dadurch eben die Grenze gezogen wird. Wenn man diese klare Haltung zu etwas oder gegen etwas deutlich macht, braucht man das Kind auch nichts aufs Zimmer zu schicken. Ich glaube das verstehen Kinder eh nicht. Was hat das aufs Zimmer gehen, mit dem Konflikt und der Sache zu tun. Es unterbricht eigentlich nur den Lernvorgang...

Beispiel: Meine Tochter möchte die Erde aus dem Blumentopf im Zimmer verteilen. Ich erwische sie dabei und möchte nicht das sie das tut bzw. in Zukunft wieder tut.

Ich sage dann mehrmals laut aber ohne zu brüllen: Nein! Und schaue sie eindringlich an. Sie merkt dann, dass irgendwas nicht stimmt, lässt die Hand sinken. Ich erkläre ihr bestimmt: Die Erde bleibt im Blumentopf! Sie wird nicht im Zimmer verteilt!

Nun versucht sie es aber garantiert nochmal. Schaut mich an, nimmt die Hand wieder hoch. Ich bleibe dabei. Nein! Wenn sie nicht hört nehme ich die Hand weg. Sie meckert. Ich lasse sie meckern. Sie merkt, dass das nicht zieht, hört auf, geht vielleicht nochmal zum Topf um es nochmal zu probieren. Ich bleibe aber immernoch dabei, dass sie das nicht darf. Irgendwann gibt sie auf und denkt sich: Na gut, wenn du dir so sicher bist...dann eben nicht.

Je älter das Kind ist, desto mehr kann man natürlich erklären, aber es sollte nicht in Diskussionen ausathen.

Damit es auf die Dauer eingeprägt ist, dass der Blumentopf da bleibt, wo er steht und seine Erde auch, muss ich natürlich nun jedesmal aufpassen und reagieren. Kinder testen aus ...immer wieder ...und sie merken sich jedes Mal, wenn Du einknickst. Je öfter du unsicher bist, desto unwichtiger bewerten sie die Regel oder Grenze die du aufstellst. Aber irgendwann macht es trotzdem im großen und ganzen gesehen klick.

Gut ...meine ist noch kleiner. Vermutlich wird es schon mal Situationen geben, wo ich sie von einer Sache weg setzen muss. Aber ich halte aus dem Zimmer schicken, trotzdem für uneffektiv. Die Sache ist aus den Augen und aus dem Sinn und das Kind ist wütend. Ich würde es eher in meinem Blickfeld behalten, bei dem bleiben, was ich aufgestellt habe und abwarten bis sie sich wieder beruhigt hat ohne panisch oder wütend oder aggressiv zu werden.

Ich glaube ruhig bleiben is ganz wichtig. Und man darf das Tun des Kindes nicht mit Bosheit bewerten. Sie haben sicher eine Absicht und nicht immer eine Gute, aber Kleinkinder müssen sich eben austesten. Das ist ihre Art dich heraus zu fordern und zu sehen, wie sehr du zu dem stehst, was du tust.

Konsequnz hat für mich also nicht so viel mit "strafen" zu tun, sondern mehr mit Selbstbewusstsein und Haltung.

LG Mysty

Beitrag von muffin357 29.01.10 - 20:19 Uhr

hm --- und was machst du, wenn dein kind dich dann breit angrinst und die hand trotzdem in den topf macht -- sogar erde erwischt und anfängt zu kichern?

zu sagst wieder nein. und dein kind? kriegt einen kicheranfall und fängt an, sich auf den blumentopf zu schmeissen und richtig schell+grossflächig rumzurudern und steigert sich rein, egal wie ernst du bist?

ok -- du versuchst, dein aus der situation rauszuholen und nimmst es in ein anderes zimmer und bietest ein anderes spielzeug an aber dein kind vergisst nicht den lustigen blumentopf und rennt sofort kichernd wieder zum blumentopf und verteilt weiter, ---

das ist das, was die kleinen dann mit 22 monaten und mehr bewusstsein anfangen ... -- da find ich fängt die herausforderung erst recht an und da wirds echt schwierig .... -- in ein paar monaten gehts nämlich erst richtig ab -- mit 17 monaten hatte ich mit ersten blicken und hartem tonfall julian auch noch super im griff.

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:53 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele! Genau solche Situationen meine ich.

Beitrag von mysterya 29.01.10 - 22:39 Uhr

Aber das macht sie jetzt doch auch schon. Grinsen...trotzdem ausprobieren.... Sachen versuhen zu beschmieren. Und ich mache genau das selbe. Sie davon abhalten und dabei bleiben, dass das nicht gemacht wird. Was sollte ich denn sonst machen? rumschreien? Sauer werden? Kind einsperren? würde das irgendwas bringen? -Nein

Ich hab auch in Kigas mit 2-3 Jährigen gearbeitet und da ging das auch so. Sicher gibt es da auch mal situationen, wo die Kinder nicht hören, aber dann bekommen sie halt nicht das was sie wollen und wenn sie dann wütend sind und weinen, dann sage ich, dass das so ist und das wir das nicht tun und lass se bocken und fertig ist.

Sie bekommen sich auch wieder ein. Wenn du unruhig wirst oder hastig oder so, dann WISSEN die Kinder einfach, dass sie gewonnen haben.

Bei manchen Dingen gibt es einen Spielraum, bei anderen nicht. Und da wo es keinen gibt, muss man eben auch so dafür einstehen.

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:38 Uhr

Ich meinte damit eher solche Fälle:

"Wenn Du weiter mit den Bauklötzen wirfst, dann nehme ich sie Dir weg" oder "Wenn Du wegläufst, dann musst Du wieder in den Buggy"

Bei uns gibt es allerdings häufiger Situationen, wo ein klares Nein - so wie Du es beschreibst - nicht wirklich hilft. Marie hat einen unheimlich starken Willen.;-) Sie weiß bei ganz vielen Dingen ganz genau, dass sie sie nicht darf und macht sie trotzdem während sie mich dann angrinst.

Beitrag von mysterya 29.01.10 - 22:58 Uhr

Ja sicher machen Kinder auch das wo sie wissen, dass sie das nicht dürfen und grinsen einen dabei an. Das ist doch ganz normal. Das machen doch alle. Aber warum ist dann das Grundkonzept falsch? Ich denke gerade dann muss man besonders klar in seiner Haltung sein, um zu zeigen, dass man es wirklich erst meint. Und gerade dann muss man immer wieder diese Einstellung erneuern, egal wie oft und auf welche Weise es das Kind versucht.

Mein Kind kann super sturr sein, es kann wirklich nicht jder damit umgehen. Ihr Papa lässt sich immernoch von ihr hauen, weil er sich nicht abgrenzen und durchsetzen kann. Bei mir macht sie das nicht. Und ich weiß warum... ich mach nicht hüh und nicht hott. Gewisse ding gehen gar nicht und das bringe ich auch rüber mit Worten, Mimik, Gestik, dieser inneren Haltung.

Ich weiß nicht, ich kann mir einfach nicht erklären, was es bringen würde das Kind aufs zimmer zu schicken, oder wütend zu werden. Es sind Kinder, die sind so die testen und suchen die richtigen Knöpfe und wenn dich ein schiefes grinsen nervös macht, grinsen sie dich eben an.

Ich mache meinem Kind immer deutlich, dass ich verstehe was es möchte aber ich sage auch immer ganz klar was geht und was nicht. Es darf dann auch mal wütend sein und bockig. Das ist okay, solange s nicht haut oder irgendwas umschmeißt. Es darf frustiert sein, aber trotzdem bleibe ich dabei, das diese Sache wirklich nich geht. Und ich bin eigentlich sehr locker in vielem...Was nicht so wichtig ist, hat spielraum... aber es gibt Dinge, da muss man einfach durchziehen. Zähne putzen z.B. oder das man nicht haut oder das nicht mit der Klobürste gespielt wird.

versuchen werden es die Kinder wohl nach bis sie 4 sind oder noch länger und sie werden da auch sicher immer trickreicher..


Übrigens finde ich, dass es ein himmelweiter Unterscheid ist, sein Kind aufs Zimmer zu schicken als es in den Buggy zusetzen, wenn es nicht hört oder etwas wegzunehmen, womit Blödsinn angestellt wird. Das gehört zur Grenzziehung notfalls mit dazu. Das würde ich genauso machen. Aber aufs Zimmer schicken oder irgendwie unbeherscht werden oder so, dass sind für mcih ganz andere sparten. Oder wenn man mit etwas droht, was mit der Sache nichts zu tun hat., wie: Wenn du das jetzt nicht so und so machst, dann gibts heute keinen gute nacht kuss, oder ich lese nichts mehr für dich vor. Auch aufs Zimmer schicken, hat für mich was abweisendes. Sowas von ...ich will dich gar nicht mehr sehen. Ich hab dich nicht mehr lieb.

Das finde ich blöd.

Beitrag von pinklady666 29.01.10 - 19:57 Uhr

Hallo Kerstin

Bei uns gibts immer eine logische Konsequenz.
Je nachdam was Marie macht, reagiere ich darauf.
Räumt sie z.B. ihre Schublade am Wickeltisch aus, kriegt sie von mir die Ansage "passiert das nochmal ist der Stuhl (den sie braucht um da dran zu kommen) weg!". Ich mache solche Ansagen genau ein Mal. Hällt sie sich dran, ist es in Ordnung, hällt sie sich nicht dran, folgt umgehend die Konsequenz, die ich ihr vorher angekündigt habe. In dem Fall kommt der Stuhl für einen Tag aus dem Zimmer raus und sie muss beim Malen am Tisch eben stehen.

Ins Zimmer schicke ich sie auch ab und an. Wenn sie z.B. schreit. In unserer Wohnung wird nicht geschrien. Wer schreit darf das gerne in seinem eigenen Zimmer tun und wieder zu uns kommen, wenn er sich beruhigt hat.

Natürlich erklähre ich ihr direkt im Anschluss der Konsequenz immer, was nun eigentlich vorgefallen ist. Bzw. zur Zeit frage ich sie sogar schon, ob sie mir sagen kann warum ich so reagiert habe.

Bei uns funktioniert das sehr gut und auch auf der Arbeit wende ich diese Methode an.
Probleme gabs dabei noch nie. Im Gegenteil, Marie ist ein sehr fröhliches, ausgeglichenes Kind mit sehr starkem Willen und Charakter das sich seine Grenzen sucht. Bei Papa merken wir das schon richtig. Dem tanzt sie regelrecht auf der Nase rum. Wenn ich da Mittags von der Arbeit komme ist der Arme fix und fertig und die Wohnung sieht aus wie ein Kinderparadies nach nem Bombenanschlag. Bin ich alleine mit der Kleinen ist es eher entspannt.

Liebe Grüße

Bianca

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:42 Uhr

Danke für Deine Antwort!

Da scheinen unsere Maries sich ja sehr ähnlich zu sein.

So wie Du es beschreibst, versuche ich es auch. Allerdings finde ich macnhmal auch schwierig eine logische Konsequenz zu finden.

Was mache ich, wenn Sie nach der Spielgruppe nicht nach Hause will? (es sind nur ein paar Minuten zu Fuß)Sie weint und will manchmal partout nicht mit sondern draussen butschern. Ich kann sie aber nicht die ganze Zeit tragen, weil ich noch einen KiWa dabei habe.

Beitrag von pinklady666 30.01.10 - 00:17 Uhr

Also in den Spielkreis geh ich leider nicht mehr so oft mit, weil ich arbeiten gehe. Darum hab ich da nicht so die Erfahrung.
Aber Marie geht oft mit mir zur Arbeit.
Da passiert es natürlich auch, dass sie nicht mit nach Hause (bzw. zum Auto) möchte. Ist bei den Kindern ja auch viel schöner. Ich lass sie dann meist stehen. Also wenn wir uns anziehen und sie weigert sich. Dann leg ich ihre Kleider halt hin, nehm meine und zieh mich an. Ist sie noch bockig wenn ich fertig bin mach ich anstalten zu gehen. Dann kommt sie immer direkt mit ihren Sachen. Oder wenn wir schon die Tür raus sind und sie beginnt dort zu bocken. Tja, dann muss sie halt da stehen bleiben. Der Kindergarten liegt aber auch so günstig, da kann nix passierren. Wäre es an der Straße würde ich sie definitiv tragen, weils ja zu gefährlich ist, und ihr ankündigen dass es das letzte Mal war, wo sie mit durfte (zum Glück weiß sie nicht dass ich darauf angewiesen bin dass sie ab und an mitkommt).
Vielleicht kannst du ihr ja nen Anreiz geben, was zuhause auf sie wartet. Etwas was sie super gerne macht (meine krieg ich immer mit Knete). Kurz bevor es heim geht schonmal ansprechen ("jetzt gehen wir gleich heim kneten") und wenns dann doch Theater gibt halt ("dann kneten wir eben nicht" oder viel schlimmer "dann knete ich halt alleine!"). Das zieht bei Marie immer.

Liebe Grüße

Beitrag von kess79 31.01.10 - 17:55 Uhr

Wenn ich Marie stehen lasse, dann freut sie sich und winkt mir.;-)

Leider steht zu Hause nichts besonders reizvolles an, da die Spielgruppe bis 12 geht und wir dann Mittagessen und sie danach schläft.

Ich hoffe einfach, dass die Phase bald vorbei ist.

Liebe Grüße
Kerstin

Beitrag von jenny133 29.01.10 - 20:20 Uhr

Hallo Kerstin

ich verstehe dich, weil es mir genauso geht. Wie sicher vielen anderen Müttern auch!!

Manchmal muss ich Nico auch drohen. Und manchmal denke ich im Nachhinein auch: Oh war das jetzt so ok?

Jeder Rat den ich dir jetzt geben würde ist wieder subjektiv und erzählt dir von der Erziehung wie ich sie meinem kleinen angedeihen lasse :-)
Ich finde solange du dir Gedanken machst und die Grundregeln wie: - nicht schlagen, nicht demütigen... einhälst solltest du ausprobieren wie es bei euch am besten klappt!
Und du solltest dir merken, das Kinder so kleine Ausraster durchaus auch mal verstehen! Wir sind ja auch keine Computer und nicht immer richtig zu reagieren ist menschlich und bringt dein Kind nicht um sondern zeigt ihm eher: Hey die Mami ist auch nicht perfekt!

Also von mir der Tipp: Bleib so wie du bist! Das machst du bestimmt schon richtig!

LG
Melanie mit Nico (2 Jahre)

Beitrag von kess79 29.01.10 - 20:46 Uhr

Danke - das tut gut zu hören.

Ich mache mir nur unheimlich viele Gedanken darum, weil ich mich von meinem Vater immer nur unter Druck gesetzt fühlte (und noch fühle) und ich möchte NIEMALS, dass mein Kind sich so fühlt wie ich manchmal in meiner Kindheit. Glücklicherweise habe ich eine wundervolle Mami, die sehr viel abpuffern konnte.

Beitrag von kathrincat 30.01.10 - 17:51 Uhr

ich lasse meiner die wahl entweder du kommst mit (laufen) oder du kannst in dem wagen weiter fahren.

wenn du nicht sitzen bleiben möchtes bei essen (abend und mittagessen), kannst du schon mal ins bett gehen.